Sozialstaat

Es ist richtig und ein Gebot der Humanität, dass die Gesellschaft hilfsbedürftige Menschen unterstützt. Das Ziel jeder staatlichen Unterstützung muss es aber sein, dass die Hilfsempfänger so schnell wie möglich wieder ohne sie auskommen können. Der Sozialstaat hat sich merklich von diesem emanzipativen Anspruch entfernt. Das heutige Wohlfahrtsmodell basiert auf der therapeutischen Prämisse, wonach im Grunde alle Menschen in unterschiedlichem Ausmaß von einem omnipräsenten Staat und seinen Institutionen beraten, betreut und zu einem gesünderen und besseren Lebensstil erzogen, verführt oder gedrängt werden müssen. Gefördert werden Abhängigkeit und Entsolidarisierung statt Unabhängigkeit und gesellschaftliches Miteinander. Deswegen brauchen wir eine politische Debatte über die Grenzen des interventionistischen Sozialstaates.

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Rundumversorgung ist nicht genug

Essay von Johannes Richardt

Auf den ersten Blick erscheint das Bedingungslose Grundeinkommen als charmante Idee. Auch werfen die Befürworter viele gute Fragen auf. Aber zur Lösung der eigentlichen Herausforderungen unserer Gesellschaft kann es wohl nur wenig beitragen. mehr

Eine freiheitliche Idee?

Kommentar von Johannes Richardt

In der Schweiz wird im Sommer über ein bedingungsloses Grundeinkommen abgestimmt. Auch in Deutschland findet die Idee immer mehr Unterstützer. Kann ihre Verwirklichung die Gesellschaft freier machen? mehr

Kooperiere! Konkurriere!

Essay von Lena Wilde

Bewerbungsprozesse sind zeitraubend und widersprüchlich. Vor allem machen sie deutlich, dass neuen Mitarbeitern mit großem Misstrauen begegnet wird. mehr

Laufpass für die Super-Nanny

Rezension von Ann Furedi

Jennie Bristows Buch Standing up to Supernanny erklärt und kritisiert die Flut der staatlichen Erziehungshilfen, mit denen ins Familienleben eingegriffen wird. mehr

Die Entmystifizierung einer Ideologie

Essay von Philip Hammond

In seinem neuen Buch Hollow Hegemony: Rethinking Global Politics, Power and Resistance zeigt David Chandler unter Rückgriff auf Marx und Engels, dass die Konzentration der politischen Klasse auf Ethik und „globale Politik“ Ausdruck ihrer politischen Schwäche und Isolation ist. mehr

Gefangen in der tristen Gegenwart

Essay von Kai Rogusch

Dem heutigen Sozialstaat fehlt es an einer progressiven Gesellschaftsvision. Er agiert nicht nur widersprüchlich und autoritär, in ihm drückt sich auch die Gewöhnung an wirtschaftliche Stagnation aus. Der Staat untergräbt so seine Legitimationsgrundlage mehr

Steuern in einem freiheitlichen Staat

Essay von Karen Horn

Wie der Konflikt zwischen Steuern und persönlicher Freiheit durch das Leistungsprinzip, wirksame Preismechanismen, Privateigentum und eine nicht diskriminierende, verlässliche und berechenbare Steuerpolitik lösbar ist. mehr

Was ist eigentlich so toll am Wohlfahrtsstaat?

Essay von James Panton

Die Ursprünge des Wohlfahrtsstaats waren alles andere als fortschrittlich, und in seiner neuen therapeutischen Form steht er dem Entstehen eines solidarischen Gemeinwesens im Weg. Von der Geschichte und Gegenwart des britischen und europäischen Sozialstaatsmodells mehr

Befreit die Jugend aus den Fängen der Sozialhilfe!

Analyse von Brendan O’Neill

In Großbritannien soll das Wohngeld für unter 25-Jährige gestrichen werden. Das ist gar keine so schlechte Idee – aber es sollte aus dem richtigen Grund geschehen, und nicht bloß, um die Staatsfinanzen zu sanieren. Ein Plädoyer für die Unabhängigkeit junger Erwachsener. mehr