Erziehung

Kindererziehung ist Angelegenheit der Eltern und nicht des Staates. Bis heute sieht das Grundgesetz Erziehung zwar noch als Recht und Pflicht von Eltern an, doch das Prinzip elterlicher Erziehungshoheit wird immer weiter ausgehöhlt. Dadurch wird auch der Status der Eltern als mündige und verantwortungsbewusste Erwachsene in Frage gestellt. Eltern, vor allem solchen aus der „Unterschicht“, wird nicht mehr zugetraut, selbst am besten zu wissen, was gut für ihre Kinder ist. Da schlechte Erziehung heute für praktisch jedes spätere Fehlverhalten von Menschen als Begründung herhalten muss, sieht der Staat besonderen Handlungsdruck. Durch diese zunehmenden Interventionen, aber auch durch eine wachsende Ratgeber- und Expertenkultur in Erziehungsfragen entsteht ein Klima der Verunsicherung bei den Eltern, unter dem am meisten die Kinder leiden.

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Weiterführende Literatur