03.04.2022

Bitte lächeln!

Von Thilo Spahl

Titelbild

Foto: 54118 via Pixabay / CC0

Sehr geehrte Damen und Herren, Sie dürfen Ihre Masken nun abnehmen.

In Deutschland ist die Maskenpflicht (halbwegs) gefallen. Doch weiter hagelt es eindringliche Appelle, nur ja nicht mit der Gesichtsbedeckung aufzuhören. Und ein Besuch im Supermarkt zeigt: Die Entwöhnung scheint für sehr viele Menschen eine wirklich eine große Herausforderung zu sein.

Wie können wir helfen? Zuallererst sollten wir ihnen in Geschäften und Restaurants stets mit einem freundlichen Lächeln begegnen. Ein Lächeln hilft, die antrainierte Angst vor einem nicht verhüllten Gesicht zu verringern.

Zweitens zeigen wir heute hier folgendes Bild (von Ian Miller) und bitten, fünf Minuten darüber nachzudenken, wie der Verlauf der Inzidenzen in Deutschland mit über 80 Prozent Maskenträgern und Schweden mit unter 10 Prozent Maskenträgern interpretiert werden könnte:

Drittens verweisen wir auf eine jüngst veröffentliche Studie spanischer Forscher, die sich angeschaut haben, wie sich die Maskenpflicht an Schulen in Katalonien ausgewirkt hat. Dort wurde die obligatorische Verwendung von Gesichtsmasken für Kinder ab sechs Jahren als eine der nicht-pharmazeutischen Maßnahmen zur Eindämmung der Sars-Cov-2-Übertragung eingeführt. Dies bot eine gute Gelegenheit, die Entwicklung der Ansteckungen bei den zur Maske verdonnerten 6-Jährigen mit der bei den davon verschonten 5-Jährigen zu vergleichen.

Insgesamt wurden in der Studie die Inzidenzen bei 599.314 Kindern im Alter von 3 bis 11 Jahren betrachtet, die die Vorschule (3-5 Jahre, ohne Maskenpflicht) und die Grundschule (6-11 Jahre, mit Maskenpflicht) besuchen. Erhoben wurden auch Sekundärinfektionsraten (SAR) und es wurde die effektive Reproduktionszahl (R*) für jede Klassenstufe während des ersten Trimesters des Schuljahres 2021-2022 berechnet. Von besonderem Interesse waren die Unterschiede zwischen 5-Jährigen und 6-Jährigen, da diese beiden Gruppen sich vor allem darin unterschieden, dass die einen eben Masken tragen mussten und die anderen nicht.

„Ein Lächeln hilft, die antrainierte Angst vor einem nicht verhüllten Gesicht zu verringern."

Was waren die Ergebnisse der Studie? Die Sars-Cov-2-Inzidenz war in der Vorschule deutlich niedriger als in der Grundschule, und es wurde ein altersabhängiger Trend beobachtet. Kinder im Alter von 3 und 4 Jahren wiesen bei allen untersuchten epidemiologischen Variablen niedrigere Ergebnisse auf, während Kinder im Alter von 11 Jahren die höheren Werte hatten. Sechsjährige Kinder wiesen mit 3,54 Prozent eine höhere Inzidenz auf als Fünfjährige mit 3,1 Prozent. Auch die Ansteckungsrate und die Reproduktionszahl waren etwas geringer, jedoch nicht signifikant. Das Fazit der Forscher: „Maskenpflicht in Schulen waren nicht mit einer geringeren Sars-Cov-2-Inzidenz oder -Übertragung verbunden, was darauf hindeutet, dass diese Maßnahme nicht wirksam war. Stattdessen war die Altersabhängigkeit der wichtigste Faktor zur Erklärung des Übertragungsrisikos für Kinder, die die Schule besuchen.“

Viertens erinnern wir an die Studienlage vor Erfindung der Maskenpflicht in Hinblick auf den Nutzen von Masken zum Schutz vor Infektion bei respiratorischen Viren, die in folgender Tabelle zusammengefasst ist, die einer systematische Auswertung von Studien durch die Weltgesundheitsorganisation entnommen ist.

Fünftens sind wir mit Statistik-Professor Christoph Rothe gespannt, wie sich die Lage in den Hochsicherheitsgebieten Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, wo weiterhin Maskenpflicht gilt, im Vergleich zum Rest des Landes entwickeln wird.