Universität

Die Autonomie von Forschung und Lehre ist eine zentrale Errungenschaft aufgeklärter Gesellschaften. Aber die Universität gerät zunehmend in den Fokus politischer und kommerzieller Interessen. Die Bologna-Reformen gingen mit einer Verschulung des Universitätsalltags einher, die Studenten und Lehrkräfte gleichermaßen infantilisiert. Durch die Drittmittelforschung wächst der Einfluss der Wirtschaft auf die Universität, aber auch die Politik gibt zunehmend Forschungsziele vor. Wissenschaft muss jedoch frei von jeglicher Einflussnahme forschen dürfen. Denn Forschung und Lehre sind nur dann wirklich frei, wenn sie als Selbstzweck betrieben werden, also ausschließlich dem Erkenntnisgewinn und der Wahrheitssuche dienen. Dafür muss die Wissenschaft vom Staat mit genügend finanziellen Mitteln ausgestattet werden. Gleichzeitig muss er sie als autonome Sphäre respektieren und darf nicht versuchen, sie zu lenken und zu regulieren.

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Eine neue Fachzeitschrift soll Wissenschaftlern erlauben, ihre unliebsamen Meinungen ohne Nennung ihres echten Namens zu veröffentlichen. Akademische Freiheit braucht aber Mut, nicht Anonymität. mehr

Ein Gedicht macht Hoffnung

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Zurück ins 19. Jahrhundert

Essay von Kolja Zydatiss

Niedrige Gehälter, Kettenverträge und lange Phasen der Arbeitslosigkeit bedeuten eine Prekarisierung der Wissenschaft, die Jungakademiker aus privilegierten Schichten bevorzugt. Der Gesellschaft schadet diese Entdemokratisierung der Universitäten, meint Kolja Zydatiss mehr

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