28.07.2021

Positiv trotz Impfung – zu Lande und zur See

Von Julius Felix

Titelbild

Foto: x3 via Pixabay

Zwei britische Flugzeugträger und die Lage in Gibraltar zeigen, dass die Corona-Impfung keine Gewähr bietet, höheren (Melde-)Inzidenzen zu entgehen. Mehr Druck auf Ungeimpfte wird auch nichts nützen.

Sie haben klangvolle Namen: Queen Elizabeth und Prince of Wales. Das erstgenannte ist sogar das Flaggschiff der Royal Navy und war das erste von zwei Flugzeugträgern der Queen-Elizabeth-Klasse. Das letztgenannte Schiff ist, wie könnte es anders sein, das andere aus dieser Klasse – wie auch der Prinz von Wales hinter der Königin steht.

Aber diese beiden Flugzeugträger haben nicht nur die Klasse gemeinsam, sondern auch noch etwas anderes: Am 14. Juli 2021 berichtete die Oxford Mail über einen Corona-Ausbruch an Bord des ersten Schiffes. Das geschah trotz einem rigorosen Test-Regime und dem Umstand, dass die gesamte Besatzung beide Impfdosen verabreicht bekommen hat, wie ein Sprecher der Royal Navy bestätigte.

Am 16. Juli vermeldeten die Medien dann für das zweite Schiff das Gleiche. Auch hier gab es ein rigoroses Test-Regime und die gesamte Besatzung verfügte ebenso über den so genannten „vollen Impfschutz“. Damit waren die größten Schiffe, die die Royal Navy zu bieten hat, in wenigen Tagen zu schwimmenden Virushochburgen geworden. Aber nicht nur die beiden, sondern auch vier weitere Schiffe.

Von der 1600 Soldaten starken Besatzung der HMS Queen Elizabeth wurden über 100 positiv getestet, was rund 6,25 Prozent der Besatzung entspricht oder eben einer Meldeinzident von 6250, wenn man diesen Prozentsatz so ermitteln würde, wie es gerade Mode ist. Zum Glück war keiner ernsthaft erkrankt, was bei jungen, gesunden und trainierten Menschen mit außergewöhnlich guter Gesundheitsversorgung keine Überraschung ist – mit oder ohne Impfstoff. Die schweren Fälle ballen sich in Risikogruppen, die ein klassisches Militär ausmustert.

„Die Impfung schützt nicht hinreichend vor Infektion, was keine Überraschung ist, da sie ja entwickelt wurde, um die Krankheit zu bekämpfen und nicht das Virus.“

Die beiden Flugzeugträger geben eine Antwort auf die Frage: Was passiert, wenn ich eine Population durchimpfe, weitestgehend isoliere und ihrer Arbeit nachgehen lasse? Nach der (extremen) No-Covid-„Logik“ hätte das, was wir auf den Flugzeugträgern gesehen haben, nie passieren dürfen: Track & Trace funktioniert hervorragend auf solchen Schiffen, viel isolierter als auf einem Flugzeugträger kann man sowieso nicht sein – also alles ist genauso wie in den kühnsten Träumen der Lockdown-Befürworter.

Tatsache aber ist: Es klappt nicht. Das sieht man auch gerade an Neuseeland und Australien. Da war No-Covid eine – im wahrsten Sinne des Wortes – Schönwetteridee. Im Sommer hat das unter großen Entbehrungen funktioniert und man war stolz, aber sobald der Winter kam, purzelten die ersten Meldungen über positiv getestete Personen in Politik und Medien. Das war es dann mit der angeblichen Freiheit, die No-Covid noch im Sommer versprochen hatte.

Ebenfalls wird klar, was eigentlich auch in Medien und Öffentlichkeit viel klarer kommuniziert werden müsste: Die Impfung schützt nicht hinreichend vor Infektion, was keine Überraschung ist, da sie ja entwickelt wurde, um die Krankheit (Covid-19) zu bekämpfen und nicht das Virus (Sars-Cov-2). Zwar könnten die Anhänger der Gegenposition argumentieren, dass diese Flugzeugträger Einzelfälle wären. Das sind sie aber nicht. Die Situation in ganzen Ländern deutet in ihre Richtung. Vielen ist z.B. gar nicht bekannt, dass Gibraltar im Prinzip vollständig durchgeimpft ist. Am 18. Juli 2021 hat man dort in der Wochensumme 513 Positivtestungen umgerechnet auf 100.000 Einwohnern registriert. Auch die Sieben-Tages-Inzidenz liegt relativ betrachtet deutlicher höher als z.B. in Deutschland. Das ist keine „Pandemie der Ungeimpften“, wie manch einer nun unken mag – weder in Gibraltar, noch auf den Flugzeugträgern. Vielmehr sehen wir europaweit einen spannenden Trend, was die Fallzahlen und die Impfzahlen anbelangt.

„Der ‚volle Impfschutz‘ ist also kein Schutz vor Positivtestung – die zudem auch falsch positive Resultate hervorbringt.“

Schaut man sich Länder an, die eine sehr starke Impfquote vorweisen, wie Großbritannien und Malta, so haben diese Länder überraschend viele Fälle bei auch durchaus strengen Maßnahmen. Länder mit lascheren Maßnahmen und geringerer Impfquote, wie die Slowakei, Albanien und Bulgarien, haben laut Our World in Data deutlich weniger Fälle pro Einwohner. Das widerspricht den gängigen Narrativen, genau wie die Flugzeugträger.

Und dies ist auch kein rein europäisches Problem: In Israel sieht man es auch. Beim dem immer wieder als solchen präsentierten ‚Musterknaben‘ in Sachen Impfen steigen die Fälle auch wieder. Der Bevölkerungsanteil der Geimpften in Israel ist laut dem Datendashboard des Landes quasi identisch mit dem Anteil, den die Geimpften zum Fallanstieg beisteuern. Der „volle Impfschutz“ ist also kein Schutz vor Positivtestung – die zudem auch falsch positive Resultate hervorbringt.

Allerdings gibt es aus Israel auch durchaus eine gute Nachricht: „Im Vergleich zu den Geimpften werden fast keine genesenen Covid-19-Patienten erneut infiziert. Eine Immunität als Folge einer Krankheit ist wahrscheinlich viel wirksamer als ein Impfstoff“, erklärte jüngst Prof. Galia Rahav, die Direktorin der Abteilung für Infektionskrankheiten im Sheba Hospital. Das ist keine Überraschung, haben doch Sars-CoV-1-Infizierte, nach den aktuellen Daten, bis heute einen Schutz vor schlimmen Auswirkungen des Virus.

„Die Idee, mit einem Regime nach der Formel 3G (geimpft, genesen, getestet), zu geringeren Infektionszahlen zu kommen, kann als gescheitert betrachtet werden.“

Die Idee also, mit einem Regime nach der Formel 3G (geimpft, genesen, getestet) oder 1G (geimpft), wie dies Frankreich etwa aktuell plant, zu geringeren Infektionszahlen zu kommen, kann als gescheitert betrachtet werden. Gerne weicht man an der Stelle, trotz erfolgter Massenimpfung, argumentativ darauf aus, zu behaupten, man müsse durch Freiheitseinschränkungen eine Überforderung der Krankenhäuser verhindern. Dank Delta bricht aber auch diese Ausrede weg, ist die Mutation doch für Ungeimpfte deutlich ungefährlicher und zwar gemäß allen Daten, die aktuell zur Verfügung stehen.

Damit haben zwei Flugzeugträger, die eben sehr deutlich keine Einzelfälle sind, eine große Leistung vollbracht, ohne auch nur eine Waffe einzusetzen: Sie haben die Corona-Narrative in Frage gestellt, die der Aufhebung der ohnehin wirkungslosen Maßnahmen im Weg stehen. Es braucht keine, um es mal sehr zugespitzt auszudrücken, G-Apartheid. Es reicht die völlige Eigenverantwortung des Staatsouveräns, also des Volks, und somit ein Rückzug der Politik aus dem Corona-Management. Das heißt nicht, dass der Staat nicht Empfehlungen aussprechen könnte und Betroffene unterstützen muss, sondern es bedeutet nur ein Ende der Vorschriften.

Wer sich impfen will, lässt sich impfen, wer weiter Maske tragen will, trägt weiter Maske, wer sich nur mit Geimpften treffen will, trifft sich nur mit Geimpften – das bleibt ja alles möglich. Jeder kann sich selbst so schützen, wie es ihm ihm beliebt.1 Großbritannien feierte am 19. Juli 2021 seinen Freedom Day mit einer, sicherlich noch zu kurz greifenden, Rücknahme vieler Maßnahmen. Das war zwar schon vorher beschlossene Sache, aber die beiden Flugzeugträger haben noch einmal vor Augen geführt, dass die auch in Großbritannien gängigen Narrative so nicht stimmen können wie oft behauptet.