07.03.2011

Jeder Winter gilt als Beweis der Klimaerwärmung

Analyse von Günter Keil

Die Potsdamer Klimafolgenforscher sind kabarettreif. Die ängstlichen und widersprüchlichen Deutungen der Klimamodellrechnungen beweisen nichts. Die Politik sollte sich endlich von den Panikmachern aus Potsdam emanzipieren

Die Deutschen lernen wieder, dass Winter kalt sein können. Der vorletzte Winter war recht hart und dass dann (gemäß der Klimaerwärmung) die folgenden Winter besonders milde ausfallen müßten, war eigentlich dem mit Angstszenarien eingedeckten Bürgern vollkommen klar. Umso größer der Schock am Jahresende 2010, als unser Land erneut im Schnee versank und das Streusalz ausging. Dieser Dezember war laut Deutschem Wetterdienst der mit Abstand kälteste in den vergangenen 20 Jahren.

In den guten alten Zeiten hätte man das achselzuckend zur Kenntnis genommen: Es war halt Winter. Aber die Zeiten haben sich geändert: Ein von der Politik und den Medien systematisch auf die Erwartung einer kommenden Klimaerwärmungs-Katastrophe programmiertes Volk reagiert verstört auf Kälte. Und es stellte die selbstverständlich völlig unwissenschaftliche aber plausible Frage, ob denn die ganze Klimapanik nicht ein Riesenschwindel sei. Damit kamen die Klimaforscher ins Spiel, die selbst aktiv an dem Schreckensbild mitgearbeitet haben – insbesondere das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) unter Prof. Hans Joachim Schellnhuber (von dem wir schon viele böse Vorhersagen hörten), das offenbar die Befürchtung hatte, dass ihm jetzt die Felle davon schwimmen könnten. Deutschland ohne Klimaangst: Für das PIK eine angsterregende Vorstellung.

Jahrelang hatten die Klimawarner des PIK warme, südliche Winter vorhergesagt. Ebenso der britische staatliche Wetterdienst Met Office. Das Met Office prophezeite sogar nach seiner Pleite 2009 abermals einen milden und nassen Winter 2010. Aber bereits im Sommer und Herbst 2010 hatten Meteorologen wie Piers Corbyn, Joe Bastardi sowie private deutsche Wetterexperten kalte bevorstehende Winter vorhergesagt. Dann kam für Skandinavien, England und Deutschland einer der schlimmsten Dezember der Aufzeichnungen.

Andere Klimaforscher hielten sich zurück, weil zwei harte oder auch zwei sehr milde Winter über eine Klimaveränderung überhaupt nichts aussagen. Man betrachtet vielmehr die Mittelwerte von 30-Jahres-Zeiträumen. Im PIK aber meinte man wohl, dass die bisher so erfolgreich gespielte Rolle als führendes Institut für Untergangsszenarien durch die Winterdiskussion bedroht war. Es musste gehandelt werden, während es im Raum Potsdam zu Rekord-Schneefällen kam. Die Propagandamaschinerie legte los.


Es ist immer die Klimaerwärmung


Gemessen an der Lächerlichkeit des Themas war der Aufwand des PIK erstaunlich: Zuerst erklärte Prof. Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe vom PIK bereits am 20. Dezember 2010, dass „der vergangene (!) als recht hart empfundene Winter nicht einmal unter den 20 kältesten von 100 Jahren gewesen“ sei (1). Erstaunlich seine prophetische Gabe, noch vor dem Jahresende den gerade einmal begonnenen Winter in seiner ganzen Temperaturentwicklung bis März 2011 vorhersehen zu können. Hinzu kam sein Trick, hundert Jahre in die Vergangenheit zu gehen, um besonders kalte Winter zu finden. Der Grund dafür war einfach: Hätte er die kältesten Dezembermonate der letzten 20 Jahre betrachtet, dann hätte er festgestellt, dass der Dezember 2010 der mit großem Abstand kälteste Dezember der vergangenen zwei Dekaden war. Die Durchschnittstemperatur lag mit minus 3,1 Grad erheblich unter der des zweitkältesten Dezember im Jahre 1996, der minus 2 Grad aufwies. Den dritten Platz belegte der 1995er Dezember mit minus 1,4 Grad. Ein Blick in die Daten des Deutschen Wetterdienstes hätte Herrn Gerstengarbe diese Wirklichkeit vermittelt; es war ihm aber wohl zu peinlich.

Einen noch dramatischeren Auftritt hatte der PIK-Forscher Prof. Wladimir Petukow, der eine soeben zufällig fertiggestellte Studie präsentierte (1): Im Winter 2005/2006 sei die Meereisfläche in der östlichen Arktis vergleichsweise klein gewesen. Dadurch seien die unteren Luftschichten weiter aufgeheizt worden. Das wiederum habe zu einer gestörten Luftströmung geführt, die in der Computersimulation kalte Winterwinde nach Europa brachte. Weshalb diese gestörte Luftströmung fünf Jahre gebraucht haben soll, um Europa zu erreichen, kommentierte der Wissenschaftler nicht. Der Zweck seines Auftritts wurde in seinem etwas nebulösen Kernsatz erkennbar: „Diese Störungen könnten die Wahrscheinlichkeit des Auftretens extrem kalter Winter in Europa und Nordasien verdreifachen“. Die erstaunliche Botschaft lautet also: Die Klimaerwärmung verursacht wahrscheinlich extrem kalte Winter.

Die Medien, die diese Erkenntnis ohne Kommentar verbreiteten, hätten mit einer simplen Rechnung die Luft aus dieser „Theorie“ herauslassen können: Um für die Strecke von der östlichen Arktis bis Mitteleuropa fünf Jahre zu brauchen, müssten die kalten Luftströmungen mit 1,5 Metern pro Minute unterwegs gewesen sein, was etwa der Marschgeschwindigkeit einer hundertjährigen Landschildkröte entspricht. Selbst die hundertfache Geschwindigkeit wäre noch unrealistisch langsam.

Nach dem Auftritt von Herrn Petukow könnten nun arglose Gemüter auf die Idee kommen, dass dann auch der Umkehrschluß gelten muß: Wenn kalte Winter die Klimaerwärmung bestätigen, dann wird die Klimaerwärmung durch warme Winter widerlegt. Aber dieses Hintertürchen wird vom PIK-Wissenschaftler Professor Stefan Rahmstorf bewacht: Er erklärte tatsächlich, dass die „kalten“ Winter wärmer geworden seien (1). Selbstverständlich sind somit auch milde Winter ein eindeutiger Beweis für die Klimaerwärmung, die ebenso selbstverständlich vom Menschen verschuldet ist. Es gibt also kein Entkommen: Jede Veränderung unserer Winter, egal in welche Richtung, beweist laut PIK immer nur das Eine: Die Klimaerwärmung. Merken wir uns also: Erstens: Das PIK ist imstande, Winter schon im Dezember, also noch vor der Hälfte ihrer Dauer, vollständig zu beurteilen. Zweitens: Das PIK hat festgestellt, dass die Klimaerwärmung extrem kalte Winter wahrscheinlicher macht. Drittens: Das PIK stellt fest, dass extrem kalte Winter nur eine Fehleinschätzung sind, da sie in Wahrheit immer wärmer werden, wenn der Mensch auch noch so friert. Auch das liegt an der Klimaerwärmung.

Das PIK ist auf dem besten Wege, der deutschen Klimaforschung das gleiche anzutun, was das Forstinstitut der Universität Göttingen unter Prof. Bernhard Ulrich mit seiner falschen Waldsterbe-Theorie der renommierten deutschen Forstforschung angetan hat: Einen ganzen Zweig der nationalen Wissenschaft der internationalen Lächerlichkeit preiszugeben (2). Dass sich Frau Merkel immer noch vom PIK-Direktor Prof. Schellnhuber als Hauptsachverständigen in Klimafragen beraten lässt, sagt indes weniger über das PIK als über den Zustand der Politik aus.


Modellrechnungen beweisen nichts


Die Potsdamer Forscher, die in erster Linie Rechenmodelle zur Abschätzung künftiger Klimaveränderungen produzieren, befinden sich wie alle übrigen Modellierer schon lange in der Defensive. Selbst im dritten Bericht des IPCC von 2001 (3) konnte man auf Seite 774 einen für diese Zunft tödlichen Satz finden: „In der Klimaforschung und -Modellierung sollten wir beachten, dass wir es mit einem gekoppelten nichtlinearen chaotischen System zu tun haben und dass deshalb Langzeit-Vorhersagen künftiger Klimazustände nicht möglich sind.“ Allerdings stand diese vernichtende Bewertung nur in der dicken Langfassung und wurde in der sehr kurzen „Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger“ unterschlagen. Weshalb ihn wohl Frau Merkel nicht zur Kenntnis erhielt. Es hätte ihr Zutrauen zum PIK eventuell etwas beschädigt.

Es gibt ja nicht nur die oben beschriebenen, wissenschaftlich begründeten prinzipiellen Defizite der Klimamodellierung. Die Modellierer mussten auch schon eine Reihe schmerzlicher Niederlagen einstecken. In der Klimaforschung tobt seit Jahren der Krieg: Auf der einen Seite die empirischen Forscher, die von gemessenen Daten ausgehen und beharrlich auf der Selbstverständlichkeit bestehen, dass Klimamodelle wenigstens die bereits bekannte Klimarealität exakt wiedergeben. Auf der anderen die Modellierer vom Typ PIK. Wobei die „gemäßigten Modellierer“, die nicht an fragwürdigen, aber medienwirksamen Apokalypsen interessiert sind, irgendwo dazwischen stehen.


Die Hockeyschläger-Kurve: Politischer Erfolg durch falsche Mathematik


Immer öfter gibt es Rückschläge für die Modellierer: Im 3. Bericht des IPCC 2001 wurde ein aufsehenerregendes Ergebnis aus der Paläoklimatologie präsentiert: Die sogenannte „Hockeyschläger-Kurve“ des Professors Michael Mann. Es war eine statistische Zusammenstellung von Messungen uralter Baumringe, die zeigte, dass die Lufttemperaturen der Erde für 900 Jahre stabil waren und dann im 20ten Jahrhundert in die Höhe schossen (3). Die historisch verbürgte Mittelalterliche Warmzeit, die nach übereinstimmender Meinung der Wissenschaftler dem heutigen Klima sehr ähnlich war – eventuell war es damals sogar noch wärmer –, war in diesem Diagramm auf wundersame Weise verschwunden. Denn eine vom Menschen unbeeinflusste natürliche Warmzeit mit ähnlichen Temperaturen wie heute, in der die Völker Europas prosperierten, war der sogenannten AGW-Fraktion (Anthropogene Globale Erwärmung) ein Dorn im Auge. Verbürgt ist die Aussage eines dieser Wissenschaftler „Wir müssen endlich die mittelalterliche Warmzeit loswerden“. Professor Mann sorgte dafür. Allerdings begannen im Jahre 1998 der Statistiker Steven McIntyre und der Professor für Umweltökonomie Ross McKitrick (beide Kanadier) mit der Rekonstruktion und Prüfung der Mannschen Grafik. Und sie zeigten, dass die Mathematik, die sich hinter der Hockeyschläger-Kurve verbarg, schwere Fehler aufwies.

Das änderte nichts daran, dass das IPCC diese Kurve im 3. Bericht von 2001 groß herausstellte. Auf der Hockeyschlägerkurve basierten die IPCC-Aussagen, die 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts seien das wärmste Jahrzehnt und 1998 das wärmste Jahr seit tausend Jahren gewesen. Die Kurve wurde das stärkste Argument der Regierungs-Webseiten; zahllose Berichte verbreiteten sie.


McIntyre und McKitrick: Alptraumgegner der Panik-Fraktion


Als Statistiker und Geologe kannte McIntyre die Hockeyschläger-Kurven nur zu gut: Sie dienten Explorationsfirmen gerne dazu, Investoren vielversprechende Rohstoffvorkommen vorzugaukeln. Die zwei Kanadier – inzwischen zu Erzfeinden der AGW-Wissenschaftler geworden und in den berühmten Climategate-Mails wüst beschimpft – zeigten ebenfalls, dass die verwendeten sibirischen Baumring-Daten passend zu Manns Theorie aussortiert und die viel zahlreicheren Daten, die die gewünschte Tendenz nicht zeigten, durch eine „Normalisierungs-Prozedur“ unterdrückt worden waren.

Dann aber folgte der größte Schlag: Nachdem McIntyre und McKitrick gegen großen Widerstand von Mann und unter dem Druck des Informations-Freiheits-Gesetzes (Freedom of Information Act) endlich doch wichtige Teile seines Computerprogramms erhalten hatten, konnten sie mit einer spektakulären Demonstration Manns Manipulation vorführen: Sie erzeugten mit der in der Wissenschaft gerne benutzten Monte-Carlo-Analyse willkürliche und bedeutungslose Testdaten, mit denen sie an Stelle der Baumringdaten Manns Computerprogramm fütterten. Und das Programm erzeugte immer eine am Ende steil ansteigende Kurve: Die Hockeyschläger-Kurve (4,5,6,7,8). Denn es bevorzugte systematisch Daten, die zu einer Hockeyschläger ähnlichen Kurve führten. Dieses Diagramm entbehrte somit jeder wissenschaftlichen Grundlage; es wurde als manipuliertes Computer-Machwerk entlarvt und angesichts des Widerspruchs seitens vieler Wissenschaftler einer harten Kritik der Nationalen Akademie der Wissenschaft (NAS) in den USA, einer Statistik-Expertengruppe eines Kongresskomitees sowie ebenfalls der vernichtenden Analyse des deutschen Klimaforschers Prof. Hans von Storch (9) im späteren IPCC-Bericht 2007 nicht mehr prominent herausgestellt (10). Eine Entschuldigung gab es allerdings nicht.

Bis dahin hatte die weltweit verbreitete Katastrophenkurve aber schon ihre gewünschte politische Wirkung entfaltet. Al Gore verwendete sie in seinem Film „Eine unbequeme Wahrheit“, in dem Lord Monckton 35 schwere Fehler fand (16) und der nach einem Urteil des britischen High Court wegen der Unwahrheiten und Übertreibungen nur noch mit einem Hinweis auf diese Fehler in englischen Schulen gezeigt werden darf. Al Gore erhielt dafür 2007 den Friedensnobelpreis. Inzwischen gibt es ein Buch zur „Hockeystick-Illusion“, das sich wie ein Krimi liest (17).

Bei Lichte betrachtet, war die Hockeyschläger-Kurve wissenschaftlich bedeutungslos; sie beweist schließlich nicht, ob der Mensch seit dem 20ten Jahrhundert das Klima tatsächlich beeinflußt hat. Sie war aber entscheidend für die unwissenschaftliche, rein politische Diskussion und die Ausradierung der Mittelalterlichen Warmzeit sowie die Erzeugung eines steilen Erwärmungs-Impulses im Computer. Dies war die wichtigste Munition für die Beeinflussung der Medien und der Politiker, die die Materie nicht durchschauten. Dies hat sich Dank der zwei Kanadier geändert. Die Bundesregierung verhält sich allerdings noch heute so, als ob Mann die klimaverändernden Taten der Menschen bewiesen hätte.


Die Modell-Szenarien werden fragwürdiger


Auch die Computerprognosen des IPCC über den angeblich zu erwartenden Anstieg des Meeresspiegels werden regelmäßig von den Satellitenmessungen widerlegt, die die Universität von Colorado auswertet. Anstatt sich zu beschleunigen, folgt dieser seit der Kleinen Eiszeit gleichbleibende und auch von CO2-Emissionen offenbar unbeeindruckte Pegel diesen Prognosen nicht. Seit 2004 gibt es sogar einen deutlichen Knick in der Kurve – eine Verlangsamung (11). Wie es weiter geht, weiß niemand. Dass es mit der Wiedererwärmung der Erde seit der Kleinen Eiszeit zu tun hat, ist logisch, dass es aber etwas mit der durch den Menschen erhöhten CO2-Konzentration in der Atmosphäre zu tun hat, ist jedenfalls widerlegt.
Auch die Temperaturschichtung in der Atmosphäre der Tropen widerspricht den Modellen ebenso wie die Änderungen der Globaltemperatur in den letzten zehn Jahren. Selbst die tatsächliche Temperaturentwicklung in den vergangenen 50 Jahren konnte von den Modellierern nicht rekonstruiert werden (12).

Neuere Forschungsergebnisse schlagen immer neue Breschen in die schon arg ramponierte Welt der Modellierer: So fanden indische Forscher vor Kurzem heraus, dass der Einfluss der Sonne in Kombination mit der kosmischen Strahlung einen rund 40-prozentigen Einfluss auf die Erdtemperatur hat (13). Die Forscher im dänischen Raumfahrtzentrum Henrik Svensmark und Eigil Friis-Christensen hatten diese Theorie bereits 1997 aufgestellt und sie für bodennahe Luftschichten experimentell bewiesen (14). In den IPCC-Berichten wurde der Sonneneinfluss jedoch als vernachlässigbar angenommen und in den Modellen entsprechend behandelt – zugleich aber erklärt, dass das Wissen über diesen Einfluß unzureichend sei. Diesen eklatanten Widerspruch konnte man sogar der IPCC- „Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger“ entnehmen. Nur haben die politischen Entscheidungsträger offensichtlich nicht einmal diese Kurzfassung gelesen.

Sonnenforscher aus verschiedenen Ländern haben übrigens eine zunehmende Anzahl strenger Winter aufgrund der geringen Anzahl der Sonnenflecken vorhergesagt – eben dies war auch die Begleiterscheinung der gerade einmal 160 Jahre zurück liegenden Kleinen Eiszeit mit ihren Kälte-Minima Maunder- und Dalton-Minimum. Der indische IPCC-Chef Rajendra Pachauri hat jetzt, nachdem ihn der indische Umweltminister Jairam Ramesh mit den Ergebnissen seiner Wissenschaftler konfrontierte, verkündet, dass sich das IPCC in seinem nächsten Bericht 2013/2014 um diese Erkenntnisse kümmern werde (13). Ein bisschen sehr spät: 2001 wäre angemessen gewesen.

Das Klimasystem der Erde ist schließlich auch das Objekt von bedeutenden, sich ändernden Einflüssen, die von außerhalb der Erde kommen und die bisher ebenfalls nicht ausreichend verstanden und schon gar nicht kontrolliert werden können. Das sind vor allem die verschiedenen Einwirkungen durch die Sonne – insbesondere durch den Partikel-Sonnenwind und dessen Magnetfeld, das die Bewölkung beeinflusst (14).

Die Modelle aber berücksichtigen die durch die Sonne eingebrachten Veränderungen nicht. Sie können auch nicht genau die wichtige Rolle der Wolken darstellen. Ebenfalls können sie nicht die mögliche negative, abkühlende Rückkoppelung simulieren, die das mit Abstand wichtigste Treibhausgas Wasserdampf hervorrufen kann. Auch viele Eigenschaften des tatsächlich beobachteten Erdklimas können die Modelle nicht erklären, ebenso leisten sie keine verlässlichen Vorhersagen des regionalen Klimawandels (15). Wie die Mannsche Hockeyschläger-Kurve gezeigt hat, eignen sich Computermodelle aber sehr gut dazu, nicht Wissenschaftler, sondern Medien und Politiker zu beeindrucken. Sie sind leider zum Schaden der Forschung zu einer politischen Waffe geworden.


Wann emanzipiert sich die Politik von den Angstmachern?


Die Computermodelle haben unzweifelhaft ihren Platz als eine Methode, um mögliche Konsequenzen darzustellen, wenn eine oder mehrere Variablen verändert werden. Aber sie repräsentieren niemals die Realität – und trotzdem bleibt das IPCC dabei, sie so zu behandeln, als würden sie das tun. Die Computermodelle, die das IPCC benutzt und von denen das PIK lebt, beschreiben nicht das chaotische, zeitlich unbegrenzte Klimasystem. Sie können keine zuverlässigen Vorhersagen erzeugen und sollten deshalb nicht für die Formulierung von Regierungspolitik verwendet werden (12). Es ist höchste Zeit, dass sich die deutsche Regierung angesichts der zahlreichen ungeklärten Fragen und angesichts der noch mitten in kontroversen Debatten stehenden Klimaforschung nicht länger von politisierenden Wissenschaftlern ihre Politik vorschreiben lässt. Ob und wie sehr wir künftig frieren müssen, entscheidet nach wie vor wohl vor allem die launische Sonne.