Illustration: Sebastian Schwamm

Medien

Die Bezeichnung der Medien als „vierte Gewalt“ geht bis in die Zeit der Aufklärung zurück, als es Meinungs- und Pressefreiheit noch zu erkämpfen galt. In der Nachkriegszeit gewannen vor staatlicher Zensur geschützte Medien weiter an Bedeutung. Im Grundgesetz wurden die Meinungsfreiheit „in Wort, Schrift und Bild“ sowie die „Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung“ festgeschrieben. Immer wieder sind Medien durch ihre Berichterstattung als Korrektiv im demokratischen System aufgetreten. Zwar gibt es auch heute noch sehr viel guten Journalismus. Aber weder die weit verbreitete Entlarvungs- und mediale Zurschaustellungsindustrie, bei der nicht Inhalt, sondern die Dramaturgie der Berichterstattung im Mittelpunkt steht, noch der moralisierende und volkserzieherische Habitus vieler Medienschaffender haben mit dem Ideal objektiver Berichterstattung noch viel zu tun. So wie man die Medien heute vor pauschalen „Lügenpresse“-Vorwürfen verteidigen muss, so sollte man die Augen vor ihrer Identitäts- und Qualitätskrise nicht verschließen.

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Kommentar von Matthias Rausch

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Kommentar von Thilo Spahl

Wüstensand hängt über Deutschland. Er enthält viele natürliche Nanopartikel. Kein Problem, denn unsere Körper sind für den Umgang mit ihnen schon lange gut gerüstet. Deshalb brauchen wir auch die Nanotechnologie nicht zu fürchten. mehr

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Die Anzahl „geaddeter Kontakte“ im Web gaukelt uns vor, wir hätten jede Menge Freunde. Tatsächlich aber sind Social-Networking-Webseiten für die Suche nach echten Freundschaften gänzlich unbrauchbar. Von Mark Vernon mehr

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In seinen beiden neuen Büchern, Media, War & Postmodernity und Framing Post-cold War Conflicts entmystifiziert Philip Hammond das Machtverhältnis zwischen Medien und Politik und zeigt zugleich auf, was von der „postmodernen“ Lesart des Krieges gegen den Terror zu halten ist. mehr

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