Illustration: Sebastian Schwamm

Medien

Die Bezeichnung der Medien als „vierte Gewalt“ geht bis in die Zeit der Aufklärung zurück, als es Meinungs- und Pressefreiheit noch zu erkämpfen galt. In der Nachkriegszeit gewannen vor staatlicher Zensur geschützte Medien weiter an Bedeutung. Im Grundgesetz wurden die Meinungsfreiheit „in Wort, Schrift und Bild“ sowie die „Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung“ festgeschrieben. Immer wieder sind Medien durch ihre Berichterstattung als Korrektiv im demokratischen System aufgetreten. Zwar gibt es auch heute noch sehr viel guten Journalismus. Aber weder die weit verbreitete Entlarvungs- und mediale Zurschaustellungsindustrie, bei der nicht Inhalt, sondern die Dramaturgie der Berichterstattung im Mittelpunkt steht, noch der moralisierende und volkserzieherische Habitus vieler Medienschaffender haben mit dem Ideal objektiver Berichterstattung noch viel zu tun. So wie man die Medien heute vor pauschalen „Lügenpresse“-Vorwürfen verteidigen muss, so sollte man die Augen vor ihrer Identitäts- und Qualitätskrise nicht verschließen.

Top Artikel

Von Medien und Massen

Kommentar von Kolja Zydatiss

Besonders in der Mittelschicht gilt Kritik an der Werbung als schick. Anfällig für Manipulation sind angeblich immer nur „die Anderen“. Dabei lassen wir uns alle nicht so leicht beeinflussen mehr

Entpört euch! Ein Appell

Essay von Benjamin Mehle

Meinungsstarke Blogs und Internetzeitungen machen den etablierten Medien Konkurrenz. Für den gesellschaftlichen Diskurs birgt das Risiken – aber auch viele Chancen. mehr

Altersdiskriminierung in Hollywood

Kommentar von Thilo Spahl

Diskriminierung zu verringern gelingt nur dann, wenn man es schafft, ungerechtfertigte Vorurteile abzubauen. Das ist keine Aufgabe für den Gesetzgeber, sondern für die ganze Gesellschaft. mehr

Schreckgespenst Lügenpresse

Analyse von Benjamin Mehle

Skepsis und Misstrauen herrschen gegenüber den Medien. Der Versuch, es jedem Recht zu machen und im Sinne eines verbreiteten Konsenses zu berichten, wird mit dem Stempel der „Lügenpresse“ belohnt. mehr

Keine Vertuschung in Fessenheim

Analyse von Rainer Klute

In vielen Medien wurde berichtet, dass vor zwei Jahren ein angeblicher „Atom-Unfall“ im Elsass vertuscht wurde. Ein Blick auf die Fakten zeigt: Die Vorwürfe erweisen sich als haltlos. mehr

Für mehr Gewalt im deutschen TV

Kommentar von Matthias Rausch

Die Fernsehübertragung von Mixed Martial Arts bleibt vorerst untersagt. Die Begründung zeichnet sich durch fehlende Argumente und ein fragwürdiges Menschenbild aus. Teils wird mit fehlenden Reglements, teils mit der Gefährlichkeit argumentiert. mehr

Saharastaub und Nanoangst

Kommentar von Thilo Spahl

Wüstensand hängt über Deutschland. Er enthält viele natürliche Nanopartikel. Kein Problem, denn unsere Körper sind für den Umgang mit ihnen schon lange gut gerüstet. Deshalb brauchen wir auch die Nanotechnologie nicht zu fürchten. mehr

Pressefreiheit: Journalisten auf Abwegen

Analyse von Brendan O’Neill

In einer Rede über die Krise des investigativen Journalismus kritisiert Brendan O’Neill, Chefredakteur des britischen Novo-Partnermagazins Spiked, seine Zunft: Viele moderne Journalisten neigen zu Konformismus, konspirativem Denken und einer ausgeprägten Kreuzrittermentalität. mehr