22.08.2018

Ein Gedicht macht Hoffnung

Von Helen Knauf und Marcus Knauf

Titelbild

Foto: OTFW via Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

In der Debatte um das Gedicht „Avenidas“ prallen zwei Sichtweisen aufeinander: Die postmoderne Tradition der Viktimisierung sowie die der Aufklärung und Moderne. Dass die Verfechter der letzteren sich so zahlreich zu Wort meldeten, ist ein Hoffnungsschimmer.

In den Printmedien und sozialen Netzwerken wurde die Entscheidung des Akademischen Senats der Alice-Salomon-Hochschule (ASH), das an der hiesigen Fassade angebrachte Gedicht „Avenidas“ des Dichters Eugen Gomringer übermalen zu lassen, überwiegend kritisiert: „Erschreckender Akt der Kulturbarbarei“ (Staatsministerin Monika Grütters) oder „Berliner Alice-Solomon-Hochschule ist ein Hort der #Unfreiheit“ (FDP Generalsekretärin Nicola Beer) waren zwei der zahlreichen Reaktionen. Ein Zeitungsbeitrag charakterisierte den Streit um „Avenidas“ im Januar sogar als „bürgerkriegsähnlich“. 1

In einem Spiegel-Interview sagte Eugen Gomringer, dass sein Gedicht zukünftig an einer Hauswand in Bielefeld zu sehen sein werde. An unserer Wand. Er lenkte damit einen Teil des Medieninteresses auf unser Angebot, dem Gedicht an unserer Hauswand eine neue Heimat zu geben. Wir waren damit ungewollt von unbeteiligten Beobachtern und Admiradores des Gedichts zu öffentlichen Akteuren im Diskurs über „Avenidas“ geworden. Dadurch bekamen wir zahlreiche Reaktionen von Freunden, Bekannten und Nachbarn und damit einen Einblick, wie über „Avenidas“ auch außerhalb der oft aufgeheizten Diskussion in den Sozialen Medien gedacht wurde: Mit Unverständnis für die Berliner Entscheidung und Freude darüber, dass das Gedicht zukünftig dauerhaft in Bielefeld zu sehen sein wird.

Mittlerweile steht das Gedicht auf unserer Hauswand. Zwischen Bäumen und Blumen zaubert es eine wunderbare Stimmung in die Stadtlandschaft: „avenidas / avenidas y flores / flores / flores y mujeres / avenidas / avenidas y mujeres / avenidas y flores y mujeres y / un admirador“ zu Deutsch: „Alleen, Alleen und Blumen, Blumen, Blumen und Frauen, Alleen, Alleen und Frauen, Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer“. Der heute 93-jährige Dichter Eugen Gomringer hat es 1951 als junger Mann nach einem Besuch in den Ramblas in Barcelona geschrieben. Es ist eines der Schlüsselwerke der konkreten Poesie, einer Kunstrichtung, die man als humanistische Antwort auf die Grausamkeiten des 2. Weltkriegs verstehen kann, eine Antwort auf die Ideologien des Faschismus: Die Worte sollten von der Last ihrer Bedeutung befreit werden. Die konkrete Poesie wurde von Eugen Gomringer 1954 mit seinem Aufruf vom „vers zur konstellation“ initiiert und in den folgenden Jahren maßgeblich von ihm geprägt.

Bauchgefühl gegen Meinungsfreiheit

Für sein Lebenswerk erhielt Gomringer 2011 den Alice-Salomon-Poetik-Preis. Auf Wunsch der Hochschule sollte „Avenidas“ die Fassade der Hochschule schmücken und Poesie weit nach Hellersdorf hinein erstrahlen lassen. Im Sommer 2017 nahmen zunächst drei Studentinnen der Hochschule Anstoß an dem Gedicht, weil sie es als sexistisch empfanden. Frauen würden durch das Gedicht zum Objekt männlicher Bewunderung degradiert. Dieser Meinung schloss sich der AStA der Hochschule an. Der Bewunderer in dem Gedicht verursache „irgendwie […] ein komisches Bauchgefühl. Und ein komisches Bauchgefühl im eigenen Haus – das ist doch nicht schön.“ Das seitenlange Statement der Studierenden überzeugte offensichtlich die Hochschulleitung. Nach einem Diskussions- und Abstimmungsprozess in der Hochschule entschied der akademische Senat der ASH am 23. Januar dieses Jahres, „Avenidas“ zu entfernen. Im Herbst soll es überstrichen werden. Nach dem Bauchgefühl des Dichters, der sich plötzlich dem Vorwurf des Sexismus ausgesetzt sah, fragte man indes nicht. Die Hochschule und ihre Vertreter warben in der Öffentlichkeit und beim Dichter um Verständnis und betonten ohne Unterlass, dass das Gedicht nicht sexistisch sei und man Gomringer schon gar nicht Sexismus unterstellen wolle. Sie bemühten sich um einen freundlichen und respektvollen Umgang mit dem Künstler. Alles Umgarnen mit wundermilden Worten half aber nichts: Gomringer benannte die Entscheidung als das, was sie ist: „Ein Eingriff in die Freiheit von Kunst und Poesie“.

Man könnte die Vorgänge in Berlin als Posse abtun. Man könnte sie als Lehrstück darüber betrachten, wie Kritik an Eigendynamik gewinnt und am Ende das Ansehen der eigenen Institution und damit auch das eigene Anliegen desavouiert. Aber man muss den Akteuren in Berlin auch dankbar sein. Nicht in dem Sinne, wie es die Prorektorin Bettina Völker kommentiert, wenn sie sich mit ihrem (!) „Preisträger Eugen Gomringer“ freut, dass die geführte Debatte dem „Gedicht und seinem Autor zu einer im Netz verewigten, generationenübergreifenden Wirkung“ verhelfe. Sie spielt damit darauf an, dass „Avenidas“ die Twittergemeinde zu dutzenden Nachdichtungen anregte; Heise Online sah in „Avendias“ „ein stabiles Mem“ und „Avenidas“ „auf dem besten Wege … eines der bekanntesten Gedichte in Deutschland zu werden.“ Die Bewertung der Prorektorin klingt in unseren Ohren zynisch. Dankbar kann man aber sein, weil die Entscheidung der ASH eine gesellschaftliche Debatte angestoßen hat, die über ein Gedicht an einer Berliner Hauswand weit hinaus geht: Auf der einen Seite stehen dabei die Werte der Aufklärung und Moderne – die Freiheit der Kunst ist ein zentraler Wert der Moderne. Auf der anderen Seite die postmoderne Sicht der Studierenden, die sich als Opfer fühlen, sich viktimisieren. Der Prozess der Viktimisierung ist ein Merkmal der postmodernen Identitätspolitik. Slavoj Žižek erkennt eine universellen Logik der Viktimisierung: „Die Vorstellung eines Subjekts, das bloss [sic] ein Opfer der Umstände ist, schliesst [sic] eine extrem narzisstische Perspektive ein, aus der jede Begegnung mit der Welt wie eine mögliche Bedrohung für den wackligen inneren Frieden erscheint.“ Wenn man den Eingriff in die Kunstfreiheit mit einem „komischen Bauchgefühl“ begründet, zeigt dies genau dieses narzisstische – und unaufgeklärte – Selbstverständnis. Unaufgeklärt deshalb, weil sich die Studierenden mit ihrer Begründung einer aufgeklärten Debatte entziehen. Mit dem Verweis auf die eigenen Gefühle, das eigene Leid, an das man erinnert werde, und die persönliche Identität wird man unangreifbar und muss sich der öffentlichen Diskussion und dem rationalen Argument nicht stellen. Diese Haltung ist besonders für Hochschulen, an denen Debatten mit dem Kopf und nicht mit dem Bauch geführt werden müssen, schädlich. Sie sind das Gift, das die Freiheit der Wissenschaft langsam tötet. Die freundlichen Gesprächsangebote der ASH an den Dichter sind in diesem Lichte betrachtet gar keine Angebote zum Dialog unter gleichberechtigten Partnern. Wenn der eine Partner sich zum Opfer macht, entzieht er dem aufgeklärten Gespräch die Grundlage. Wenn das Gespräch nicht ergebnisoffen ist, weil das Ergebnis schon feststeht (das Gedicht soll verschwinden), dann geht es um öffentliche Therapie. Für die Rolle des Therapeuten wollte sich der Dichter aber nicht hergeben.

„Humor verträgt sich nicht mit identitätspolitischer Viktimisierung.“

Wäre nicht auch ein spielerischer und humorvoller Umgang mit „Avendias“ an der Alice-Salomon-Hochschule möglich gewesen? Musste die Reaktion so verkrampft sein? Die Twitterer mit ihren phantasievollen Reaktionen haben gezeigt, dass dies möglich ist. Die Sozialen Netzwerke sind nicht nur Plattformen für Katzenvideos oder Hetze, sondern für eine solche Form des kreativen humorvollen Protests besonders geeignet. Vor 25 Jahren gab es an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken eine ähnliche Diskussion wie jetzt in Berlin über Kunst, die nicht gefiel und verschwinden sollte. Studierende und Lehrenden nahmen Anstoß an der über 17 Meter hohen Stahlplastik „Torque“ des amerikanischen Künstlers Richard Serra, die einen zentralen Platz an der Hochschule bekam. Es kam zu Protesten der Studierenden, die sich an der Ästhetik der dominanten Skulptur stießen und ihre Kosten von ca. einer Million Mark als Verschwendung von Steuermitteln kritisierten. Die Studierenden hätten die Verschandlung ihres Campus am liebsten sofort beendet und die fast 250 Tonnen Stahl der Plastik gerne in die Schrottpresse befördert. Viele hatten ein schlechtes Bauchgefühl, 2 wenn sie jeden Morgen an der Plastik vorbeigingen. Die Kunst wurde nicht entfernt, aber die Studierenden fanden andere Formen der Auseinandersetzung damit: Sie eigneten sich die Kunst an, indem sie sie zu einem Schwarzen Brett machten. Sie setzen sich humorvoll mit ihr auseinander. So versahen sie das Kunstwerk mit einem grünen Punkt als Symbol des Dualen Systems oder schrieben in Anspielung auf einen damals populären Sketch von Hape Kerkeling, „Hurz“, auf die Plastik. Mit dem Slogan „Hurz am Bau“ wurden die (anonymen) Saarbrücker Studierenden dann selbst Teil des Serra’schen Kunstprojekts und gingen damit in die Geschichte der Kunst ein. Die Studierenden an der Alice-Salomon-Hochschule haben diesen humorvollen, selbstironischen Weg nicht gewählt. Vielleicht steht ihnen ein solcher Umgang einfach nicht zur Verfügung. Wie soll man auch spielerisch mit etwas umgehen, das im tiefsten Inneren die Identität verstört? Humor verträgt sich nicht mit identitätspolitischer Viktimisierung.

„Bei Themen wie der Identitätspolitik trauen sich viele kritische Geister gar nicht mehr, Positionen öffentlich zu äußern.“

Vergiftete Debatte

Im letzten Jahr wurden die Studierenden der Alice-Salomon-Hochschule zum zweiten Mal zu Opfern – diesmal allerdings nicht nur eingebildet. Sie wurden beschimpft und bedroht. Es kam offenbar auch zur Androhung von Gewalt. Sie mussten sich nicht mehr nur als Opfer des imaginären Admiradors in dem Gedicht fühlen, sondern sie waren real das Opfer eines wütenden rechten Social-Media-Mobs, der im Namen der Kunst- und Meinungsfreiheit anderen die Meinungsfreiheit abspricht, zu Straftaten aufruft und so die eigene Position ad absurdum führt. Die Kunst- und Meinungsfreiheit ist den rechten Kommentatoren im Netz meist egal oder wird allenfalls taktisch genutzt. Es geht letztlich nur darum, gegen die Positionen des „links-grün versifften Milieus“ zu hetzen und den politischen Gegner persönlich zu beleidigen. Die rechten Pöbeleien und die Hetze im Netz – ausgeführt von einem verschwindend kleinen Teil der Bevölkerung – werden wiederum instrumentalisiert: So werden auch gerade diejenigen, die liberale Prinzipien wie Kunst- und Meinungsfreiheit verteidigen, in eine „rechte Ecke“ gerückt. Damit werden liberale Positionen, z.B. die Kritik an der Identitätspolitik, wie sie dieser Beitrag übt, inhaltlich als rechte Positionen diskreditiert und als politische Positionen delegitimiert. Gerade bei komplexen Themen wie der Identitätspolitik trauen sich viele kritische Geister gar nicht mehr, ihre liberale (und humanistische!) Position öffentlich zu äußern. Sie haben Angst als Rechte oder Neocons zu gelten und befürchten persönliche oder berufliche Nachteile. Dies zerstört unsere demokratische Diskussionskultur.

Die Kritik der Studierenden wirft das Anliegen der Moderne – hier konkret die Gleichberechtigung von Frauen und Männern – zurück. Mit der Zuschreibung von Sexismus bei einem harmlosen Gedicht, geschrieben von einem Dichter, der bei dieser Frage über jeden Zweifel erhaben ist, wird der Fokus von den echten Diskriminierungen in der Gesellschaft genommen. Damit schließt die Debatte in Hellersdorf an die Debatte zwischen Alice Schwarzer und Judith Butler aus dem letzten Jahr an, in der es um die Diskriminierung von Frauen aus muslimisch geprägten Kulturen ging: Auf der einen Seite Alice Schwarzer, die sich mit konkreten Benachteiligungen von Frauen auseinandersetzt, diese als Feministin abschaffen möchte und damit Frauen zu den gleichen Rechten wie Männern verhelfen möchte. Auf der anderen Seite Judith Butler, die Geschlecht und Vorstellungen von Zweigeschlechtlichkeit als Produkt kultureller Denksysteme und Sprachregeln versteht und damit die für den Feminismus wegweisende Unterscheidung zwischen Sex (als biologischem Geschlecht) und Gender (als sozialem Geschlecht) ablehnt. So ging es etwa Simone de Beauvoir in ihrem Klassiker der feministischen Literatur „Das andere Geschlecht“ nicht darum, biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern in Abrede zu stellen, sondern einengende Rollenzwänge für Frauen zu kritisieren und zu überwinden. Butler hingegen sieht jegliche (geschlechtliche) Identität als bloßes kulturelles Konstrukt, das Akzeptanz verdient, und landet am Ende im moralischen Relativismus. Butler verteidigt zum Beispiel die Zwangsverschleierung von Frauen in islamischen Kulturen als mögliche Identität, die sie als Zeichen gegen die Verwestlichung sogar noch glorifiziert. Die Akzeptanz des Anderen und seiner selbst gewählten Identität suggeriert eine hohe Toleranz und (vermeintliche) Aufgeklärtheit. Aber Butlers Denken ist in hohem Maße unaufgeklärt, negiert es doch elementare und universelle Menschenrechte 3.

Mit ihrem relativistischen Poststrukturalismus gilt Butler als Ikone der Identitätspolitik, bei ihren Auftritten in Deutschland wurde sie in der Vergangenheit begeistert gefeiert. Aber etwas ist anders geworden in den letzten beiden Jahren. Auslöser war die Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten. Mit seinem Wahlsieg verlor die Identitätspolitik mit ihrem Versprechen auf eine bessere Welt ohne Diskriminierung ihre Unschuld. Mark Lilla, Professor an der Columbia University in New York, veröffentlichte dazu zehn Tage nach Trumps Wahlsieg in der New York Times den vielgelesenen Essay „The End of Identity Liberalism“ und machte die Identitätspolitik mit verantwortlich für die reaktionäre Wende in den USA und den Wahlsiegs Trumps  4. In Deutschland wird die Kritik Lillas oftmals und fälschlicherweise als die Kritik eines Rechten bzw. Konservativen verstanden. In Wirklichkeit kritisiert mit Lilla ein Linksliberaler die Identitätspolitik der postmodernen (Neu-)Linken als unpolitisch und macht sie verantwortlich für das Erstarken reaktionärer und undemokratischer Kräfte. Damit bietet Lilla eine pointierte Analyse für die überraschende Wahl Trumps. Die Entscheidung der Alice-Salomon-Hochschule stößt sowohl traditionelle Linke ab, die mit diesen akademischen Glasperlenspielen offenbar nichts anfangen können, als auch Liberale und Konservative. Die Trennlinie verläuft hier nicht zwischen rechts und links, sondern zwischen modern und postmodern. Dies könnte auch eine Erklärung dafür sein, warum sich linke und grüne Politiker mit öffentlichen Kommentaren in der Causa „Avenidas“ zurückgehalten haben: Ihre Parteien vereinen postmoderne und moderne Positionen. Eine Gruppe hätte man verprellen müssen. Daher hat man lieber geschwiegen. Oder ist dieser Vorwurf von Opportunismus ungerecht und greift zu kurz? Das Schweigen der Linken kann auch Ausdruck einer tief sitzenden Verunsicherung sein. Lediglich der Berliner Kultursenator Klaus Lederer von den Linken bezog Stellung, indem er den Sexismusvorwurf als „absurd“ bezeichnete und die Entscheidung der Hochschule als „falsch und misslungen“ kommentierte.

Schaut man durch die Brille der Lilla’schen Kritik, dann trägt die Entscheidung, „Avenidas“ zu entfernen, dazu bei, reaktionäre Tendenzen in unserer Gesellschaft zu stärken. „Wahlkampfhilfe für die AfD“ kommentierte der Chefredakteur einer großen deutschen Tageszeitung auf Twitter. Vielleicht erklärt diese Deutung die große Involviertheit und auch persönliche Betroffenheit der Menschen bei diesem Thema. Vielleicht dient das Gedicht der Selbstvergewisserung des eigenen Standpunkts. Und dies in einer Zeit, die nach der Diskussion um Migration, Brexit, Trump etc. von großer Verunsicherung geprägt ist. Vielleicht setzt sich gerade die Erkenntnis durch, dass die distinktive, akademische Identitätspolitik des soziologischen Elfenbeinturms eben weniger zur Lösung von realen Problemen beitragen kann, als man sich noch vor wenigen Jahren erhoffte. Der trotz einiger schräger Klänge grundsätzlich fröhliche und freundliche Umgang der Kommentare zu „Avenidas“ im Netz, die Ernsthaftigkeit, mit der die Debatte geführt wurde, das positive Feedback, das wir als Reaktion auf unsere eigene Aktion bekamen, zeigen, dass es in Deutschland eine starke Strömung gibt, die bereit ist, öffentlich für moderne und aufgeklärte Errungenschaften einzutreten. Das macht Hoffnung.