03.06.2019

Die kleinen Freuden am Automaten

Von Jo Reichertz

Titelbild

Foto: Antoine Taveneaux via WikiCommons / CC BY-SA 3.0

Das Glücksspiel an Spielautomaten wirkt auf viele Menschen beglückend. Es geht dabei weder um Geld noch um Sucht

Weshalb spielen weltweit so viele Menschen, Männer wie Frauen, an Automaten mit geringen Gewinnmöglichkeiten und hohen Verlustwahrscheinlichkeiten? Immer noch. Trotz der vielen Kampagnen, die besagen, dass Spieler schnell vom Spiel süchtig werden und sich und ihre Familie ins Unglück stürzen? Dieser Frage will ich im Weiteren nachgehen.

Erst einmal: In Spielhallen kann man (kleines) Glück haben, aber man kann dort nicht sein Glück machen1. Auch wenn die verlorenen Beträge im Einzelfall hoch sein können, kann man nicht mit einem Dreh alles gewinnen oder alles verlieren. Nur die Wiederholung, die große Pech-Serie kann einen ruinieren. Aber auch die Erfolgs-Serie und der Jackpot können nicht das finanzielle Glück bringen. Geld ist das Mittel des Spielens an Geldautomaten, nicht das Ziel.

Dieses Wissen, nämlich dass man an Spielautomaten nicht mit einem Dreh sein Lebensglück machen kann, ist ein zentraler (wenn auch nicht der einzige) Unterschied zwischen Lotto- und Automatenspiel. Bei beiden geht es um (relativ) kleine Einsätze und bei beiden geht es um Wiederholung, aber kein Spieler in der Spielhalle hofft darauf, dass eine einzige glückliche Konstellation ihm Millionen einbringt und das Leben in eine neue Bahn bringt. Lottospieler riskieren wenig, sie verfolgen vielleicht den Lauf der Kugeln im Fernsehen, aber sie bedienen das Gerät nicht: Sie interagieren nicht mit ihm, sie setzen sich nicht mit ihm auseinander und sie sitzen auch nicht fiebernd vor ihm. Deshalb sind die Motive von Lottospielern und Spielhallenbesuchern grundverschieden.

Automatenspiel als Abenteuer

Geht man ins Feld des Automatenspiels, dann ist schnell erkennbar, dass für das Spielen an Geldspielautomaten die Unterscheidung konstitutiv ist, ob man mit Geld spielt oder um Geld spielt. Während es im ersten Fall um den Erhalt einer angemessenen Gegenleistung geht, steht im zweiten Fall die Chance auf einen Gewinn im Vordergrund. Wie sehr Spieler um die ungünstige Bilanz des Spielens wissen, zeigt sich auch an deren Einschätzung der langfristigen Erfolge des Spielens an Geldspielgeräten. Obwohl Spieler immer wieder einmal davon sprechen, sie würden ihr Geld investieren, geht niemand von ihnen ernsthaft davon aus, dass man vom Spielen reicher werden oder auch nur sein Leben finanzieren könne, dass also das ins Spielen verausgabte Geld eine, wenn auch riskante, Investition in eine bessere Zukunft sei. Niemand versteht sich hier als Glücksunternehmer in eigener Sache, der statt seiner Arbeitskraft sein Kapital einsetzt, um dieses zu mehren. Spieler in Spielhallen träumen nicht den Traum vom schnellen Glück durch sinnvolle Investition. Sie glauben gerade nicht, dass die Spielhalle so ist wie das wirkliche (Arbeits-)Leben. Im Gegenteil: Sie hoffen ganz inständig, dass es in der Spielhalle ganz anders zugeht als im wirklichen Leben.

„Einem guten Spieler geht es beim Spiel um den Reiz, sich der Gefahr auszusetzen, aber dem Spiel und der Gefahr dabei nicht zu verfallen.“

In diesem Raum wird Geld nicht investiert. In diesem Raum wird mit Geld gespielt, nicht um Geld. In diesem Raum kauft man sich selber etwas von seiner Lebenszeit ab, um spielen zu können. Man bringt sein Geld sozusagen als Opfer dar, um das, was einem wichtig ist, zumindest hier wichtig ist, zu bewirken: Die Freude daran, zu spielen. An Geldspielgeräten zu spielen ist eine Art Konsum, für den man auch mit echtem Geld zu zahlen hat.

Die zentrale Kompetenz eines guten Spielers ist die Fähigkeit, aus all dem (also der Gewissheit, dass Gewinne und Verluste zufallsverteilt sind und dass auf lange Sicht der Spieler immer nur verlieren kann) seinen Spaß, sein Vergnügen zu ziehen. Der Reiz des Spiels ist also das Spiel selbst oder genauer: Das Wissen um die Gefahr des Spiels. Man kann ihm verfallen, wenn man seine Kontrolle verliert. Aber die Kontrolle zu behalten, macht den Spaß aus – und in diesem Punkt ähneln sich die Erzählungen von leidenschaftlichen Surfern, Skifahrern, Freeclimbern, Autofahrern etc. Einem guten Spieler geht es beim Spiel um den Reiz, sich der Gefahr auszusetzen, aber dem Spiel und der Gefahr dabei nicht zu verfallen, sondern die Nähe der Gefahr zu nutzen, sich selbst daran zu erfreuen. Das Risiko bringt den Reiz und kompetentes Spielen ist dergestalt das kontrollierte Eingehen und Genießen von Risiken. Wenn man so will: ein Abenteuer mit Rückfahrtschein, das auch die Entbanalisierung des eigenen Alltags zur Folge hat.

Dieses Erlebnis der beglückenden Entbanalisierung des Alltags kann man auch bei anderen Gelegenheiten haben – so bei Konzerten, Festen, bei Demonstrationen und natürlich auch bei Fußballspielen.2 Da die Menschen bereit sind, für solche Erlebnisse viele Mühen (und manchmal auch Gefahren) auf sich zu nehmen und zudem viel Geld auszugeben, hat sich ein eigener Geschäftsbereich entwickelt (Eventmarketing), der solche Gelegenheiten schafft, anbietet und vermarktet. Dabei ist es egal, ob die Vermarktungsagenturen sich als kommerziell oder als politisch verstehen. Immer wird miteinander darum konkurriert, möglichst stark beglückende Erlebnisse für die Entbanalisierung des Alltags anzubieten – was auch zu einem richtigen Erlebnis- und Identitätstourismus geführt hat.

„Der stetige und starke Wunsch vieler Menschen, den Alltag immer wieder bunter zu machen, zu entbanalisieren, lässt sich als eine Leidenschaft verstehen.“

Der stetige und starke Wunsch vieler Menschen, den Alltag immer wieder bunter zu machen, zu entbanalisieren, lässt sich als eine Leidenschaft verstehen: Man geht leidenschaftlich gerne zum Fußballstadion oder sehnt sich danach, bald wieder dorthin zu gehen. Die Gesellschaft stellt in der Regel institutionelle Angebote (Formate, Dispositive etc.) zur Verfügung, welche das (fast) gefahrlose Ausleben dieser Leidenschaften ermöglichen und einhegen – dennoch aber ein gemäßigtes Risiko mit sich bringen und oft als (eingehegte) Abenteuer, als lustvoll besetzte Grenzerfahrungen erlebbar sind. Allerdings sind diese Abenteuer immer episodenhaft angelegt – sie dauern nur kurze Zeit (ein Wochenende, einen Urlaub lang etc.). Nach dieser emotional intensiven Auszeit gibt es in der Regel für die meisten eine Rückkehr in die sichere Normalität, den banalen Alltag.

„Edgework“

Stephen Lyng hat3 für eine besondere Art des Abenteuers mit Rückfahrtschein den Begriff des „Edgework“ geschaffen und damit für eine Soziologie des Abenteuers in modernen Gesellschaften den Grundstein gelegt.4 In weitgehend durchgeregelten (und damit überraschungsarmen) modernen Gesellschaften wird demnach das freiwillige begrenzte Eingehen von Risiken aller Art (Freeclimbing, Spekulation an Finanzmärkten, Ladendiebstahl, geregelte Schlägereien von Hooligans auf dem Acker, Glücksspiel etc.) nicht nur als verführerischer Thrill, sondern auch als teilweise Rückgewinnung von individueller Freiheit und Selbstbestimmung erlebt und empfunden.5 Man vertraut dabei auf die eigene Kompetenz, die Gefahr zu meistern. In der selbst gewählten Gefahr bewährt man sich, steigert zudem die eigene Kompetenz und demonstriert allen, dass man bereit und in der Lage ist, gegen die Regeln der Mehrheit zu handeln und sich somit von ihr abzugrenzen. Zudem löst es eine intensive, als positiv erlebte Emotion aus.

Edgework kann so (im Foucault’schen Theoriehorizont) als ein Mittel der „Technologie des Selbst“ begriffen werden, die es dem einzelnen Individuum ermöglicht, „mit eigenen Mitteln bestimmte Operationen mit ihrem Körper, mit ihren eigenen Seelen, mit ihrer eigenen Lebensführung zu vollziehen, und zwar so, dass sie sich selber transformieren, sich selber modifizieren und einen bestimmten Zustand von Vollkommenheit, Glück, Reinheit, übernatürlicher Kraft erlangen“6. Edgework eröffnet den Akteuren die Möglichkeit, sich als souveräne und selbst regulierende Subjekte zu erleben und auch auszuformen, die ihre eigenen Herausforderungen suchen (mögen sie noch so klein sein) und sich ihren eigenen Herausforderungen stellen.

„Das Besondere in der Spielhalle ist die Wiederkehr des Aufstehen-Müssens, des Sich-nicht-unterkriegen-Lassens.“

Sucht man für Edgework einen personalen (Ideal-)Typus, dann fällt einem eine klassische Figur der europäischen Kulturgeschichte ein: Odysseus.7 Auch er suchte immer wieder die individuelle Bewährung im Risiko, trachtete danach, Verlockungen zu suchen und zu erleben, ohne ihnen zu verfallen. Damit ist er ein Urahn des Edgework. Gewiss agierte Odysseus auf einer größeren Bühne, auf der auch die alten Götter noch mitspielten, auch war er ein König und ein großer Held, hatte sich in Schlachten bewährt und sich dort einen großen Namen gemacht. Er kämpfte zehn Jahre vor Troja, ersann die List mit dem hölzernen Pferd und wurde dann aber vom erzürnten Meeresgott weitere zehn Jahre über die Meere getrieben. Das Besondere an Odysseus ist jedoch nicht nur seine Fähigkeit, sich mithilfe seines Verstandes auf neue Gegebenheiten einzustellen, sondern auch seine Bereitschaft und sein Wunsch, sich immer wieder auf gefahrvolle Situationen einzulassen, sie sogar aktiv zu suchen. Man kann die (unfreiwillige) Reise des Odysseus dennoch durchaus auch als eine Abenteuersuche, als eine Suche nach gefahrvollen Verlockungen verstehen. Prototypisch für diese Gefahrensuche des Odysseus ist die Konfrontation mit den Sirenen. Bewusst sucht er die Gefahr, nämlich die Nähe der Sirenen, will deren verlockendem Gesang zuhören, ohne ihm zu verfallen, weshalb er sich von seinen Gefährten an den Mast des Schiffes binden lässt, während der Mannschaft die Ohren verstopft wurden.

Wechselt man einmal die Bühne, steigt vom Welttheater hinab zu unseren kleinen „Theatern“ um die Ecke, zu den vielen Events und Adventure-Touren, dann liegen die Parallelen zwischen Odysseus und den Edgeworkern und damit auch zu den Automatenspielen auf der Hand. Alle werden durch Reize angelockt – verlockt, sich auf das riskante Spiel einzulassen. Und in beiden Fällen kommt echter Genuss nur auf, wenn man sich den Reizen hingibt, ohne ihnen zu verfallen. Beide, Odysseus und Edgeworker wie Automatenspieler, müssen und wollen sich bewähren und sie suchen immer wieder die Herausforderung. Dazu müssen sie einen Einsatz wagen. Sie wissen um die Gefahr und wollen nicht untergehen. Genauer ausgedrückt: Erst dieses Wissen um die ernste Gefahr macht den Unterschied. Für alle geht es um Bewährung.

Jede Art von Glücksspiel in Casinos oder Spielhallen, also das leidenschaftliche Spiel, das immer wieder mit dem Ernstfall (= Verlusten) rechnet, ist in diesem Sinne Edgework, das aber den ultimativen Ernstfall, nämlich die Zahlungsunfähigkeit, nicht anstrebt, sondern verhindern will.8 Aber das Spielen in Spielhallen pflegt eine besondere Art des Edgework und spricht deshalb nur bestimmte Menschen in besonderer Weise an. In der Spielhalle gibt es nicht den einen, den großen, den entscheidenden Kampf, der alles zum Guten wenden kann – den Kampf, den alle beobachten und über den die Medien berichten und der sich in die Erinnerung der Gemeinschaft einschreibt. In der Spielhalle gibt es keine Triumphbögen und keine Siegesparaden, kein öffentliches Glück, keine Medienresonanz und auch keinen gesellschaftlichen Aufstieg, und: Es gibt kein Ende. Das Besondere in der Spielhalle ist die Wiederkehr des Aufstehen-Müssens, des Sich-nicht-unterkriegen-Lassens. Das Besondere in der Spielhalle ist, dass es nicht das Spiel der Gewinner ist, des einmaligen großen Kampfes, sondern des alltäglichen kleinen, nie endenden Kampfes, der von Niederlagen gekennzeichnet ist, und bei dem es gilt, sich am Ende nicht unterkriegen zu lassen. Das Spielen in der Spielhalle ist mehr das Spiel der Nicht-so-Reichen, also derer, die sich Freeclimbing weder körperlich noch finanziell leisten können.

Pathologisierung und Medikalisierung

In der Spielhalle wird mit teils großer Leidenschaft und teils großer Bereitschaft zu Leiden gespielt – und das immer wieder. Letzteres hat wohl dazu geführt, dass in den letzten Jahrzehnten sich für die Leidenschaft, an Glücksspielautomaten zu spielen, der somatisierende Begriff der Sucht etabliert hat. Auf diese Weise wird versucht, die Leidenschaft, sich immer wieder auf gefahrvolle Situationen einzulassen, in einem medizinischen und naturwissenschaftlichen Diskurs neu zu codieren, und die Verlockung des Abenteuers (egal wie klein es ausfällt und auf welch kleiner Bühne es aufgeführt wird) als Sucht zu fassen oder als pathologisches, krankes Tun einzelner Menschen. Die Somatisierung der Sucht ist somit auch Ausdruck und Beleg der Medikalisierung des Westens, also des von Medizinern betriebenen Prozesses, der immer mehr Lebensäußerungen des Menschen zum Zuständigkeitsbereich der Medizin erklärt und dann diese Lebensäußerungen als Krankheit oder Störung begreift, die nicht nur medizinisch/therapeutisch behandelbar sind, sondern auch von Medizinern/Therapeuten mittels Therapien oder Medikamenten behandelt werden sollten/müssen. Der Medizinsoziologe Robert E. Bartholomew hat diesen Prozess der Pathologisierung früher als normal angesehener Erscheinungen den „Western Medical Imperialism“9 genannt – nicht nur, weil er paternalistisch andere entmündigt und sie (mit den besten Absichten) ihrer Verantwortung beraubt, indem er sie zu Kranken erklärt, sondern auch, weil die Medikalisierung den medizinischen/therapeutischen Markt maßgeblich erweitert hat.

„In Spielhallen geht es weder um das Gewinnen von Geld noch geht es um Sucht.“

Es wäre gewiss interessant, einmal gedankenexperimentell durchzuspielen, was passieren würde, wenn man den kollektiven und über lange Zeit konstanten, also seriellen Besuch von Fußballspielen oder das serielle Freeclimbing, Snowboarden, Bergsteigen etc. ebenfalls somatisieren würde, sie also auch als „Sucht“ bezeichnen und mit Hinblick auf die schwerwiegenden körperlichen Gefahren für Leib und Seele, aber auch mit Hinblick auf die Gefahren für Familie und Gesellschaft entsprechende Therapieprogramme und Krankenhäuser einrichten würde, mit deren Hilfe diese Sucht geheilt werden könnte. Natürlich auf Kosten der Krankenkassen. Dass hier der Medikalisierungsprozess (noch) Halt macht, hat sicherlich auch damit zu tun, dass die gut gebildete Mittelschicht schon immer gerne die weniger Gebildeten zum Objekt ihrer gut gemeinten moralischen Unternehmungen macht.10

Mit der Somatisierung der Leidenschaft, sich im Risiko zu bewähren, als Sucht hat man zwar erklärt, weshalb Menschen etwas tun, was ökonomisch widersinnig ist (sie sind krank oder werden von einer Sucht getrieben), aber man wird dem Tun der Spieler nicht gerecht. „Sucht“ ist nicht die Antwort auf die Frage nach den Gründen für das Spielen an Geldspielautomaten, sondern „Sucht“ ist der aktuelle gesellschaftlich dem Geschehen in Spielhallen auferlegte Diskurs der Medikalisierung, der die Freiheit des Einzelnen, auf eigene Verantwortung Riskantes zu tun, dadurch beschneidet, dass Ärzte und Therapeuten fürsorglich die Süchtigen von ihrer Krankheit befreien.11 Der Suchtdiskurs bietet ein Muster an, mit dem sich erklären lässt, warum in Spielhallen gespielt wird. Dieses Muster ist zeitgemäß, da es eine ungewöhnliche Art des Verfallenseins auf körperliche Prozesse (im Gehirn) bindet, diese als krank und störend labelt und sie damit aus dem Willens- und Freiheitsbereich der Akteure auslagert. Der medikalisierte Diskurs zur Sucht macht jedoch nicht etwas klar, sondern verschüttet eher das zugrunde liegende Problem. In Spielhallen geht es nämlich weder um das Gewinnen von Geld noch geht es um Sucht. Aber um was geht es stattdessen?

Das Automatenspiel kann m.E. als ein Mittel der Nicht-so-Reichen begriffen werden, das es den Individuen ermöglicht, mit ihrer eigenen Lebensführung sich selbst zu transformieren, um so einen bestimmten Zustand von Glück zu erlangen. Denn das Spielen wird meist als (Rück-)Gewinnung von individueller Freiheit und Selbstbestimmung erlebt. Ohne Zweifel ist das Automatenspiel eine Art riskanter Wettkampf, eine Herausforderung, die einen fordert. Die Automatenspieler suchen dabei immer wieder die individuelle Bewährung im Risiko, trachten danach, Verlockungen als Verlockung zu erleben, und echter Genuss kommt nur auf, wenn sie sich den Reizen hingeben, ohne ihnen zu verfallen. Davon wollen sie sich auch nicht von gut gemeinten, dennoch paternalistischen Ermahnungen, im Interesse von Familie und Gesellschaft von dem gefahrvollen, weil suchterzeugenden Tun abzulassen, abhalten lassen. Sie wollen sich bewähren und sie suchen immer wieder die Herausforderung. Sie wollen nicht untergehen, obwohl sie um die Gefahr wissen. Aber erst dieses Wissen macht den Unterschied: Es macht aus einem Kinderspiel einen Wettkampf. Es gilt, sich immer wieder zu bewähren und sich dabei zu spüren. Und wenn man einmal verliert, dann besteht die eigene Größe darin, wieder aufzustehen und weiter zu spielen – immer wieder. Oder wie Udo Lindenberg es auf den Punkt bringt: „Mann, ich hab mich selber fast verlor’n; Doch so’n Hero stürzt ab, steht auf und startet von vorn.“