06.08.2018

Die Suche nach Wahrheit, Freiheit und Größe

Von C. Bradley Thompson

Universitäten verwerfen zunehmend den klassischen Bildungskanon. Dabei bereichern die großen Werke der Philosophie, Geschichte und Literatur das Leben und bilden die Grundlage freier Gesellschaften.

Amerikas Universitäten lösen sich auf in einem Nebel aus Postmodernismus und Multikulturalismus. Eine übersteigerte „politische Korrektheit“ hat unsere Universitäten mit Trigger-Warnungen, Safe-Spaces, Mikroaggressionen, Zensur und manchmal sogar physischer Gewalt überzogen. Linke Professoren, die Universitätsverwaltung und Studenten haben eine erstickende anti-intellektuelle Monokultur erschaffen und sie versuchen nun, die letzte Säule der traditionellen Universität umzuwerfen: freies Denken und freie Rede.

Seit 35 Jahren bin ich nun Zeuge dieser Tragödie, ursprünglich als Student und nun als Professor, aktuell an der Clemson-Universität im US-Bundesstaat South Carolina, wo ich Politikwissenschaften lehre und das Clemson Institute for the Study of Capitalism leite. Die meisten Universitäten sind heute vollkommen politisiert, vor allem in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Universitätsleitungen und die Lehrkräfte haben den Gedanken der liberalen Bildung korrumpiert, entkernt und neu verpackt, damit er den ideologischen Interessen der postmodernistischen und multikulturellen Agenden dient. Soweit Geschichte und Kultur des Westens in den heutigen geisteswissenschaftlichen Fakultäten überhaupt noch ernsthaft untersucht werden, sollen sie nur noch „dekonstruiert“ und verurteilt werden.

Identitätspolitik ersetzt Wissenskanon

Das Fachgebiet der Literaturwissenschaften mag zur Veranschaulichung dienen. Man kann immer weniger davon ausgehen, dass Literaturstudenten die großen Romanciers, Dichter und Dramaturgen der westlichen Literatur gelesen haben, wenn sie ihr Studium beenden, darunter etwa Shakespeare, Austen, Dickens, Hawthorne, Twain, Hugo, Flaubert, Dostojewski und Tolstoi. Vielmehr erwartet man nun von ihnen, drittklassige Literatur gelesen zu haben, die in den letzten 25 Jahren veröffentlicht wurde und die den Rassen-Klassen-Gender-Sexualitäts-Anliegen der antiwestlichen „Unterdrückungsstudien“-Agenda ihrer Professoren dient. Sie müssen außerdem Kurse belegen, die explizit den Postmodernismus und den Multikulturalismus forcieren. Um einen Bachelor-Abschluss in Englischer Literaturwissenschaft von der University of California in Los Angeles zu bekommen, müssen Studenten zum Beispiel kein Shakespeare-Seminar mehr belegt haben, sondern sie müssen drei Kurse in Gender, Rasse, Ethnizität, Behinderung, Sexualität oder Postcolonial Studies absolviert haben. 1

In Yale forderte eine Gruppe von Studenten und Professoren vor kurzem, dass die Fakultät für Englische Literaturwissenschaft den Studiengang „entkolonialisieren“ möge, indem sie das obligatorische Seminar „Die wichtigsten englischen Dichter“ abschafft (ein Kurs, der Chaucer, Shakespeare, Donne, Milton, Pope, Wordsworth, Eliot etc. behandelt) und ihn durch ein Seminar über Rasse, Klasse, Gender und sexuelle Identität ersetzt. Einer Yale-Studentin zufolge grenze die „kanonische“ Lektüre toter weißer Männer „nicht-weiße, nicht-männliche, transsexuelle und homosexuelle Menschen aus“. 1

„Die Geisteswissenschaften und die freien Künste bildeten den Kern der westlichen Bildung.“

Diese Auffassung teilte der radikale afroamerikanische Autor W.E.B. Du Bois interessanterweise nicht. In seinem Buch „Souls of Black Folk“ aus dem Jahr 1903 brachte er seine Affinität zu den eurozentrischen intellektuellen Traditionen der westlichen Zivilisation zum Ausdruck, die es ihm erlaubten, zeitweise dem Rassismus nach dem Sezessionskrieg zu entkommen: „Ich sitze neben Shakespeare und er zuckt nicht zusammen. Über die Farbgrenze hinweg wandle ich Arm in Arm mit Balzac und Dumas […]. Ich lasse Aristoteles und Aurelius und wen ich auch möchte zu mir gehen und sie kommen alle freundlich ohne Zorn oder Herablassung.“ 3

Menschen wie Du Bois und jene, die die letzten 2500 Jahre über die akademischen Elfenbeintürme gewacht haben, würden die Universitäten unserer Tage praktisch nicht wiedererkennen. Von Platons Akademie des vierten vorchristlichen Jahrhunderts in Athen bis zu den US-amerikanischen Eliteuniversitäten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bildeten die Geisteswissenschaften und die freien Künste den Kern der westlichen Bildung.

Im weitesten Sinne ging es bei dem, was wir eine liberale Bildung nennen, darum, Studenten mit einem ausgewählten Kanon des gesammelten Wissens und der Weisheit über die Welt, in der wir leben, vertraut zu machen. Es war eine Entdeckungsreise auf der Suche nach der Wahrheit über den Menschen und es war eine Unterrichtung in dem, was man „Hochkultur“ nennen könnte. Um Matthew Arnolds berühmte Definition zu paraphrasieren: Es war ein Eintauchen in das Beste, was gedacht, gesagt und getan worden war, um unser Leben über das Gewöhnliche, Vulgäre und Barbarische zu erheben. Eine solche Bildung würde das Leben junger Menschen als Individuen bereichern und auch die Errungenschaften der Vergangenheit erhalten und die Zukunft mit der Weisheit der Vergangenheit ausstatten.

„Was wir heute an unseren Hochschulen erleben, lässt sich mit der Zerstörung der Buddha-Statuen durch die Taliban vergleichen.“

Leider scheint die Vision einer höheren Bildung, die den Westen einst jahrhundertelang prägte, praktisch ausgestorben zu sein. Die altmodische Idee, dass der zentrale Zweck einer Universität darin bestehe, die Suche nach der Wahrheit anzuführen und alles zu erhalten und fortzusetzen, was an unserer Zivilisation großartig ist, wird nun offen angegriffen, veralbert oder einfach ausgelöscht.

In den vergangenen Jahren haben etwa die Yale University und die University of North Carolina at Chapel Hill Spenden in Höhe von 20 beziehungsweise 10 Millionen US-Dollar für das Angebot von Kursen über die westliche Zivilisation abgelehnt. In Stanford haben sich Studenten in einem Verhältnis von 6:1 dazu entschieden, die Lehre über die westliche Zivilisation aus dem universitären Lehrplan zu streichen. Wie ein Student sagte, bedeute ein solcher Kurs „das Festhalten an der weißen Vorherrschaft, an Kapitalismus und Kolonialismus und an allen anderen Unterdrückungssystemen, die aus der westlichen Zivilisation hervorgehen.“ 4

Ernsthafte Akademiker – die intellektuellen Kuratoren der Repositorien des Wissens und der Hochkultur der westlichen Zivilisation – werden nun in unseren Universitäten ausgegrenzt. Es ist leider so, dass in der US-amerikanischen Hochschulbildung nur sehr wenige Menschen mit dem Interesse und dem Mut, die Geisteswissenschaften zu verteidigen und sie fortzuführen, übriggeblieben sind. Wir nähern uns sogar schnell einer Zeit, in der Menschen mit der nötigen Qualifikation, die traditionellen Geisteswissenschaften zu lehren, praktisch ausgestorben sein werden. Die wenigen, die das Geistesleben noch ernst nehmen und ihre Zeit damit verbringen, mit jungen Menschen alte Bücher zu lesen und mit ihnen über die Ideen zu diskutieren, die die westliche Kultur Jahrtausende lang prägten – sie werden Fremde in einer fremden Welt sein.

Was wir heute an unseren Hochschulen erleben, lässt sich mit der Zerstörung der gigantischen Buddha-Statuen im Bamiyan-Tal durch die afghanischen Taliban vergleichen – oder mit der Zerstörung der dreitausend Jahre alten assyrischen Stadt Nimrud und der Verwüstung von Museen im Irak und in Syrien durch IS-Kämpfer. Die Bemühungen linker Universitätsverwalter, des Lehrkörpers und der Studenten, die großen Werke der Literatur und Philosophie der westlichen Zivilisation aus dem Lehrplan zu entfernen, wichtige historische Gebäude umzubenennen oder abzureißen, bestimmte Ideen zu zensieren oder sie aus Hochschulen zu verbannen, haben denselben Effekt. Bei diesem Wettstreit der Ideen steht viel auf dem Spiel. Eine Zivilisation, die ihre großen Errungenschaften nicht kennt und zu schätzen weiß, hat ihren Daseinsgrund verloren. Sie kann sich nicht vor Feinden (ob extern oder intern) verteidigen, die sie zerstören möchten.

„Höhere Bildung war einst genau das: ein Aufstieg zur Wahrheit.“

Über dieses umfassende Thema könnte man ganze Bände schreiben. Im Folgenden sollen kurz Wesen und Wert einer liberalen Bildung und die zentrale Rolle, die sie in der Hochschulbildung spielen muss, umrissen werden. Es soll dabei insbesondere um die Rolle der großen Bücher der westlichen Geschichte für die Bereicherung und Erbauung unseres Lebens als Individuen gehen.

Die Essenz und Grundlage der liberalen Bildung

Eine ordentliche liberale Bildung umfasst mindestens drei Dinge: erstens die Aufgabe, bedeutende Wahrheiten über die Natur, das menschliche Wesen und die notwendigen Bedingungen und Mittel zu verstehen, wie Menschen leben und gedeihen können; zweitens umfassendes Wissen über die großen Werke der Philosophie, Religion, Literatur, Geschichte, Wissenschaft und der Künste, die in den 2500 Jahren der westlichen Zivilisation geschaffen wurden; und drittens umfassendes Wissen über die großen Taten und Unternehmungen, die Männer und Frauen vollbracht haben, um die Grenzen der menschlichen Freiheit und des menschlichen Gedeihens zu erweitern.

Das ist die Art von Bildung, die die großen Universitäten des Westens ursprünglich bieten wollten. Die Harvard- und Yale-Mottos „Veritas“ (Wahrheit) beziehungsweise „Lux et Veritas“ (Licht und Wahrheit) bringen sie auf den Punkt. Höhere Bildung war einst genau das: ein Aufstieg zur Wahrheit, eine Suche nach Weisheit, ein Versuch, das eigene Wissen über die Vergangenheit auszubauen, um es in der Gegenwart anwenden und die Zukunft gestalten zu können. Eine liberale Bildung beruht auf dem Gedanken, dass unser Geist in der Lage ist, die Realität zu verstehen; die Welt und die Beziehung des Menschen zu ihr zu begreifen; zwischen Wahr und Falsch, Gut und Schlecht, Gerecht und Ungerecht, Ehrenhaft und Unehrenhaft, Schön und Hässlich zu unterscheiden und graduelle Unterschiede zu erkennen, wo es solche Unterschiede gibt. Eine solche Bildung führt Studenten an derartige Gegenstände heran und inspiriert sie dazu, in ihrem Leben ganz selbstverständlich so zu denken.

Natürlich erfordern ein solches Denken und ein solches Urteilsvermögen zumindest das Streben nach objektiven Maßstäben für Wahrheit und für das Gute oder gar Wissen über solche Maßstäbe. Auch hier ist eine Beschäftigung mit großen Ideen und Denkern wesentlich.

„Liberale Bildung dreht sich darum, was Freiheit ist.“

Der römische Philosoph Epiktet schrieb Folgendes in seinen „Lehrgesprächen“: „Der Umstand, dass jemand diese oder jene Meinung vertritt, genügt nicht, um sie wahr zu machen, wie wir auch nicht einfach jemandem glauben, der behauptet, dass etwas bestimmte Maße und ein bestimmtes Gewicht hätte“. Ob es um Wahrheit und Werte oder um Maße und Gewichte geht, so fordert Epiktet seine Schüler auf, etwas, das er als „objektiven Maßstab“ bezeichnet, zu suchen und zu entwickeln, einen absoluten, sicheren und beständigen Maßstab für Wahr und Falsch, Gut und Böse, Korrekt und Inkorrekt. Sobald wir ihn „gefunden haben“, schreibt er, „einigen wir uns darauf, niemals einen Schritt ohne einen Bezug zu diesem Maßstab zu gehen.“ Wenn ich solche Auszüge mit meinen Studenten lese, dann sind sie gefordert, den ethischen Relativismus der heutigen Kultur hinter sich zu lassen und sich Epiktet bei dem anzuschließen, was er seine „Jagd“ auf die objektive Wahrheit nannte.

Um diesen Arten von Fragen nachzugehen, muss der Geist frei sein, die Wahrheit zu suchen und sie zu verstehen. Denker von Sokrates und Aristoteles bis hin zu Locke und Jefferson wussten das. Ein Schlüsselaspekt der liberalen Bildung ist die Vermittlung dieser Wahrheit. In seinem Gesetzesentwurf zur Etablierung der Religionsfreiheit von 1777 erläuterte Thomas Jefferson die Verbindung zwischen Vernunft, Freiheit und Wahrheit wie folgt:

„Die Wahrheit ist groß und wird sich durchsetzen, wenn man sie nur lässt. Sie ist der eigentliche und hinreichende Gegner des Fehlers und sie muss den Konflikt nicht fürchten, außer wenn sie ein menschlicher Eingriff ihrer natürlichen Waffen beraubt, des freien Streits und der freien Debatte; Fehler sind nicht mehr gefährlich, wenn es gestattet ist, ihnen offen zu widersprechen.“ Amerikas Gründerväter wussten, dass Freiheit für das Streben nach Wahrheit notwendig ist und dass Zensur ihr entgegenläuft. Sie wussten auch, dass die Freiheit die Freiheit umfasst, Fehler zu machen, anderer Meinung zu sein und die grundlegenden Überzeugungen des anderen zu hinterfragen und zu kritisieren. Thomas Jefferson bringt die Sache erneut auf den Punkt: „Setze die Vernunft an den Richterplatz und lasse sie über jede Tatsache und jede Meinung richten. Sei kühn und hinterfrage selbst die Existenz eines Gottes, denn wenn es einen gibt, wird er der Huldigung der Vernunft eher zustimmen als jener der verblendeten Angst.“

Da die Geschichte des Westens in erster Linie die Geschichte der Entdeckung und Erlangung der Freiheit ist, so ist auch die liberale Bildung durchweg von diesem großen Unterfangen durchdrungen. Sie dreht sich darum, was Freiheit ist, warum der Mensch sie braucht, wie sie einige Menschen erreichten, was notwendig ist, um sie zu etablieren und zu erhalten. Freiheit ist der Zustand, in dem Menschen friedlich miteinander umgehen und Wert für Wert bei gegenseitigem Einverständnis zu gegenseitigem Vorteil tauschen. Liberale Bildung dient dazu, Menschen um diese große und anhaltende Unternehmung zu vereinen und somit liberal gebildete Individuen und Gemeinschaften in einer gemeinsamen intellektuellen und moralischen Erfahrung des Fortschritts zu erheben.

„Vernunft, Freiheit und das Streben nach Wahrheit sind alle Grundlagen der liberalen Bildung.“

Vernunft, Freiheit und das Streben nach Wahrheit sind alle Grundlagen der liberalen Bildung. Sie sind es, die das übrige Unterfangen erst ermöglichen. Vor diesem Hintergrund kann nun die Rolle der liberalen Bildung – vor allem der großen Bücher der Philosophie, Literatur und Geschichte – für die Erbauung unseres Lebens untersucht werden.

Freundschaften von hohem Wert

Eine liberale Bildung befreit – und das kann sie auf mehr als eine Weise tun. Sie führt uns aus den manchmal erstickenden Sitten und Gebräuchen heraus, mit denen wir zunächst aufgewachsen sind und mit denen wir erzogen wurden. In diesem Sinne ist die liberale Bildung eine befreiende Reise der Selbstentdeckung, die unbekanntes und manchmal wildes intellektuelles Terrain überquert. Große Bücher spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Durch die artistische Schönheit und das Genie großer Werke der Philosophie und Literatur (nicht zu vergessen der großen Werke der Musik, Malerei, Bildhauerei und Architektur) betreten wir Welten, die sich radikal von unserer Alltagswelt unterscheiden. Innerhalb der Domäne, die ein großes Buch erschafft, kann unser Geist frei analysieren, bewerten, testen, hinterfragen, urteilen, herausfordern, applaudieren, verurteilen, wachsen, lachen, weinen, feiern. Dank der intellektuellen Reise durch ein großes Buch treffen wir auf Menschen (Autoren oder Charaktere), die unsere Ansichten mit Ideen herausfordern, die wir noch nie erwogen haben. Wir nehmen an Konversationen teil, die wir anderweitig nie gehabt hätten. Wir gewinnen Freunde (und Feinde), deren Worte und Taten unsere Sicht auf uns selbst und auf die Welt verändern.

„Große Bücher ermöglichen sowohl eine Reise nach da draußen als auch in sich selbst hinein.“

In seinem Essay „Von der Kürze des Lebens“ vertritt der römische Philosoph Seneca die Auffassung, dass man sich mit den „Hohepriestern der hohen Bildung“ (er nennt Zeno, Pythagoras, Demokrit, Aristoteles und Theophrastus) „intim anfreunden“ solle. Solche Freunde, meint er, enttäuschen nie; sie sind nie „zu beschäftigt“, um Tag oder Nacht über die wichtigsten Fragen zu reden, sie schicken einen nie „mit leeren Händen“ davon. Tatsächlich bringen sie nichts als „Glück“ und ein „schönes Leben im hohen Alter“. Mit solchen Freunden kann man über „große und kleine Themen diskutieren“ und „die Wahrheit ohne Beleidigung und Lob ohne Schmeichelei anhören“. Sie sind nachahmenswerte Vorbilder in Sachen Tugend, Vortrefflichkeit und Vornehmheit.

Auf persönlicher Ebene ermöglichen große Bücher sowohl eine Reise nach da draußen als auch in sich selbst hinein. Die Reise nach da draußen lässt uns eine Welt betreten, die der Geist eines anderen erschaffen hat. Antike Philosophen wie Platon, Aristoteles, Cicero und Seneca oder moderne Dramatiker oder Romanciers wie Shakespeare, Austen, Hugo und Dostojewski zu lesen, bedeutet, wie Alice im Wunderland durch einen Kaninchenbau zu fallen und an einem fremden Ort wiederaufzutauchen, in einem alternativen Universum, das wir für eine kurze Zeit besuchen und aus dem wir Wissen für das ganze Leben mitnehmen. Wir treffen Shakespeares Macbeth, Austens Elizabeth Bennett, Hugos Jean Valjean, Dostojewskis Rodion Romanowitsch Raskolnikow und wir beurteilen ihre Handlungen als gut oder schlecht, gerecht oder ungerecht, ehrenhaft oder unehrenhaft. Die innere Reise folgt dann einem Pfad zum Inneren der eigenen Seele. Der Zweck dieser introspektiven Reise besteht darin, über die Ideen, die wir während der Reise nach da draußen kennengelernt haben, nachzudenken, sie zu bewerten, ihnen zuzustimmen oder sie abzulehnen. Wir denken darüber nach, was wir von diesen Charakteren lernen können und inwiefern sie Vorbilder oder abschreckende Beispiele für unser eigenes Leben sein können. Eine solche Introspektion erweitert die Grenzen unseres Innenlebens.

Mehr als zweitausend Jahre lang haben Denker den Wert solcher Reisen und Konversationen verstanden. Mit der Wiederentdeckung griechischer und römischer Texte während der Renaissance begannen moderne Denker einen anhaltenden und anspruchsvollen Dialog mit antiken Autoren, der zu einem bestimmenden Merkmal der westlichen Kultur wurde. Das traf vor allem auf die modernen Gründer der Geisteswissenschaften zu, Männer wie der florentinische Dichter Petrarca aus dem 14. Jahrhundert und der florentinische Historiker und politische Philosoph Niccolo Machiavelli aus dem 16. Jahrhundert. Sie lehrten, dass die Zivilisationen der Vergangenheit, insbesondere die verlorenen Welten Athens und Roms, exotische Orte seien, die man mit Büchern besuchen kann, um so Aufklärung, Trost, Freundschaft, Vergnügen und Selbstverbesserung zu erfahren.

„Die große Renaissance-Tradition wurde in der Aufklärung und darüber hinaus fortgesetzt.“

Über einen Abstand von 1400 Jahren hinweg schrieb Petrarca seinen alten Freunden Cicero und Titus Livius wunderschöne Briefe. Im Jahr 1345 schrieb Petrarca an die Adresse Ciceros, dass sein lieber Freund „bittere Tränen weinen“ würde, sollte er „vom verkommenen Zustand unseres Landes erfahren“. Fünf Jahre später dankte er Livius dafür, dass er ihn zu einer besseren Zeit zurückgeschickt hatte, wo er mit den großen Helden der römischen Republik leben und mit ihnen diskutieren konnte. „Mit diesen Menschen lebe ich heute und nicht mit der diebischen Gesellschaft unserer Zeit, in die ich unter einem bösen Stern hineingeboren wurde.“

Machiavellis bekannter Brief an Francesco Vettori von 1513 beschreibt herrlich aufrüttelnd, wie ein Florentiner aus dem 16. Jahrhundert jede Nacht den Bürden des Alltags entkommen konnte, um mit seinen alten Freunden zu sprechen:

„Wenn der Abend kommt, kehre ich nach Hause zurück und gehe in mein Schreibzimmer. An der Schwelle werfe ich die Bauerntracht ab, voll Schmutz und Kot, ich lege prächtige Hofgewänder an und, angemessen gekleidet, begebe ich mich in die Säulenhallen der großen Alten. Freundlich von ihnen aufgenommen, nähre ich mich damit der Speise, die allein die meinige ist, für die ich geboren ward. Da hält mich die Scham nicht zurück, mit ihnen zu sprechen, sie um den Grund ihrer Handlungen zu fragen, und herablassend antworten sie mir. Vier Stunden lang fühle ich keinen Kummer, vergesse alle Leiden, fürchte nicht die Armut, es schreckt mich nicht der Tod; ganz versetze ich mich in sie.“

Diese große Renaissance-Tradition wurde in der Aufklärung und darüber hinaus fortgesetzt. 250 Jahre nach Machiavellis nächtlichen Besuchen bei seinen römischen Freunden wandte ein 21-jähriger John Adams (später einer der Gründerväter und zweiter Präsident der Vereinigten Staaten) Xenophons Erörterung „Die Wahl des Herakles“ aus den „Memorabilien“ auf sein eigenes Leben an. Um seine erschlaffende Tatkraft nach einem längeren Zeitraum der Lethargie und der Schwäche wieder zu stärken und anzufachen, skizzierte Adams eine eigene Erzählung über Herakles und passte die Geschichte an seine eigene Situation an: „Vergangene Nacht fiel mir die Wahl des Herakles ein“, schrieb Adams in sein Tagebuch, „und hinterließ Eindrücke, die hoffentlich niemals ausgelöscht werden oder lange ungehört bleiben“.

„Die großen Bücher können die Innenwelten amerikanischer Teenager des 21. Jahrhunderts erweitern und für ihre Erbauung sorgen.“

Das philosophische und künstlerische Genie der großen antiken (und modernen) Schriftsteller verlockte Petrarca, Machiavelli, Adams, Du Bois und viele andere dazu, verlorene Welten zu betreten, die vollkommen anders waren als ihre eigenen. Dort fanden sie Gesellschaft in Einsamkeit, Trost gegen ihren Kummer, eine Zuflucht vor der Durchschnittlichkeit, Vulgarität und des Zwiespalts der Welt um sie herum. Sie fanden auch Inspiration, um große Aufgaben erfolgreich zu bewältigen. In stiller Zurückgezogenheit mit ihren Büchern sahen sie und erfuhren sie Dinge, zu denen sie anderweitig niemals einen Zugang gehabt hätten, und dachten über diese nach. Diese großen Bücher erweiterten ihr Innenleben dramatisch und nährten ihre Seelen für Unternehmungen in der Außenwelt.

Dasselbe kann für die Studenten unserer Zeit gelten. Gibt man ihnen die Gelegenheit, können die großen Bücher die Innenwelten amerikanischer Teenager des 21. Jahrhunderts erweitern und für ihre Erbauung sorgen. Man nehme zum Beispiel Ciceros Ausführungen über Marcus Atilius Regulus in seinem Werk „De officiis“ („Von den Pflichten“), die ich Erstsemester jedes Jahr lehre.

Regulus war laut Cicero ein römischer Konsul und General, der während des Ersten Punischen Krieges im Jahr 255 vor Christus von den Karthagern gefangen genommen wurde. Regulus’ Geiselnehmer schickten ihn unter der Bedingung nach Rom zurück, dass er als Unterhändler die Befreiung karthagischer Gefangener durchsetzen würde. Sollte er Erfolg haben, dürfte er in Rom bleiben. Falls er scheitert, würde er nach Karthago zurückkehren, wie er seinen Geiselnehmern gelobte. Bei seiner Rückkehr ging Regulus direkt zum Senat, wo er sich erfolgreich gegen die Freilassung und die Rückgabe der Karthager aussprach. Unter gewaltigem Druck durch Familie und Freunde, seinen Schwur zu brechen und in Rom zu bleiben, kehrte Regulus freiwillig nach Karthago zurück, wo er eingesperrt und zu Tode gefoltert wurde. Cicero erzählt Regulus’ Geschichte, damit seine Leser über die Beziehung zwischen dem Nützlichen und dem Ehrenhaften nachdenken.

„Die Geschichte über Regulus regt sie zu einer ernsthaften Introspektion an und lässt sie erwägen, was sie in derselben Situation tun würden.“

Meine Studenten sind von Ciceros Bericht über Regulus völlig gefesselt. Man stelle sich vor, wie fremd und schockierend Regulus’ Handlungen einer Generation von College-Studenten erscheinen müssen, die mit Safe-Spaces und Trigger-Warnungen aufgewachsen sind. Solche Handlungen sind für sie unverständlich; sie haben noch nie von jemandem gehört oder jemanden gesehen, der auf eine Art und Weise wie Regulus auf Grundlage von Prinzipien handelte. Indem sie über Ciceros Bericht über Regulus grübeln, lernen sie, vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben, ernsthaft und tiefgehend über eine grundlegende moralische Frage nachzudenken. Die Geschichte über Regulus regt sie zu einer ernsthaften Introspektion an und lässt sie erwägen, was sie in derselben Situation tun würden. Sie regt sie dazu an, über die Natur der Ehre nachzudenken und über ihre Beziehung zum Praktischen oder Nützlichen, sie fordert sie heraus, Regulus’ Handlungen als selbstlos oder egoistisch, als dumm oder erhaben einzuordnen. Wie ihre Schlussfolgerungen auch aussehen mögen: Ihre Auseinandersetzung mit der Geschichte von Regulus macht sie zu besseren Menschen. Das ist der Wert einer liberalen Bildung.

Eine Vision von Größe

Eine liberale Bildung fördert das, was Alfred North Whitehead als die „gewohnheitsmäßige Vision von Größe“ bezeichnete. Diese Vision hat ihren Ursprung bei den alten Griechen und Römern, wurde teilweise von den Christen übernommen und wurde ebenso von den Denkern der Aufklärung adaptiert. In Philipper 4,8 erläutert die Bibel zum Beispiel eine Vision von Bildung, die zur griechisch-römischen Tradition passt: „Weiter, Brüder und Schwestern: Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend, sei es ein Lob – darauf seid bedacht!“ Auch moderne Denker wie Montaigne, Bacon, Chesterfield, Pope, Hume und Nietzsche vertraten eine Auffassung von menschlicher Größe, die ein Studium wert ist. Liberale Bildung, schrieb der schottische Pädagoge George Trumbull im 18. Jahrhundert, befasst sie sich mit allem, „was im menschlichen Leben gut und groß ist.“ So ist es.

Jahrtausende lang gab es im Westen kaum Zweifel an der Existenz von Größe. Menschen mögen sich darüber gestritten haben, welche Zivilisation oder welches Land größer war – das antike Griechenland oder das antike Rom, England oder Frankreich, Amerika oder Russland. Und sie mögen über die relative Größe von Platon im Vergleich zu Aristoteles, Michelangelo versus da Vinci, Jefferson versus Adams, Dostojewski versus Tolstoi, Newton versus Einstein oder Carnegie versus Rockefeller debattiert haben. Doch erst seit kurzem bezweifeln Menschen im Westen, dass Größe existiert und dass das Studium von Kulturen und Menschen, die sie verkörpern, ihr Leben verbessert.

„Erst seit Kurzem bezweifeln Menschen im Westen, dass Größe existiert.“

In diesem Sinne besteht das Ziel der liberalen Bildung darin, wichtige Ideen, Menschen, Kulturen, Werke und Ereignisse aus der Vergangenheit, die zur Verbesserung des menschlichen Lebens beigetragen haben, für den Studenten zu identifizieren und ihn über diese in Kenntnis zu setzen. Sie sollen ihn dazu inspirieren, seine eigene Auffassung von Größe im Leben zu verfolgen. Das Ziel besteht nicht darin, ihm zu sagen, was er zu denken hat, sondern für ihn das Wissen bereitzustellen, das ihn in die Lage versetzt, tiefer und klarer zu denken. Eine liberale Bildung sorgt dafür, dass Studenten die Breite und Tiefe menschlicher Errungenschaften wahrnehmen und ein Leben führen möchten, welches über die banalen und vulgären Möglichkeiten hinausgeht, die die zeitgenössische Existenz dominieren.

Freundschaft und die große Debatte

Liberale Bildung fördert Freiheit und Größe auch, indem sie tiefe Freundschaftsbande zwischen liberal gebildeten Menschen knüpft. Wenn Menschen Wissen über die Ereignisse, Werke und Denker, welche die westliche Kultur hervorbrachten, teilen können – wenn sie etwa über ein großes Buch, ein Drama oder ein Gemälde sprechen können –, dann vertieft das ihre Beziehung zueinander unvermeidlich und führt sie auf eine neue Ebene.

Studenten mit einer liberalen Bildung können an dem teilnehmen, was Robert Hutchins als die „große Debatte“ bezeichnete. Mit den Ideen, Menschen und Ereignissen der Vergangenheit vertraut zu sein, versetzt uns in die Lage, an der großen und immer größere Kreise ziehenden Debatte teilzuhaben, die ein solches Wissen voraussetzt. Mit Familie, Freunden, Nachbarn, Kollegen und Mitbürgern anspruchsvolle Diskussionen auf Grundlage gemeinsamen Wissens zu führen, welches durch eine liberale Bildung gewonnen wurde, ist eine Freude, die jeder Beschreibung spottet. Die einzige intellektuelle Erfahrung, die mehr Vergnügen bereiten kann als die Lektüre eines großen Buches ist jene, diese Erfahrung mit einem anderen denkenden Menschen zu teilen und darüber zu diskutieren. Große Werke der Vernunft und der Vorstellungskraft können Individuen in einer gemeinsamen intellektuellen Erfahrung zusammenbringen, die neue oder tiefere Freundschaftsbande knüpfen kann – vor allem, wenn die großen Werke in einer Schule, in einer Universität oder einem lokalen Lesekreis gelehrt werden. Sie können Menschen für die Arbeit an lebenswichtigen gemeinsamen Zielen vereinen, wie der Errichtung und Erhaltung einer freien Gesellschaft.

„Eine Gesellschaft kann groß werden, falls sie hohe intellektuelle und moralische Maßstäbe etabliert.“

Wenn ein substanzieller Anteil der Bürger einer Gesellschaft liberal gebildet ist und somit die Natur des Menschen und sein natürliches Bedürfnis nach Freiheit versteht, so wird diese Gesellschaft groß und frei werden. Es muss nicht um alles oder nichts gehen. Etwas ist besser als nichts und mehr ist besser als weniger. Es geht hier darum, dass die liberale Bildung eine Säule der freien Gesellschaft ist – weil sie sich auf die Ideen und Ereignisse konzentriert, die Menschen dazu inspirierte, für eine solche Gesellschaft einzutreten. Um Abraham Lincoln zu paraphrasieren: Eine Gesellschaft kann groß werden, falls sie hohe intellektuelle und moralische Maßstäbe etabliert, an denen man sich „immerzu orientiert, die man immerzu anstrebt und denen man sich (obwohl man sie nie vollständig erreicht) immerzu annähert.“ Aus diesem Grunde müssen die kulturellen und die Bildungs-Institutionen einer freien Gesellschaft eine „Vision von Größe“ fördern. Diese Vision ist ein gemeinsames Anliegen. Sie wird am besten durch eine liberale Bildung vermittelt.

Liebe zum Leben

Als Universitätsprofessor, der seine Tage damit verbringt, alte Bücher mit jungen Menschen zu lesen, werde ich regelmäßig von Eltern mit der Frage konfrontiert, welche Art von Karrieren ihre Söhne und Töchter mit einer liberalen Bildung verfolgen können. Meine Antwort stellt sie kaum je zufrieden. Es gefällt ihnen nicht immer, dass eine liberale Bildung ihre Kinder nicht beruflich ausbildet. Ihr praktisches Ziel besteht nicht darin, Astronauten, Computerprogrammierer, Ärzte, Wissenschaftler, Ingenieure, Anwälte oder Klempner zu produzieren. Vielmehr versetzt eine liberale Bildung ihre Söhne und Töchter in die Lage, in all ihren Tätigkeiten nach Erkenntnis und Vortrefflichkeit zu streben, ihre höchsten Ambitionen innerhalb und außerhalb ihrer Karrieren zu erfüllen, ihr Leben mit Sinn und Zweck zu führen, da sie wissen, wie die Welt so geworden ist, wie sie ist, und wie sie die Zukunft vor dem Hintergrund eines umfassenden Wissens über die Vergangenheit gestalten können. Kurz gesagt weise ich die Eltern darauf hin, dass liberal gebildete Männer und Frauen die Voraussetzung haben, in jedem Gebiet und bei jeder Unternehmung erfolgreich und glücklich zu sein.

So haben einige ihrer größten Fürsprecher die liberale Bildung betrachtet. Wie John Stuart Mill in seiner Antrittsrede für die Universität von St. Andrews im Jahr 1867 formulierte, macht eine liberale Bildung „einen Menschen zu einem intelligenteren Schuhmacher, falls dies sein Beruf sein sollte, aber nicht, indem sie ihn lehrt, wie man Schuhe macht. Sie erreicht dieses Ziel durch die geistige Übung, die sie bereitstellt, und die Gewohnheiten, die sie ihm einprägt.“ Ebenso brachte Jean-Jacques Rousseau – ein Denker, mit dem ich ansonsten selten übereinstimme – den Zweck der liberalen Bildung recht treffend auf den Punkt: „Lass meinen Schüler für das Schwert, die Kirche oder das Gericht vorgesehen sein. Es ist mir egal. Der Aufruf zum menschlichen Leben ertönt lauter als der Ruf seiner Eltern, einer bestimmten Tätigkeit nachzugehen. Leben ist der Beruf, den ich ihn lehren möchte. Wenn er mich verlässt, wird er, zugegeben, weder Richter noch Soldat noch Priester sein. Er wird, zunächst einmal, ein Mensch sein.“

Fazit

Von Platon und Epiktet bis hin zu Mill und Rousseau haben die wichtigen Denker der westlichen Zivilisation die transformative Rolle verstanden, welche eine weitreichende und tiefgehende Bildung im Leben eines Individuums und im Leben einer Nation spielen kann. Diese Tradition nennen wir heute, wenn sie an Universitäten gelehrt wird, liberale Bildung. Sie zu bewahren heißt, die westliche Zivilisation zu bewahren. Wir, die wir das verstehen, müssen die liberale Bildung wieder als etwas Bedeutendes an unseren Universitäten platzieren, als etwas, worauf man stolz sein kann.

„Ein junger Geist kann noch immer durch eine großartige Debatte, eine provokante Frage oder eine hitzige Diskussion fasziniert, verführt und verbessert werden.“

In vielerlei Hinsicht ist die Aufgabe, die vor uns liegt, einfach. Wenn ich 18-Jährige an die großen Werke der Philosophie, Geschichte und Literatur heranführe, lehren sich die Bücher praktisch selbst. Wenn meine Studenten klassische Texte wie die „Nikomachische Ethik“ von Aristoteles, die „Zweite Abhandlung über die Regierung“ von John Locke oder Austens „Stolz und Vorurteil“ lesen, dann sehe ich fast sofort die Veränderung in ihnen. Es ist zutiefst befriedigend, diese jungen Männer und Frauen zu beobachten, wenn ihr Wissen exponentiell anwächst, ihr Denkvermögen und ihre Fähigkeit zu analysieren und zu integrieren heranreifen und wenn sich ihre Leidenschaft für wichtige Ideen entfacht.

Aus diesem Grund bleibe ich optimistisch. Ich weiß, dass ein junger Geist noch immer durch ein gutes Buch, eine große Debatte, eine provokante Frage oder eine hitzige Diskussion in einem zivilisierten Umfeld fasziniert, verführt und verbessert werden kann. Da ich das weiß, ist mir auch klar, dass das Schicksal der westlichen Zivilisation vom Schicksal der liberalen Bildung und ihrer Suche nach Wahrheit, Freiheit und Größe abhängt.