25.07.2014

Erziehung auf dem Speiseplan

Analyse von Rob Lyons

Die Schulspeisung, historisch betrachtet eine Notwendigkeit im Kampf gegen den Hunger, ist zu einem Werkzeug von Sozialingenieuren geworden.. Kinder und Eltern werden über das Schulessen mit Vorstellungen von ‚richtiger‘ Ernährung indoktriniert

Gute Ernährung für Kinder dürfte als Ziel unumstritten sein. Der heranwachsenden Generation eine Ernährung ermöglichen, die sie gesund aufwachsen, voll an der Welt teilhaben und sich auf ihre Bildung konzentrieren lässt, ist zweifellos eine lohnende Aufgabe. Früher war das gelebte Alltagspraxis, doch heute nutzt der Staat dieses Thema als Vehikel, Eltern gegenüber Misstrauen zu verbreiten. Was als dringliches Sozialprogramm begann, ist – zumindest teilweise – zu einem Instrument für Besserwisser in Beamtenstuben verkommen, die den Eltern ihre Vorstellungen aufzwingen wollen.

Eine mundgerechte Geschichte der Schulspeisung

Auch in Deutschland wird das Schulessen nicht zuletzt durch von der Bundesregierung angestoßene Projekte wie „Küchen für Deutschlands Schulen“ immer populärer. Auf eine ähnlich starke Tradition wie in Großbritannien kann die Schulspeisung hierzulande allerdings nicht zurückblicken. Im Vereinigten Königreich ist es bis heute üblich, dass eine große Zahl der Kinder ihre Hauptmahlzeit in der Schule zu sich nimmt. Dabei entwickelte sich die Schulspeisung im 19. Jahrhundert ursprünglich als Reaktion darauf, dass viele Kinder armer Familien schlicht und ergreifend nicht genug zu essen hatten. Im Jahre 1879 begann die Stadt Manchester damit, unterernährte Schulkinder mit kostenlosen Mahlzeiten zu versorgen, und während der nächsten etwa zwanzig Jahre entstanden in ganz Großbritannien diverse Initiativen, bedürftigen Kindern Nahrung zu beschaffen.

Zu dieser Zeit wuchs das Wissen über Hunger in der Arbeiterklasse, was die Armen-Studien von Charles Booth und Seebohm Rowntree aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert anschaulich illustrieren. Weitere Aufmerksamkeit erfuhr das Problem durch die schlechte körperliche Verfassung potentiellen Rekruten für den Burenkrieg; an manchen Orten wurden zwei Drittel der Militärdienstbewerber für untauglich befunden. Negative öffentliche Reaktionen auf solche Ereignisse und der politische Druck, der durch den Parlamentseinzug von 29 Labour-Abgeordneten im Jahre 1906 entstand, veranlassten die liberale Regierung, örtlichen Behörden Schulspeisungen zu erlauben (sie damals allerdings noch nicht verpflichtend vorzuschreiben). Das Ziel bestand darin, „Kinder mit Mahlzeiten zu versorgen, entweder kostenfrei oder zu ermäßigtem Preis, um denjenigen zu helfen, die „aus Nahrungsmangel nicht dazu in der Lage sind, aus der ihnen zukommenden Bildung vollen Nutzen zu ziehen‘“.

Das britische Schulgesetz von 1921 definierte die Voraussetzungen, unter denen Kinder mit kostenlosen Schulmahlzeiten bedacht werden sollten. Aufgrund von Kostensteigerungen wurden diese jedoch schnell wieder rationiert. In der Folge gingen viele Kinder, die eigentlich Schulmahlzeiten hätten erhalten sollen, dann doch leer aus. So ergab beispielsweise eine Erhebung unter Schulbehörden, dass 1936 nur 2,7 Prozent aller Kinder in den Genuss von Gratismahlzeiten gelangten.

Die größte Veränderung brachte der Zweite Weltkrieg mit sich. Da Frauen die Arbeit der an der Front weilenden Männer zu verrichten hatten, und ihre Kinder daher nicht nach Hause gehen konnten, mussten sie ihre Mittagsmahlzeit an den Schulen einnehmen. Wie die Autorin Penelope Hall feststelle, wurde aus diesem Provisorium sehr schnell eine feste Einrichtung: „Die „Essensausgabe“ verwandelte sich nach und nach in eine „Schulkantine“, und im Februar 1944 erhielten 32,8 Prozent der anwesenden Schüler ein Mittagessen.

„Wie bei vielen Elementen des neuen Sozialstaates war auch bei der Schulspeisung bereits ein Stück Paternalismus angelegt.“

Wenn es je so etwas wie das „goldene Zeitalter“ der Schulspeisung gab, so läutete das Schulgesetz von 1944 dieses ein, das die Kommunen dazu verpflichtete, Schulmahlzeiten zur Verfügung zu stellen, und zwar für ärmere Kinder kostenlos, und für alle anderen höchstens zum Selbstkostenpreis. Laut einem Regierungsrundschreiben aus dem Jahr 1955 zielte man auf ein Mittagessen ab, „das sich in jeder Hinsicht als Hauptmahlzeit des Tages eignet“. 1946 wurde die kostenfreie Schulmilch für alle Schulkinder eingeführt.

Und wie bei vielen Elementen des neuen Sozialstaates war auch darin bereits ein Stück Paternalismus angelegt. 1945 verkündete Ernährungsminister Lord Woolton vor der Frauenvereinigung in Warwickshire: „Die Jugend bedarf des Schutzes, und es ist nur angemessen, dass der Staat wohl durchdachte Schritte unternimmt, ihr Chancen zu eröffnen […] Sie zu ernähren, genügt nicht, es muss sich um eine gute Ernährung handeln […] Dies ist eine Aufgabe, die ein Höchstmaß an wissenschaftlich fundierter Essensplanung erfordert; dies darf keinesfalls dem Zufall überlassen bleiben.“

1951 aßen dann 49 Prozent der Schüler Schulmahlzeiten und 84 Prozent tranken Schulmilch. Hall nahm im Jahr 1963 bereits einige zeitgenössische Diskussionen über ignorante Eltern und die Funktion von Schulmahlzeiten vorweg: „Das Primärziel der Schulspeisung liegt in der angemessenen Ernährung aller Kinder der Nation, doch soll sie mehr leisten als nur dies. Die Schulmahlzeit wird in vielen Kreisen als Gelegenheit für soziales Training und als Einimpfung guten Ernährungsverhaltens angesehen – beides sehr wichtige Punkte bei der Erziehung aller Kinder, besonders vielleicht verhätschelter Einzelkinder, sowie der Kinder aus Haushalten, in denen die Unkenntnis der Mutter über Nährwerte nur noch von ihrer Gleichgültigkeit diesen gegenüber übertroffen wird.“ Von einem solchen Snobismus abgesehen, sprach vieles für die Schulspeisung: Bedeutete sie doch, dass die Kinder in der Schule bleiben, und, nach einem schnellen Mittagessen, die Pausenzeit im Kreise ihrer Freunde verbringen konnten. Darüber hinaus entlasteten die Schulmahlzeiten die Mütter von der Notwendigkeit zu Hause zu bleiben, was ihnen die Aufnahme von Erwerbsarbeit erleichterte.

Niedergang des Schulessens

Auf ihrem Höhepunkt wurden Schulmahlzeiten von 70 Prozent der Schüler verzehrt. Doch dann begannen aufeinanderfolgende Regierungen, die Subventionierung von Schulessen abzubauen. Die Abwicklung schulischer Nahrungsausgabe wird oft auf das Jahr 1970 datiert, als Bildungsministerin Margaret Thatcher den Preis der Schulmahlzeiten erhöhte und Sekundarschülern die Gratis-Schulmilch strich (daher auch der Slogan „Thatcher, Thatcher, milk snatcher [Milchdieb]“). Wie Charles Webster aufzeigt, begann der Prozess allerdings bereits zwei Jahre zuvor unter der Labour-Regierung von Premierminister Harold Wilson, die den Preis pro Mahlzeit um 50 Prozent von einem Schilling auf anderthalb Schilling erhöhte. 1969 wurde der Preis dann erneut angehoben, um drei Penny.

Margaret Thatcher, inzwischen Premierministerin, begann 1980 die Schulspeisungen herunterzufahren. Ernährungsstandards wurden abgeschafft, und die Kommunen mussten nur noch für die Mahlzeiten ärmerer Kinder sorgen. Die kostenlose Schulmilch wurde komplett abgeschafft. Über Ausschreibungsverfahren wurden viele Schulspeisungen von den Kommunen an private Anbieter outgesourct, und durch das Sozialhilfegesetz von 1986 reduzierte sich die Anzahl der Kinder mit Anrecht auf gratis Schulessen weiter.

In ihrem Kernpunkt hatte die ursprüngliche Schulspeisung allerdings auch ihren Zweck erfüllt. Armut der Art, wie sie Booth und Rowntree beschrieben hatten, gehörte der Vergangenheit an. Die ärmsten Kinder konnten sich immer noch auf kostenlose Schulspeisung verlassen, doch die überwiegende Mehrheit der Eltern war dazu imstande, für das Essen zu bezahlen oder den Kindern Lunchpakete mitzugeben.

„Die Schulspeisung als Nothilfe im Angesicht echter Armut kam zunehmend außer Mode.“

Dabei kam die Schulspeisung von einer weiteren Seite unter Druck – hatten die Kinder doch eine erheblich größere Auswahl als früher. So stellen Maria Cross und Barbara Macdonald fest: „Kinder verschmähten zugunsten verlockender, wenngleich weniger nahrhafter Alternativen zusehends das Standardschulessen. Die 1970er-Jahre gebaren eine neue Konsumkultur, die den Kindern mehr Auswahlmöglichkeiten bot. Auch die Methoden der Nahrungszubereitung und -abgabe unterlagen Veränderungen: Schulküchen wurden zunehmend durch sog. Tiefkühl- und Warmhalte-Zentren ersetzt, kantinenartige Speiseräume und Imbisse gewannen an Popularität.“ Die Schulspeisung als Nothilfe im Angesicht echter Armut kam zunehmend außer Mode. Jetzt musste sie im Wettbewerb mithalten und verlor an Boden.

Wiederentdeckung unter neuen Vorzeichen

Gegen Ende der 1990er Jahre kamen allerdings Bedenken auf, man habe die Sache zu weit aus der Hand gleiten lassen. Die 1997 gewählte Labour-Regierung führte einige grundlegende Richtlinien ein: Die Anzahl der Wochentage, an denen Produkte wie Pommes Frites oder Bohnen in Grundschulen serviert werden durften, erfuhr eine Beschränkung, während umgekehrt frisches Obst mindestens zwei Mal pro Woche angeboten werden musste. Andere, wie Jeanette Orrey, Schuldinner-Lady von Nottinghamshire, und die Child Poverty Action Group kämpften für eine Verbesserung der Schulmahlzeiten. In ihrem Buch „The Dinner Lady“ nennt Orrey dies „die Ära der industriell verarbeiteten Mahlzeit“, unzufrieden damit, dass „viele Kinder, für die das Schulessen wohl die einzige gehaltvolle Mahlzeit des Tages ist, meiner Meinung nach nicht adäquat verpflegt werden“.

Doch den wahren Wendepunkt markierte TV-Koch und Lebensmittelmissionar Jamie Oliver mit seiner Fernsehserie Jamie’s School Meals. Oliver begab sich in die Mittelschule von Kidbrooke (Süd-London), um die Qualität des Essensangebotes zu verbessern. Er zeigte, dass Schulessen nicht mehr vor Ort gekocht wurde. Stattdessen wurden Schachteln mit eingefrorenen Bestandteilen wie Hamburgern oder Pizzen einfach geöffnet, auf Metalltabletts geworfen, und erhitzt. Demgegenüber wollte Oliver das Kochen frischer Ware in der Schule wiederbeleben. Allerdings wurde sehr schnell deutlich, dass die Herstellung einer befriedigenden Mahlzeit mit Zutaten zum Preis von lediglich 37 Penny pro Kopf selbst einen Starkoch wie Oliver enorm herausforderte.

„Jamie Oliver behauptete, dass einige Kinder so dick und verstopft seien, dass sie ihre eigenen Fäkalien erbrächen.“

Wie lobenswert Olivers Ziel einer Verbesserung des Speiseplans auch gewesen sein mag, so stellte er doch einige skandalöse Behauptungen über das damalige Nahrungsangebot und die möglichen Konsequenzen der „Übergewichtsepidemie“ auf (die Schauermärchen darüber erlebten gerade ihre Blütezeit). Er behauptete, dass Kinder aufgrund ihrer Fettleibigkeit früher als ihre Eltern stürben, oder dass einige Kinder so dick und verstopft seien, dass sie ihre eigenen Fäkalien erbrächen, und dass die Ernährung von industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln zu einer Asthma-Epidemie führen würde. Nichts davon hielt einer ernsthaften Überprüfung stand.

Doch Jamie Oliver war einfach nur der Frontmann bzw. die Hauptattraktion im neuen Schulspeisungs-Paternalismus. Das Ziel der Schulspeisung geht heute weit darüber hinaus, Kinder vorm Hungerleiden zu bewahren. Stattdessen soll ein normales Mittagessen nichts Geringeres vollbringen, als die Kinder vor ihren eigenen Fehlentscheidungen (und denen ihrer Eltern) zu behüten. Ernährung, so legt man den Schulen nahe, muss zum Herzstück des Schullebens werden. Der Verzehr der ‚richtigen‘ Nahrungsmittel führe zu besseren Leistungen und besserer Gesundheit, heißt es. Der Speisesaal wird zum Mittelpunkt der Schulgemeinschaft und soll gemeinsam Ziele fördern. Die Ernährung sickert in jeden Bereich des Lehrplans, der zudem um verpflichtende Kochstunden ergänzt wird. Mit der Umgestaltung des Schulessens soll auch gleich die nachwachsende Generation umgestaltet werden.

Dementsprechend erklärte New Labours Schulmahlzeiten-Expertenkommission in ihrem Bericht vom September 2005: „Bei der Formulierung dieser Standards haben wir ein breites Spektrum an Bedürfnissen der Kinder berücksichtigt: physisch, sozial, pädagogisch. Wir haben nicht nur die Ernährungsanforderungen beachtet, sondern auch die umfassenderen Aspekte: was Kinder über das eigenhändige Zubereiten von Nahrung lernen, Kochfertigkeiten für das ganze Leben, die sozialen Vorteile einer gemeinsam eingenommenen Mahlzeit und die Bedeutung eines ökologisch nachhaltigen Ansatzes“.

„Heute will man offenbar ziemlich viel damit erreichen, dass man das Mittagsmahl ein wenig verfeinert.“

Der Schulernährungsplan, in Auftrag gegeben vom derzeitigen britischen Bildungsminister Michael Gove, erstellt von den Gründern der Restaurantkette Leon, Henry Dimbleby und John Vincent, bekundet am Anfang: „Dieser Plan handelt vom guten Essen und Glück. Es geht um die Freuden des Anbaus, des Kochens und des Essens ordentlicher Nahrung. Und es geht darum, die schulischen Leistungen unserer Kinder zu verbessern sowie die Gesundheit unserer Nation.“ Man will offenbar ziemlich viel damit erreichen, dass man das Mittagsmahl ein wenig verfeinert.

Ernährung durch den Staat statt durch die Eltern

Mittlerweile wird der elterliche Einfluss standardmäßig dämonisiert. Die Schulmahlzeit gilt als lebenswichtig, weil sie die einzige warme Mahlzeit für die Kinder sein könnte. (Was sicherlich eher die Ausnahme als die Regel ist). Lunchpakete müssen reglementiert werden, damit sie nicht gegen die Ernährungsstandards für Schulmahlzeiten verstoßen. Noch besser wäre es, Lunchpakete gleich ganz zu verbieten, da diese entweder ungesund sind oder elterliches Geld von der Finanzierung der Schulmahlzeiten abziehen. Gemeinhin nimmt man an, dass die Eltern sowieso die falschen Entscheidungen treffen. Man geht davon aus, dass sie ihren Kindern dummerweise das geben, was diese auch tatsächlich essen werden, und nicht etwa das, was sie essen sollten, oder dass sie ihnen ein Lunchpaket mitgeben, weil das häufig günstiger ist als das Schulessen. Inzwischen gilt das Elternhaus als Ort kulinarischer Kindesmisshandlung, als eine endlose Parade nährstoffarmer Fertiggerichte und Speisen vom Lieferservice, denen gegenüber die Schulmahlzeit als anstrebenswertes Vorbild erstrahlt. Im Bereich Schulspeisung wird der Begriff „In loco parentis“ nur allzu wörtlich genommen: Anstelle der Eltern. Von Frühstück-Clubs und Vormittags-Snacks bis zur Nachschul-Mahlzeit spannt sich der Bogen; vielleicht kommt es noch so weit, dass Eltern kaum noch Gelegenheit haben, ihren Nachwuchs überhaupt einmal selbst zu verköstigen.

„Eltern wird mit Misstrauen begegnet, Imbissbuden sind ganz klar das Feindbild.“

Während man Eltern mit Misstrauen begegnet, sind die örtlichen Imbissbuden ganz klar das Feindbild. Fastfood-Filialen in unmittelbarer Nähe zu Schultoren werden zunehmend verboten oder eingeschränkt. So hat beispielsweise die Stadt Salford im Nordwesten Englands „Einschränkungen des Betriebs von Imbissstuben mit warmer Küche in Schulnähe zwecks Förderung und Ermutigung gesünderer Essensentscheidungen bei Kindern“ vorgeschlagen. Mit anderen Worten: Verbot des Verkaufs an Schulkinder zur Mittagszeit.

Andere Kommunen verweigern Imbissstuben in Schulnähe schlicht die Konzession. Im Jahr 2009 hat eine Behörde im Osten Londons ein Restaurant auch deshalb dichtgemacht, weil es allzu nah einer Schule lag. [1] Als in der Channel-4-Sendung Dispatches der Abteilungsleiter Stadterneuerung von St. Helen’s erklärte, dass man gegen die Eröffnung der Filiale einer wohlbekannten Pizza-Kette in der Nähe einer Schule Widerstand leisten werde, klang dies, als ginge es um die Verteidigung von Fort Alamo und nicht um eine Frage der Stadtplanung: „Wir werden jegliche Bewerbungen im Sperrgebiet abwehren, ganz gleich ob von Domino’s [2] oder einem anderen Betreiber.“ [3]

Schulmahlzeiten sollten ein praktischer Service für Eltern sein, ihre Kinder nicht immer verpflegen zu müssen, und zu einem gewissen Grad leisten sie das auch. Doch vor allem in den letzten Jahren haben sie sich zu einem Hort des Paternalismus entwickelt. Dahinter steckt die Botschaft, dass Kinder vor sich selbst – und vor ihren Eltern – geschützt werden müssen, und dass diese Aufgabe dem Staat zukommt. Darüber hinaus werden Schulmahlzeiten sowie der Lehrplan als Ganzes heutzutage als Vehikel zur Indoktrinierung der Kinder angesehen, welches das ‚richtige‘ Essen ist, und was die ‚richtige‘ Art, sich zu ernähren. Die Kinder wiederum werden dazu benutzt, auf ihre Eltern Druck auszuüben, doch die eigenen Essgewohnheiten ebenfalls zu ändern. Der Schulessen-Kreuzzug hat so, unter dem Deckmantel etwas größerer Vielfalt und Qualität bei Mahlzeiten, einen ganzen Schwall an Manipulation und Regulierung entfesselt.