01.05.2002

OBACHT: Bio-Terroristen attackieren Zürich

Kommentar

Theodor Spüli* berichtet aus dem Katastrophengebiet.

Ausgerechnet die neutrale Schweiz wurde jüngst Opfer eines perfiden Angriffs mit heimtückischen biologischen Waffen: In einer spektakulären Aktion konnte jedoch die ortsansässige Greenpeace-Truppe die Bevölkerung vor dem Schlimmsten bewahren. Die mutigen Aktivisten sammelten unzählige Pakete mit vergifteter Polenta ein und schickten sie dem Aggressor, Präsident Duhalde von Argentinien, zurück. Was diesen dazu bewogen haben könnte, die Eidgenossen auslöschen zu wollen, ist noch unklar. Experten versuchen derzeit, das Ausmaß des Schadens zu ermitteln, während Greenpeace die Bevölkerung aufruft, durch Überweisungen auf das Spendenkonto der Organisation die Rettungsaktion zu honorieren. Das Geld soll für den Erwerb hochmoderner Propagandawaffen genutzt werden, mit denen in Zukunft die Landesverteidigung noch sicherer gemacht werden kann.

Hinter dem Anschlag steckt ein von der argentinischen Regierung gedecktes Terrornetzwerk, das seine Kommandoaktionen bevorzugt im Rahmen der landwirtschaftlichen Produktion vorbereitet und beim jüngsten Anschlag auf die Schweiz das berüchtigte GA 21 zum Einsatz brachte. Biowaffenexperten ist dieses Kürzel wohlbekannt: Es steht für eine Maissorte, in die mit Hilfe der Gentechnik das gefürchtete EPSPS-Gen aus einer anderen Maissorte eingeschleust wurde. Die Schweiz ist nicht das erste Opfer von GA21-Attacken. Der globale Verseuchungsgrad hat längst erschreckende Ausmaße angenommen, denn der Herstellerfirma ist es gelungen, durch geschickte Täuschungsaktionen die Zulassungsbehörden in Australien, Kanada, Japan und den USA zu überlisten, so dass dort der Mais schon seit langem als Nahrungsmittel für Menschen zugelassen ist. Den Rest der Welt versuchen die Gentechkämpfer dadurch zu verseuchen, dass sie Bürsten, Besen und andere Reinigungsutensilien durch Herauszupfen von Borsten derart manipulieren, dass es in Kornmühlen, Lastwägen und Lagerhallen nicht mehr gelingt, Rückstände von Gentechmais zu 100 Prozent zu beseitigen, bevor die für den Export nach Europa bestimmte Antigentech-Ware hineingekippt wird.

“Die Durchseuchung der vermeintlich so standhaften kleinen Alpenrepublik mit genetisch kontaminierten Nahrungsmitteln ist nicht mehr abzuwenden.”

Angesichts des jüngsten Angriffs auf die Schweiz ist die analytische Schärfe besonders zu würdigen, mit der der Greenpeace-Experte Bruno Heinzer, der in der Organisation den Rang eines Oberfeldwebels innehat, die Bedrohung einschätzte. Es gelang ihm, Verunreinigungen in der Größenordnung von 0,05 Prozent nachzuweisen, obwohl der Grenzwert für einen wissenschaftlichen Nachweis bei 0,1 Prozent liegt. Als versierter Homöopath weiß Heinzer sehr wohl: Je geringer der Kontaminationsgrad, desto größer die Schadwirkung. Deshalb handelte er sofort und rigoros. Als Greenpeace am 24. April die Rettungsaktion an der Coop-Filiale am Züricher Hauptbahnhof planmäßig durchführte, konnten die Menschen in der Schweiz aufatmen. Der Angriff war abgewehrt. Für Greenpeace der größter Erfolg seit Mai 2001, als es gelang, einen Angriff von Silvio Berlusconi zu vereiteln, der versuchte, die Schweiz mit über die Alpen gepustetem Sauerstoff zu verseuchen.

Doch Insider wissen, was viele Schweizer nicht zu ahnen wagen: Die Durchseuchung der vermeintlich so standhaften kleinen Alpenrepublik mit genetisch kontaminierten Nahrungsmitteln ist letztlich nicht mehr abwendbar. Ein Geheimpapier der kantonalen Laboratorien der Region Nordwestschweiz hat bereits im letzten Jahr bei 50 Prozent aller Maisprodukte gentechnisch veränderte Bestandteile festgestellt, bei Produkten aus Argentinien waren es sogar 67 Prozent, bei Maisgriess (Polenta) 71 Prozent. Vor diesem Hintergrund sollte man die Coop-Aktion von Greenpeace vielleicht doch nicht als allzu große Leistung betrachten. Der Schwierigkeitskoeffizient lag nur bei 0,05 Prozent. Eine anspruchsvollere Aufgabe wäre gewesen, einen Supermarkt oder Bio-Laden zu finden, der ausschließlich nicht kontaminierte Ware im Sortiment hat.