Sport

Mit dem Niedergang des öffentlichen Lebens und der klassischen Politik hat die private Lebensführung an Bedeutung gewonnen. Für viele ist Sport dabei viel mehr als ein Hobby, es ist Teil der Selbstverwirklichung und Hauptlebensinhalt. Körperkult, Gesundheitswahn und Selbstoptimierung rücken in den Fokus. Auch die Politik hat den Sport entdeckt. Keine sportliche Großveranstaltung läuft mehr ohne Politprominenz im Stadion. Und mehr und mehr wird er von den Regulationen und Diskussionen erfasst, die auch den Rest der Gesellschaft bestimmen. Anstatt des olympischen „höher, schneller und weiter“ soll der Sport sozialverträgliche Eigenschaften wie Fairplay oder den Teamgedanken fördern. Nicht mehr Wettkampf, sondern Wohlbefinden steht im Vordergrund. Je mehr der Sport zum Spielfeld von Sozialingenieuren verkommt, desto mehr wird er seines eigentlichen Gehalts entleert: Leistung, Ambitionen, Risikofreude, Leidenschaft und den Spaß an der Freude.

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Für mehr Gewalt im deutschen TV

Kommentar von Matthias Rausch

Die Fernsehübertragung von Mixed Martial Arts bleibt vorerst untersagt. Die Begründung zeichnet sich durch fehlende Argumente und ein fragwürdiges Menschenbild aus. Teils wird mit fehlenden Reglements, teils mit der Gefährlichkeit argumentiert. mehr

Ist Cleverness unfair?

Kurzkommentar von Matthias Heitmann

Einige Badminton-Spielerinnen wurden bei Olympia 2012 disqualifiziert, weil sie aus wettkampftaktischem Kalkül ihre Spiele verloren haben. Das ist nicht nachvollziehbar. Viel problematischer sind der Austragungsmodus und die zunehmende Moralisierung des Sports mehr

Panik triff auf Furcht

Analyse von Patrick Hayes

Zwei Übel: Rauchen und Terrorismus. Beide scheinen das Denken der Behörden im Großbritannien des 21. Jahrhunderts geradezu obsessiv zu beherrschen. In einer bizarren Karambolage der Furcht sind sie im Vorfeld der Olympischen Spiele in London aufeinandergeprallt. mehr

Olympiade der Miesmacher

Analyse von Tim Black

Im Vorfeld der Olympischen Spiele in London überbieten sich Politiker, Bürokraten und Experten mit Angstszenarien. Anstatt sich einfach auf die Spiele zu freuen, diskutiert Großbritannien die Gefahr von möglichen Terroranschlägen, Verkehrschaos oder Grippeepidemien. mehr

Optimistische Ernüchterung

Essay von Barbara Off

Anlässlich der Fußballweltmeisterschaft steht Südafrika im Mittelpunkt des Interesses der Weltöffentlichkeit. So viel Aufmerksamkeit hat das Land seit dem Ende der Apartheid nicht mehr genossen. mehr

London 2012: Wo ist der olympische Geist?

Analyse von James Woudhuysen

Der Sport ist den Politikern egal. Die aktuellen Debatten über die Olympischen Spiele in Peking beweisen das. Noch deutlicher wird dies aber in den Diskussionen, die schon jetzt in Großbritannien anlässlich der Austragung der Olympischen Spiele im Jahr 2012 in London geführt werden. Mit den Spielen will das Vereinigte Königreich all das erreichen, was in den letzten Jahrzehnten immer scheiterte: die Stärkung des britischen Selbstbewusstseins, den Ausbau des Transportwesens und natürlich die Bekämpfung des Klimawandels. Olympia bleibt bei alledem auf der Strecke. mehr

Debatte: Doping

Interview mit Matthias Heitmann, Stefan Chatrath

Von der EURO 2008, bei der die ausgeprägte Fitness der russischen Mannschaft Anlass für Spekulationen bot, über den Doping-Dauerbrenner Tour de France bis hin zu den Olympischen Spielen in Peking – der Sportsommer 2008 lieferte wieder ausreichend Stoff für die Dopingdebatte. Die ihr zugrunde liegende Standpunkte werden jedoch nur selten hinterfragt, und die Protagonisten begegnen sich zu selten auf Augenhöhe. Novo widmet sich seit Längerem intensiv dem Thema „Doping“. In dieser Debatte treffen die beiden Novo-Redakteure Matthias Heitmann und Stefan Chatrath auf Steffen Moritz, Vorstandsmitglied von Sport Transparency – Für den Sauberen Sport e.V., ein Verein, der Projekte und Aktionen zur Aufdeckung und Prävention von Doping, Täuschung und Korruption im Sport unterstützt. Beide Seiten eint die Unzufriedenheit ob des aktuellen Umgangs mit der Doping-Problematik; ihre Standpunkte und Lösungsansätze sind jedoch sehr unterschiedlich. mehr

Der Schatten des Sieges

Essay von Bernd Muggenthaler

Angesichts der erdrückenden Dominanz von Athleten wie dem achtfachen Goldmedaillengewinner Michael Phelps sowie dem jamaikanischen Sprinter Usain Bolt bestimmte, wie schon im Vorfeld der Olympiade, eine omnipräsente Dopingdebatte die Medien – und führte sich dabei selbst ad absurdum. mehr