20.02.2017

Der Niedergang der Öffentlichkeit

Essay von Angus Kennedy

Titelbild

Foto: Jacob Creswick via Unsplash / CC0

Was haben Pegida, „American Sniper“ und politische Reaktionen auf Charlie Hebdo gemeinsam? Sie alle zeigen, dass der Gedanke der Heimat heute abgelehnt wird

In seiner Autobiographie „American Sniper“ (2012) beschreibt Chris Kyle einen Konflikt mit seiner Frau Taya um einen zentralen Unterschied zwischen den moralischen Prioritäten der beiden. Seine sind Gott, Vaterland und Familie. Ihre hingegen sind Gott, Familie und Vaterland. Ein Unterschied, den beide verstehen; so schwer es ihnen auch fällt, damit zu leben. Der Konflikt dreht sich um Chris‘ Wunsch, wieder den Navy-Seals beizutreten und in den Irak zurückzukehren. Für ihn ist seine Freiheit, für sein Land zu kämpfen, die Grundlage seines Selbst. Taya will aber, dass er zu Hause bleibt und sie und ihre beiden Kinder beschützt, die er während seiner wiederholten Einsätze kaum gesehen hat. Mit der Zeit stimmt sie ihn um. Er beginnt sich selbst und seine Pflicht seiner Familie gegenüber in ihrem Bedürfnis nach ihm als Vater und Ehemann anzuerkennen. Schlussendlich wählt er diese Rolle statt der des Kriegers.

Die Dynamik von Chris‘ Erfahrungen wird von Hegel in seinen „Grundlinien der Philosophie des Rechts“ beschrieben: „Im Kind liebt die Mutter ihren Mann und der Vater seine Frau. Im Kind haben beide Eltern ihre Liebe füreinander vor Augen.“ Chris erkennt seine eigene Freiheit in der Akzeptanz seiner Rolle als Vater und Ehemann und wird sich dessen bewusst. Er hört mit dem Trinken auf und kehrt in die Gesellschaft zurück. Er gründet eine Organisation, die anderen verwundeten und traumatisierten Veteranen dabei helfen soll, ebenfalls einen Weg zurückzufinden. Chris selbst findet am Ende Freiheit im Zusammenleben als Teil einer Familie – in Liebe, Gerechtigkeit und Gesetz. Eine Freiheit, die auf individueller Autonomie beruht, aber auch eine Freiheit, die von der Anerkennung anderer abhängt und damit Einschränkungen der Freiheit mitbringt. In dieser Hinsicht ist die Familie ein Modell der Gesellschaft und des öffentlichen Lebens; sie ist gleichzeitig die Grundlage, die Freiheit ermöglicht, und das Ende der Freiheit.

„‚American Sniper‘ steht beispielhaft für die gegenwärtige Lage der amerikanischen Öffentlichkeit“

„American Sniper“ steht beispielhaft für die gegenwärtige Lage der Öffentlichkeit. Nicht wegen der Geschichte eines einsamen Kriegers auf der Heimreise – seit „Odysseus“ hat es viele solcher Geschichten gegeben – sondern wegen des besonderen Platzes, den „American Sniper“ in den gegenwärtigen US-amerikanischen Kulturkriegen innehat. Obwohl der Film ein riesiger kommerzieller Erfolg war (mit über 300 Millionen US-Dollar sogar erfolgreicher als „Saving Private Ryan“) – holten die linksliberalen Eliten Amerikas sofort zur Kritik aus. Das Hollywood-Establishment sorgte dafür, dass „American Sniper“ keinen Oskar gewann, obwohl es bei Weitem der populärste Film war.

Michael Moore, amerikanischer Dokumentarfilmer und „Berufsbetroffener“, kommentierte via Twitter: „Mein Onkel wurde im Zweiten Weltkrieg von einem Scharfschützen getötet. Uns wurde beigebracht, dass Scharfschützen Feiglinge sind. Sie schießen dir in den Rücken. Sniper sind keine Helden.“ Ebenfalls missfiel ihm der Gebrauch des Wortes „Savage“ -(„Barbar“) im Film, der als Beschreibung für Iraker fiel. Moore betonte, man solle nicht vergessen, dass Martin Luther King von einem amerikanischen Scharfschützen getötet wurde.

Der linksgerichtete Linguist Noam Chomsky argumentierte, der echte „Barbar“ sei US-Präsident Barack Obama, den er bezichtigte, eine „globale Tötungs-Kampagne“ mit bewaffneten Drohnen zu leiten. Howard Dean, Demokrat aus Virginia, nannte alle, die Tickets zum Film kauften, „wütende“ Menschen – ohne Frage in Anlehnung an Bittergate 2008, als Obama in Pennsylvania Wähler der Arbeiterklasse als solche beschrieb, „die sich an Waffen oder Religion oder Antipathie gegenüber Menschen festklammern, die anders sind als sie“. Menschen wie Chris Kyle, mit anderen Worten.

„Traditionelle amerikanische Werte werden von Linksliberalen als amerikanische Sünden wahrgenommen“

Beeindruckend an dieser Debatte ist, wie traditionelle amerikanische Werte, der stolze Glaube an das Recht, gegen die Tyrannei eine Waffe zu tragen, der Glaube an eine Nation unter Gott, der Stadt-auf-dem-Hügel-Exzeptionalismus jetzt von vielen selbsternannten Linksliberalen als amerikanische Sünden wahrgenommen werden. Was einst Amerika verband, ist nun Quelle einer der bedeutendsten Konflikte im gegenwärtigen westlichen politischen Leben, zwischen einer „wütenden“ und „verbitterten“ Öffentlichkeit und deren entfremdeten politischen Eliten.

Chris Kyle ist zu einem Symbol dieser Kluft geworden, die zwischen denen verläuft, die ihr Land gegen Angriffe verteidigen wollen, und denen, die lieber ihr Land angreifen. Oder die sich zumindest aus Angst vor negativen Reaktionen wünschen, dass Amerika seine Helden runterspielt. Es ist eine Kluft zwischen denen, die immer noch den traditionellen Glauben an Gott, Vaterland und Familie hochhalten, und allen, die sie dafür als Hinterwäldler und als blind gegenüber den Realitäten von Globalisierung, Multikulturalismus und der Politik des Respekts darstellen.

Es ist wie die TV-Serie „Die Waltons“ im Vergleich zur neueren Serie „Modern Family“. „Die Waltons“ wurde vor über 30 Jahren abgesetzt, aber zu Sendezeiten kämpften die USA immer noch in Vietnam. In „Modern Family“ adoptieren der schwule Anwalt Mitchell und sein Ehemann Cameron ein vietnamesisches Baby namens Lily. Und im Heimatstaat der „Waltons“, Virginia, ist seit 2014 gleichgeschlechtliche Ehe legal. So viel zu altertümlichen Familienwerten. Chris Kyles Beharren darauf, dass man eher etwas erledigt bekommt, wenn man sich gegenseitig hilft und nicht durch Almosen, mutet ebenso exzentrisch an. Es ist zunehmend selten – selbst in Amerika, selbst in Texas –, dass der Staat Privatpersonen und private Institutionen in Ruhe lässt.

Einerseits wird unnachgiebig Druck auf Politiker und Bürokraten ausgeübt, eine Verbindung zu den Menschen herzustellen, um sich selbst zu legitimieren und eine Art Arbeitsnachweis zu schaffen. Andererseits herrscht das tief verwurzelte Misstrauen, jede private Organisation und jeder Verein würde ohne Regulierung irgendeine Art Diskriminierung und Exklusion betreiben.

„Wer heute noch an den amerikanischen Traum glaubt, wird schnell als neoliberaler Wolf von der Wall Street abgetan“

Die Ideale von Autonomie, Unabhängigkeit und Eigenregulierung werden eher als zutiefst egoistisch, wenn nicht als selbstsüchtig und korrupt wahrgenommen. Politikern und Bürokraten scheint der Umgang mit selbsternannten Opfern leichter zu fallen. Wer heute noch an den amerikanischen Traum glaubt, wird schnell als neoliberaler Wolf von der Wall Street abgetan. Tatsächlich scheint es manchmal so, als finde ein Wettkampf unter den amerikanischen politischen Eliten statt, wer sich am deutlichsten vom amerikanischen Traum distanzieren kann. Dieser wird zunehmend als Lüge, als Mythos wahrgenommen, der nur Ungleichheit, Geisteskrankheiten und Armut produziere.

Der Richtspruch der 99 Prozent verurteilt ohne Prozess alle, die zu Sündenböcken erklärt werden. Die erfolgreichsten Amerikaner werden als Gefahr für den sozialen Zusammenhalt verkauft. Dahinter steckt natürlich der vorherrschende Trend, Sicherheit über Freiheit zu stellen. Der Begriff „Homeland Security“ als solcher sagt uns, dass ganz Amerika beschützt werden muss, dass alle Amerikaner potenzielle Opfer des Terrors sind. Heimat ist nicht mehr der Ort, den man schafft, an dem man sich frei fühlt, an dem man die Dinge so vorfindet, wie sie sein sollten, von dem aus man in die Welt hinaus schreiten kann. Stattdessen ist Heimat ein Ort, der nicht mehr sicher ist, wenn der Staat ihn nicht vorher gesichert hat. Heimat ist nicht mehr etwas, worauf man sich unbedingt verlassen kann. Unsere Heimat sollte die Verwirklichung unserer Freiheit sein. Stattdessen nehmen wir uns selbst die Freiheit und fürchten uns immer mehr, wobei wir uns immer weniger zuhause fühlen.

Trojanische Pferde

Es fällt uns immer schwerer, uns daheim zu fühlen mit der Art und Weise, wie die Dinge gegenwärtig im öffentlichen Leben stehen, weil unsere Freiheit den Rückzug angetreten hat. Familie, Vaterland und Gott waren, jeweils auf eigene Art, ein Ausdruck von Freiheit. Eine Familie bietet ihren Mitgliedern Freiheit durch Pflicht und Selbstverzicht und ist somit ein Ausdruck der erwachsenen Freiheit der Eltern. Es steckt Freiheit in der Idee einer freien Nation, deren Unabhängigkeit es wert ist, verteidigt zu werden; eine Nation auf Augenhöhe mit anderen Nationen, deren Freiheit ebenfalls Anerkennung verdient. Und natürlich ist Gott die groß geschriebene Freiheit. Aber die Idee von Gott ist auch ein Ausdruck der Gewissens- und Glaubensfreiheit der Bürger einer säkularen und toleranten Gesellschaft.

„Wer daran festhält, stolz auf sein Land zu sein, ist ein Redneck oder ein Nazi im Nadelstreifenanzug“

Gegenwärtige intellektuelle und politische Eliten halten jedoch selten solche Ideale hoch. Tatsächlich tun sie mit höherer Wahrscheinlichkeit das Gegenteil. Die „traditionelle“ Familie wird düster als ein Ort des autoritären Patriarchats wahrgenommen, ein Ort häuslicher Gewalt und Misshandlung. Was heute gelobt wird, ist die „moderne“ Familie mehrerer provisorischer und überlappender Eltern, in der Kinder nicht nur gesehen, sondern auch gehört werden, wo ihnen zugehört und nachgegeben wird. Wer daran festhält, stolz auf sein Land zu sein, ist ein Redneck oder ein Nazi im Nadelstreifenanzug. Was Gott angeht: Die Großstadt-Eliten kennen ihn nicht und haben kein Interesse daran, dies anderen zu erlauben. Ihre Vorstellung einer säkularen Gesellschaft ist eine, in der Gewissensfreiheit staatlich erzwungenen Gleichheitsregulierungen und Gesetzen nicht im Weg stehen darf. In der den Gläubigen ihre eigenen Institutionen wie die Ehe oder das Recht, ihre Kinder in Konfessionsschulen unterrichten zu lassen, verwehrt wird.

Tatsächlich sind die vorherrschenden Werte, die „modernen“ nicht-traditionellen Werte des 21. Jahrhunderts, die des Anderen. Der Außenseiter, nicht der Zugehörige, wird verehrt: der Immigrant anstelle des Einheimischen, das Multikulturelle statt des Monokulturellen, ein Europa ohne Grenzen, das den Bürokraten statt den Patrioten gehört. So wurden Marine Le Pen und der Front National hastig von Präsident Francois Hollande aus dem nationalen Trauertag nach dem Massaker von Charlie Hebdo ausgeschlossen. Auch nur die Vorstellung, jemand könnte Flagge zeigen und für französische Werte eintreten, wurde als politischer Opportunismus verdammt. Hollande verkündete: „Dies war eine Attacke auf unsere Freiheit. Wir müssen wir selbst sein, und wir müssen begreifen, dass unsere stärkste Waffe unsere Einheit ist. Nichts darf uns teilen oder auseinandertreiben.“ Nach der an Charlie Hebdo erinnernden Attacke in Kopenhagen war die damalige dänische Premierministerin Helle Thorning-Schmidt genauso sicher, dass Dänemark „geeint und stark“ bleiben würde. Wie Hollande verleugnete sie, dass der Angriff ein islamischer Terrorakt war, und stellte stattdessen fest, dass es sich bloß um einen terroristischen Angriff gehandelt habe: „Das ist kein Konflikt zwischen dem Islam und dem Westen, oder zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen. Das ist ein Konflikt zwischen den Grundwerten unserer Gesellschaft und gewalttätigen Extremisten.“

Sowohl Hollande als auch Thorning-Schmidt sprechen von einer inneren Einheit, von der sie beide wissen, dass es sie nicht gibt. Sie sind sich dessen bewusst, weil sie selbst Ergebnis und Inbegriff eines Systems sind, das Unterschiede im Namen kultureller Vielfalt und Inklusivität hochhält. Einheit basiert jedoch auf einer Ausgrenzung. Eins ist nicht zwei. Es gibt nur Heimat, wenn man dorthin heimkehren kann. Und wir können nicht heimkehren in eine Heimat, deren Werte wir ablehnen. Was genau sind die grundlegenden Werte der dänischen Gesellschaft, wenn nicht die des Westens? Multikulturelle Werte? Fast per definitionem sind sie somit nicht grundlegend, weil sie so durchlässig und offen sind, gleichzeitig alles und nichts.

Wenn westliche Gesellschaften von Terroristen angegriffen werden, die sich selbst als Muslime sehen, entscheiden unsere Anführer, diese Realität neu zu gestalten in Begrifflichkeiten, die den Geschehnissen weder Bedeutung noch Erklärung geben können. Sie sagen nicht mehr als, „wir werden von gewaltsamen Angreifern angegriffen“. Sie tun so, als hätten die Angriffe nichts damit zu tun, dass sie von gewaltbereiten muslimischen Angreifern aus den französischen Vororten ausgehen. Deswegen werden die Geschehnisse bedeutungslos, Zufall und erschreckender, als sie es wären, würden wir ihre Gründe anerkennen. Wäre es nicht besser, wenn ihre Staatsoberhäupter es den französischen und dänischen Bürgern überlassen würden, aus den sozialen und historischen Werten Kraft zu ziehen, die den Grundstein unserer westlichen Gesellschaften bilden? Universalismus? Freiheit? Toleranz? Kunst, Literatur und Philosophie? Und würde es nicht eine Verpflichtung zur Wahrheit beweisen, eine öffentliche Debatte zuzulassen, die offen gegenüber verschiedenen Standpunkten ist – wie etwa denen von Marine Le Pen oder Nigel Farage –, die argumentieren, dass diese Werte, diese Geschichte und nicht die unserer Feinde, diejenigen unserer Gesellschaft sind?

„Hollande verleugnet, dass es in Frankreich eine stark polarisierende Debatte um die Bedeutung des Französisch-Seins gibt“

Wenn Hollande in der vordersten Reihe einer Regenbogenkoalition von Eurokraten marschiert und so tut, als ob wir alle – selbst Juden und Palästinenser – einfach miteinander klarkommen könnten, dann ist das mehr als politische Naivität; es ist absichtliche Täuschung. Ohne eine Miene zu verziehen, verleugnet er, dass es in Frankreich eine stark polarisierende Debatte um die Bedeutung des Französisch-Seins gibt. Er geht einer Wahrheit aus dem Weg, der sich alle bewusst sind. Nämlich, dass die Attentäter, die Charlie Hebdo angriffen, „französisch“ waren und französisch bleiben. Keiner will sich mit der unangenehmen Wahrheit auseinandersetzen, dass die Attentäter das Ergebnis einer multikulturellen Kapitulation sind, die es ermöglicht hat – wie Frank Furedi in Spiked ausführte –, jenseits der Peripherie ein Märchenland, eine Art „Paristan“ entstehen zu lassen, eine Welt, in der Lehrer sich nicht trauen, über historische Fakten wie die Kreuzzüge oder den Holocaust zu sprechen und sich mit der Lüge des Kulturrelativismus vertrösten, man dürfe ja keinem seine Kultur „aufzwingen“.

Der tief empfundene Selbsthass der westlichen Kultur seitens französischer Eliten ist die wahre Wurzel des Hasses der Attentäter von Charlie Hebdo und der Banlieues. Was die Attentäter offenbarten, war die Leere im Herzen der gegenwärtigen französischen Gesellschaft, eine existenzielle Leere, die bei Millionen von Bürgern keine Loyalität generieren kann, egal, wie viele Almosen und Bestechungsgelder sie verteilt. Es ist diese Bedeutungslosigkeit des Französisch-Seins, die einen der wichtigsten Gründe für junge entfremdete Migranten darstellt, sich dem radikalen Islam zuzuwenden, um ihrem Leben irgendeinen Sinn zu geben. Derselbe Impuls bringt junge Frauen dazu, das multikulturelle London Richtung Syrien zu verlassen. Während das größtenteils ein Problem ist, das wir uns selbst geschaffen haben – das Resultat unserer eigenen ängstlichen Aufgabe jedweder Forderung gegenüber Immigranten, sich zu assimilieren (die erschreckenden Konsequenzen sind nun in Rotherham erkennbar) – die Realität ist, dass das jetzt ein echtes Problem darstellt.

Und nun geht es darum, eine Seite zu wählen. Entweder ist man für die Werte des Westens oder nicht. Nur auf der Basis solch einer Erklärung kann wirklich Einheit entstehen. Es ist Zeit, die Werte unserer Heimat geltend zu machen. Statt sich rührselig mit den Opfern dieser barbarischen Angriffe zu identifizieren – „Je Suis Charlie“ –, wäre es besser, Multikulti-Denken, Identitätspolitik und die Kultur der Empörung anzugreifen, die uns hierhergeführt haben. Eine der Wahrheiten, die Hollande & Co. wohl am meisten beschämen und unbedingt verleugnen wollen, ist die Tatsache, dass man meinen könnte, diese muslimischen Attentäter arbeiteten als militanter Flügel gegenwärtiger politischer Korrektheit.

Wo haben sie schließlich gelernt, dass im Westen Angriffe auf die Meinungsfreiheit toleriert werden? Aus ihrem sorgfältigen Studium des Koran? Eher unwahrscheinlich, wenn es so viel einfacher auf Twitter zu lernen ist, in den Kommentaren auf der Website des Guardian, von Kampagnen mit prominenter Unterstützung gegen die Pressefreiheit, wie etwa Hacked Off, von den ach so radikalen Feministen, die auf jedem Campus patrouillieren wie eine religiöse Sittenpolizei. Wie kommen sie darauf, dass es einen Blankoscheck für Gewalt gegen Juden gibt? Vielleicht wegen der routinierten und unablässigen Verurteilung Israels durch westliche Medien, durch die Forderung, Beschneidung zu verbieten, wegen all jenen, die mit dem Finger auf düstere finanzielle Verschwörer zeigen, die angeblich alle Fäden ziehen?

„Eine Gesellschaft, die der Freiheit den Rücken zugekehrt hat lädt die Feinde der Freiheit ein, sie zu versklaven“

Darüber mag man natürlich streiten. Aber diese Debatte muss in der Öffentlichkeit geführt werden dürfen. Je länger sie unterdrückt wird, aus Angst, die Öffentlichkeit könnte plötzlich ihre Maske der kulturellen Vielfalt abreißen und ihr wahres rassistisches und islamophobes Antlitz offenbaren, desto stärker wird die Entfremdung der Öffentlichkeit von ihren Eliten wachsen, genauso wie die Abneigung derer für unsere Gesellschaft, die sie am liebsten zerstören möchten. Eine Gesellschaft, die der Freiheit den Rücken zugekehrt hat, die Freiheit ablehnt, versklavt sich nicht nur selbst, sondern lädt die Feinde der Freiheit dazu ein, sie zu versklaven, weil sie demonstriert, dass sie bereits dabei ist, sich selbst in Ketten zu legen. Unser größtes Problem ist, dass unsere Anführer mehr Angst vor uns als vor unseren Feinden haben, und es ihnen lieber wäre, wenn wir nicht unsere Freiheit und Unabhängigkeit geltend machten.

Die Furcht vor „denen“

Wie lässt sich diese Furcht vor der Öffentlichkeit erklären? Natürlich gibt es viele Gründe. Angst vor den Massen ist nichts Neues. Seit Platons Kritik an der radikalen Demokratie Athens bildet sie eine der Triebkräfte der Politik. Die gesamte Mission der Europäischen Union, motiviert durch die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs, basiert darauf, die Öffentlichkeit fern der Straßen und aus der Politik zu halten – aus dem Glauben, die Mehrheit ließe sich zu leicht durch Rassismus und Nationalismus beeinflussen. Diese Lehre haben deutsche und französische Eliten aus den 1930ern gezogen – fälschlicherweise, bedenkt man, dass es die Abschaffung jeder Form (sowohl kommunistischer als auch faschistischer) von Straßenpolitik durch den deutschen Staat, gestützt durch die Armee, war, die die Macht der Nazis sicherte. Nichtsdestotrotz wurde Pegida sofort als Nazi-Bewegung abgetan, weil sie es wagte, sich gegen die Veränderung von Ostdeutschland durch muslimische Einwanderer auszusprechen und denjenigen Deutschen eine Stimme verlieh, die sich in Deutschland nicht mehr zu Hause fühlen. Besonders Letzteres mag den politisch Korrekten unangenehm sein, zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass es für viele der Wahrheit entspricht.

Pegida ist natürlich eine Ausnahme. Heutzutage ist die Öffentlichkeit doch eher apathisch. Was ein neuartiges Problem für gegenwärtige Eliten darstellt: das schwindelerregende Gefühl, auf Nichts zu schweben, ohne Rückhalt, ohne jede Basis der eigenen Führungskraft. Ein Beispiel: Keine politische Partei Englands genießt massenhafte Unterstützung. Politiker sehen sich entfremdet von einer Öffentlichkeit, für die sie gleichermaßen fern und fremd sind. Beide fühlen sich miteinander nicht wohl, wie Gordon Brown 2010 im Wahlkampf demonstrierte, als er eine Wählerin in Rochdale als „bigotte Frau“ bezeichnete. Politiker und Wähler befinden sich in einer sehr unangenehmen, unruhigen Beziehung. Doch Politiker brauchen immer noch ihre Stimmen, egal wie sehr sie die verschlossenen Türen von Komitees auch der Wahlkampfbühne vorziehen mögen. Am meisten haben sie bei Nationalismus, Einwanderung und Rassismus den Kontakt verloren. Eliten, die die Großstädte dieser Welt ohne Autorität oder Legitimation ihrer Macht bereisen, machen aus einer Welt ohne Grenzen und ohne Gewicht eine Tugend.

„Unsere politischen und kulturellen Eliten verstehen ihre eigene Öffentlichkeit als fremde Welt“

Tatsächlich freuen sich Politiker ohne jede Beziehung zur Welt – unserer Welt –, darüber, sich nicht festlegen zu müssen und an nichts gebunden zu sein. Sie haben kein Verständnis für Menschen, die darauf bestehen, dass sie irgendwohin gehören und andere Menschen woanders hin gehören. Solche Einstellungen werden zu Vorurteilen und Rassismus überspitzt. Hinter jedem, der Zugehörigkeit verteidigt, sehen sie einen Eiferer. Unsere politischen und kulturellen Eliten verstehen ihre eigene Öffentlichkeit als andere, fremde Rasse, als fremde Welt.

Die britische Labour-Partei demonstriert natürlich ständig, wie nah sie am Volk und der einheimischen Wählerschaft ist. 2014 musste Emily Thornberry zurücktreten, nachdem sie das Bild eines mit drei Englandflaggen bestückten Hauses mit der Überschrift „Bild aus #Rochester“ über Twitter teilte. Ihre Verachtung war nur zu spürbar. Eliten jeder politischen Couleur scheinen negativ auf einheimische Traditionen und positiv auf Traditionen und Rituale von Einwanderern zu reagieren. Nach den Charlie Hebdo-Attentaten musste der Kolumnist Bagehot vom Economistzugeben, dass ein Teil britisch-muslimischer Kommunen ihre Verurteilung der Attacken schnell wieder relativierten und stellte fest, dass Sparkhill in Birmingham nun zu weniger als zehn Prozent weiß und mehr als 70 Prozent muslimisch ist. „Die irischen Pubs und Geschäfte, die einst das Gebiet dominierten, haben jetzt größtenteils dichtgemacht“, notiert Bagehot. Aber das finde er „wundervoll“. „Sparkhill ist bunter geworden.“ 1

Wundervoll und bunter auf jeden Fall, auch wenn er weiter anmerkte, dass mehr als 40 Muslime aus der Gegend wegen Terrordelikten im Gefängnis sitzen und die Imame dort, wie viele in Großbritannien, der Integration in die britische Gesellschaft zutiefst feindlich gegenüberstehen. Scheinbar wurde der Patriotismus durch die Erfahrung der letzten zwei Weltkriege zerstört. Zumindest als akzeptables Thema bei Londoner Dinnerpartys. Aber der Patriotismus ist nicht verschwunden. Er sucht die Vorstellung einer politischen Klasse heim, die ihn benutzen muss, aber von seiner Verbannung und Austreibung träumt. Sie vergisst, dass Patriotismus nicht gleich Chauvinismus ist. Letzterer ist Identitätspolitik, wie sie im Buche steht. Patriotismus ist das Gefühl, zu Hause zu sein. Als solches versteht es sich nicht gut mit der gegenwärtigen Politik der Verstoßung der Heimat.

Der Staat ist das Instrument, mit dem die Öffentlichkeit in etwas verwandelt werden soll, das sich besser mit gegenwärtigen Vorstellungen verträgt“

Die Eliten verstehen dieses Gefühl einfach nicht. Bestenfalls wird es als langweilig, schlimmstenfalls als reaktionär und rassistisch gebrandmarkt. Der Staat ist das Instrument, mit dem die Öffentlichkeit in etwas verwandelt werden soll, das sich besser mit gegenwärtigen Vorstellungen verträgt. Er verlangt, dass wir alle miteinander klarkommen und möchte dies durch eine regulierend eingreifende Politik des gegenseitigen Respekts durchsetzen und durch die Zensur jedes Ausdrucks, der als politisch inkorrekte Sprache oder Meinung angesehen wird, egal wie harmlos er ist. Unzählige Initiativen sprechen vom Wiederaufbau der Öffentlichkeit, dem Aufbau von Gemeinden und großen Gesellschaften, während der öffentliche Raum tatsächlich durch Kameras, Zonen für geordnetes Trinken und Eindämmungspolitik gesäubert und kontrolliert wird. Die Öffentlichkeit wird stetig aus dem öffentlichen Raum vertrieben: ein Gebiet, das weitgehend vom Staat und kleinkarierten Beamten reguliert und kolonisiert wurde.

Im Schatten des schweigenden Gottes

Wir legen immer noch Lippenbekenntnisse im Sinne der Öffentlichkeit ab. Sie soll unabhängig sein, wir leben in Demokratien, wir verstehen die Bedeutung der öffentlichen Meinung und die Notwendigkeit einer legitimen Regierung. Trotz des Trends, sich auf „die Forschung“ oder „die Wissenschaft“ oder „die Experten“ zu verlassen, würden wir Aristoteles zumindest theoretisch zustimmen: Zwei Köpfe sind schlauer als einer. Wir mögen Machiavellis Überzeugung zwar nicht teilen, dass die Stimme des Volkes die Stimme Gottes ist, und ihm auch nicht zustimmen, dass nur durch die Wachsamkeit bewaffneter Bürgermilizen die Freiheit der Republik gewahrt werden kann. Doch seit der Aufklärung besteht ein starker, anerkannter Zusammenhang zwischen Öffentlichkeit und Freiheit.

„Die Öffentlichkeit wird immer mehr als Forschungsobjekt wahrgenommen, statt als Subjekt und Motor der Geschichte“

Monarchen wurden im Namen des Volkes gestürzt. Allgemeines Wahlrecht hat die Öffentlichkeit gestärkt und jedes westliche Staatsoberhaupt behauptet, als Repräsentant der Öffentlichkeit in einer stolzen Tradition von Freiheit und einer das Eigentum schützenden Demokratie zu stehen. Dennoch wird die Öffentlichkeit immer mehr als Forschungsobjekt wahrgenommen, statt als Subjekt und Motor der Geschichte. Noch entscheidender ist jedoch der Wandel der Bedeutung des Begriffes „Öffentlichkeit“. Für Philosophen wie Habermas stellte die öffentliche Sphäre noch einen Raum sozialen Lebens dar, der getrennt vom Privaten und vom Staat existiert, ein Raum der Gespräche und Debatten zwischen Individuen und Organisationen, die politische Vorgänge beeinflussen können. Für Hannah Arendt war es eine Welt, die wir gemein hatten, eine die „uns zusammenbringt und verhindert, dass wir übereinander herfallen“.

Heute ist mit der Öffentlichkeit eher der öffentliche Sektor als Kaffeehaus-Gesellschaften gemeint: Der Staat ist ins Zentrum gerückt, um Menschen direkt, ohne die Vermittlung der Öffentlichkeit, zu konfrontieren. Die gemeinsame Welt wurde durch den Kollaps der Ideologie und das Ende des Klassenkampfes ausgehöhlt. Linke Kritik tat während eines Großteils des 20. Jahrhunderts ihr Übriges, die Öffentlichkeit als eine Lüge anzugreifen, als „bourgeois“, als dünnen Schleier, der die kapitalistische Unterdrückung verdeckt. Mit der Ablehnung und Zerstörung dieser zugegebenermaßen bourgeoisen Öffentlichkeit bleibt nur noch der Staat: Die alten Bindungen von Familie, Nationalität und Religion wurden aufgelöst und angegriffen als Unterdrücker von Frauen, Schwulen, Ausländern, Atheisten usw.

In manchen Fällen war diese Kritik durch und durch verdient. Aber das Ergebnis ist die Zerstörung der gemeinsamen Sphäre. Eine neue Öffentlichkeit wurde nicht geschaffen. Stattdessen sind wir durch Identitätspolitik nun gespaltener, als wir es durch den Klassenkampf je waren. Ohne diese gemeinsame Öffentlichkeit heißt es: jeder gegen jeden. Die einzige Erklärung, die wir für unsere Lage finden können, basiert auf den Ideen des Sozialdarwinismus und individueller Gier: Die Gesellschaft ist nun ein Nullsummenspiel individueller Gewinner und Verlierer. Daraus resultiert die Besessenheit mit sozialer Ungleichheit und Mobilität. Freiheit muss bestenfalls den zweiten Rang einnehmen. Wir existieren praktisch als Schützlinge des Staates und werden wie Kinder behandelt.

„Die Öffentlichkeit hängt von der der Freiheit ab, die ermöglicht, öffentlich verschiedene Meinungen zu vertreten und zu debattieren“

Ohne diese individuelle, „bourgeoise“ Freiheit fehlt jedoch jede Basis einer lebendigen Öffentlichkeit. Schließlich hängt diese von eben jener Freiheit ab, die es Individuen und Organisationen ermöglicht, öffentlich verschiedene Meinungen zu vertreten und zu debattieren. Und ohne die Öffentlichkeit als Form der Vermittlung zwischen Staat und Volk werden, wie Hegel in „Grundlinien der Philosophie des Rechts“argumentiert, Individuen „mit dem organisierten Staat verglichen“ und deshalb „als Masse oder Haufen dargestellt, als unorganisierte Meinung und Wille oder als eine bloße kollektive Kraft“. Oder, wie Marx es in „Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte“formuliert, leben wir jetzt zusammen als Öffentlichkeit, „wie Kartoffeln in einem Sack einen Sack Kartoffeln bilden“.

Vielleicht eine tatsächliche Öffentlichkeit, aber keine Öffentlichkeit, die sich selbst als solche bewusst ist, und keine, wie sie sein könnte. Eine Öffentlichkeit, die eine passive und fatalistische Einstellung annimmt, in der ihre Entscheidungen keine Bedeutung zu haben scheinen (eine Öffentlichkeit für sich, mit Hegels Worten) oder eine Öffentlichkeit, die sich über Nacht in einen Twitter-Mob verwandeln kann, in dem Glauben, dass er ihre Bedürfnisse erfüllen könne (eine Öffentlichkeit an sich). Aber keine Öffentlichkeit an und für sich, keine Öffentlichkeit, die Unabhängigkeit und Verwirklichung erreicht, indem sie erkennt, dass ihre sozialen Institutionen die sind, die sie haben sollte, weil sie diese erstens geerbt und zweitens erschaffen hat, Institutionen, in denen sie sich zu Hause fühlt. Heute fehlt uns, dem Volk, dieses angenehme Gefühl, zu Hause zu sein: Wir spüren eine Kluft zwischen den privaten und sozialen Aspekten unserer Persönlichkeiten und haben keine gemeinschaftliche Brücke, sie zu verbinden. Vollkommene menschliche Freiheit braucht eine Gesellschaft und wir leben in Gesellschaften, weil wir zu mehr Freiheit getrieben werden und mehr Freiheit wollen. Unsere individuelle Freiheit sollte sich in unserer Gesellschaft zu Hause fühlen, doch das tut sie nicht.

„Die Öffentlichkeit kann sich nur selbst konstituieren, indem sie an und für sich handelt“

Es gibt keine einfache Lösung für die Probleme, denen wir gegenüberstehen, wenn es darum geht, einen Weg zu finden, sich in einer Gesellschaft zu Hause zu fühlen, die scheinbar darauf versessen ist, asozial zu sein, die das Gesicht des Staates und seiner Lakaien gegen die Öffentlichkeit an sich gewandt hat. Sich eine neue soziale Bewegung zu wünschen, ist entweder ein abstrakter oder ein gefährlicher Zeitvertreib. Die Öffentlichkeit kann sich nur selbst konstituieren, indem sie an und für sich handelt. Und das kann nur passieren, wenn Menschen selbst bestimmen, indem sie frei entscheiden, das zu tun, was sie für richtig halten, und dabei andere als Gleichgesinnte erkennen und mit ihnen in Organisationen von Gleichgesinnten zusammenkommen; Organisationen, die unsere Geselligkeit ausdrücken – unser fortschreitendes Streben nach Solidarität.

Heute kann es Individuen sehr schwer erscheinen, zu wissen, wie man sich verhält, was man tun sollte. Die Gesellschaft stellt ein paar leicht verständliche Schilder auf. Wir behaupten, uns unserer Werte nicht sicher zu sein. Aber trotzdem, wenn es darauf ankommt, wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, wissen wir doch, was richtig ist. Was uns fehlt, ist der Mut, unsere Ausreden aufzugeben und den Sprung zu wagen: zu sagen, was wir denken, und es öffentlich zu sagen. Je mehr Menschen sich trauen, dieses Risiko einzugehen und öffentlich zu experimentieren, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir die aktuelle Existenzkrise überleben. Solch eine Vorführung bürgerlicher Pflicht und öffentlichen Geistes wird Widerstand und Konflikte hervorrufen, aber das ist nur zu erwarten.

In einer wirklich öffentlichen Sphäre und nicht irgendeiner gesäuberten, bürokratisierten Weichspüler-Version einer echten Gesellschaft, sind Widerstand und Konflikt gesund. Erwachsene sagen, was sie denken, und gewinnen Freunde und Feinde. Erwachsen sein bedeutet, damit leben zu können, dass andere anderer Meinung sind. Tatsächlich bedeutet es, sich darüber zu freuen, denn in Meinungsverschiedenheiten und Konflikten sehen sie ein Spiegelbild ihrer eigenen Freiheit. Der erste Schritt ist der Mut von Menschen, in der Öffentlichkeit zu handeln und Verantwortung zu übernehmen – also ihre Freiheit zu demonstrieren. Das bedeutet, Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei anderen anzuerkennen. Es bedeutet, eine Unterscheidung zu treffen, ein Werturteil, zwischen der Art und Weise, wie unsere Gesellschaft aufgebaut ist, und wie andere Gesellschaften aufgebaut sind.

Wir mögen die Unterscheidung zwischen „uns“ und „denen“ nicht unbedingt als eine zwischen Zivilisierten und Barbaren sehen, wie Chris Kyle. Aber gewillt zu sein, sich für das einzusetzen, was uns zusammenbringt, wie Familie, Vaterland und sogar Gott, bedeutet einfach, die Tatsache der dreigeteilten Natur der menschlichen Welt in das Private, das Öffentliche und das Heilige anzuerkennen. Eine Unterteilung, für die wir in der westlichen Tradition schon vor Jahrtausenden, in Aristoteles „Politik“, Argumente finden konnten.