Illustration: Christoph Kleinstueck

Glücksspiel

Totale Gegnerschaft zum Glücksspiel ist im deutschsprachigen Raum sehr rar, umso deutlicher ist aber das Verlangen nach staatlicher „Kanalisierung“ des Zockens vertreten. Hierbei geht es zum einen um die wirtschaftliche Vorherrschaft der öffentlichen Hand: Die Stellung des Lotto-Toto-Blocks und der Kasinos der Bundesländer soll durch übermäßige Hürden für die private Konkurrenz gewahrt werden, Einnahmen und lukrative Versorgungsposten erhalten bleiben. Zum anderen leben therapeutische Kreise und paternalistische Ansätze von der Beschäftigung mit der Spielsucht – gesamtgesellschaftlich einem marginalen Phänomen. Online-Glücksspiel wird in Schwarz- und Graumärkte verdrängt, private Spielhallen und Spielautomaten in Gaststätten unterwirft man zunehmend der Gängelung, staatliche Instanzen schieben die überfällige Sportwetten-Liberalisierung trickreich auf. Das Individuum und seine Fähigkeit zum autonomen Handeln bleiben dabei auf der Strecke.

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Interview mit Michael Keiner

Offiziell heißt es, das Glücksspiel-Monopol des Staats existiere zum Zweck der Suchtprävention. In erster Linie dient das dazu, die Staatskassen aufzufüllen. Außerdem wird der Bürger nicht als autonom respektiert mehr

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Das Spiel mit der Freiheit

Kommentar von Christoph Lövenich

Die Glückspielverordnung soll novelliert werden. Das läuft auf eine weitere staatliche Regulierung des menschlichen Spieltriebs hinaus. Wie die Gesundheitspolitik möglichst viele Menschen zu kranken, hilfsbedürftigen, unmündigen Süchtigen stigmatisiert mehr

Weiterführende Literatur