Universität

Die Autonomie von Forschung und Lehre ist eine zentrale Errungenschaft aufgeklärter Gesellschaften. Aber die Universität gerät zunehmend in den Fokus politischer und kommerzieller Interessen. Die Bologna-Reformen gingen mit einer Verschulung des Universitätsalltags einher, die Studenten und Lehrkräfte gleichermaßen infantilisiert. Durch die Drittmittelforschung wächst der Einfluss der Wirtschaft auf die Universität, aber auch die Politik gibt zunehmend Forschungsziele vor. Wissenschaft muss jedoch frei von jeglicher Einflussnahme forschen dürfen. Denn Forschung und Lehre sind nur dann wirklich frei, wenn sie als Selbstzweck betrieben werden, also ausschließlich dem Erkenntnisgewinn und der Wahrheitssuche dienen. Dafür muss die Wissenschaft vom Staat mit genügend finanziellen Mitteln ausgestattet werden. Gleichzeitig muss er sie als autonome Sphäre respektieren und darf nicht versuchen, sie zu lenken und zu regulieren.

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Kommentar von Tobias Prüwer

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