17.10.2011

Islamkritik

Der scheinheilige Glaubenskrieg

Der Islam in Deutschland wird heute als eine der größten Bedrohung der bürgerlichen Gesellschaft ausgemacht. Man beklagt Parallel-Kulturen von Immigranten, die sich den Werten der Aufklärung verschließen und sogar im Begriff seien Deutschland „abzuschaffen“. Besondere Bedeutung hat hierbei die Diskussion um das Verbot der Burka erlangt. In der unübersichtlichen Debatte mischen sich klassische rassistische Ängste von „Überfremdung“, wie sie Thilo Sarrazin schürt, mit scheinbar feministischen Positionen, die im Engagement gegen den Islam den Kampf für die Rechte von Frauen in muslimisch geprägten Familien sehen – und die Burka als angebliches Instrument der Unterdrückung bekämpfen wollen.

Dabei haben die Probleme, die es in Deutschland mit der Integration von Immigranten gibt, wenig mit religiösen Überzeugungen zu tun, sondern viel mit sozialen Wirklichkeiten. In Deutschland wurden die Einwanderer, die das Land nach dem Krieg für den Aufbau dringend brauchte, in der Mehrzahl nie zu Staatbürgern gemacht. Der konservativen Isolationspolitik folgte die Multi-Kulti-Ideologie. Diese feierte das Nebeneinander verschiedener Kulturen, statt der Frage nachzugehen, was Deutsche und Nichtdeutsche verbindet.

Im folgenden Kapitel erklärt Kenan Malik, wie aus dieser Politik des Nebeneinaders ein Gegeneinander wurde. Kai Rogusch wendet sich gegen die Forderungen nach einem Burkaverbot. Und der Publizist Patrick Bahners erzählt im Interview davon, was man zu hören bekommt, wenn man in Deutschland die Islam-Kritik in Frage stellt.