Sterbehilfe

Soll Hilfe zum Sterben staatliche Anerkennung erfahren? Das ist ein Kernpunkt der Kontroversen um die Sterbehilfe. Sollen Ärzte mit ihren Apparaten bis zum bitteren Ende um das Leben eines Patienten kämpfen – auch wenn der gar nicht mehr will? Weshalb hat die Debatte überhaupt in Europa so stark an Bedeutung gewonnen, obwohl das Sterben seit jeher Teil des menschlichen Lebens war? Nicht wenige Vertreter verschiedener Standpunkte in der Debatte wünschen sich klare gesetzliche Regelungen in der einen oder anderen Richtung. Man kann aber bezweifeln, ob der assistierte Suizid überhaupt etwas in der Sphäre staatlich sanktionierten Rechts zu suchen hat, schließlich hat es ihn auch so schon immer gegeben. Das Sterben politisch durchzuregulieren, erscheint nicht wünschenswert, eine juristische Standardisierbarkeit des Sterbeprozesses aus humanistischer Sicht nicht erstrebenswert. Gerade freiheitsliebende Menschen sollten ernsthaft über den Wert der Sterbehilfe debattieren.

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Mein Ende gehört mir!

Kommentar von Edgar Dahl

Bundesgesundheitsminister Gröhe fordert ein strafrechtliches Verbot der organisierten Sterbehilfe. Ein Argument, das eine Verschärfung unseres Strafrechts rechtfertigen könnte, ist er uns allerdings bis heute schuldig geblieben. mehr

Der Tod auf der Tagesordnung

Kommentar von Monika Frommel

Im November will der Bundestag abschließend über eine Neuregelung der passiven Sterbehilfe beraten. Gegenüber der bisherigen Rechtslage wird auf jeden Fall eine Verschlechterung eintreten. Die verschiedenen Gesetzentwürfe stehen für mehr Paternalismus mehr

Wenn der Staat beim Sterben hilft

Essay von Carlos A. Gebauer

Wer in einer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert ist, dessen Gesundheit wird durch den Staat fremdbestimmt. Gesetze begrenzen die Behandlungschancen der Versicherten. Der Staat leistet unfreiwillige Sterbehilfe. mehr

Der fremdbestimmte Sterbewunsch

Essay von Boris Kotchoubey

Der Tod ist unumkehrbar. Darüber sollten wir nicht einfach hinwegsehen. Der Sterbewunsch ist keine autonome Entscheidung, sondern ein Hilferuf. Und der Tod ist keine Hilfe. Wir müssen in der Debatte über Sterbehilfe umdenken. mehr

Medizinischer Paternalismus am Sterbebett

Analyse von Monika Frommel

Der Bundestag will wieder das Strafrecht verschärfen, diesmal geht es um ärztliche Beihilfe zur Selbsttötung. Die allermeisten Strafrechtsprofessoren diese Bestrebungen ab. Kritisiert wird die bevormundende Haltung der Ärztekammern. mehr

Tod auf Vorrat

Kommentar von Kai Rogusch

In Deutschland hat die Bürokratisierung des Sterbeprozesses einen neuen Schub erhalten. Das neueste Gesetz zur Verbindlichkeit von Patientenverfügungen, das der Bundestag am 18. Juni erlassen hat, gibt zwar vor, die „Autonomie“ der Patienten zu sichern. Ein genauerer Blick in das Gesetz offenbart jedoch, dass diese „Autonomie“ im Ergebnis darauf hinausläuft, eine vorab verfügte Selbstaufgabe eines Patienten unumstößlich zu juridifizieren. Das gilt auch für den Fall, dass sich der Patient in einem Zustand auch nur vorübergehender Artikulationsunfähigkeit befindet. mehr