Entwicklungspolitik

Einige klassische Entwicklungsländer haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zu Schwellenländern hochgearbeitet. Das internationale Kräftegleichgewicht verschiebt sich nach Süden, gleichzeitig drohen einige Länder dauerhaft abgehängt zu werden. Zwar wächst weltweit der Wohlstand und damit einhergehend auch das Bildungs- und Gesundheitsniveau, aber nach wie vor sind Hunger, Seuchen und vermeidbare Krankheiten ernsthafte Menschheitsprobleme. Dabei wird kaum mehr bestritten, dass Entwicklungshilfekonzepte ganz allgemein, zumindest für Afrika, gescheitert sind. Aber wie wird dies gemeinhin begründet, und welche Konsequenzen zieht man? Es dominieren Schuldzuweisungen und die auch uns sattsam bekannte grüne Sparbrötchenagenda: Schwarze Eliten seien korrupt, ihre Bevölkerungen demokratieuntauglich und Afrikaner ganz generell am besten an der kurzen Leine zu halten und zu belehren, wie man ein bescheidenes Leben mit minimalem „ökologischem Fußabdruck“ führt. Solche Vorurteile bringen uns nicht weiter. Wie könnte eine progressive Entwicklungspolitik für das 21. Jahrhundert aussehen?

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Analyse von Daniel Ben-Ami

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Weiterführende Literatur