06.06.2017

Wahl der Alternativlosigkeit

Von Novo-Redaktion

In Deutschland im Jahr der Bundestagswahl stehen die Zeichen auf Stagnation. Die Parteien verweigern positive Konzepte für die Zukunft

Kaum war Martin Schulz mit großer Geste angetreten, um Angela Merkel in ihre Schranken zu weisen, da wurde der Schulz-Zug schon zur Bummelbahn. Dieselben Medien, die den SPD-Kandidaten gefeiert hatten, als wäre er schon ins Kanzleramt eingezogen, rätselten nun, wie die Euphorie um dem Sozialdemokraten so schnell zusammenbrechen konnte. Dabei stellt sich vielmehr die Frage, worüber man eigentlich euphorisch sein sollte. Denn außer einem Gesicht mit Bart hat Schulz gar nichts zu bieten. Einst traten Herausforderer mit dem Anspruch an, das Land zu „reformieren“. Das Gesundheitssystem, den Arbeitsmarkt, die Bildung. Eine der wenigen bisher bekannten Ideen von Martin Schulz hingegen ist, die Gehälter von Managern zu begrenzen. Symbolische Umverteilungspolitik statt Wohlstand für alle. Bei vergangenen Wahlen wurde stets um die Wahlbeteiligung gebangt. In diesem Jahr wünscht man sich offenbar die Politikverdrossenheit der 1990er-Jahre zurück. Dann würden vielleicht all jene Unzufriedenen zuhause bleiben, von denen man fürchtet, sie sympathisierten mit der Alternative für Deutschland.

Wie alles umgreifend die Ideenarmut ist, erkennt man auch daran, dass selbst die Radikalopposition der AfD nur darauf hinausläuft, Deutschland wieder zu einer Prä-Euro-BRD rückzubauen und gegen alle schädlichen Einflüsse abzuschirmen. Es wird Zeit, dass in der Politik endlich wieder darüber geredet wird, wie wir an einer besseren Zukunft für alle arbeiten können.