15.05.2010

„Gen-Kekse“ aus dem Supermarkt. Greifen Sie zu!

Von Thomas Deichmann

Zuerst die schlechte Nachricht: Gentechnisch verbesserte Lebensmittel kommen derzeit im deutschen Handel praktisch nicht vor. Und nun die gute: Importprodukte aus nicht EU-Ländern bilden immer wieder Ausnahmen.

Ende April 2010 haben stadtbekannte Fortschrittsmuffel in einer Rewe-Filiale in München den „Reese’s Peanut Butter Cup“ des US-amerikanischen Herstellers Hershey’s gefunden. Die leckeren Erdnussbutterkekse warteten im Feinkostregal auf aufmerksame Käufer. Denn nur wer das Kleingedruckte auf der Rückseite der Verpackung ausführlich studiert, findet bei den „Reese’s“ den Hinweis auf die gentechnisch verbesserten Zutaten. Nachdem die besagten Angsthasen den Supermarktleiter mit dem Sachverhalt konfrontiert und die Presse informiert hatten, wurde der Gen-Keks angeblich aus dem Regal genommen. In Rewe-Läden außerhalb der deutschen Anti-Hauptstadt soll es das kostbare Gut aber noch geben.


Dabei sollten Verbraucher beim Einkaufen moderner Lebensmittel nicht genötigt werden, die Stadt zu verlassen. Das Rewe-Reese’s-Beispiel zeigt: Der Handel hat die Hosen voll vor ein paar aufgeplusterten Weltuntergangspropheten, die offenbar meinen, ihre eigenen Gene würden durch „Gen-Food“ manipuliert. Unser Appell an Sie: Werfen Sie ab und zu einen Blick auf die Zutatenliste und greifen Sie beherzt zu, wenn Sie im Kleingedruckten den Hinweis „enthält gentechnisch veränderte Organismen (GVO)“ oder „hergestellt aus genetisch verändertem (Zutat)“ finden. Und teilen Sie uns Ihre Funde mit. Erst wenn die Existenz gentechnisch verbesserter Lebensmittel offen kommuniziert wird, werden mündige Bürger in ihren Genuss kommen können!
 

Reeses Cups - Schokoriegel