18.10.2011

Wie viel Zivilisation verträgt die Erde?

Die neue Ressourcendiskussion

Wann ist Schluss mit uns? Wie viele Menschen passen auf den Planeten? Sieben Milliarden? Zehn Milliarden? Wann das Wachstum der Menschheit seine „natürliche Grenze“ erreicht, ist ein Zankapfel der Wissenschaft.

Dass Menschen ihre Ressourcen als begrenzt empfunden haben, ist nicht neu. In Zeiten, da die Äcker wenig abwarfen und ein einziger Hagelschlag die Ernährungssituation für ein ganzes Jahr verändern konnte, war die Gesellschaft alltäglich mit der Frage beschäftigt, wie viele Menschen davon überleben konnten, was der Natur abzuringen war.

Dass einmal Milliarden auf der Welt würden leben können, wäre damals unvorstellbar gewesen. Man hat nicht ahnen können, welche landwirtschaftlichen Möglichkeiten der Menschheit einmal zur Verfügung stehen würden. Dieselbe landwirtschaftliche Fläche ernährt heute ein Vielfaches an Menschen.

Auffällig an der Ernährungsdiskussion ist, dass vor allem von Grenzen die Rede ist, aber nicht von Möglichkeiten. Die Kapazitäten sind angeblich begrenzt, der Platz ist begrenzt, das Wasser ist begrenzt. Aber wo nur noch Grenzen gesehen werden, ist kein Platz mehr für Wachstumsfantasien und hohe Erwartungen an die Zukunft. In einer begrenzten Welt, die einmal abgefrühstückt und leer gesaugt sein wird, steuert alles auf das Ende zu. Man kann das bittere Aus nicht vermeiden, man kann es nur hinauszögern, indem man seine Ansprüche herunterschraubt.

Die folgende Artikel möchten Mut auf hohe Ansprüche machen: Thilo Spahl gibt all denen Entwarnung, die Angst vor einer baldigen Überbevölkerung haben. Gerhard Flachowsky liefert einen ausführlichen Überblick über den Stand der globalen Ernährungssicherung. Und Rob Lyons erklärt, warum es falsch ist, die Erde mit einen Organismus gleich zu setzen, wie es bei der Gaia-Theorie der Fall ist.