22.10.2020

Was wäre ohne Maskenpflicht?

Von Jan Henrik Holst

Titelbild

Foto: vojta_kucer via Pixabay / CC0

Würde der Zwang zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgehoben, brächte dies viele Vorteile mit sich. Für die Menschen, nicht für das Coronavirus.

Was würde passieren, wenn die verantwortlichen (bzw. die UNverantwortlichen) Politiker die Maskenpflicht abschaffen würden? Angeblich Unmengen Kranker und Toter, so vermitteln Mainstream-Medien den Eindruck – ein Horrorszenario. Aber dies ist ein Irrtum. Es würde in negativer Hinsicht schlicht überhaupt nichts passieren – aber viele positive Effekte träten ein.

Folgen

  1. Zunächst einmal ist festzuhalten: Es ist nicht so, als würden dann alle Menschen ohne Masken herumlaufen. Denn einige sind inzwischen Liebhaber davon, manche geradezu Fetischisten, und setzen sie nicht wieder ab. Womöglich für mehrere Jahrzehnte nicht mehr.
  2. An vielen Orten hat irgendjemand das Hausrecht. Supermarktketten und Verkehrsbetriebe könnten ihre eigenen Regeln erlassen – wobei sie sich natürlich diese gut überlegen und begründen müssten, um nicht Kunden zu verprellen.
  3. Es wäre auch immer noch möglich, zeitweilig freiwillig mit Maske aufzutreten oder diese für einen Moment aufzusetzen, in dem man jemandem nahekommt. Und freiwillig Abstand zu halten, freiwillig dergestalt Menschen zu beruhigen, all das wäre möglich.
  4. Wer wirklich in Gefahr ist oder aber hypochondrisch glaubt, in Gefahr zu sein, sollte sich um seinen eigenen Schutz kümmern. So war es immer, d. h. „vor Corona“, und so ist es normal. Wir brauchen keine „neue Normalität“, wir brauchen die alte. Man kann z. B. eine FFP3-Maske tragen; die schützt einen selbst und nicht andere.
  5. Es gibt bereits mehrere de facto Experimente, die zeigen, was passiert, wenn die Masken weggelassen werden:
    - Z.B. die Tatsache, dass die Infektionszahlen wochenlang bereits rückläufig waren, bevor die Maskenpflicht Ende Mai eingeführt wurde.
    - Z.B. die Tatsache, dass es immer wieder Großdemonstrationen gab, auf denen gegen die Maskenpflicht verstoßen wurde, und zwar nicht nur diejenigen der Corona-Maßnahmen-Kritiker, sondern z.B. auch diejenigen von Black Lives Matter und Friday for Future. Hinzu kommen Clan-Beerdigungen mit Hunderten von Gästen, die Geburtstagsparty des Hamburger Innensenators Andy Grote usw. Nie stieg im Zusammenhang mit einem solchen Ereignis die Infektionszahl sprunghaft an.
    - Eine weitere riesige faktische Kontrollgruppe ist die Bevölkerung Schwedens. Dieses Land hatte nie Lockdown und nie Maskenpflicht. Es hat sich zwar ganz am Anfang mehr Tote eingefangen, aber statt dessen weniger Kollateralschäden, und eben auch weniger Kollateraltote. Inzwischen läuft es seit Monaten ganz phantastisch in Schweden; die Todeszahlen gehen immer weiter zurück. Und das, wohlgemerkt, OHNE Maskenpflicht. Den Rückgang zeigen sogar die Zahlen der WHO. Pro Tag gibt es im Durchschnitt nur noch einen Toten, was bei 10 Millionen Einwohnern natürlich ein Nichts ist. Umgekehrt gibt es Länder mit drastischen Maßnahmen, die schlechter dastehen. Es besteht überhaupt keine Korrelation zwischen Covid-19-Ausbreitung und Maskenpflicht.

„Die schwedischen Nachrichten drehen sich fast gar nicht mehr um Corona, sondern wieder um andere Themen.“

Mir wird manchmal gesagt, Schweden könne sich seine Politik leisten, weil es so dünn besiedelt sei. Aber das beruht auf Irrtümern. Denn fast alle Einwohner tummeln sich im südlichsten Drittel des Landes. Dort hat man in etwa die Bevölkerungsdichte der neuen Bundesländer oder der USA. Und die Schweden führen natürlich ein soziales Leben und fahren in ihren Volvos und Saabs hin und her. Die schwedischen Nachrichten drehen sich fast gar nicht mehr um Corona, sondern wieder um andere Themen.

Zum Nachdenken

Grippeviren, und auch Coronaviren, mutieren recht schnell. Im Allgemeinen laufen die meisten solcher Mutationen ins Harmlosere. Die Spanische Grippe vor 100 Jahren (und die hat WIRKLICH viele Tote gefordert) war nach anderthalb Jahren als Krankheit schlicht verschwunden.

Die Krankheit Covid-19 verschwindet ebenfalls immer mehr; wir erleben dies Monat für Monat. Zwar wird ständig von hohen Testergebnissen geredet. Aber die sind nicht das Entscheidende. Das Entscheidende sind die Zahlen der Toten, der Beatmeten, der Schwerkranken usw. Diese Zahlen entwickeln sich sehr gut. Daraus darf man eben genau folgern, dass das Virus mutiert und nicht mehr so stark ist; es gibt nicht „das“ Virus, sondern diverse Abarten. Auch hat man Fortschritte bei der Behandlung gemacht.

Es gibt eine Art „Irrtums-Kaskade“ zu Corona:

  • Lange nicht jeder, der positiv getestet ist, ist auch positiv. Denn Tests unterliegen Fehlern.
  • Lange nicht jeder, der positiv ist, ist auch ansteckend oder krank.
  • Lange nicht jeder, der krank ist, ist ernsthaft krank oder muss ins Krankenhaus; das ist nur bei einer sehr kleinen Minderheit der Fall.
  • Lange nicht jeder, der ins Krankenhaus muss, muss beatmet werden.
  • Lange nicht jeder, der beatmet werden muss, stirbt.

Mit jedem Schritt sinkt die Zahl der Betroffenen – bei manchen Schritten drastisch. Die richtige Antwort auf den Hinweis, dass die Testzahlen so und so hoch seien, ist also: „Na und?“ Denn die Testzahlen besagen eben nichts; es zählt nur die Anzahl derjenigen, die schlimmere Folgen der Krankheit erleiden müssen. Und natürlich hat wohl jeder mit diesen Menschen Mitgefühl, auch Kritiker der Regierungspolitik. Es müssten in den Nachrichten die Zahlen der Menschen mit ernsthaften Folgen einer Ansteckung gemeldet werden, nicht die Zahlen der Testerei.

„Bei Abschaffen der Maskenpflicht ginge ein Aufatmen durchs Land – im wahrsten Sinne.“

Es soll hier nicht geleugnet werden, dass Menschen an Covid-19 sterben und weitere Menschen leiden. Nur ist dies extrem selten. Viele, viele andere Todesursachen sind sehr viel wahrscheinlicher, teilweise ums 10fache, 100fache oder noch höher: Haushaltsunfälle, Verkehrsunfälle, Selbstmorde, natürlich Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und viele andere Krankheiten, indirekte Folgen von Einsamkeit, Depression, sozialem Abstieg usw.

Und um diese Toten machen wir kein Brimborium. Dies ist ein völlig inkonsequentes, irrationales Verhalten. In Deutschland sterben pro Tag ca. 2500 Menschen (und ca. 2500 werden auch geboren). Von den ca. 2500 Toten entfallen vielleicht zwei oder drei auf Covid-19 – in den Nachrichten am 21. September 2020 wurden sogar null (!) gemeldet. Und dann dieses Heckmeck?

Was bedeutet all das nun? Bei Abschaffen der Maskenpflicht würde in puncto Covid-19 schlicht gar nichts passieren. Stattdessen aber ginge ein Aufatmen durchs Land – im wahrsten Sinne.

Einige Fragen

1. Sind nicht die Kritiker der Regierungspolitik „Corona-Leugner“?
Nein, dies ist nur ein Diffamierungsbegriff aus den Medien. Vernünftige Menschen leugnen nicht, dass es in Varianten die Krankheit Covid-19 gibt. Sie haben, denke ich, lediglich einen etwas weiteren Horizont und bedenken viele Faktoren: Z.B. dass die Gegenmaßnahmen nicht stärker schaden dürfen als die Krankheit selbst, dass in der Menschheitsgeschichte schon immer Menschen gestorben sind, dass Freiheit ein hohes Gut ist und jeder selbst über seinen Schutz bestimmten dürfen sollte, usw.

Ebenso infam wie der Begriff „Corona-Leugner“ sind die gestreuten Falschinformationen, Gegner der Corona-Politik seien rechtsextrem/Nazis/keine Demokraten, Verschwörungstheoretiker, Asis (Wortwahl von Carolin Kebekus), Idioten oder sonstiges. Das trifft für die allermeisten nicht zu. Warum sollte es auch? Ich darf  2+2=4 sagen, auch wenn ein Nazi das ebenfalls sagt. In manchen Fällen ist es sogar andersherum: Wenn z. B. der Berliner Innensenator Geisel von „allen Demokraten“ spricht, die sich den Demonstranten entgegenstellen sollten, ist das eine ziemliche Anmaßung für ein ehemaliges SED-Mitglied.

2. Ist es nicht bedeutungsvoll, dass so viele Regierungen der Welt Maskenpflicht, Lockdowns usw. verhängen, so dass dies nur etwas Sinnvolles und Notwendiges sein kann?
Nein, diese Maßnahmen besagen nichts. Viele Regime und halbseidene Gestalten der Welt kochen bei der Gelegenheit ihr Süppchen. Außerdem haben Menschen einen starken Nachahmungstrieb. Dieser Trieb ist durch die Evolution bedingt, da er oft gewinnbringend ist. Wenn ein Individuum z. B. etwas Sinnvolles entdeckt hat, können andere dies durch Nachahmen übernehmen. Der Nachahmungstrieb hat aber auch immer wieder negative Folgen; er führt zu einem Schwimmen mit der Masse. Großer Unsinn kann sich so durchsetzen und eventuell unbemerkt bleiben (oder nur von einer Minderheit bemerkt).

3.Sollten wir nicht den Experten folgen?
Nein; die Formulierung der Frage beinhaltet bereits den Irrtum (wie so oft im Leben). Denn es gibt nicht „die“ Experten. In Wirklichkeit ist deren Meinungsspektrum sehr groß. Es gibt auf der einen Seite vielleicht Drosten, Wieler und ein paar andere. Auf der anderen Seite Bhakdi, Riess, Wodarg, in Schweden Tegnell und weitere. Und viele Experten mit Meinungen irgendwo dazwischen, z. B. Streeck, Schmidt-Chanasit.

„Gesichtsmasken brauchen eigentlich nur Bankräuber, die Antifa und SM-Liebhaber.“

Das Problem, und das ist wichtig zu verstehen, liegt im Mediensystem. Allgemein gilt: Medien müssen entscheiden, wen sie zu Wort kommen lassen und wen nicht. Gibt es nun zu einem Thema einen ganz großen Spinner, so ist es sinnvoll und richtig, dass die Medien ihn nicht senden/drucken/reproduzieren. Das Problem entsteht allerdings durch die Tatsache, dass die Vertreter der Medien nicht die Kompetenz zu jedem Thema haben können. Ein bisschen Allgemeinbildung, ein bisschen Umgang mit Sprache, Organisatorisches und das Tippen auf dem Computer – sehr viel mehr kann ein Journalist ja gar nicht.

Der Journalist müsste also alle Stimmen zu Wort kommen lassen, die ihm nicht völlig spinnert erscheinen. Mainstream-Medien verfahren aber schon seit langer Zeit so, dass sie zu vielen Themen immer nur eine Seite berichten und die andere ausblenden oder niedermachen. So ist es bei Migration, bei Klima und bei vielem mehr. Dann gibt es irgendwann nur noch schwer einen Weg zurück. Wenn z. B. die Tagesthemen noch nie über eine konträre Ansicht zu einem Thema berichtet haben (im Sinne von ernsthaft berichtet, d. h. nicht hämisch und diffamierend), warum sollten sie es jetzt auf einmal tun? Man fliegt stattdessen mit Autopilot weiter.

Positive Effekte

Eine Abschaffung der Maskenpflicht hätte ganz erhebliche positive Folgen:

  1. Die vielen negativen Effekte, die die Masken permanent anrichten, würden entfallen. Zum einen der ganze Bereich Keime, Ausschläge auf der Haut, Einatmen verbrauchter Luft usw. Dann der Aufwand, eine (neue) Maske besorgen zu müssen, oder noch mal umkehren müssen, weil man das Ding vergessen hat usw. Dann die ganzen Diskussionen, Streitereien, Pöbeleien, blöde Anmachen, Blockwart-Verhaltensweisen, Handgreiflichkeiten usw.
  2. Zudem entfallen die ganzen Verwarnungen, Bußgelder, Notlügen usw. Menschen mit Attest leben wieder normal, müssen sich nicht ständig rechtfertigen (und werden mancherorts dennoch nicht hineingelassen).
  3. Das Vertrauen in unsere Demokratie stiege wieder. Verschwörungstheorien und andere Spekulationen würden zurückgehen, wenn der Grundsatz, dass Maßnahmen verhältnismäßig sein müssen, wieder eingehalten würde.
  4.  Es träte wieder mehr Lebensfreude ein. Erheblich mehr! Und das ist übrigens auch für die Gesundheit gut, denn Seele und Körper hängen zusammen. Ein Freiheitsgefühl käme auf.

Kurzum: Bei einer Abschaffung der Maskenpflicht wäre der Effekt bezüglich Covid-19 neutral, und ansonsten bestehen viele positive Effekte. Masken gehören wieder beschränkt auf gewisse medizinische Tätigkeiten – welche genau, das wissen die Ärzte selbst am besten. Außerhalb dieses Kontextes gilt: Gesichtsmasken brauchen eigentlich nur Bankräuber, die Antifa und SM-Liebhaber.

Also: Maskenpflicht abschaffen! Ich fordere die Politiker auf: Machen wir doch das Experiment. Vielleicht erst mal lokal begrenzt. Vielleicht erst mal zeitlich begrenzt. Es ist zu hoffen, dass dieses Experiment gewagt wird. Die Politiker dürfen uns wegen der Unverhältnismäßigkeit die Maskenpflicht nicht mehr aufzwingen. Hoffentlich sind sie einer rationalen Argumentation zugänglich.