01.01.1999

Kurzzusammenfassung: Das täuschende ITN-Bild

Von Novo-Redaktion

Die wichtigsten Informationen aus Thomas Deichmanns Artikel kurz zusammengefasst.

Am 5. August 1992 besuchte ein britisches Nachrichtenteam, bestehend aus Penny Marshall von ITN (News at Ten), ihrem Kameramann Jeremy Irvin und den Reportern Ian Williams (ITN, Channel 4 News) sowie Ed Vulliamy von der Tageszeitung The Guardian, das Lager Trnopolje im Gebiet der bosnischen Serben in Nordbosnien. Sie machten dort eindrucksvolle Aufnahmen von bosnischen Muslimen, darunter der ausgemergelte Fikret Alic. Alic und die anderen Muslime waren allem Anschein nach im Lager Trnopolje hinter Stacheldraht eingesperrt.

Diese Bilder wurden überall auf der Welt gezeigt und über Nacht zum Symbol des Grauens des Krieges in Bosnien. Insbesondere das Bild von Fikret Alic hinter dem Stacheldrahtzaun wurde von den Medien der Welt als Beweis dafür präsentiert, dass die bosnischen Serben in Trnopolje ein nazi-ähnliches "Konzentrationslager" oder gar ein "Todeslager" betrieben. Diese Bilder bewirkten, dass die Berichterstattung aus dem Bosnienkrieg noch einseitiger wurde. Sie trugen zudem dazu bei, die britische und die amerikanische Regierung davon zu überzeugen, militärische Interventionen in Bosnien vorzubereiten und durchzuführen.

Doch das berühmte Bild aus Trnopolje, das eine britische Zeitung unter der Überschrift "Belsen'92" präsentierte, war eine Täuschung. Fikret Alic und die anderen bosnischen Muslime waren nicht von einem Stacheldrahtzaun umgeben. Es gab keinen Stacheldrahtzaun um das Lager Trnopolje. Der gefilmte Stacheldraht umgrenzte stattdessen ein kleines Areal neben dem eigentlichen Lagergelände. Er war schon vor dem Krieg angebracht worden, um den Diebstahl von dort untergebrachten landwirtschaftlichen Geräten und Erzeugnissen zu verhindern. Penny Marshall und ihr Team machten die sensationellen Aufnahmen, indem sie sich selbst auf dieses kleine Grundstück begaben und aus ihm heraus durch den Zaun hindurch das Lager und die bosnischen Muslime filmten.

Was auch immer die Absichten des britischen Nachrichtenteams gewesen sein mögen, fest steht, dass die Bilder, die sie lieferten, in aller Welt als erster wirklicher Beweis für Konzentrationslager und einen "Holocaust" in Bosnien gewertet wurden. Sie wurden zu den Bildern, die die Welt täuschten, zu einem Symbol, das dazu beitrug, eine unangemessene Darstellung nicht nur von Trnopolje sondern des gesamten jugoslawischen Bürgerkriegs zu befördern.

Penny Marshall und Ian Williams bezeichneten Trnopolje nicht als Konzentrationslager. Auch Ed Vulliamy tat dies zunächst nicht, obwohl er sich später zu erinnern glaubte, dass es doch ein solches war. Alle drei äußerten sich besorgt darüber, wie ihre Berichte und Bilder von anderen als Beweis für einen "nazi-ähnlichen Holocaust" benutzt wurden. Dennoch hat keiner von ihnen die falsche Interpretation der Bilder zurückgewiesen und offen dargelegt, wie die berühmten Bilder von Trnopolje entstanden sind und was es mit dem Stacheldrahtzaun auf sich hatte. Warum wurde auf Thomas Deichmanns Frage mit einer Verleumdungsklage, Maulkörben, Drohungen und infamen Beleidigungen, aber keiner Antwort reagiert?

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