21.09.2026

Der Ketzer von Lausanne

Von Andrea Seaman

Titelbild

Foto: Martin Abegglen via Flickr / CC BY-SA 2.0

Der Philosoph Prof. Michael Esfeld ist ins Visier der Westschweizer Medien geraten, weil er sein neues Buch auch online bei der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung präsentieren will.

Die Tat besteht aus einem Zoom-Link. Am 29. September stellt Michael Esfeld, ordentlicher Professor für Wissenschaftsphilosophie an der Universität Lausanne, sein neues Buch „Selbstbestimmt jetzt!“ in einer Onlineveranstaltung der Desiderius-Erasmus-Stiftung vor. Die Stiftung steht der AfD nahe. Mehr ist nicht geschehen. Esfeld ist weder Mitglied der AfD noch gehört er einer ihrer Unterorganisationen an. Er tritt nicht im Namen seiner Universität auf. Die Onlineveranstaltung ist für zwei Stunden angesetzt und gilt seinem Buch über Freiheit, Selbstbestimmung und die Grenzen staatlicher Macht.

In der Westschweiz, wo Esfeld an der Universität Lausanne lehrt, braute sich daraus binnen weniger Tage ein Mediensturm zusammen. Den Auftakt machte Le Courrier am 12. September mit der Frage „Ein Professor der Universität Lausanne mit Nähe zur AfD?“ Zwei Tage später zogen die größeren Blätter nach. 20 minutes fragte: „Ein Philosoph der Universität Lausanne mit Verbindungen zur deutschen extremen Rechten?“ 24 heures stellte bereits im Titel fest: „Die Nähe eines Professors der Universität Lausanne zur extremen Rechten wirft Fragen auf.“ Aus einem Auftritt bei einer Stiftung war binnen eines Wochenendes eine „Nähe“ zur extremen Rechten geworden.

Ob sich die Redaktionen abgesprochen haben, ist nicht belegt. Nötig war es auch nicht. Die Kampagne organisierte sich durch Wiederholung. Einer setzte den Verdacht in die Welt, die anderen übernahmen seine Begriffe, seine Quellen und seine Nebenhandlungen. Esfelds frühere Kritik am Covid-Gesetz wurde hervorgeholt, ebenso eine von ihm miterfasste und von Javier Milei und Jordan Peterson unterstützte Erklärung zur westlichen Zivilisation. Nichts davon beweist Rechtsextremismus. Zusammengestellt soll es trotzdem so aussehen. Hier wird also eine Kontaktschuld konstruiert. Die Ideen des Philosophen bleiben unwiderlegt; dafür wird der Raum um ihren Urheber verdunkelt.

Wo bleibt der Rassismus?

Bemerkenswert ist zunächst, was in den drei Artikeln fehlt. Keiner nennt einen rassistischen Satz Esfelds. Keiner nennt eine rechtsextreme Forderung aus seinem Buch. Keiner zeigt, dass er der AfD beigetreten wäre, für sie geworben oder ihr Programm verteidigt hätte. Stattdessen bleibt der Verdacht grammatisch in der Schwebe. Le Courrier fragt, ob Esfeld „der AfD nahestehe“. 20 minutes fragt, ob er „mit der deutschen extremen Rechten verbunden“ sei, und stellt den Abschnitt über ihn unter die Überschrift „Ein umstrittenes Profil?“. 24 heures eröffnet mit dem Satz: „Eine Teilnahme, die die Universität Lausanne in Verlegenheit bringen könnte.“ Fragezeichen und Konditional erzeugen den Verdacht, ohne ihn beweisen zu müssen. Esfeld wird nicht ausdrücklich als Rechtsextremist bezeichnet; sein Name wird nur so lange neben das Wort „rechtsextrem“ gestellt, bis beim Leser genau dieser Eindruck zurückbleibt.

Doch wer eine Frage stellt, behauptet, die Antwort sei offen. Dann müsste er dem Leser das Material für beide möglichen Antworten vorlegen. Genau das geschieht nicht. Für die belastende Antwort werden die AfD, die Desiderius-Erasmus-Stiftung, Javier Milei, Jordan Peterson und Esfelds frühere Kritik am Covid-Gesetz in einem negativen Licht aufgeboten. Für die entlastende Antwort bleibt fast nur Esfeld selbst. Zwar darf er erklären, dass seine Ansichten „weder rassistisch noch rechtsextrem“ seien. In der Dramaturgie der Artikel erscheint das jedoch lediglich als erwartbare Verteidigung des Beschuldigten. Selbst seine Tätigkeit im Stiftungsrat des Liberalen Instituts in der Schweiz wird unter die verdächtigen Verbindungen gereiht – liberal, wie entsetzlich!

„Wer wissen will, ob ein Philosoph rassistisch oder rechtsextrem denkt, muss seine Gedanken prüfen. Diese einfache Arbeit haben die Autoren nicht geleistet."

Für das gewünschte Urteil bietet Le Courrier außerdem einen offenkundig voreingenommenen Gewährsmann auf. Ein ehemaliger Forscher für politische Philosophie reagiert aus sicherer Anonymität zunächst mit „Da fehlen wir mir die Worte“ und nennt die von Esfeld unterschriebene Erklärung zur westlichen Zivilisation anschließend „reines ideologisches Geschwätz“ und eine „Aneinanderreihung von Klischees und historischen Verkürzungen“. Das Urteil war offenbar druckreif; nur für den Namen reichte die Überzeugung nicht. Einen zweiten Wissenschaftler, der die Erklärung anders beurteilt oder Esfelds Denken sachlich einordnet, hat die Zeitung nicht befragt. Der eine anonyme Gegner darf also das vernichtende Urteil liefern; ein Fachkollege mit einer abweichenden Einschätzung kommt nicht vor.

Noch schwerer wiegt, dass die Artikel den naheliegendsten Gegenbeweis gar nicht untersuchen: Esfelds eigenes Werk. Eine journalistische Hexenjagd wird nicht dadurch ausgewogen, dass ihr Ziel kurz bestreiten darf, was der übrige Text fortwährend suggeriert. Wer wissen will, ob ein Philosoph rassistisch oder rechtsextrem denkt, muss seine Gedanken prüfen. Diese einfache Arbeit haben die Autoren nicht geleistet. Sie hatten ihre Antwort bereits, bevor sie ihre Frage stellten. Das ist keine ergebnisoffene Recherche, sondern fauler Journalismus im Dienst der Charaktervernichtung.

Ein Blick in sein neustes Buch „Selbstbestimmt jetzt!“ hätte diese Konstruktion ruiniert. Esfeld bestimmt das allgemeine Gut als „Freiheit als Selbstbestimmung“, genauer: als „Gewährleistung des Grundrechts auf Selbstbestimmung über das eigene Leben für alle“. Nicht für Deutsche. Nicht für Europäer, Christen oder Weiße. Für alle. Seine moralische Einheit ist der einzelne Mensch, nicht das Volk, die Nation oder die Rasse. Sein philosophischer Gegner ist gerade die Unterordnung des Einzelnen unter angebliche kollektive Güter.

Esfeld verteidigt den „universellen Geltungsanspruch der Menschenrechte“ und eine Rechtsordnung mit „gleichem Recht für alle“. Als Beispiele nennt er Frauen, die vom iranischen Mullah-Regime unterdrückt werden, und kulturelle Minderheiten, deren Eigenständigkeit die chinesische Führung beseitigt. Er betont eigens, dass diese Menschen religiös und kulturell nicht zur christlich-abendländischen Zivilisation gehören. Ihre Rechte hängen für ihn nicht von ihrer Zugehörigkeit zu dieser Zivilisation ab. Sie besitzen sie als Menschen.

„Esfeld lehnt einen staatlich vorgeschriebenen Lebenssinn ebenso ab wie die zentrale Planung menschlicher Lebenswege.“

Auch seine Verteidigung der Wissenschaft ist nicht rassisch, sondern universalistisch. Es gebe keine chinesische, muslimische oder indigene Physik, die anderen Naturgesetzen gehorche als die europäische Physik. Was er meint, ist unmissverständlich. Eine Theorie ist nicht weiß, schwarz oder asiatisch. Newtons Hautfarbe erklärt nicht die Bewegung der Planeten, und Einsteins Herkunft entscheidet nicht über die Relativitätstheorie. Wer darin Rassismus findet, hat den Begriff so lange bearbeitet, bis er sein Gegenteil bezeichnet.

Esfeld preist die Abschaffung der Sklaverei, die allgemeinen Menschenrechte, freie Wissenschaft und die Unterwerfung der Herrschaft unter das Recht. Er lehnt einen staatlich vorgeschriebenen Lebenssinn ebenso ab wie die zentrale Planung menschlicher Lebenswege. Seine offene Gesellschaft soll auf der „spontane[n], freiwillige[n] Interaktion der Menschen“ beruhen und mit den Menschen entstehen, „so, wie sie sind“. Da findet sich keine Rassenhierarchie, kein ethnischer Staatsbegriff, keine Forderung nach ungleichen Bürgerrechten, kein Antisemitismus, keine Verherrlichung von Gewalt und kein Führerprinzip. Es findet sich nicht einmal ein exklusiver Nationalismus. Wer das rechtsextrem nennt, muss erklären, was am gleichen Recht für alle zu weit rechts sein soll.

Wider die Postmoderne

Dass Esfeld Wokeness, Postmodernismus und Szientismus angreift, ändert daran nichts. Keine dieser Ideologien ist eine Hautfarbe, und ihre Kritik ist keine Rassendiskriminierung. Im Gegenteil. Wokeness überwindet Rassismus und Sexismus nicht, sondern führt beide unter moralisch umgekehrten Vorzeichen wieder ein. Sie verteilt Schuld, Unschuld, Glaubwürdigkeit und gesellschaftliche Autorität nach Hautfarbe und Geschlecht. Der Einzelne zählt nicht mehr als Person, sondern als Exemplar einer Täter- oder Opfergruppe. Rassismus hört jedoch nicht auf, Rassismus zu sein, wenn man lediglich die bevorzugten und die verdächtigen Hautfarben vertauscht; ebenso wenig wird Sexismus fortschrittlich, wenn er Männer pauschal zu Unterdrückern und Frauen zu Opfern erklärt.

Der politisierte Postmodernismus liefert dafür die intellektuelle Ausrede. Wo allgemeine Wahrheit und universelle Maßstäbe zu bloßen Erzeugnissen von „Macht“ erklärt werden, entscheidet nicht mehr die Güte eines Arguments, sondern die Identität seines Sprechers. Wer so denkt, macht das Vorurteil zur Herrschaftsmethode.

Der Szientismus bildet dazu den scheinbaren Gegenpol und führt doch zum gleichen despotischen Ergebnis. Aus begrenztem Wissen wird ein Herrschaftsanspruch, aus einer Hypothese eine politische Anweisung und aus dem Fachmann ein Vormund oder Priester. Gerade der Nationalsozialismus gab seinem Rassismus mit Rassenbiologie, Erbgesundheitslehre und Eugenik den Anstrich objektiver Wissenschaft. Die Kritik an Wokeness, Postmodernismus und Szientismus führt daher nicht zum rassistischen Denken. Sie greift dessen alte Grundmuster an, das heißt die Einteilung von Menschen nach Gruppen, die unterschiedliche Bewertung ihrer Stimmen und die Verkleidung politischer Unterdrückung als wissenschaftliche Notwendigkeit.

„Besonders provinziell ist die Vorstellung, ein Professor dürfe nur vor politisch einwandfreiem Publikum sprechen.“

Ähnlich verhält es sich mit Esfelds Rede vom „postmodernen Totalitarismus“. Man kann den Begriff für zu groß halten. Man kann bezweifeln, dass Corona-, Klima-, Wokeness-, Kriegs- und Einwanderungspolitik Teile eines einheitlichen Herrschaftsnarrativs sind. Das könnte Gegenstand einer ernsthaften Debatte sein. Esfelds These lautet jedoch nicht, heutige Aktivisten seien Nationalsozialisten. Er beschreibt eine politische Tendenz. Menschen werden wieder als Angehörige von Gruppen behandelt; Sprache wird zur Gedankenkontrolleurin; abweichende Meinungen gelten nicht mehr als Irrtümer, sondern als Gefahren; Medien, Universitäten und staatliche Stellen gleichen ihre Moralvokabulare an; und wer die gemeinsame Erzählung bestreitet, soll nicht debattiert, sondern gesellschaftlich unbrauchbar gemacht werden. Die drei Artikel der Kontaktschuldkampagne liefern unfreiwillig Anschauungsmaterial dafür.

Der Philosoph und sein Publikum

Besonders provinziell ist die Vorstellung, ein Professor dürfe nur vor politisch einwandfreiem Publikum sprechen. Philosophie begann nicht in einem amtlich geprüften Seminarraum. Sokrates redete auf dem Marktplatz mit Bürgern, Politikern, Jünglingen, Kriegern, Sophisten und Narren. Er verlangte von seinen Gesprächspartnern keine Gesinnungsbescheinigung, bevor er ihre Begriffe untersuchte. Ein Philosoph, der nur noch mit Menschen sprechen soll, die zuvor eine politische Unbedenklichkeitsprüfung bestanden haben, wird zum Funktionär der Gesinnungskontrolle.

Falls die AfD tatsächlich so rassistisch und geistig verwahrlost wäre, wie Esfelds Kritiker behaupten, müssten sie seinen Auftritt begrüßen. Denn was wird ihr Publikum von ihm hören? Dass jedem Menschen Selbstbestimmung zukommt. Dass Menschenrechte universell gelten. Dass Minderheiten ihre kulturelle Eigenständigkeit verteidigen dürfen. Dass Herrschaft an gleiches Recht gebunden werden muss. Dass Menschen nicht dressiert und ihre Lebenswege nicht zentral geplant werden dürfen. Sollte ein Rassist Esfeld aufmerksam zuhören und ihm zustimmen, wäre er hinterher kein Rassist mehr. Offenbar fürchten seine Kritiker nicht, dass Esfeld sich dem Publikum anpasst. Sie fürchten, dass ein unerlaubtes Publikum mit einem liberalen Argument in Berührung kommt.

Die AfD ist zudem nicht mit der NSDAP identisch. Man kann einzelne Funktionäre, Programme und Forderungen der AfD scharf kritisieren, ohne die deutsche Geschichte in ein anachronistisches Schimpfwortlager zu verwandeln. Die AfD ist eine legal tätige, im Parlament vertretene Partei und liegt derzeit in sämtlichen erfassten bundesweiten Umfragen mit ungefähr 30 Prozent deutlich vor der Union. Sie ist damit gegenwärtig die stärkste politische Kraft in den Umfragen. Wer das Gespräch mit ihrem Umfeld für moralisch unzulässig erklärt, erklärt nicht eine kleine Sekte für unberührbar, sondern Millionen Bürger.

Gutachten und Moral-Aufsichtsräte

Als wichtigste Autorität zitieren die Westschweizer Artikel das Deutsche Institut für Menschenrechte. Dieses veröffentlichte 2022 ein Gutachten gegen die staatliche Förderung der Desiderius-Erasmus-Stiftung. Es stützte sein Urteil auf die erklärte Nähe der Stiftung zur AfD, ihre Verbindungen zu Akteuren der Neuen Rechten und auf Inhalte, die es selbst als rechtsextrem einordnete. Für die Westschweizer Zeitungen genügt dieses Urteil, um auch Esfeld in den Verdachtsraum zu ziehen.

Ein Jahr später publizierte dasselbe Institut eine Analyse mit dem Titel „Warum die AfD verboten werden könnte“. Es befürwortete damit nicht bloß effektiv die Kritik oder politische Niederlage der AfD, sondern stellte die juristische Argumentation für ihren Ausschluss aus dem Parteienwettbewerb bereit. Das Institut selbst wird vom Deutschen Bundestag finanziert. Bereits 2019 erhielt es rund 3,07 Millionen Euro unmittelbare Bundeszuwendungen sowie weitere 1,67 Millionen Euro Drittmittel von Bund und Ländern.

Seine Position zum Parteienverbot macht das Institut nicht nationalsozialistisch. Eine solche spiegelbildliche Kontaktschuld wäre ebenso stumpf wie die Kampagne gegen Esfeld. Doch sein politischer Standort muss genannt werden. Eine staatlich finanzierte Institution, die Argumente für das Verbot der mittlerweile umfragestärksten Oppositionspartei liefert, ist in dieser Frage kein unbeteiligtes Orakel. Das Grundgesetz kennt das Parteiverbot als äußerstes Mittel der wehrhaften Demokratie. Gerade deshalb darf es nicht zur Verwaltungslösung für eine Opposition werden, die den Regierenden zu groß geworden ist. Wer fast einem Drittel der Wähler die politische Wahlmöglichkeit nehmen will, trägt eine schwerere Beweislast als ein Philosoph, der mit diesen Wählern spricht.

„Wer schon das Gespräch mit den ‚Falschen’ als Rechtsextremismus brandmarkt, bekämpft die freie Wissenschaft und macht sich zum Feind der Vernunft.“

Die eigentliche Nähe zu autoritärem Denken zeigt sich in der Vorstellung, demokratisch seien nur Entscheidungen, die die Zustimmung der richtigen Institutionen finden. Esfelds Forderung nach allgemeinen Rechten und freiwilliger Kooperation liegt davon denkbar weit entfernt. Bei seinen Kritikern hingegen gilt Freiheit offenbar nur innerhalb genehmigter Grenzen. Das Wahlvolk darf wählen, solange es richtig wählt; der Professor darf sprechen, solange er im richtigen Raum spricht; die Universität darf frei forschen, solange das Ergebnis den Moral-Aufsichtsräten gefällt. So wird Freiheit unter Vorbehalt gestellt.

Le Courrier, 20 minutes und 24 heures haben keinen Rechtsextremismus bei Michael Esfeld entdeckt. Sie haben eine Veranstaltung entdeckt und um sie herum eine politische Infektionsgeschichte geschrieben. Sein Auftritt genügt als Verbindung zur AfD. Das Menschenrechtsinstitut steuert das Urteil bei, seine Kritik an den Corona-Maßnahmen soll den Verdacht erhärten. Die Namen Milei und Peterson laufen als weißes Rauschen im Hintergrund. Sie sollen die gewünschte politische Stimmung erzeugen und ersparen es den Autoren, sich damit zu befassen, wer diese beiden Männer sind und was sie tatsächlich vertreten. Und Esfelds eigenes Denken stört die Erzählung. Deshalb kommt es lediglich in einigen Schlagwörtern vor; geprüft wird es nicht.

Das ist Cancel Culture. Noch wird kein Vortrag verboten und kein Professor entlassen. Zunächst wird sein Name präpariert. Die Universität soll sich distanzieren, Kollegen sollen sich fragen, ob der Umgang mit ihm noch ratsam ist, Veranstalter sollen den möglichen Ärger mitdenken. Am Ende braucht niemand einen Zensurbefehl. Jeder hat verstanden, was von ihm erwartet wird.

Michael Esfeld hat nichts zu widerrufen. Ein Philosoph darf mit jedem sprechen. Wer schon das Gespräch mit den ‚Falschen’ als Rechtsextremismus brandmarkt, bekämpft die freie Wissenschaft und macht sich zum Feind der Vernunft. Er will keine Argumente, sondern Gehorsam. Das ist der faule Kern dieser Kampagne. Sie widerlegt „Selbstbestimmt jetzt!“ nicht. Sie zeigt, warum dieses Buch geschrieben werden musste.

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