06.06.2017

Wo ist die Wahrheit?

Von Novo-Redaktion

„Fake News“ sind kein neues Phänomen. Heute soll der Kampf gegen sie neue Formen der Zensur rechtfertigen

Fake News scheinen heute überall zu sein. Gefälschte Nachrichten, die die öffentliche Meinung beeinflussen sollen. Sie strömen durch die sozialen Netzwerke, und Unternehmen wie Facebook werden scharf dafür kritisiert, nicht genügend gegen Fake News zu tun. Gleichzeitig wird die Bedeutung der etablierten Medien betont, die angeblich die einzig sinnvolle, weil verlässliche Informations- und Nachrichtenquelle sein sollen. Dabei sind Falschmeldungen so alt wie das Nachrichtengeschäft und keineswegs eine Erfindung von Facebook. Früher nannte man Fake News Propaganda. Erfundene oder verfälschte Nachrichten, die bewusst gestreut wurden, um die öffentliche Meinung in eine bestimmte Richtung zu lenken.

In den vergangenen Jahren haben sich die Medien auch nicht als Bollwerk gegen tendenziöse Berichterstattung erwiesen, sondern Propaganda fleißig mitverbreitet. Stets wurde das als Wahrheit vorgestellt, was dem eigenen Weltbild am ehesten entsprach. Waren das nun Geschichten über angeblich erschöpfte Ölressourcen („Peak Oil“), die einseitig mörderischen Serben im Balkankrieg oder eingebildete Gefahren der grünen Gentechnik. Dass heute immer mehr Menschen nicht zwischen „richtigen“ Nachrichten aus der Tagesschau und Quatsch im Internet unterscheiden können, haben sich die etablierten Medien selbst zuzuschreiben. Aber tragischer als Fake News sind die geforderten Konsequenzen. Wahrheitswächter und Berufslöscher sollen in den sozialen Netzwerken Lügenbotschaften eindämmen. Auch dafür gibt es schon lange ein Wort: Zensur. Und wo Zensur Einzug hielt, ist der Wahrheit noch nie geholfen worden.