Illustration: Jan Vismann

Gaming & Filme

Unterhaltung und Spielen gehören zum Menschsein. Der Umgang mit entsprechenden Medien wird allerdings vielgestaltiger Regulierung unterworfen. So unterliegen in Deutschland z.B. Filme und Computerspiele einem System faktischer staatlicher Zensur. Unter dem Banner des Jugendschutzes wird dabei sogar Erwachsenen der Zugang erschwert. Bürger degradiert man zu unmündigen Konsumenten, die vor bestimmten Gewaltszenen, historischen Symbolen oder Sexdarstellungen geschützt werden müssten. Moden der politischen Korrektheit und einseitige Filmförderung schränken Kunst in ihrer Freiheit ein. Viele Entwickler von Computerspielen und Filmregisseure sehen sich genötigt, die Schere bereits im Kopf anzusetzen. Computerspiele(r)n wird außerdem gerne Frauenverachtung unterstellt, meist von Außenstehenden. Mithin bleibt nicht einmal die Fantasie des Einzelnen, etwa bei Rollenspielern oder Ego-Shootern, von Bevormundung verschont, sondern wird zur sozialen Gefahr hochstilisiert.

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