Political correctness

In den meinungsbildenden Mittelschichten und damit auch bei den politisch-medialen Eliten, die sich im Wesentlichen aus ihnen rekrutieren, hat sich eine Kultur politischer und ethischer Korrektheit ausgebreitet, die die Menschen mit Hilfe von Kodizes und Richtlinien vor eigenem und fremdem sprachlichen Fehlverhalten schützen möchte. Die Sprachregulierung kann dabei verschiedene Formen annehmen. So hat der begrüßenswerte Anspruch, Menschen nicht wegen Geschlecht oder Herkunft diskriminieren zu wollen, in die bürokratischen Verstiegenheiten der „gender-gerechten“ Sprache geführt, die in der eigentlichen Sache nur schadet, indem sie vorspiegelt, Gleichberechtigung sei durch individuelle Verhaltensvorschriften zu erreichen. Auch unter dem Vorwand des Antirassismus wird der Sprachgebrauch reglementiert. Menschen sollen vor üblen Ausdrücken bewahrt werden, weil sie sich sonst verletzt fühlen oder manipuliert werden könnten. Tatsächlich unterdrücken solche Sprachtabus vor allem offene und ehrliche Debatten.

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