22.04.2016

Brauchen wir Wirtschaftswachstum?

Von Novo-Redaktion

Das Video zur Freiblickinstitut-Debatte „Brauchen wir Wirtschaftswachstum?“ mit Daniel Ben-Ami, Ralf Fücks, u.a. kann man sich nun online ansehen.

Debatten über Armutsrisiken und Abstiegsgefahren prägen Europa seit Beginn der Finanzkrise. Das Beispiel Griechenland zeigt, welche Konsequenzen ein fehlendes oder schwaches Wirtschaftswachstum für eine Bevölkerung hat. Deswegen ist der Ruf nach mehr Wachstum in den vergangenen Jahren auch in Europa wieder hörbarer geworden: „Meine erste Priorität ist eine Politik, die den Schwerpunkt auf Wachstum und Beschäftigung legt“, schrieb z.B. Jean Claude Juncker, als er Präsident der EU-Kommission wurde.

Auf der anderen Seite fordert eine wachstumsskeptische Bewegung eine Abkehr vom Wachstumsgedanken. Das Streben nach immer mehr Konsum schade der Natur und letztlich auch dem Menschen. Ein steigendes Bruttosozialprodukt sei keine Garantie für ein besseres, glücklicheres Leben.

Erstaunlich ist, dass diese Kritik zu einer Zeit geäußert wird, in der das Wachstum weit hinter den Raten vergangener Jahrzehnte zurückbleibt. Wie soll es weitergehen? Haben wir die Grenzen des Wachstums erreicht oder geben wir uns zu schnell „geschlagen“? Brauchen wir auch im reichen Westen noch Wachstum? Müssen wir zwischen wohlhabenden und ärmeren Ländern unterscheiden? Wie könnte eine positive Verteidigung des Wirtschaftswachstums aussehen? Geht es um eine rein quantitative Frage oder sollten wir uns über die Qualität, die Art und Weise des Wachstums, Gedanken machen?

Das Freiblickinstitut hatte am 07.04.2016 zur Podiumsdebatte im Berliner Salon des Freiblickinstituts eingeladen – in Kooperation mit dem europäischen Netzwerk TTT- European Houses of Debates. Das Thema: Do we need economic growth? (Brauchen wir Wirtschaftswachstum?).

Diskutiert haben:

  • Daniel Ben-Ami (Journalist und Autor „Ferraris for all“, London)
  • Ralf Fücks (Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung und Autor „Intelligent wachsen – Die grüne Revolution“, Berlin)
  • Dr. Hendrik Hagedorn (Volkswirt, BiTS Hochschule, Berlin)
  • Georgi Medarov (Soziologe, Mitglied von „New Left Perspectives“, Sofia)
  • Dr. Nikos Sotirakopoulos (Soziologe, Loughborough University)

 

Zur Videoaufzeichnung (Englisch):