Identitätspolitik

Identitätspolitik nimmt für sich in Anspruch, randständigen Gruppen eine Stimme zu geben. Was auf den ersten Blick sympathisch erscheint, führt jedoch zu sozialer Fragmentierung und untergräbt demokratische Grundwerte. Von Männerrechtlern über Queer-Aktivisten und katalanische Separatisten bis zu rechten „Identitären“ proklamieren immer mehr Gruppen einen Opferstatus für sich und verlangen Sonderbehandlung. Aber aufgeklärte Politik sollte sich nicht an Gruppenbefindlichkeiten, sondern an den Interessen der Bürger orientieren. Es geht darum, individuelle Freiheiten zu sichern und Gerechtigkeitsfragen zu verhandeln. Brauchen wir dafür spezielle Frauen- oder Männerrechte? Oder das Recht auf eigene Geschlechtsbestimmung? Was ist fortschrittlich daran, Menschen je nach sexueller Orientierung, Herkunft, Kultur oder Religion in Schubladen einzuordnen?

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