Universität

Die Autonomie von Forschung und Lehre ist eine zentrale Errungenschaft aufgeklärter Gesellschaften. Aber die Universität gerät zunehmend in den Fokus politischer und kommerzieller Interessen. Die Bologna-Reformen gingen mit einer Verschulung des Universitätsalltags einher, die Studenten und Lehrkräfte gleichermaßen infantilisiert. Durch die Drittmittelforschung wächst der Einfluss der Wirtschaft auf die Universität, aber auch die Politik gibt zunehmend Forschungsziele vor. Wissenschaft muss jedoch frei von jeglicher Einflussnahme forschen dürfen. Denn Forschung und Lehre sind nur dann wirklich frei, wenn sie als Selbstzweck betrieben werden, also ausschließlich dem Erkenntnisgewinn und der Wahrheitssuche dienen. Dafür muss die Wissenschaft vom Staat mit genügend finanziellen Mitteln ausgestattet werden. Gleichzeitig muss er sie als autonome Sphäre respektieren und darf nicht versuchen, sie zu lenken und zu regulieren.

Top Artikel

Paper-Wahn und Dutzendware

Von Stephan Gemke

Wissenschaftliche Publikationen werden zunehmend weniger als Bücher verfasst, sondern in Form überteuerter Artikel, bei denen Qualität und die Einzelleistung des Forschers auf der Strecke bleiben. mehr

Die Aufmerksamkeitskrise

Von Frank Furedi

Sorgen um die mangelnde Konzentrationsfähigkeit junger Menschen sind berechtigt. Wer allein Smartphones und Facebook die Schuld gibt, denkt jedoch zu kurz. mehr

Die Theologisierung der Universität

Von Marcus Knauf

Die Uni Hamburg verpflichtet ihre Angehörigen auf einen Verhaltenskodex zur Religionsausübung. Was zunächst wie eine Verteidigung der säkularen Universität erscheint, entpuppt sich als das Gegenteil. mehr

Hochschulen: Zurück ins 19. Jahrhundert

Essay von Kolja Zydatiss

Niedrige Gehälter, Kettenverträge und lange Phasen der Arbeitslosigkeit bedeuten eine Prekarisierung der Wissenschaft, die Jungakademiker aus privilegierten Schichten bevorzugt. Der Gesellschaft schadet diese Entdemokratisierung der Universitäten, meint Kolja Zydatiss mehr

Universität: Die Professur als Billigartikel

Essay von Adorján Kovács

Die Hürden, die man hierzulande überwinden muss, um zu habilitieren, werden mehr und mehr gesenkt. Die neuen Kriterien laden jedoch zu Tricksereien ein und die vielbeschworene Exzellenz der Hochschulen entpuppt sich als Augenwischerei, meint der Medizin-Professor Adorján Kovács mehr

Humankapital statt Bildung

Kommentar von Patrick Jütte

Der Bologna-Prozess will Bildung ökonomisieren und delegitimiert damit die humanistische Vorstellung von der Erkenntnis als Selbstzweck. Der gesellschaftliche Verzicht auf die eher praxisfernen Disziplinen würde jedoch zu einer geistigen Verarmung führen. mehr

Bildungsdebatte: Verteidigt die Bildung als Selbstzweck!

Kurzkommentar von Dennis Hayes

Bildung soll nicht der Vermittlung gesellschaftlicher Normen und Wertvorstellungen dienen. Die Frage, wofür Bildung gut ist, ist für den Pädagogikprofessor Dennis Hayes falsch gestellt. Bildung ist ein Selbstzweck. Nur so lassen sich wissbegierige und kritische Menschen erziehen mehr

Die deforme Universität

Essay von Günter Ropohl

Eine Kritik an den Unireformen der letzten Jahre. Kleine Fächer werden abgewickelt. Ökonomische Denke breitet sich aus. Das Humboldt’sche Ideal von autonomer Bildung wird einem technokratischen Ansatz geopfert mehr

Fragen nach der Universität

Rezension von Tobias Prüwer

Alma mater krisiensis: Unter dem Titel Unbedingte Universitäten hat der Diaphanes Verlag ein Buchpaket zur Misere der Hochschulreformen veröffentlicht. Eine affirmative, mit ergänzenden Argumenten flankierte Sammelrezension zu Ort und Idee der Universität. mehr