26.11.2009

Der Weltuntergang fällt aus!

Essay von Günter Keil

Zweifel an der These vom menschengemachten Klimawandel häufen sich. Die Alarmisten rudern vorsichtig zurück, doch die Politik schaltet weiter auf Durchzug.

Den Klimawandel gibt’s tatsächlich. Genau genommen gab es ihn schon immer. Auch jetzt erleben wir ihn, und zwar als einen langsamen Anstieg der globalen Temperatur, der allerdings seit 1998 eine Pause macht. Dieser Erwärmungstrend lässt sich seit rund 150 Jahren beobachten. Er setzte ein, als die „Kleine Eiszeit“, die Europa zwischen 1500 und 1850 in zwei aufeinanderfolgenden Kälteschocks im Griff hatte, zu Ende ging. Seither nähert sich die mittlere Erdtemperatur dem Zustand einer Warmzeit, wie sie das vorletzte Mal zwischen 200 v. Chr. und 200 n. Chr. als „Römische Warmzeit“ und das letzte Mal im Mittelalter zwischen 900 und 1350 n. Chr. herrschte. Damals betrieben die Wikinger im teilweise eisfreien Grönland – ihrem Grünland – Landwirtschaft. Die Rückkehr zu einer Warmzeit lässt seit 150 Jahren den Meeresspiegel langsam und gleichmäßig ansteigen. Mitte des 19. Jahrhunderts begann auch der Rückzug vieler Gletscher.

Diese Erwärmung wird vom UN-Weltklimarat IPCC als überwiegend vom Menschen verursacht gedeutet – als Folge der Emission von sogenannten Treibhausgasen, insbesondere CO2. Verbunden wird das mit der Darstellung von Weltuntergangsszenarien nebst dramatischen Verhinderungsappellen.21 Dabei konnte bis heute eine Reihe von Widersprüchen der IPCC-Thesen nicht ausgeräumt werden. So stieg die Durchschnittstemperatur der Erde zwischen 1945 und 1975 nicht etwa an – ganz im Gegensatz zur CO2-Konzentration. Die Durchschnittstemperatur sank vielmehr deutlich, doch das IPCC weiß damit umzugehen: In den grafischen Temperaturdarstellungen, die eine gefährliche Entwicklung veranschaulichen sollen, wird stets das Ausgangsjahr 1850 als Messlatte angeführt. Das suggeriert dem Laien, die 1850 herrschende Globaltemperatur sei ein erstrebenswertes Ideal, von dem wir uns in den vergangenen anderthalb Jahrhunderten in Richtung einer gefährlichen Erwärmung entfernt haben. „Erwärmungspausen“ fallen aus dieser Perspektive nicht mehr sonderlich ins Gewicht. Geflissentlich übergangen wird dabei auch, dass 1850 das „Dalton-Minimum“ endete. So bezeichnet man die letzte Phase der für die Menschen schrecklichen, 350 Jahre andauernden „Kleinen Eiszeit“ mit ihrem letzten Temperatur-Tiefpunkt. Es erscheint arg befremdlich, just diese Epoche als Maßstab für irgendwelche Klimaschutzanstrengungen anzuführen. Die Verhältnisse waren damals extrem lebensfeindlich. Durch die langsame Wiedererwärmung der Erde haben wir uns glücklicherweise weit davon entfernt.

Die unterschätzte Sonne

In den letzten IPCC-Berichten wird eingestanden, dass über wesentliche Strahlungsantriebe des Klimas – insbesondere über die wichtigen abkühlenden Aerosole und über die Wirkungen der Sonne selbst – große Wissenslücken bestehen. Trotzdem wird der solare Einfluss auf das Klima als sehr gering eingeschätzt. Entsprechend sind die Computermodelle des IPCC programmiert worden. Dagegen haben Sonnenforscher längst erstaunlich genaue Korrelationen zwischen der Sonnenaktivität und den Klimaveränderungen auf der Erde für die zurückliegenden Zeiträume festgestellt. Es sind insbesondere die Sonnenflecken, die eine Aussage über die Sonnenaktivitäten erlauben. Aus historischen Aufzeichnungen konnte ein starker Zusammenhang zwischen einer niedrigen Sonnenfleckenaktivität und einem abkühlenden Klima abgeleitet werden. Sonnenflecken sind kältere, dunkle Regionen mit starken Magnetfeldern, die auf der Sonnenoberfläche sichtbar sind. Sie kommen und gehen regelmäßig in einem etwa elfjährigen Rhythmus, der 1843 von dem deutschen Astronomen Samuel Heinrich Schwabe entdeckt wurde.1 Die Sonnenfleckenzahl, die sich ebenfalls feststellen lässt, schwankt von Zyklus zu Zyklus. Bedeutend ist die Zahl auf den Höhepunkten eines Zyklus, denn das Erdklima hängt hiervon ab. Drastische Effekte gab es zwischen 1645 und 1715: In diesem 70-jährigen Zeitraum wurden insgesamt nur 50 Sonnenflecken beobachtet. Zum Vergleich: Ein normaler Zyklus weist etwa 45.000 Sonnenflecken auf. Diese Periode einer verhältnismäßig inaktiven Sonne mit nur 50 Sonnenflecken ist als das „Maunder-Minimum“ bekannt – der kälteste Teil der Kleinen Eiszeit, über deren negative Auswirkungen auf das Leben es viele historische Belege gibt. Vergleichbares geschah zwischen 1800 und 1830 im „Dalton-Minimum“ – einer zweiten sehr kalten Periode der Kleinen Eiszeit. Die Sonnenfleckenzahl war damals über zwei Zyklen hinweg mit einem Maximum von 40 außerordentlich niedrig. Und auch das kühle „1900-Minimum“ streckte sich über zwei Zyklen mit höchstens 60 Sonnenflecken.1,2,3,4

Der Vergleich der Temperatur der Meeresoberfläche mit der Anzahl der Sonnenflecken hat eine erstaunlich enge Korrelation ergeben. Über die vergangenen 130 Jahre zeigt sich ein nahezu deckungsgleicher Verlauf. Ganz im Gegensatz dazu ist die vom IPCC bevorzugte Verbindung zwischen CO2 und Temperaturanstieg alles andere als evident. Wissenschaftler beobachten derzeit sehr genau, wie der Sonnenzyklus Nr. 23, der eigentlich 2007 beendet sein sollte, in den folgenden Zyklus Nr. 24 übergeht. Aktuell befindet sich der Sonnenzyklus in einem Tal – dem tiefsten des vergangenen Jahrhunderts. In den Jahren 2008 und 2009 produzierte die Sonne Rekorde bezüglich niedriger Sonnenfleckenzahlen, schwacher Teilchenstrahlung (Sonnenwind) und niedrigerer Licht- und Wärmestrahlung. „In unserer beruflichen Karriere haben wir niemals etwas Vergleichbares gesehen“, kommentierte Dean Pesnell vom Goddard Space Flight Centre. „Das solare Minimum dauerte viel länger an, als wir es 2007 vorhersagten.“ Ende Mai 2009 hat ein internationales Expertengremium, unterstützt von der NASA, für den solaren Zyklus Nr. 24 vorhergesagt, dass er einer der schwächsten in der jüngeren Geschichte mit nur 90 Sonnenflecken im Mai 2013 sein wird.

Kommt ein neues Minimum?

Der beobachtete Zeitraum ist noch zu kurz, um sichere Aussagen über den aktuellen und den kommenden Zyklus zu treffen, zumal Sonnenfleckenzyklen bis zu 14 Jahre andauern können. Deshalb sind sich die Forscher noch nicht einig: Der NASA-Sonnenphysiker David Hathaway sieht das gegenwärtige Sonnen-Minimum noch gut innerhalb der Normen für Solarzyklen. Er stellte fest, dass die Sonne zu Beginn des 20. Jahrhunderts doppelt so lange passiv war wie momentan. Andere jedoch warnen: William Livingston und Matthew Penn vom National Solar Observatorium in Tucson, Arizona, schließen aus ihren Forschungen über die magnetischen Felder der Sonnenflecken, dass die Inaktivität womöglich sogar bis 2014 anhalten werde. Doch wie es danach weitergeht, können auch sie nicht sagen. Auch die Wissenschaftler Cornelius de Jager und Silvia Duhau kamen mit ihren Forschungen über die Eigenschaften der Sonne zu der Schlussfolgerung: „Das System erlebt einen Übergang vom jetzigen ‚Großen Maximum‘ auf eine Periode niedrigerer Sonnenaktivität. Nach 2014 könnte eine Abkühlung wie um 1810 im Dalton-Minimum einsetzen.“4

Khabibullo Abdusamatow, der Leiter des russischen Pulkowo Astronomischen Observatoriums, stimmt diesen Prognosen zu. Er rechnet mit dem Beginn einer Abkühlung zwischen 2012 und 2015 mit einem Tiefpunkt um 2041 und einer 55 Jahre anhaltenden Kälteperiode. Das Ausmaß dieser Abkühlung werde dem Maunder-Minimum ähneln.2 Dem physikalischen Zusammenhang zwischen der Sonnenfleckenaktivität und dem Erdklima sind erst vor wenigen Jahren die dänischen Forscher Henrik Svensmark und Eigil Friis-Christensen theoretisch und experimentell auf die Spur gekommen. Sie postulierten 1997, dass mit den Sonnenflecken eine Partikelemission – der sogenannte Sonnenwind – einhergeht, der das Magnetfeld der Erde verändert und damit der kosmischen Höhenstrahlung einen veränderten Einfluss auf die Erdatmosphäre erlaubt. Diese wiederum beeinflusst offenbar die Wolkenbildung und damit die Reflexion der Sonnenstrahlung. Dieser indirekte, jedoch starke Einfluss der Sonne erklärt womöglich die historisch belegten Klimaänderungen. Das eigenartige IPCC-Argument, der Einfluss der Sonne sei einerseits kaum verstanden, andererseits aber sehr gering, ist damit unhaltbar geworden.25

Dass die Sonne in eine inaktive Phase eingetreten ist, steht fest. Wie genau sie sich aber in der nächsten Zukunft verhalten wird, weiß weiterhin niemand mit Sicherheit vorherzusagen. Aber offensichtlich haben die Sonnenforscher mit ihren lange zurückreichenden Datenreihen und ihren aus dem Einfluss der Sonne abgeleiteten Erklärungen vergangener Klimaschwankungen die besseren Karten als das IPCC.

Werden Treibhausgase überschätzt?

Das Problem der aktuellen Klimadiskussion beginnt jedoch schon früher, und zwar mit der physikalisch falschen Bezeichnung „Treibhauseffekt“. Ein Treibhaus ist eine lichtdurchlässige, aber jeden Luftaustausch durch Glasscheiben verhindernde Hülle. Es wird darin warm, weil die von der Sonne erwärmte Luft am Aufsteigen gehindert wird. Die Erdatmosphäre ist dagegen ein offenes System, bei dem erwärmte Luft selbstverständlich in höhere Schichten aufsteigen und dort ihre Wärme durch Wärmeleitung oder Strahlung weitergeben kann. Die Erdatmosphäre ist also das Gegenteil eines Treibhauses. Sie ist ein hoch kompliziertes, turbulentes, dynamisches System, dessen physikalische Beschreibung und Berechnung ungelöst ist.23,24

Manche Argumente des IPCC haben durch unablässige Wiederholung fast einen Status von Naturgesetzen erhalten, wie etwa die Annahme, dass die sogenannten Treibhausgase – und gemeint ist nicht etwa der Wasserdampf, sondern die Spurengase CO2, Methan und Lachgas N2O – für die in den Jahren 1975–1998 festgestellte Erwärmung der unteren Erdatmosphäre ursächlich seien. Vor allem auf das CO2 konzentriert sich die Diskussion, weil dessen Konzentration, so winzig sie auch ist, durch menschliche Aktivitäten in der Tat kontinuierlich ansteigt. Deshalb geht es bei den Forderungen des IPCC und seiner politischen Anhänger fast ausschließlich um eine Verringerung des CO2-Ausstoßes. Dass Wasserdampf als dominierendes „Treibhausgas“ dafür verantwortlich ist, dass die Erdoberfläche statt minus 18 Grad Celsius eine menschenfreundlichere Temperatur hat, wird von niemandem bestritten. Aber das extrem verdünnte CO2 spielt möglicherweise eine derart untergeordnete Rolle, dass seine erwärmende Wirkung gar nicht messbar ist. Und sie wurde auch niemals experimentell bewiesen.2,5,6,7,22

Schon die Brauchbarkeit der CO2-Treibhausgas-Theorie wird von renommierten Wissenschaftlern bestritten: Der russische Ozeanologe Oleg Sorotkin, Mitglied der Russischen Akademie der Naturwissenschaften, bezeichnet diese im späten 19. Jahrhundert von Svante Arrhenius aufgestellte Theorie als fehlerhaft, niemals ernsthaft überprüft und viel zu einfach, um die sehr komplizierten Prozesse in der Atmosphäre zu beschreiben. So werde speziell in ihrer dichten Schicht, der Troposphäre, viel weniger Wärme in den Weltraum zurückgestrahlt, als durch Luftströmungen befördert wird – und dies sei ein vollkommen anderer Mechanismus, der die Erderwärmung nicht erklären könne.2

Im Treibhaus wird es kühler

Die fortlaufende Messung der Globaltemperatur über höchst ungleichmäßig verteilte (und dazu noch teilweise fehlerhaft messende) Bodenstationen wie auch über weitaus präziser arbeitende Satelliten hat ergeben, dass sich die mittlere Temperatur der Erdoberfläche seit 1998 nicht mehr weiter erhöht hat. Seit 2002 ist sie sogar eindeutig rückläufig, mit einem besonders dramatischen Temperatureinbruch im Winter 2007/2008, der alle bis dahin gemessenen Temperaturveränderungen übertraf. Die Erde ist heute nicht mehr viel wärmer als 1878 oder 1941. Das IPCC hingegen hat erst 2007 für die nächsten Jahrzehnte eine Erwärmung von 0,2 Grad Celsius pro Jahrzehnt vorhergesagt. Abbildung 1 zeigt das Ergebnis genauer Satellitenmessungen für die untere Troposphäre, die sogenannte „Wetterküche der Erde“.19 Diese Entwicklung ist selbstverständlich allen Wissenschaftlern, nicht aber unseren Politikern aufgefallen. Vielleicht, weil in der deutschen Presse darüber kaum berichtet worden ist.

Beim IPCC scheint man nun aber deshalb etwas nervös zu werden. IPCC-Experten veröffentlichten im Februar 2009 eine neue Studie, in der sich eine sehr ungewöhnliche Aussage fand: Auch bei einer sehr viel geringeren Temperaturerhöhung als zuvor angenommen wird weiterhin vermehrt mit Trockenzeiten, Hitzewellen, Überschwemmungen und Unwettern gerechnet. Demnach müsste die mittelalterliche Warmzeit, in der es wärmer war als heute, die reine Hölle gewesen sein. Nur weiß man nichts davon. Man kann sich schwerlich des Eindrucks erwehren, dass hier neue Angstbotschaften verbreitet werden, um von den Unzulänglichkeiten früherer Thesen abzulenken. Der Temperaturrückgang hat mitunter auch amüsante Aspekte: So wurde am 21. Juli 2009 in Nashville, Tennessee, der Heimatstadt des Klimakatastrophen-Nobelpreisträgers Al Gore, die tiefste Temperatur an einem 21. Juli in der Geschichte der Stadt gemessen. 2009 unterbot den bis dahin geltenden Rekord des Jahres 1877.

Zehn Jahre sind für eine Bewertung von Klimaveränderungen gewiss ein kurzer Zeitraum, denn man betrachtet dabei die Mittelwerte von 30 Jahren. Eine Bestätigung für das angeblich dominierende klimaerwärmende Wirken des tatsächlich langsam stetig weiter ansteigenden CO2 liefert die Abkühlung seit 1998 allerdings nicht. Stattdessen beobachten wir derzeit die schmerzliche Widerlegung früherer IPCC-Prognosen. Hinter der kritischen Haltung russischer Forscher gegenüber den IPCC-Prognosen steht übrigens auch die Befürchtung, dass zu viel Geld und Zeit in die Bekämpfung einer fiktiven Klimaerwärmung investiert wird – Ressourcen, die dann bei einer weiteren drastischen Abkühlung fehlen. Dieses Szenario könnte wesentlich schlimmere Folgen haben als eine Erwärmung. Das kann sich ausrechnen, wer sich den Unterschied zwischen der überwiegend positiv wirkenden mittelalterlichen Warmzeit und der katastrophalen „Kleinen Eiszeit“ mit Ernteverlusten und Hungerelend vor Augen führt.2

Computermodelle in der Kritik

Die Kritik an den IPCC-Klimaprognosen richtet sich vor allem auch gegen die verwendeten Computermodelle. Beispielhaft für die Phalanx der Kritiker ist der wohl bekannteste Experte für wissenschaftliche Vorhersagen, Dr. J. Scott Armstrong. Sein Verdikt: Die benutzten Modelle beruhen allein auf der Meinung einzelner Wissenschaftler und waren niemals als Vorhersagemodelle entwickelt oder getestet worden. Eine Überprüfung der vom IPCC beschriebenen Verfahren hätte ergeben, dass sie 72 wissenschaftliche Vorhersage-Prinzipien verletzten. Insgesamt, so stellte Armstrong fest, fehlte dem vom IPCC benutzten Vorhersage-Instrumentarium die wissenschaftliche Grundlage.7

Meteorologen kritisieren, dass diese Modelle die Dynamik und die Wirkung von Wolken, Regen und Luftströmungen nicht ausreichend oder gar nicht beschreiben können und dass sie auch bei der Beschreibung der Meeresströmungen versagen. Die Hochrechnungen konzentrierten sich auf die Wirkung von Treibhausgasen, die mithilfe von umstrittenen Rückkopplungseffekten mit den in den IPCC-Berichten genannten großen Temperaturerhöhungen in Zusammenhang gebracht werden.23 Kana Kusano, Programmdirektor bei der Japanischen Agentur für Meeres- und Erdwissenschaft und Technologie (JAMSTEC), verglich in seinem jüngsten Gutachten die Computersimulationen des IPCC mit Astrologie.6

Die Pazifische Dekadische Oszillation meldet sich zurück

Im April 2008 gab es weitere Unannehmlichkeiten für die IPCC-Anhänger: Die NASA veröffentlichte die Messergebnisse ihres Aqua-Satelliten, der die Temperatur der Meeresoberfläche erfasst. Die Ozeanografen erkannten, dass ein lange bekanntes, periodisch schwankendes Klimaphänomen, die Pazifische Dekadische Oszillation (PDO), wieder in ihre kalte Phase übergewechselt war. Ein riesiges Kaltwassergebiet erstreckt sich nun wieder von Alaska bis vor die Küste Kaliforniens und von dort weiter zum Äquator weit in den Pazifik hinein. Die Wissenschaftler erwarten, dass die jüngste PDO das Erdklima beeinflussen wird.9 Das geschah offenbar auch zwischen 1945 und 1977 in der bislang letzten PDO-Kaltphase, in der es auch zu einem kräftigen Temperaturabfall auf der Erde kam, was vom IPCC nicht erklärt werden kann und deshalb ignoriert wird. Die PDO wird durch die Sonne gesteuert, was der Klimatologe Theodor Landscheidt nachweisen konnte.1

Die frappierende Begleitbotschaft der NASA-Ozeanografen lautet, dass die aktuelle Kaltphase der PDO 20 bis 30 Jahre andauern kann. Man erwartet konstante oder sinkende Temperaturen. Demnach könnte es wohl für recht lange kühler im globalen „Treibhaus“ werden. Vor diesem wissenschaftlichen Hintergrund ist nun auch das Ende des Temperaturanstiegs nach dem El-Niño-Rekordjahr 1998 durch den Einfluss der sonnenabhängigen Klimaphänomene La Niña und PDO erklärbar.

Rückzugsbewegungen an der Klimafront

Auch den Wissenschaftlern des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften waren die jüngsten Entwicklungen in den Ozeanen selbstverständlich bekannt; allerdings sorgten sie dann zur Überraschung der Szene mit einer von der IPCC-Linie stark abweichenden Publikation weltweit für große Aufmerksamkeit – außer in Deutschland.10 Die Wissenschaftler verkündeten in der Fachzeitschrift Nature eine Änderung ihrer Klimamodelle, die nun für die kommenden zehn Jahre keine weitere Temperaturerhöhung, sondern gleichbleibende oder auch niedrigere Globaltemperaturen ergeben. Ursache seien „natürliche Schwankungen“, von denen bislang seltsamerweise nie die Rede war. Für die Zeit danach stellten die Kieler aber wieder eine Erwärmung in Aussicht. Eine Begründung dafür wurde nicht geliefert. Der Kieler Professor Mojib Latif betonte entsprechend: „Der Kampf gegen den Klimawandel muss fortgeführt werden.“ Die Scheinlogik lautet offenbar, dass das CO2 schuld ist, wenn die Globaltemperatur steigt, und dass es natürliche Schwankungen sind, wenn das nicht geschieht. Doch wie sich die Kieler Klimaexperten auch drehen und wenden, indirekt mussten sie nun eingestehen, dass der CO2-Erwärmungseffekt offenbar nach wie vor sehr viel kleiner ist als die von der Sonne verursachten Einflussfaktoren. In seinen populärwissenschaftlichen Vorträgen vor unbedarften Bürgern verbreitet Latif weiterhin Schreckensvisionen von der Klimakatastrophe, auf seine Veröffentlichung in Nature möchte er indes nicht gerne angesprochen werden. In der Forschung also der geachtete Prof. Jekyll, vor Publikum Mr. Angst-Hyde.

Wenn die Sonnenforscher recht behalten, dann sind die vom IPCC geforderten und nun von nahezu allen Regierungen mit Milliarden subventionierten Maßnahmen zur Verringerung des globalen Temperaturanstiegs nichts anderes als ein Kampf gegen die Sonne selbst. Ein ziemlich mächtiger Gegner, mit dem schon Ikarus seine Probleme hatte. Für Oleg Sorotkin ein Don-Quichotte-Kampf gegen Windmühlen.

Kritik in der Wissenschaft nimmt zu

Wissenschaftler, die immer noch als Zeugen des menschengemachten Klimawandels angeführt werden, sind keineswegs verlässliche Verbündete der Politiker. Ihr Widerstand gegen die Instrumentalisierung ihrer Forschung nimmt zu. So wurde die Oregon-Petition gegen das Kioto-Protokoll und die IPCC-Theorie von über 32.000 US-Wissenschaftlern unterzeichnet.17 2008 gab es eine Vielzahl von Aktionen gegen die Klimahysterie: Im Februar 2008 fand in Düsseldorf eine Tagung statt, bei der deutsche Wissenschaftler massive Kritik an der IPCC-Theorie und an der deutschen Klimapolitik übten. Im Folgemonat fand in New York der dreitägige Wissenschaftskongress „2008 Internationale Konferenz zum Klimawandel“ mit 500 Teilnehmern statt. Im Ergebnis entstand die „Manhattan-Deklaration“, in der die Aussagen des IPCC über den Klimawandel abgelehnt werden.

Indien veröffentlichte derweil einen kritischen Bericht über die Verbreitung von Angst vor einer Erderwärmung. Und vom 33. Internationalen Geologiekongress, der im August 2008 in Oslo stattfand, wurde berichtet, dass etwa zwei Drittel aller Vortragenden und Diskutanten dem IPCC und der Fokussierung auf den menschengemachten Klimawandel „feindselig und ablehnend“ gegenüberstanden. Eine Umfrage unter kanadischen Wissenschaftlern ergab, dass 68 Prozent der Einschätzung widersprachen, die Forschung sei sich zum Klimawandel einig. Eine Umfrage der japanischen Geoforschungs-Union anlässlich eines Symposiums zeigte vielmehr, „dass 90 Prozent der Teilnehmer den IPCC-Berichten nicht glauben“. Mehr als 700 internationale Wissenschaftler haben im Dezember 2008 dem US-Senat in einem „Minority Report“ die Unrichtigkeit der IPCC-Prognosen dargelegt und den behaupteten Wissenschaftler-Konsens bestritten.20 Die Initiative folgte dem „Minority Report“ vom Dezember 2007, den 400 Wissenschaftler unterzeichnet hatten.

Die Kritikwelle setzte sich auch 2009 fort: Im Februar legten Forscher der Japanischen Gesellschaft für Energie und Ressourcen (JSER) – das höchste wissenschaftliche Beratergremium auf dem Gebiet des Klimawandels – einen äußerst kritischen Bericht über die IPCC-Hypothesen vor, die in allen wesentlichen Punkten als widersprüchlich und falsch bezeichnet wurden. Dieser Bericht, an dem auch der oben genannte Kusano mitgewirkt hat, ist ein bedeutender Bruch mit der von der UN und westlichen Ländern unterstützten Hypothese des vom Menschen verursachten Klimawandels. Im März 2009 erschien ein 255-seitiger Bericht des US-Senats, in dem erneut festgestellt wird, dass „mehr als 700 internationale Wissenschaftler die Behauptungen über eine vom Menschen verursachte globale Erwärmung ablehnen“. Im April 2009 veröffentlichte die polnische Akademie der Wissenschaften ein Dokument, in dem das Konzept der menschenverursachten globalen Erwärmung kritisiert wird. Im Mai beschloss die Versammlung der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft (APS), ihre bisherige Stellungnahme zur Klimafrage zu revidieren und ein hochrangiges Unterkomitee einzurichten. Die Entscheidung fiel, nachdem eine Gruppe von 54 Physikern dem APS-Vorstand geschrieben hatte, dass „gemessene oder rekonstruierte Temperaturverläufe zeigen, dass die Veränderungen im 20. und 21. Jahrhundert weder ungewöhnlich noch dauerhaft sind und dass historische und geologische Aufzeichnungen viele wärmere Perioden als heute zeigen“.

Im Juli folgte schließlich eine Protestwelle der Mitglieder der American Chemical Society (ACS), der weltgrößten Wissenschaftlergesellschaft, nachdem der Chefredakteur der Chemical and Engineering News in einem Leitartikel die Kritiker der Erwärmungshypothese als „Leugner“, die „sinnvolle Gegenmaßnahmen gegen den globalen Klimawandel sabotieren“ wollten, bezeichnet hatte. Ebenfalls im Juli richtete die EIKE-Gruppe einen von 290 Personen, darunter viele Wissenschaftler, unterschriebenen offenen Brief an die Bundeskanzlerin – mit der eingehend begründeten Aufforderung, ihre Klimapolitik zu überdenken.12 Den stets behaupteten Konsens der Wissenschaft im Sinne des IPCC gab es zu keiner Zeit. Mit den jüngsten Initiativen ist diese Behauptung endgültig widerlegt. Forschung war noch nie ein Arbeitsfeld, auf dem Mehrheiten bestimmen, was „Wahrheit“ ist. Dennoch sieht die Politik keine Veranlassung umzudenken.

Und nun?

Nach wie vor wird die öffentliche Diskussion von der Klimaangst-Fraktion dominiert. Der grundvernünftige und mehr als 40 Jahre in Deutschland vorbildlich verfolgte Ansatz zur rationellen Verwendung und Einsparung von Energie und Rohstoffen reicht den Politikern längst nicht mehr. Stattdessen ist dieser erfolgreiche Weg kürzlich um absurde und teure Maßnahmen wie die finanzielle Bestrafung von CO2-Emissionen mittels teurer Emissionszertifikate noch weiter verlassen worden. Dadurch könnte ein riesiger Geldstrom in Richtung Russland in Gang gesetzt werden. Um Russland dazu zu bewegen, das Kioto-Abkommen zu unterzeichnen, wurden ihm große Mengen dieser Zertifikate zugeteilt. Diese müssen nun von deutschen Energieunternehmen eingekauft werden. Jetzt kaufen wir Russlands teures Gas – und wenn wir es verbrennen wollen, zahlen wir dafür ein zweites Mal. Durch diese Transfers wird übrigens keine einzige Tonne CO2–Emission vermieden. Das angeblich die Kohleverstromung rettende Verfahren des aufwendigen und ineffizienten Abtrennens und Vergrabens von CO2 wird derweil als Entwicklungsprojekt gefördert. Dessen Nutzlosigkeit steht fest; doch fast alle Energieunternehmen machen gute Miene zum bösen Spiel. Die Klimaschutz-Heuchelei kennt kaum noch Grenzen.