09.04.2013

Der große Blackout

Kurzrezension

Die Energiewende und ihre unabsehbaren Folgen

Die Energiewende sollte das größte technologische Projekt der Regierung sein – und es wurde zum größten Desaster. In einer Kurzschlussreaktion auf den Reaktorunfall in Fukushima wurde die Energieversorgung des Landes aus den Angeln gehoben. Ohne einen zwingenden Grund oder einen realistischen Plan. Es war eine folgenschwere Entscheidung, einzig aus der Befürchtung heraus gefällt wurde, die Popularität der Merkel-Administration könnte schlagartig einbrechen. Dass eine Regierung eines hochentwickelten Industrielandes derart fahrlässig mit dem lebenserhaltenden System der Industrieproduktion umgeht, ist ohne Beispiel. Mittlerweile zeigt sich, wie teuer und riskant die Energiewende ist. Der Ausbau der Stromtrassen hinkt, das einst stabile Netz wird immer störanfälliger, die Strompreise steigen. Interessanterweise gibt es aber kaum grundsätzliche Kritik am Erneuerbare-Energien-Gesetz. Während die Presse ein überschaubares Bauprojekt wie den Tiefbahnhof in Stuttgart als teuren Größenwahn brandmarkt, gelten die Abschaffung des Atomstroms und der unkontrollierte Ausbau von Wind- und Solarkraftwerken mit all ihren unkalkulierten Risiken und unabsehbaren Kosten als alternativlos. Kaum jemand wagt noch, in der Öffentlichkeit für Kernenergie einzutreten. Dass wir eine unsichere, teure Energieversorgung hinnehmen müssen, erscheint selbstverständlich und zwingend. Diese verzerrte Wahrnehmung hat wenig mit tatsächlichen Chancen und Risiken zu tun.