14.04.2010

Bill Gates will Energie ohne Ende

Kommentar von Thilo Spahl

Im letzten Jahr sprach er über Malaria. In diesem Jahr war Bill Gates Thema bei den TED-Talks "Energie".

Im letzten Jahr sprach er über Malaria. In diesem Jahr war Bill Gates Thema bei den TED Talks Energie. Zuerst hörte es sich nach dem üblichen Beschwören der Katastrophe an. Gates malt den Klimawandel als größte Herausforderung der Menschheit an die Wand. Doch dann erläutert er, was zu tun sei. Und hier unterscheidet er sich doch deutlich von den Verzichts- und Kontrolltheoretikern.
Um den CO2 Ausstoß auf Null zu bringen, kann man an vier Faktoren drehen:  Anzahl der Menschen, Produkte und Dienstleistungen, Effizienz und CO2-Ausstoß pro erzeugter Energie.
Bei den ersten beiden ist laut Gates nichts zu holen. Sowohl Bevölkerungskontrolle als auch Konsumverzicht erteilt er klare Absagen. Bei der Effizienz sei einiges zu machen und werde ja auch getan. Der entscheidende Faktor sei die CO2-freie Energieerzeugung. Bei dieser fordert er „machbare Wunder“ von unglaublichem Ausmaß und unglaublicher Verlässlichkeit. Einbeziehen möge man Carbon Capture Technologien, Windkraft, Photovoltaik und Solarthermie. Die entscheidende Innovation seine aber Atomkraftwerke der vierten Generation.

Gates stellt kurz die Technologie der Firma TerraPower vor, in die er sein eigenes Geld steckt. Das Unternehmen arbeitet an der Entwicklung eines Laufwellenreaktors. Und was diese Technik bieten soll, ist wirklich atemberaubend. Verbrannt wird Atommüll bzw. das praktisch unbegrenzt vorhandene Uran 238. Allein die heute vorhandenen Bestände an Atommüll würden genügen um 80 Prozent der Weltbevölkerung für die nächsten Tausend Jahre mit einer Strommenge zu versorgen, wie sie heute der Durchschnittsamerikaner verbraucht. Die weiteren natürlichen Uranvorräte würden für viele Millionen Jahre reichen.

Gates fordert, bei diesen und ähnlichen Innovationen mit „full speed“ zu fahren. Wenn er einen Wunsch für die nächsten 50 Jahre hätte, dann sei es der, dass diese Technologie umgesetzt wird.

Fazit: Man solle nicht über CO2 sprechen, sondern über Innovation. Das Schöne an Gates Vorstoß: Massive Innovationen zur Energieerzeugung ohne Ende sind - ganz egal, ob man sich wegen eines eventuellen Klimawandels sorgt oder nicht - ein Schlüssel zu globalem Fortschritt.