Illustration: Friederike Hantel

Drogen

Keine Droge war zeit ihres Bestehens überall verboten. Stets sind es bestimmte Interessen, Ideologien und Moden, die zur unterschiedlichen Einstufung von Rausch- und Genussmitteln führen. Derzeit erleben wir fließende Grenzen in der Drogenpolitik: Methadon vom Arzt und Pharmanikotin in der Apotheke einerseits, Haftstrafen für Heroinhandel und zunehmende Tabakregulierung anderseits. Legalisierung soll oft nur der Regulierung dienen. Im Austausch der Argumente bleibt dabei ein Gesichtspunkt meist auf der Strecke: Die Verfügungsgewalt des mündigen Individuums über seinen Körper und Geist, über seinen Konsum und Lebensstil. Im Fokus stehen Zelle, Therapieplatz und Präventionsprogramm, kaum jemand spricht noch vom „Recht auf Rausch“.

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Neuro-Gluonik

Analyse von Fabian Herrmann

Vor Atomkraft und psychoaktiven Substanzen wird gleichermaßen Angst erzeugt, nicht zuletzt im Schulunterricht. Der Blick auf die Risiken darf aber nicht die Gestaltungsmöglichkeiten verdecken. mehr

Krieg gegen Lachgas und Prittstift

Kommentar von Tom Slater

Die konservative britische Regierung will in einem neuen Drogengesetz jegliche psychoaktive Substanz pauschal verbieten. Autoritär ist aber nicht nur dieser Vorstoß, auch seine Kritiker wollen Konsumenten keine Entscheidungshoheit zuerkennen. mehr

Mein Rausch gehört mir!

Kommentar von Benedikt Herber

Immer mehr Stimmen plädieren für eine kontrollierte Freigabe von Cannabis. Trotzdem ist die zunehmende Offenheit gegenüber der Droge kein Zeichen für eine liberale Kehrtwende. Der Autor kritisiert ein Menschenbild, das individuelle Verantwortung ausklammert mehr

Der Mythos vom liberalen Amerika

Analyse von Sean Collins

Die Legalisierung von Cannabis, wie letztes Jahr im US-Bundesstaat Colorado, macht eine Gesellschaft nicht automatisch liberaler, findet Sean Collins. Der Zeitgeist ist paternalistisch, und wer bei diesem Thema „Legalize it“ ruft, befürwortet bei anderen Themen oft Verbote mehr

Keine echte Alternative in der Debatte

Analyse von Christoph Lövenich

Die traditionelle Drogenpolitik steht in der Kritik ‚alternativer‘ Ansätze. Wer in deren Fokus die Freiheit des mündigen Menschen erwartet, wird enttäuscht sein. Eine kritische Auseinandersetzung mit Argumentation und Ziel. mehr

Staatsverschuldete Unmündigkeit

Analyse von Sebastian Pfeffer

Die deutsche Drogenpolitik beruht auf einem pessimistischen Menschenbild. Der Staat schüchtert seine Bürger systematisch ein, desinformiert und drangsaliert sie. Eine Skizzierung eines realitätsnäheren, liberaleren Regierungsansatzes. mehr

Das Dumme am Kiffen: Es verdirbt den Charakter

Von Rob Lyons

Die aktuellen wissenschaftlichen Studien zu mutmaßlichen Schäden durch Cannabiskonsum mal ganz außer Acht gelassen – wie wäre es mal mit einer moralischen Argumentation gegen Gras? Der Redakteur des britischen Novo-Partnermagazins Spiked erklärt, was ihn am Kiffen stört mehr

Weiterführende Literatur