Erziehung

Kindererziehung ist Angelegenheit der Eltern und nicht des Staates. Bis heute sieht das Grundgesetz Erziehung zwar noch als Recht und Pflicht von Eltern an, doch das Prinzip elterlicher Erziehungshoheit wird immer weiter ausgehöhlt. Dadurch wird auch der Status der Eltern als mündige und verantwortungsbewusste Erwachsene in Frage gestellt. Eltern, vor allem solchen aus der „Unterschicht“, wird nicht mehr zugetraut, selbst am besten zu wissen, was gut für ihre Kinder ist. Da schlechte Erziehung heute für praktisch jedes spätere Fehlverhalten von Menschen als Begründung herhalten muss, sieht der Staat besonderen Handlungsdruck. Durch diese zunehmenden Interventionen, aber auch durch eine wachsende Ratgeber- und Expertenkultur in Erziehungsfragen entsteht ein Klima der Verunsicherung bei den Eltern, unter dem am meisten die Kinder leiden.

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Die Zukunft der Familie

Analyse von Clemens Schneider

Patchwork-Familien, Trennungen und unverheiratete Eltern nehmen zu. Kritik an dem Versuch, ein Familienmodell zum einzig richtigen zu erklären. Er begrüßt die Vielfalt der Modelle. Entscheidend ist eher das Verhalten der Familienmitglieder. mehr

Jungs und Bildung

Interview mit Wolfgang Tischner

Während von der Benachteiligung von Frauen gesprochen wird, kommt das Thema der Benachteiligung von Jungen in den Schulen zu kurz. Heute gelten Mädchen als „Standardmodell des guten Schülers.“ mehr

Wunsch scheitert an Wirklichkeit

Kommentar von Kevin Fuchs

Die Inklusion behinderter Kinder beschäftigt die Schulpolitik. Ohne grundlegende Änderungen im Schulsystem verfehlt sie allerdings ihr Ziel. Manche Kinder haben einen besonderen Förderbedarf. Dieser lässt sich nicht wegwünschen mehr

Erziehung auf dem Speiseplan

Analyse von Rob Lyons

Die Schulspeisung, historisch betrachtet eine Notwendigkeit im Kampf gegen den Hunger, ist zu einem Werkzeug von Sozialingenieuren geworden.. Kinder und Eltern werden über das Schulessen mit Vorstellungen von ‚richtiger‘ Ernährung indoktriniert mehr

Verteidigt die Kindheit!

Analyse von Monika Bittl

Das Konzept der Kindheit ist eine der großen Errungenschaften der Aufklärung. Heute erodiert sie zunehmend. Wieso wir Eltern und Kinder gegen Normierung, Medikalisierung und Regulierung verteidigen müssen. mehr

Viel Lärm um ein Stückchen Haut

Kommentar von Sabine Beppler-Spahl

Die Beschneidung ist keine Verstümmelung und sollte nicht verboten werden. Im aktuellen Urteil des Kölner Landgerichts und den Reaktionen darauf spiegeln sich die Vorurteile unserer Zeit. Vor allem die Rechte von Eltern haben heute einen schweren Stand mehr

Eltern im Fadenkreuz

Kommentar von Sabine Beppler-Spahl

Gerade Betreuungsgeldgegner zeigen in der aktuellen Debatte ein tiefes Misstrauen gegenüber Eltern - vor allem wenn diese Harz IV-Empfänger oder Migranten sind. Die Autorin verteidigt die elterliche Autonomie vor staatlicher Intervention und dem Erziehungsideal der Mittelklasse mehr

Autofahrer haben ausgequalmt

Analyse von Rob Lyons

Das moderne Expertentum ist die Moralapostelkaste unserer Zeit. Mit Hilfe pseudowissenschaftlicher Kampagnen sollen persönliche Verhaltensweisen staatlicher Regulierung unterwerfen werden. Über eine Kampagne in Großbritannien, die das Rauchen in Autos verbieten möchte. mehr

Therapeutische Erziehung macht krank

Essay von Jennie Bristow

In ihrem neuen Buch The Dangerous Rise of Therapeutic Education zeigen Kathryn Ecclestone und Dennis Hayes, wie die unbedachte Einführung von emotionaler Intelligenz als Schulfach junge Menschen dahingehend erzieht, die eigene Emotionalität einer Kontrolle durch Autoritäten auszuliefern. mehr

Wie den Kindern das Kindsein geraubt wird

Analyse von Josef Hueber

Von der vorgeburtlichen Mozartbeschallung bis zur Kinderuni – Kindheit wird zunehmend „pädagogisch sinnvoll“ durchgeplant. Über verunsicherte Eltern und selbsternannte Experten, die vergessen haben, dass Kinder auch Freiräume brauchen, um sich entfalten zu können mehr

Fördert das Lesen, nicht die Lesekompetenz!

Kommentar von Frank Furedi

Kindern zu vermitteln, dass Bücher lediglich als Gebrauchsgegenstand zur Informationsbeschaffung von Bedeutung sind, heißt unheilvollen Einfluss auf das Lesen, die Kultur und das Niveau des öffentlichen Lebens zu nehmen. Ein Plädoyer für die Freude am Lesen. mehr

Erwachsensein und Autorität im 21. Jahrhundert

Essay von Frank Furedi

Die aktuelle Erziehungs- und Familienpolitik ist bevormundend und technokratisch. Sie fußt auf der falschen Vorstellung, dass das Elternhaus den weiteren Lebensweg determiniert. Weitaus bedeutsamer ist aber ein sinnvolles gesamtgesellschaftliches Verständnis erwachsener Autorität mehr

Kinder brauchen altes Wissen

Kommentar von Frank Furedi

Wenn man Kindern schmeichelt, sie seien „Eingeborene der digitalen Welt“, für die die Vergangenheit bedeutungslos sei, verraten wir eine lebenswichtige Erwachsenenpflicht: die Weitergabe von tradiertem Wissen. mehr

Kinder als Öko-Spione

Essay von Frank Furedi

Frank Furedi erinnert sich an die Erziehungsmethoden im stalinistischen Ungarn. Man arbeitete mit der Angst – so wie heute viele Umweltschützer. mehr

Laufpass für die Super-Nanny

Rezension von Ann Furedi

Jennie Bristows Buch Standing up to Supernanny erklärt und kritisiert die Flut der staatlichen Erziehungshilfen, mit denen ins Familienleben eingegriffen wird. mehr

Recycling: Abfallvermeidung oder Zeitverschwendung?

Kommentar von Martin Earnshaw

Deutschland ist seit Jahren Recycling-Weltmeister: Wir leisten uns mit dem Dualen System das teuerste Entsorgungssystem der Welt, und Mülltrennung ist aus der deutschen Alltagskultur nicht mehr wegzudenken. Richtlinien zur richtigen Entsorgung gibt es mittlerweile selbst für Klobürsten und Bäckertüten. Während hierzulande immer mehr Stimmen mahnen, zur herkömmlichen, effizienteren und ökologischeren Verbrennung von Hausmüll zurückzufinden, folgt nun Großbritannien dem deutschen Irrweg.Bericht über den Aufbruch des Vereinten Königreichs in die Recycling-Welt. mehr

Bildung sucht ein Zuhause

Essay von Lena Wilde

Seit die Bildung aus den Elfenbeintürmen verscheucht wurde ist, ist sie nicht mehr so richtig sesshaft geworden. Bis die Bologna-Architekten ihr ein neues Haus zimmerten. Doch in den neuen, zweckmäßigen Räumen mag sie sich auch nicht so recht wohlfühlen. mehr

Kindische Angst um Kinder

Analyse von Helene Guldberg

Häufig werden heute unsere Kinder als passive, unbeteiligte und undynamische Wesen beschrieben. Diese Sichtweise ist jedoch von Nostalgie getrieben, manchmal sogar von Snobismus. mehr

Den Kinderarzt-Irrtum vermeiden

Kommentar von John T. Bruer

Die Hirnforschung soll neue Bildungs- und Erziehungsprogramme liefern. John T. Bruer hält die Faszination für die Synapsenbildung, die hierzulande beispielsweise im FAZ-Feuilleton verbreitet wird, für einen fatalen Irrtum. mehr

Warum wir eine neue Elternbefreiungsbewegung brauchen

Essay von Jennie Bristow

Heute ist nicht mehr die Unterdrückung der Frauen, sondern die Bevormundung von Müttern und Vätern ein zentrales Problem. Paradoxerweise hat hierzu insbesondere der sich auf Identitätspolitik konzentrierende Feminismus entscheidend beigetragen. Indem Frauen Männer als Ursache ihrer Probleme in den Mittelpunkt rückten, wurde der Staat ermuntert, sich in die Privatsphäre einzumischen und sie zu regulieren. mehr

Debatte: Wofür brauchen wir Bildung?

Interview mit Philipp Schuller, Sabine Beppler-Spahl

Welche Rolle sollen Universitäten heute spielen? Geht es um Bildung oder um berufsvorbereitende Ausbildung? Müssen wir angesichts der wachsenden Anforderungen, die die moderne Gesellschaft und der globale Wettbewerb stellen, Kompromisse hinsichtlich des humboldtschen Bildungsideals machen? mehr

Das Ende der Kindheit

Rezension von Mick Hume

In ihrem neuen Buch Reclaiming Childhood zeigt Helene Guldberg, dass Hänselei, Konflikte und auch körperliche Auseinandersetzungen übliche Bestandteile einer normalen Kindheit sind. Die sicherheitsbedachte, beschützende und risikovermeidende Einstellung der Eltern schadet der kindlichen Entwicklung weitaus mehr als ein blaues Auge. mehr

Weiterführende Literatur