Antisemitismus

Israelis und Juden, die in Deutschland leben, spüren und fürchten ihre wachsende Isolation. Gerade die Kritik am Staat Israel wird immer populärer. Was steckt wirklich dahinter? Die meisten Kritiker weisen den Vorwurf des Antisemitismus entschieden von sich. Trotzdem können sie kaum bestreiten, dass sich hinter der Israelkritik nicht selten eine Dynamik verbirgt, die an alte, hässliche Vorurteile erinnert. Dazu gehört die Vorstellung, alles Böse ginge vom jüdischen Staat aus. Das Verlangen, einen Schuldigen für Kriege, Unruhen oder Terror in einer zunehmend unüberschaubaren Welt zu finden, ist so einfach wie falsch. Wir wenden uns gegen den Trend, Israel zum Sündenbock oder zum neuen Schurkenstaat der Welt abzustempeln. Wir lehnen die Stigmatisierung von Ländern (Israel), Religionen (Juden oder Moslems) oder auch Berufsgruppen (Banker) ab. Die tragische Situation im Nahen Osten und die Zusammenhänge zwischen der deutschen und der jüdisch-israelischen Geschichte sind komplex. Einfache, vorgegebene Reaktionsmuster werden uns nicht helfen, sie zu verstehen.

Top Artikel

Der Westen soll sich raushalten

Interview mit Daniel Ben-Ami

Stereotypen und Schwarz-Weiß-Denken bestimmen unseren Blick auf Israel. Durch die einseitige Kritik aus dem Westen fühlen sich viele Israelis isoliert und sie fördert den Antisemitismus.Der Versuch einer Aufklärung mehr

Die Wahrheit über den Zionismus

Essay von Brendan O’Neill

Der derzeitige Abscheu vor Zionisten ist alles andere als fortschrittlich. Ein differenzierter Blick auf die Geschichte von Zionismus und Antizionismus hilft bei der Einordnung. Bei beidem hat auch der Westen eine problematische Rolle gespielt mehr

Denn sie wissen, was sie tun

Kommentar von Sabine Beppler-Spahl

Heute beginnt das jüdische Chanukka Fest. Erinnert wird an den erfolgreichen Aufstand gegen den Herrscher der Seleukiden, der die Beschneidung per Todesstrafe untersagte. Der "moderne Kreuzzug" gegen Beschneidung ist auch nicht frei von Antisemitismus. mehr

Schlacht um Israel

Essay von Brendan O’Neill

Von einem Staat, der am Streit über die Frage, ob er ein Ventil für westliche Kolonialschuld oder ein Aushängeschild der Aufklärung sei, langsam zerrieben wird. Der Autor fragt ob Sie schon den Israel Test gemacht haben. mehr

Die Politik des Antizionismus

Essay von Brendan O’Neill

Die heute verbreiteten Verunglimpfungen des Zionismus als „expansionistisch und rassistisch“ entbehren jeglicher historischen Grundlage. Sie verkennen sowohl die historischen Umstände als auch den Charakter der aktuellen israelischen Politik. Über die Entstehungsgeschichte des Zionismus und warum es sich bei der scheinbaren Aggressivität Israels tatsächlich um reine Defensivität handelt. mehr

Editorial

Essay von Thomas Deichmann

Neuer Antisemitismus? - Eine üble Marotte bei kontroversen Debatten ist das Auspacken der „Faschismuskeule“. Mit ihr wurden schon etliche streitbare Meinungen in moralischen Misskredit gebracht. Man unterstellt der Gegenseite, sie sei faschistoid. Noch besser, man suggeriert es, indem man den Vorwurf einer „Leugnung“ erhebt. Das kann heute schon dem blühen, der für strenge Disziplin im Klassenzimmer, elterliche Autorität, Atomkraft oder Gentechnik argumentiert. Umgekehrt werden auch radikale Anhänger des Naturschutzes als Ökofaschisten tituliert. mehr

Die Linke, Palästina und Israel

Kommentar von Klaus Bittermann

Eine Polemik. - Es ist ein eigenartiges Phänomen. Da können in Afrika die größten Gräuel und Hungersnöte wüten – wenn in Palästina die Waffen sprechen, dann hat bei der deutschen Linken kein Konflikt der Welt dagegen eine mediale Chance. Israels Tun wird hierzulande von einigen Redaktionsräumen genau überwacht. Merkwürdig also, dass den deutschen Aufklärern entgangen sein soll, dass Israel gleich am ersten Tag nach Ablauf des Waffenstillstands im Dezember mit 80 Raketen beschossen wurde. Zwar hat niemand den Beschuss bestritten, aber für die deutsche Linke handelte es sich dabei offenbar höchstens um ein nicht erwähnenswertes Bagatelldelikt. mehr

Hilfe, Mord! Achtung, Buch!

Rezension von Bernd Herrmann

Was will uns Martin Walser über Reich-Ranicki sagen? Ist der Tod eines Kritikers ein antisemitisches Machwerk? Und, ganz am Rande: taugt das Buch was? Bernd Herrmann hat nachgelesen. mehr

Weiterführende Literatur