Alle Artikel (Fortsetzung)

Rezession ja – aber was für eine und warum?

Kommentar von Phil Mullan

Wenn wir die gegenwärtige Rezession verstehen wollen, sollten wir auf das „Jeder-tadelt-jeden“-Spielchen verzichten. Gierige Banker an den Pranger zu stellen, verrät uns nur wenig darüber, was wirklich vorgeht. Es ist unerlässlich, tiefer zu graben, um an die Wurzeln des strukturellen Problems der Volkswirtschaften zu gelangen. mehr

Steinmeiers Ökostaat

Von Sabine Reul

Die Kritik, die Franz Walter Steinmeier entgegenschlägt, seit er in seinem „Deutschlandplan“ Anfang August die Schaffung 4 Millionen neuer Arbeitsplätze bis 2020 versprach, ist in weiten Teilen gleichermaßen fatalistisch wie wirr. Denn das Problem ist ja nicht, dass der Kanzlerkandidat hofft, die Wirtschaft sei dazu imstande. Selbst in dem vom schweren Konjunktureinbruch Anfang des Jahrtausends geprägte Zehnjahreszeitraum von 1998 bis 2008 stieg die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland um ca. 3 Millionen von 37,5 auf ca. 40,5 Millionen und die der neuen Arbeitsplätze entsprechend um deutlich mehr. Wenn von Angela Merkel bis Gregor Gysi alle Steinmeier jetzt mangelnden „Realitätssinn“ vorwerfen, mag das zwar Wahltaktik sein. Es ist aber vor allem symptomatisch dafür, wie stark sich niedrige Erwartungen an die wirtschaftliche Zukunft in das allgemeine Bewusstsein eingefressen haben, wenn nun alle meinen, dass sich selbst das relativ bescheidene Wachstum der letzten Dekade künftig nicht mehr wiederholen lasse. mehr

G-20-Gipfel: Kurzsichtigkeit regiert

Von Alexander Horn

Bereits im letzten Jahr wurde die Bundesregierung vom Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman heftig unter Beschuss genommen. Damals ging es um ihre zögerliche Haltung im Hinblick auf Programme zur Ankurbelung der Konjunktur. Nun steht die Bundesregierung im Zuge des Finanzgipfels in London erneut in der Kritik. mehr

Unser (Papier-)Geld und seine Produzenten

Kommentar von Malte Tobias Kähler

Um das Bankenwesen zu veranlassen, endlich wieder Kredite an Unternehmen zu vergeben, haben die Zentralbanken ungeheure Mengen an „Liquidität“ in den Markt gepumpt. Zudem werden milliardenschwere Konjunkturprogramme aufgelegt, die durch den Verkauf von Staatsanleihen, also durch neue Verschuldung, finanziert werden. Werden die Bürger die Zeche für all die bailouts und Konjunkturprogramme am Ende womöglich selbst, in Form einer heftigen Preisinflation, zahlen? Das könnte zumindest nach Ansicht einiger Ökonomen der Fall sein, denn die für die vermeintliche „Rettung“ genutzten Gelder wurden von niemandem gespart, sondern schlicht neu geschaffen. Eine Diskussion über unser Geld und seine Produzenten könnte für echten Fortschritt hilfreich sein. mehr

Der Aufstieg Chinas und das Ende des Plaza-Abkommens

Kommentar von Julian Namé

Der eilig organisierte „Not-Weltwirtschaftsgipfel“ im November 2008 in Washington stellte einen dramatischen Einschnitt in der gegenwärtig ablaufenden Finanz- und Wirtschaftskrise dar. Er markiert das Ende einer Ära, die mit dem Plaza-Abkommen von 1985 ihren Anfang nahm. mehr

Globalisierungsrhabarber

Rezension von Neil Davenport

Naomi Kleins Schock-Strategie ist alles andere als ein mutiges und großes Buch. Es ist in der Bewertung des Kapitalismus naiv und unklar im Bezug auf die zukünftige gesellschaftliche Entwicklung. mehr

Editorial

Von Thomas Deichmann

Zu Tode „entwickelt“ - Einige klassische Entwicklungsländer haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zu Schwellenländern hoch gearbeitet. Nun sind sie drauf und dran, im Schatten der Finanzkrise ihre Weltmarktpositionen gegenüber den alten Platzhaltern auszubauen. Eine Verschiebung des internationalen Kräftegleichgewichts ist eine unabdingbare Folge des aktuellen Geschehens an den Finanzmärkten. Für diejenigen, für die es bislang schon schlecht aussah, bleibt es indes prekär. mehr