Illustration: Julia Hosse

USA

Es ist populär, amerikakritisch zu sein. Von höhnischen Kommentaren über die verfettete Fast-Food-Nation und ihre von TV-Trash und Soaps abhängigen Einwohner bis hin zu hasserfüllten Beschreibungen eines imperialistischen Landes voller Dummköpfe reichen die Ressentiments, die in Deutschland vor allem von Linken und Konservativen gepflegt werden. Die Abneigung gegenüber Amerika hat eine lange Tradition. Sie hat ihre Wurzeln in der europäischen Reaktion gegen die Amerikanische Revolution des 18. Jahrhunderts: die aufklärerischen Werte, die dort umgesetzt wurden und den angeblichen „Pöbel“, der dort die Macht ergriffen hatte. Heute kommt die verbreitete Neigung dazu, „amerikanische Werte“ wie Selbstbewusstsein, Risikofreude, Ambitionen und Eigenverantwortung kritisch zu sehen. Dies hat auch den Mut und die Zuversicht, die für frühere amerikanische Generationen kennzeichnend waren, in Mitleidenschaft gezogen. Dennoch ist Amerika nach wie vor führend in Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft. Es zieht die klügsten und ambitioniertesten Köpfe an. Der heutige Antiamerikanismus richtet sich auch gegen diesen Geist von Modernität, Freiheit und Fortschritt.

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Brauchen Feministinnen Hillary Clinton?

Kommentar von Monika Frommel

Um die weibliche Wählerschaft für sich zu gewinnen, setzt Hillary Clinton auf die Feminismuskarte. Viel zu gewinnen hat sie damit nicht. Das Thema ist am Ende, der Feminismus hat seine Ziele erreicht. Junge Frauen haben andere Anliegen. mehr

Das Herabblicken auf die Trump-Wähler

Analyse von Sean Collins

Die Stigmatisierung der Trump-Anhänger durch eine arrogante Elite hilft Trump beim Wahlkampf. Konservative Amerikaner, die sich als „kleine Leute“ verstehen, lassen sich diese Haltung nicht gefallen. Argumente sind besser als Beleidigungen. mehr

Vom Vorbild zum Zerrbild

Essay von Johannes Mellein

Die TTIP-Kontroverse wird vielfach durch antiamerikanische Reflexe befeuert. Die wenigstens Deutschen vertrauen amerikanischen Normen. Dabei vergessen viele die wichtige Pionierrolle der USA in Sachen Klima- und Verbraucherschutz. mehr

House of Cards ist nicht Amerika

Essay von Robert Benkens

Die Kritik an der amerikanischen Politik darf kein Tabu sein. Gerade dann, wenn man dem Antiamerikanismus wirksam begegnen will. Sie darf aber auch nicht in Zynismus und Verschwörungsdenken umschlagen. Die amerikanischen Werte sind weiterhin bedeutend. mehr

Gibt es wirklich so viel Polizeirassismus?

Kommentar von Lukas Mihr

Amerikanischen Polizisten wird oft Rassismus gegen Schwarze vorgeworfen, gerade auch von deutschen Medien. Eindeutige statistische Belege für systematischen Polizeirassismus fehlen; man muss sich die Einzelfälle anschauen mehr

Gesetze gegen Waffen sind Gesetze gegen Schwarze

Analyse von Kevin Yuill

Wer strengere Waffengesetze für die USA fordert, braucht vor allem dringend eine Geschichtsstunde. Historisch gesehen diente die Waffenregulierung nämlich in erster Linie der Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung. Das ist heute nicht anders. mehr

Ein Hoch auf Amerika!

Kommentar von Alan Miller

Battle in Print: Der moderne Antiamerikanismus richtet sich nicht gegen eine Kultur ohne Tiefgang, sondern gegen die Kernidee des „amerikanischen Traums“. mehr

Mehr Diskussion, nicht erzwungenes Schweigen

Essay von Horst Meier

Das Recht auf freie Rede ist unteilbar. Es schließt auch die Freiheit, das politische Klima zu vergiften, mit ein. Nicht mit Zensur und „Hate Speech“-Paragrafen begegnet man dem Schüren von Vorurteilen, sondern mit Argumenten im Meinungskampf. mehr

Spielball der Großmächte

Kommentar von Philip Cunliffe

Vergessen Sie die schrillen Behauptungen über die irrationalen ethnischen Bestrebungen in dieser Region, die Serbien und das Kosovo in einen Konflikt treiben. Es ist die Einmischung des Auslands, die die Region entzweit. mehr

Antiamerikanismus und die Suche nach dem Sinn

Kommentar von Julian Namé

Amerikakritische Sentiments sind in Europa weit verbreitet; sie prägen auch die Wahrnehmung des US-Wahlkampfs. Während Barack Obama vielen Europäern als Hoffnungsträger gilt, steht der Republikaner John McCain für das „alte“ Amerika. Julian Namé fragt nach Inhalt und Ursprung des europäischen Antiamerikanismus und stellt fest, dass es eher um das Selbstverständnis des alten Kontinents als um eine fundierte Kritik an der Neuen Welt geht. mehr

Barack Obama und die Lebensstil-Politik

Analyse von Frank Furedi

Im US-Wahlkampf hat das liberale Lager den Kampf um viele Wähler erst gar nicht aufgenommen. Lieber versucht man, die Haltungen und Vorurteile der eigenen Unterstützer zu bestärken – indem man „den anderen“ mit nichts als Verachtung begegnet. mehr

Gefangen in Cyburbia

Rezension von Jennie Bristow

In seinem faszinierenden neuen Buch Cyburbia behauptet James Harkin, dass die gegenwärtige Internetkultur ihre Ursprünge in den Antiautoritäts- und Antiobjektivitätsbewegungen der 60er-Jahre habe. Vor dem Hintergrund dieser Gegenkulturen plädiert er heute dafür, sich den alles verschlingenden „Second Lives“ zu entziehen. mehr

Retter der amerikanischen Seele?

Rezension von Josie Appleton

Das neue Buch von Thomas L. Friedman Hot, Flat, and Crowded (Was zu tun ist) ist symptomatisch für die mittlerweile tiefe Verwurzelung des grünen Denkens in der Psyche der westlichen und speziell der US-amerikanischen Eliten. mehr

Weiterführende Literatur