28.10.2015

Umweltgestaltung statt Naturschutz

Auch im Umweltschutz sind moderne Technologien und Naturbeherrschung gefragt

Die Zeiten, da die Ökobewegung technologiefeindlich war, scheinen vorbei zu sein. Heute werden technische Neuentwicklungen wie Elektroautos, Solarkraftwerke oder Effizienttechnologien gefeiert. Letztlich herrscht aber nach wie vor Wachstumsskepsis und wichtige Schlüsseltechnologien werden als sogenannte „Risikotechnik“ abgelehnt. Einige progressive Vordenker des sogenannten Ökomodernismus wollen allerdings auch Kernenergie oder Gentechnik rehabilitieren. Sie sind auf Konfrontationskurs mit dem ökologischen Mainstream. Aus ihrer Sicht sind Wirtschaftswachstum, ein besseres Leben für alle Menschen, die Stabilisierung des Klimas und der Schutz der Natur miteinander vereinbar und zu erreichen.

Der entscheidende Faktor ist die Intensivierung. Land- und Forstwirtschaft sowie Aquakultur, Energieerzeugung und menschliche Siedlungsflächen sollen so intensiviert bzw. verdichtet und vom Naturverbrauch entkoppelt werden, dass viel Platz bleibt für wenig berührte Natur. Tatsächlich geht es der Natur auch heute schon in den Ländern deutlich besser, die reich und hochtechnisiert sind. Und Naturzerstörung grassiert dort, wo sich Menschen moderne Technologien nicht leisten können und zu Raubbau gezwungen sind.

Aber ist es wirklich Natur, die die technologiefreundlichen Ökomodernisten schützen? Nein, sehr viel passender ist im Wortsinne der Begriff „Umwelt“. Es geht darum, für die Menschen eine Umwelt zu gestalten, die ihnen gefällt und in der sie sich wohlfühlen. Die Novo-Redaktion hält den Ökomodernismus für einen Schritt in die richtige Richtung. In diesem Kapitel wird diese neue Bewegung vorgestellt und kritisch diskutiert.