14.03.2014

Einwanderung: Am Sonntag ist Open Borders Day

Kurzkommentar von Sabine Beppler-Spahl

Anlässlich des internationalen Tages für offene Grenzen am 16. März erläutert Novo-Redakteurin Sabine Beppler-Spahl das humanistische Ideal und den gesellschaftlichen Nutzen freier Einwanderung. Hierzu wurde in Deutschland jüngst die Initiative „Offene Grenzen“ ins Leben gerufen

Am Sonntag, dem 16. März, findet der Open Borders Day statt, der von der amerikanischen Initiative „Open Borders: The Case“ organisiert wird. Passend zu dieser Gelegenheit hat sich auch in Deutschland die Initiative „Offene Grenzen“ gegründet, die fortan auf ihrer Website Argumente für eine Welt ohne Grenzkontrollen entwickeln wird.

Der diesjährige Open Borders Day hat besondere Relevanz, weil wir im Herbst den 25. Jahrestag des Falls der Mauer feiern werden. Das Ende der DDR markierte den Beginn neuer Freiheiten für viele Europäer. Staaten, die ihre Bevölkerung davon abhalten, in andere Länder zu reisen oder auszuwandern, gelten zu Recht als totalitär. Die Initiative Offene Grenzen sieht die Zeit gekommen, die Freiheit, die wir Europäer genießen, auch anderen Menschen zukommen zu lassen.

Das Recht des souveränen Staats, seine Grenzen zu schließen, beinhaltet auch das Recht, sie zu öffnen. Für Waren aus aller Welt ist dies bereits geschehen. Der nächste Schritt muss sein, dies auch für Menschen zu tun. Einwanderer kommen, weil sie für sich und ihre Familien ein besseres Leben suchen. Sie kommen aber auch, um zu arbeiten, und tun das, was Immigranten schon immer getan haben: Sie übernehmen Jobs und Dienstleistungen, für die es im Zielland einen Bedarf gibt.

„Mit der Einwanderung steigt unsere Problemlösungskompetenz.“

Der Entschluss, auszuwandern entspringt oft der Not. Trotzdem ist Immigration keine irrationale Handlung. Niemand verlässt seine Heimat, ohne eine Vorstellung von dem zu haben, was ihn in der Fremde erwartet. Handys, Fernsehen und die Berichte von Bekannten und Verwandten, die bereits ausgewandert sind, dienen als Informationsquellen. Der Erfolg der Ersten spornt andere an; so hat Einwanderung schon immer funktioniert.

Migration ist ein dynamischer Prozess und ein fühlbarer Ausdruck dafür, dass sich unsere Welt in ständiger Veränderung befindet. Deswegen ist der Versuch, die Grenzen dicht zu halten, inhuman, schwierig und teuer. Unsere Abschottungspolitik hat in den vergangenen 20 Jahren zehntausenden von Menschenleben gefordert und den europäischen Steuerzahler Milliarden Euros gekostet. Weil die legalen Wege versperrt sind, werden Einwanderer in die Illegalität getrieben.

Jede Gesellschaft lebt von immer neuen Impulsen. Immigration wird nur dann als Last wahrgenommen, wenn wir das Vertrauen in unsere eigenen Kräfte verlieren. Wer davon überzeugt ist, dass kultureller, wirtschaftlicher und demokratischer Fortschritt möglich ist, wird auch der Einwanderung positiv gegenüber stehen. Mit der Einwanderung steigt unsere Problemlösungskompetenz. Allein um daran zu erinnern, lohnt es sich, für offene Grenzen zu streiten.


Die Initiative „Offene Grenzen“  ist neben ihrer Webseite auch auf Facebook, Google+ und Twitter vertreten.