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Der letzte kalte Krieger
Von Thomas Deichmann
Sie halten sich für Frontkämpfer im edlen Rittergewand: viele konservative Intellektuelle sind ehemalige Klassenkämpfer, die es verpasst haben, nach dem Zerfall des Ostblocks neue Orientierung zu finden. Inspiration beziehen sie heute gern von der alten Linken, die rückwärtsgerichtete Öko-Misanthropie als neues Leitbild feiert. Ein Kommentar von Thomas Deichmann zu Lorenz Jägers: „Die letzten Fortschrittsgläubigen“, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2009, S.33.
In Kopenhagen ist Klimagipfel, alle Medien berichten und die ganze Welt redet darüber. Auch NovoArgumente und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Doch dann das: Inmitten der morgendlichen F.A.Z.-Lektüre finde ich eine lange Auflistung vermeintlicher Schandtaten während meiner nunmehr bald 20jährigen journalistischen Arbeit: von Verbindungen zu revolutionären Trotzkisten in England über Publikationen in „antideutschen“ Organen, die unter Observation des Verfassungsschutzes stehen bis zu Mitgliedschaften in linken Uni-Klubs, aus denen einst Novo hervorging – und das alles offenbar nur, um mir heute in der Kumpanei mit „Klimaskeptikern“ von der Großindustrie die Taschen zu füllen. Schön wäre zumindest letzteres, dachte ich einen Moment, aber dann wandelte sich das Staunen in latente Sorge, wohlwissend, dass derlei „Qualitätsjournalismus“ in den Leitmedien freien Journalisten und zarten Medienpflanzen wie Novo das Leben nicht unbedingt erleichtern.
Doch dann überwog das beruhigende Gefühl, meinen Namen und den meines Magazins im Zusammenhang mit Autoren wie Henryk M. Broder, Roger Köppel, Michael Miersch, Dirk Maxeiner und Vince Ebert und Publikationen und Institutionen wie Cicero, Weltwoche, Spiked, der Achse des Guten und dem Londoner Institute of Ideas genannt zu sehen – und mit dem britischen Soziologen Frank Furedi, Professor an der Universität Kent und einer der derzeit meist zitierten und beachteten Intellektuellen im englischsprachigen Raum.
Für einen Moment war ich sogar amüsiert, dass der F.A.Z.-Redakteur im Ressort Geisteswissenschaften auf die Idee kommen konnte, im mitunter tristen Umstand, dass man als freier Schreiber in verschiedenen Medien seine Texte unterzukriegen versucht, eine Art sich gegenseitig die Sendeplätze zuschiebende Publikationsmafia zu erkennen (zu der dann auch seine eigene Zeitung zählen müsste, denn einige meiner einflussreichen investigativen Recherchen habe ich – also der verkappte Revoluzzer – just dort „platziert“). Am Ende dieser einzigartigen Morgenlektüre, verbunden mit einem Wechselbad der Gefühle, bleibt die Frage: Was will der werte Kollege eigentlich, macht er versteckte PR für Novo? Wohl kaum, viel eher treibt ihn wohl um, mir und den Kollegen den Mund zu verbieten und meinem Verlag die Lichtlein auszuschießen. Warum sonst hätte er so niveaulos tief angesetzt und alte Kamellen aus Internetportalen zusammengekleistert? Portale, die zumeist stramm auf links-grün-ökologistisch getrimmt sind und darauf spezialisiert, die persönliche wie professionelle Integrität geistiger Widersacher durch den Schmutz zu ziehen – mit Halbwahrheiten, Suggestionen, Falschinformationen und einer ausgeprägten Neigung, überall apokalyptische und großkapitalistische Weltverschwörungen zu erspähen.
Wie es perfider ein Horst Schlemmer in realita nicht könnte, schreibt Jäger nach der Auflistung lobenswerter Sponsoren für erstklassige Debatten und Konferenzen von Spiked und dem Institute of Ideas, Novo schweige sich über seine Gönner aus. Was wohl heißen soll, wir betreiben das journalistische Handwerk als ferngesteuerte PR-Ganoven. Eine billige Marotte, die ich sonst nur von eigenwilligen Kollegen wie Thomas Leif vom „Netzwerk Recherche“ kenne, der mich alle Jahre wieder, wenn wir uns zufällig über den Weg laufen (zuletzt im April 2009 im Rahmen des vom F.A.Z.-Institut organisierten Frankfurter Journalistentags, dessen Eröffnungsveranstaltung ich moderierte) mit großen Augen und der stereotypen Jägerfrage begrüßt, wer denn wohl hinter Novo stecke. Wie trist muss einem die Welt erscheinen, wenn man hinter jedem publizistischen Engagement gegen den konformitätsstrotzenden Mainstream sogleich dunkle Drahtzieher vermutet? Oder wird hier nur die eigene Befindlichkeit nach außen gekehrt, um sich einreden zu können, wie unabhängig und radikal gegen den Zeitgeist man doch selbst agiere?
Die finanzielle Ausstattung von Novo gestaltet sich jedenfalls anders, als es sich die Jägers und Leifs vorstellen können. Wie der Zufall es will, haben wir zeitglich zur Tirade in der F.A.Z. eine Unterstützerkampagne lanciert, um Novo im Jahr 2010 am Leben erhalten und seine Präsenz hoffentlich ausbauen zu können. Das komplette Ausgabenbudget des Verlags samt Redaktion, Produktion und symbolischen Aufwandentschädigungen für Mitarbeiter liegt derzeit für das Jahr 2010 bei etwa 70 Tausend Euro. Das ist wahrscheinlich weniger als das gewiss verdiente Jahresgehalt der genannten Redakteure. Das soll uns erst mal einer nachmachen! Aber aus unserer dünnen Finanzdecke machen wir keine Tugend, weshalb ich an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen möchte: Gerne nehmen wir dicke Schecks für Anzeigengeschäfte mit Weltkonzernen entgegen, von denen ein Redakteur in einem normalen Zeitschriftenverlag übrigens einen nicht unbeachtlichen Teil seines Gehalts bezieht. Und wir freuen uns über großindustrielle Förderabonnenten und Sponsoren. Dabei treibt mich nicht eine Sekunde die Sorge um, der schnöde Mammon könne die Unabhängigkeit und journalistische Professionalität von Novo gefährden. Genau diese Haltung, die bei Novo oberstes und bei seinen Machern gelebtes Prinzip ist, wissen unsere Autoren, Leser und Förderer zu schätzen.
Wie es um Novo finanziell bestellt ist, hätte der Trotzkistenfresser leicht bei uns erfragen können – oder bei seinem Redaktionskollegen Stefan Dietrich, Leiter des Ressorts Innenpolitik bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dietrich war Gast beim Empfang von und für NovoArgumente Ende November im Museum für Moderne Kunst (MMK) Frankfurt, auf dem auch unser Unterstützerprogramm vorgestellt wurde. Dietrich debattierte im Anschluss auf dem Podium mit meiner Kollegin Sabine Reul, Rainer Land vom Thünen-Institut und dem Journalisten Axel Brüggemann anlässlich des 20. Jahrestags der Wiedervereinigung – eine spannende und um Klärung bemühte Auseinandersetzung mit reger Publikumsbeteiligung, von der alle Teilnehmer neue Argumente und Sichtweisen mit nach Hause nehmen konnten.
Dietrich gab mit seinen klugen Beiträgen einen möglichen Hinweis darauf, wo der Hase im Pfeffer liegen mag. Mit Blick auf die aktuelle Finanzkrise gab er zu bedenken, dass die Öffnung der Mauer dazu geführt haben mag, dass gewisse Regelgrenzen, die früher der Markt- und Finanzwirtschaft angelegt waren, an Griff verloren haben und in der Folge eine ungezügelte Finanzblase eintreten konnte – mit den bekannten Konsequenzen.
Dies passt zu meiner Einschätzung, dass das Ende des Kalten Krieges ein ideologisches Vakuum hinterließ, das die allermeisten „Linken“ und viele Konservative in eine tiefe Sinnkrise stürzte. Ausdruck findet das in der Sehnsucht nach der guten alten Zeit mit ihren sorgfältig geordneten Rechts-Links-Schablonen. Man erkennt dies auch an der immer wieder aufflackernden, aber mit jedem Mal noch abgedroschener wirkenden Rote-Socken-Rhetorik. Womöglich ist das auch Jägers Problem: Man braucht Feinde, um das Durcheinander im eigenen Denkapparat zu zügeln, die eine immer schlechter verstandene Wirklichkeit erzeugt. Eine andere Erklärung kommt mir nicht in den Sinn. Denn obgleich das Klimaschutzthema seit Jahren auf allen Kanälen getrommelt wird und schon unzählige gesetzliche Institutionalisierungen erfahren hat, ganz zu schweigen davon, dass es wohl nie mehr Menschen auf der Erde gab, die sich vor der Klimakatstrophe fürchten und dass die darauf bauende Großindustrie an Meinungsmachern, Entscheidern und die Armeen ihrer Gefolgsleute gerade in Kopenhagen sitzen und „Weltgeschichte“ schreiben wollen, weckt Jäger den Anschein, sie alle gehörten wie er selbst zu einer von NovoArgumente, Cicero, der Weltwoche, Spiked und der Achse des Guten verfolgten und unterdrückten Minderheit. Das scheint, gelinde gesagt, etwas befremdlich.
Warum befasse ich mich kritisch mit der Politik des Klimawandels, dem Umwelt- und Verbraucherschutz im Allgemeinen, populären Nachhaltigkeitsideen, der mutwilligen Blockade von Zukunftstechnologien wie der Grünen Gentechnik und der um all dies florierenden Angstindustrie? Weil mich die Einsicht umtreibt, dass dieser moderne Ökologismus, dem der Mensch unterm Strich als „Pest auf Erden“ gilt, das beschriebene geistige Vakuum gefüllt hat. Hier haben verstörte Linke und Rechte ein verbindendes Wertesystem gefunden – eines, das zugegebenermaßen nicht im Einklang mit meinen eigenen Vorstellungen von Emanzipation und Humanismus steht.
Und genau so geht es vielen anderen, darunter Menschen, die sich als „konservativ“ betrachten und deshalb für die Freiheit des Individuums und der Wissenschaft gegenüber einem alles verschlingen wollenden ideologischen Irrationalismus eintreten. Jenseits der alten Fronten des Kalten Krieges entstehen hier in der Tat neue positive Impulse. Da begegnet man sich schubladenfrei und zukunftsoffen. Warum dieser „cross over“ Jäger nur als Verschwörung denkbar ist, vor der er sich und andere ängstigen zu müssen glaubt, ist die Frage, die nach der Lektüre seines Beitrags offen bleibt.
Und natürlich bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Die deutsche Medienlandschaft und Demokratie leiden gewiss nicht unter zu viel argumentativem Streit, zu tief schürfender Analyse und zu kontroverser Auseinandersetzung um die Themen der Zeit. Jeder, der mit nur halboffenen Augen und Ohren durchs Leben geht, weiß, wie eintönig und lähmend die geistige und politische Landschaft geworden ist. Dabei gibt es drängende Fragen, denen man sich im Dienste einer aufgeklärten Öffentlichkeit, einer fundierten Meinungsbildung und Entscheidungsfindung stellen kann – Fragen, die den Bestand unseres demokratischen Gemeinwesens betreffen. All das thematisieren wir mit Bedacht und Tiefgang in Novo – wir bemühen uns zumindest darum. Dass sich das Feuilleton der einflussreichsten deutschen Tageszeitung dazu hinreißen lässt, mit Cicero und Novo sogleich die beiden relevanten deutschen Debattenmagazine ins Visier zu nehmen, ist irritierend, aber wohl nur bezeichnend für die beschriebene Malaise.
Thomas Deichmann ist Chefredakteur von NovoArgumente, Geschäftsführer der Novo Argumente Verlag GmbH und Autor zahlreicher Bücher. Zuletzt ist von ihm mit Detlev Ganten und Thilo Spahl erschienen: Die Steinzeit steckt uns in den Knochen. Gesundheit als Erbe der Evolution (Piper 2009).
Detaillierte Informationen zum „Unterstützerprogramm 2010“ finden Sie hier.
14.12.2009 | Permanenter Link | http://bit.ly/d9zlet
Kategorie(n): Kultur und Gesellschaft
Zugegeben, ich war nicht schlecht überrascht, als ich den Artikel in der FAZ las. Ich hoffe, nachdem man sich dort, aus welchen Gründen nun auch immer (eine seltsame, persönlich anmutende Motivation erscheint mir durchaus naheliegend ), derart übergeben musste, ist man sich des verbleibenden bitteren und nicht sehr angenehmen Geschmacks, der auf der Zunge in aller Regel noch ein Weilchen verweilt, bewusst. Möglicherweise wird es den „Betroffenen“ am Ende tatsächlich zum Vorteil gereicht… Ich erinnerte mich an so einiges, während ich diesen las… Im Besonderen jedoch an einen Absatz aus J. Conrads „Über mich selbst“. Nun mögen einige einwenden, er passe nicht, da bestehe kein Zusammenhang… Nun, wie antwortete der Dude so lässig in seinem Bowlingsessel sitzend darauf sinngemäß: Das ist dann wohl deine Meinung…
... „Für den Engländer mehr als für andere Erdbewohner hat die im Geiste des Abenteuers übernommene Aufgabe, und zwar jede Aufgabe, das Verdienst des „Romantischen“. Die Kritiker beweisen in der Regel jedoch nur selten den Geist des Abenteuers. Selbstverständlich lassen sie sich auf Wagnisse ein – wenn man leben will, kann man das kaum vermeiden. Das tägliche Brot wird uns (wie kärglich auch immer bemessen) mit einer Prise Salz gereicht. Wäre es nicht so, wir würden krank von der Kost, um die wir beten, und das wäre nicht nur unpassend, sondern geradezu gottlos. Vor solcher und anderer Gottlosigkeit bewahre uns, Herr! Das Ideal der distanzierten Haltung, an das sie sich klammern, getrieben von einem Sinn für das Schickliche, von Schüchternheit oder auch von Vorsicht, vielleicht auch einfach aus Müdigkeit, verleitet, so vermute ich, einige Kritiker dazu, die abenteuerliche Seite ihres Berufes zu verbergen, was dann ihre Kritik zu einer bloßen „Ankündigung“ macht, zum Bericht von einer Reise, in dem nichts als die Entfernungen und die geologischen Formationen des Neulandes vermerkt sind und streng darauf geachtet wird, dass der flüchtige Auftritt unbekannter Bestien, die Gefahren zu Wasser und zu Lande, die Rettungen im allerletzten Augenblick und die Leiden (o ja, auch die Leiden! Ich zweifle nicht, dass auch Leiden vorkommen) des Reisenden unerwähnt bleiben; es wird auch kein schattiger Lustort, kein fruchtreicher Baum erwähnt, so dass die ganze Veranstaltung wie die Geschicklichkeitsübung einer abgerichteten Feder wirkt, die in der Wüste schreibt. Ein grausiges Schauspiel, ein höchst beklagenswertes Abenteuer.“ ...
Es ist nach den einleitenden Passagen offensichtlich, dass die - wissenschaftlich fundierte - Absage an den Klima-Alarmismus, wie man dies in NOVO kennt und schätzt, wohl den galligen Unmut Jägers hervorgerufen hat. Wie sonst könnte er den Hinweis auf positive Aspekte des Klimawandels (zu wärmeren Temperaturen hin) als Zeichen dümmlicher Ignoranz werten? Vielleicht sollte er sich einmal vorurteilslos mit der Rolle des von ihm verpönten Fortschrittsoptimismus in der Geschichte der Technik und Medizin auf dem Weg zu einem humaneren Lebensstil auseinandersetzen? Allenthalben hört- und weiß- man, dass der psychologische Faktor ’ Optimismus’ elementar für die Lösung wirtschaftlicher Probleme ist.
Statt sich jedoch mit den wissenschaftlichen Fragen im Kontext der Klimadebatte auseinanderzusetzen und diese darzulegen, greift Jäger zur Biographie-Keule.
Hatte Beethoven nicht Syphilis? Zugegeben, seine Symphonien…
Wenn ich den Kritikern, Skeptikern und anderen Querdenkern nicht mit Fakten und Argumenten beikommen kann, so bekämpfe ich diese halt in Persona.
Herr Jäger hatte zudem auch noch das große und bequeme Glück, daß im Internet genügend Schmutztöpfe bereitstehen, aus denen man sich bei Bedarf nur zu bedienen braucht, Steckbrief und Adresse inklusive. So gelingt selbst einfachsten Schmieren-Bloggern ein kleines temporäres Trefferchen. Wenn sich Herr Jäger auf dieses Niveau begeben will, so ist das seine persönliche Entscheidung.
Selbstverständlich hat das Ganze mit Kopenhagen und den Klimarealisten zu tun, die zur Zeit auch ihre Kritik an der Medienlandschaft vehement äußern. Diese massive Kritik mag wohl sicher noch so manche gekränkte Leberwurst hervorbringen.
Da sich aber im Kopf eines Herrn Jägers festgesetzt haben mag, daß es sich bei all diesen “Skeptikern” (Für mich Realisten) um eine verschwindende Minderheit handeln soll, können die eigentlich nur gesteuert von bösen Mächten agieren. Getarnt als Achse des Guten agiert für ihn das Böse als Henryk Thomas Mierscheiner unter wechselnden Identitäten. Heh, Herr Jäger, aufwachen! Die “Bilderberger” werkeln doch schon längst für Andere.
Eins hat jedoch Herr Jäger nicht bedacht mit seinem bullbeißerischen Artikel - Das nagelneue, frische Novo-Abo für unseren Jüngsten. Auch eine Art Trotz, aber diesmal von uns.
Was jenseits aller verschwörungstheoretischem Geschwurbel nichts, absolut gar NICHTS dran ändert, dass das sogenannte “Climagate”, auf das Ihre werten Kollegen Broder, Maxeiner, Miersch, Lengsfeld et. al. sich seit Wochen permanent beziehen, NICHT EXISTIERT!!! Der Klimawandel ist genauso real wie die Evolution, und ebenso wie in letzterer stecken in ersterem mittlerweile massivste anthropogene Einflüsse. Besagte Damen und Herren (allen voran Maxeiner und Miersch) verschließen vor dem Stand der Wissenschaft selektiv die Augen. Der Temperaturschnitt stagniert global seit 10 Jahren. Na und? Eine Durchschnittstemperatur stagniert, wenn es im Winter 10 kälter und im Sommer 10 Grad wärmer ist. Letzteres ist der Wandel, ersteres ein Pseudoargument.
Die versammelte “Achse des Guten” besitzt schlicht und ergreifend nicht genug naturwissenschaftliche Bildung, um sich eine Bewertung erlauben zu können, geschweige denn davon, zu behaupten, dass der IPCC sich irrt.
@ Dominik: Sicherlich kann eine Durchnittstemperatur konstant bleiben trotz stärkerer extremer Temperaturausschläge. Das immer wieder gebetsmühlenartig wiederholte Hauptargument aber, dass ein kontinuierlich steigender CO2-Gehalt den Anstieg der globalen Temperaturen unmittelbar zur Folge hat, wird durch das Stagnieren eben dieser Durchschnittstemperatur bei keineswegs eingefrorenem CO2-Anstieg widerlegt. Dass dieses Faktum in Kopenhagen immer noch ignoriert wird, verwundert nicht: Die globale Klimapolitik hat sich darauf versteift, dem Klimawandel über den CO2-Hebel Einhalt zu gebieten. In diesem Kontext Kritikern dieser starrsinnigen Politik mangelnden wissenschaftlichen Sachverstand vorzuwerfen, ist grotesk, wenn man sieht, dass die Politik trotz besseren Wissens Sachverstand ignoriert.
Wenn es Ihnen bereits ein beruhigendes Gefühl gibt, Ihren Namen neben dem von Hendryk Broder und seinen Kolleegen von der Achse der Ahnungslosen zu lesen - diskreditiert das Ihren Artikle leider gleich zu Beginn.
Wer sich so bereitwillig neben recherche- und kompetenzfreie Selbstzweck-Polemik
einreiht tut seiner Sache sicher keinen Gefallen ...
Oh wärest du kalt oder heiß! Aber du bist nur lauwarm…
Offenbarung des Johannes
Ich gebe zu: Vielleicht ist meine Stichprobe nicht repräsentativ, ich habe keine Studie gemacht und keine Kontextanalyse durchgeführt. So ist das nur mein subjektiver Eindruck aus den Blogs und Foren im Internet, dass sich die Klimaangstmacher in den letzten Tagen oder Wochen übernomnmen haben. Besonders seit dem Beginn der Kopenhagen-Orgie hat die Hysterie einen solchen Grad erreicht, dass Menschen mit dem gesunden Menschenverstand einfach nicht mehr daran glauben können.
Ich (genauso wie etwa 99,9% aller Teilnehmer in diesen Diskussionen) verstehe nix vom Klima. Aber das muss man auch nicht. Wenn ein Psychiater hört, mit welchen Argumenten ein psychisch Kranker über die vermeintliche Untreue seiner Frau redet, so wird ihm klar, dass es sich um einen schweren Wahn handelt. Für diese Diagnose braucht der Psychiater gar nicht zu wissen, ob die Frau tatsächlich mal mit einem anderen Mann zusammen war oder nicht. Das gleiche ist in diesem Fall: Die Menschen beginnen zu verstehen: Wer SO ARGUMENTIERT, wie die Klimapessimisten das tun (mit offensichtlicher Lüge, Scheinargumenten, Argumenten zu biographischen Details ihrer Opponenten, mit Verstoßen gegen die einfache Logik, durch Ansprechen niederer Emotionen der anderer, usw., usf.), - wer so argumentiert, der hat wahrscheinlich auch in der Sache keine Recht.
Und da müssen die Klimaskeptiker Herrn Jäger dankbar sein, er hat seinen Beitrag dazu geleistet hat, seine Sache dem Leser so hässlich wie möglich darzustellen. In seinem armen entzündeten Gehirn verbinden sich Trotzkisten mit Neoliberalen, um die Menschenrasse zu versklaven. Wer Sponsoren hat, sei ein Verbrecher, weil er sich sponsieren lässt; wer keine Sponsoren hat, sei genauso ein Verbrecher, weil er offensichtlich so schlimme Sponsoren hat, dass man auf ihre Namen gar nicht ankommt. Der Text kann stolz den Platz neben dem berühmten “Protokoll der Weisen von Sion” einnehmen. Der Autor vergißt nicht zu erwähnen, dass der einglische Prof. Furedy eigentlich ungarischer Herkunft ist (denn was kann man Vernünftiges von einem Osteuropäer erwarten?), verschweigt aber, dass Furedy kein Ungar, sondern ein ungarischer JUDE ist. Wie schwer die Krankheit Herrn Jäger auch ist, begreift er offensichtlich, dass ein Antisemitismusvorwurf auf ihn stark zurückschlagen würde.
Der kalte Krieger ist also weder kalt noch warm; jedenfalls stimmt seine Temperatur nicht der von ihm selbst verteidigter Erwärmungsthese; nur seine Stirn ist in Flamme wie die Spitze des von seinen Gleichgesinnten so beliebten Hockey-Schlägers.
Den Trotzkisten-Aspekt finde ich interessant:
Man kennt diese Trotz-Kisten ja von früher.
Immer gegen alle Mainstreams gepolt .
Steinige, mühsame Wege (zur Not über Leichen) gehend.
Rücksichtslos gegen sich selbst und v.a. gegen Andersdenkende.
Minderheit, angriffslustig und allzeit abwehrbereit.
Da lernt man eine gewisse Flexibilität im Denken u. Argumentieren.
Natürlich auch heftig sektiererisch.
Jedermanns Feindbild.
Wirklich eine gute Schule für ‘Klimaskeptiker’
Stahlhartes Argument, Herr Stahl!
Wer flexibel im Denken ist und nicht mit dem Mainstrem mitschwimmt, setzt sich dem Trotzkismus-Verdacht aus. Very interesting. And insulting, too. Warum hatten wir uns doch gleich für die Demokratie entschieden? Wirklich bodenlos ...
Aber, aber, wer wird denn gleich?
Echte Trotzkisten sind hart im Nehmen ....
und -
beinah hätte ich’s vergessen:
H U M O R V O L L
Ralph Giordano erzählt in seinem Buch ” Erinnerungen eines Davongekommenen” , wie er mit seinem arischen Freund Fiete den Film ” Jud Süß” ansieht und wie sie anschließend gemeinsam nach Hause gehen. Der Protagonist ist verwundert darüber, dass Fiete zunächst, entgegen seiner sonstigen Angewohnheit, wortlos neben ihm hergeht. Beim Abschied löst sich seine Zunge. Zweimal kommentiert er gegenüber dem entsetzten Giordano: ” Irgendetwas muss doch dransein.”
Die Episode ist der Schlüssel zum Verständnis freilaufender Klimahysteriker, die nach jahrelangem Dauerbeschuss geschickt inszenierter medialer Halbwahrheiten nicht mehr in der Lage sind, Wissenschaft und Ideologie zu unterscheiden. Damals führte die ” Wissenschaft” von der Minderwertigkeit nicht-arischer Rassen zur Vernichtung von 6 Millionen Juden. Heute führt die ” Wissenschaft” von der menschengemachten Zerstörung des Planten ” nur ” zur Zerstörung westlichen Wohlstands - und damit gekoppelt- zur Zerstörung wichtiger Aufbauhilfe für die Dritte Welt.
Die eigentliche Kraft der Ideologie war stets destruktiv. Die Geschichte beweist es.
@Hr. Hueber:
Aha, wer also mit wissenschaftlicher Argumentation begründet, warum es einen mehr oder minder großen Einfluß auf das Klima hat, wie die Menschheit sich benimmt, und dass es eventuell besser wäre, sich ein bißchen zurückhaltender zu benehmen unserem Lebensraum gegenüber, wer also einen wirklich breiten Konsens unter Wissenschaftler aller Coleur quer durch die Länder des Globus verteilt, aufnimmt, stellt sich damit also in die Reihe mit Rhetoriken, Logikern und Demagogen, die diese Gaben dazu vewendeten, Definitionsmacht auszuüben für ein verbrecherisches nationalistisches Regime zur Rechtfertigung seiner Gräuel?
Ist ja interessant.
Lieber Dominik,
sehen Sie uns unterscheidet eine grundlegende Tatsache - Wir denken nach und hinterfragen. Sie hingegen plappern nur nach. Das vereint Sie aber auch in gewisser Weise mit Herrn Jäger, nur, daß dieser einen besseren Schreibstil hat.
Und, bleiben Sie ruhig, wir sind hier alle erwachsen und hören Ihnen geduldig zu.
Die FAZ scheint den Kommunismus in der Ökopredigt ganz übersehen zu haben und bedient sich undifferenziert alter Klischees. So wie sich die politische Diskussion des 20. Jahrhunderts mit der Frage befasst, wieso die ökonomische Gesellschaft, zwangsläufig als Klassenkampf zu deuten sei, so ist heute auch die Frage berechtigt, wieso Wetter mit Klima verwechselt werden. Dogmatisch in dialektischer Manier wird auch hier Ursache und Wirkung vertauscht. Das Wetter bestimmt das Klima und nicht umgekehrt, da das Klima ein statistisch errechnetes Konstrukt ist und man darunter das „mittlere Wettergeschehen“ über eine Zeitspanne von 30 Jahren versteht. Das Wetter orientiert sich nicht an dem „Mittel“, sondern es bestimmt das Mittel, das Klima.
Hierbei vollzieht der Ökogeneralsekretär Al Gore und seine Gesinnungsgenossen die gleiche Wendung wie Marx und Engels und bedient sich der real existierenden Klimaerwärmungsmetapher, um den Menschen zum Handel zu bewegen. Marx betrachtet die materialistische Dialektik als logisch und geschichtlich zugleich und sieht anders als Hegel, nicht die Vereinigung der Widersprüche zu einem höheren Dritten, sondern in der Aufgabe des Menschen diese geschichtlichen und sozialen Prozesse, aktiv zu verändern. Ausgehend von den vorgefundenen Verhältnissen muss der Mensch durch seinen Willen, politischer Partizipation und Einfluss, diese bekämpfen. Das Handeln des Menschen bestimmt nach Marx die Wirklichkeit, die Orientierung an individuelle Bedürfnisse, geprägt vom ökonomischen Interessen und nicht seine Gedanken sind entscheidend.
Nach Ansicht der Ökoprediger haben die ökologischen Verfehlungen der letzten Jahrhunderte zur Erwärmung des Planeten beigetragen und alle Folgen des Klimawandelrepertoirs verursacht. Der Satz, der nachweisbaren Klimaveränderung wird mit der Präposition der real existierenden Klimaerwärmung kontrastiert. Während der Satz das Ergebnis seriöser wissenschaftlicher Erkenntnisse darstellt, ist die Präposition ein linguistisches Mittel, haben physikalische Gesetze reichlich wenig mit gesellschaftlichen Interessen zu tun. Darin liegt auch der unversöhnliche Gegensatz zwischen der dogmatischen, real existierenden und der wissenschaftlich belegten Klimaerwärmungstheorie. So erklärt sich weshalb die Neokommunisten in grüner Couleur nicht auf Wissenschaft, sondern auf Propaganda bauen.
@ Dominik
Es ging mir um das Aufzeigen strukturell identischer Muster ideologiebehafteter “Wissenschaft”. Ihre Argumentation schwimmt im Ungefähren und unterstellt eine Basis, die es so schlichtweg nicht gibt . Wer und wo sind denn “Wissenschaftler aller Coleur ” mit dem ” breiten Konsens quer durch die Länder des Globus” ? Lektüre-Empfehlung: Offener Brief an den UN Generalsekretär Ban Ki-moon , unterzeichnet von einer Armee von Wissenschaftlern, die das Ende der unsinnigen CO 2 Klimapolitik fordern!
http://scienceandpublicpolicy.org/reprint/open_letter_to_un.html
Wissenschaft und die Vorraussetzung der Haltbarkeit von Theorien sind freilich emotional zu wenig befriedigend für eine gefühlsgesteuerte Öffentlichkeit. Diese ist stattdessen vernarrt in Eisbären, unsere moderne Märchen-Figur des einstigen Kaisers (ohne Kleider) .
@Dominik
Richtig! An dieses Denkschema müssen Sie sich gewöhnen, wenn sie sich im Dunstkreis von Broder, Miersch & Co. bewegen.
Natürlich haben all diese Hobby-Wissenschaftler nicht die geringste Ahnung von Klimatologie, aber so ein kleiner Holocaust-Vergleich widerlegt in deren Augen tausende Beiträge zum Thema in Nature & Co. Mehr hatten und haben die Skeptiker und Islamkämpfer nicht zu bieten. :)
@Josef Hueber
Hübscher Link! Und ein tolles Skeptiker-Argument gleich zu Beginn: “It is not possible to stop climate change, a natural phenomenon that has affected humanity through the ages.”
Also ob das jemand bestreiten würde. Im Strohmänner abfackeln
ist die Skeptiker-Gemeinde besonders gut. Mit wissenschaftlichen
Arbeiten hingegen siehts nicht so gut aus.
@Hirner
Was zeichnet eigentlich Sie als Wissenschaftler aus? Meinen Sie allen Ernstes, man müsse selbst aktiver Wissenschaftler auf dem Gebiet der Klimaforschung sein, um den Skandal um Climategate samt Widerlegung der CO 2 Theorie durch eine ausreichende Anzahl von Klimatologen einordnen zu können?
Übrigens: Warum sollte man eigentlich gezwungen sein, Steuergelder für etwas auszugeben, was man sowieso ‘nicht versteht’, und warum sollte man eine irrwitzige Geldverschwendung akzeptieren, obwohl man zu dumm ist, den Grund dafür zu kapieren?
Spätestens hier wird der arrogante Zynismus der Klimaretter offenbar. Wer dagegen ist, ist dumm, aber gut genug zum Zahlen.
@Hueber
1. Ja, man muss tatsächlich etwas von einem Thema verstehen, um es sachkundig kritisieren zu können. Mecken geht natürlich auch so.
BTW: Welche Anzahl an Klimatologen ist Ihrer Meinung nach ausreichend, um “den Skandal um Climategate samt Widerlegung der CO 2 Theorie einordnen zu können”? Nennen Sie mir dann auch die entsprechenden Verweise.
Hier ein kleiner Hinweis zum Suchen nach der Meinung von Wissenschaftlern: http://www.timesonline.co.uk/tol/news/environment/article6950783.ece
2. Denken Sie mal über den zweiten Teil Ihres Postings nach, wenn Sie das nächste Mal ein Medikament nehmen… Sie sind doch krankenversichert? Oder sparen Sie sich diese “irrwitzige Geldverschwendung”, weil Sie nicht verstehen, wie Arzneimittel funktionieren.
@Kai Laborenz
Aristoteles hat einmal geäußert, dass indiskutable Argumente den Debattanten aus dem Kreis Ernstzunehmender ausschließen. Wenn Herr Laborenz nicht einmal weiß, dass es bei der Widerlegung einer Theorie nicht auf die Anzahl der Beweisführer ankommt, möchte er sich doch lieber bei Greenpeace oder anderen (“wissenschaftlichen”) Schreihälsen engagieren. Ich finde, derlei Beiträge sind das Papier, sorry, den Speicherplatz nicht wert, den sie zu ihrer Veröffentlichung benötigen.
Kleiner Nachtrag: Die auf Timesonline zitierte Liste von Wissenschaftlern ist ein Beweis für die Notwendigkeit, an der Theorie menschengemachter Erderwärmung festzuhalten. Man stelle sich vor, diese Leute müssten plötzlich ohne die Forschungsgelder leben, mit deren Hilfe sie ein betrugsbasiertes (“Climategate”) komfortables Dasein führen.
@Hueber
ich stelle fest, Sie können oder wollen nicht einmal Ihre eigenen Beiträge konkretisieren oder belegen. Schade.
Eben noch fragen Sie nach den Wissenschaftlern, die den AGW bestätigen, dann sind natürlich alle, die das tun, von Eigeninteresse und dem Streben nach Forschungsgeldern getrieben (kleiner Hinweis: das sind gar nicht alles Klimaforscher).
Aber sehe ich da ein Muster? Schnell mal einen diffusen Kommentar ablassen, dann schnell ein “ad hominem”-Agrument und flugs das Thema gewechselt.
Da erübrigt sich atsächlich jede weitere “Diskussion”.
@Bernd Hirner
“Hübscher Link! Und ein tolles Skeptiker-Argument gleich zu Beginn: “It is not possible to stop climate change, a natural phenomenon that has affected humanity through the ages.”
Also ob das jemand bestreiten würde.”
Hahahaha, selten so gelacht und selten etwas so daemliches gelesen…
Also niemand bestreitet, dass der Mensch ‘climate change’ stoppen koennte?
Ja, dann kann man sich logischerweise alle Konferenzen und Massnahmen in diesem Sinne schenken.
Es sind alle diese Alarmaisten, die exakt das bestreiten (muessen) sonst waeren sie alle ueberfluessig.




Hinter der Schematik linker Weltkritik, die sich rechte Inhalte als Kontrapunkt oft genug erfindet, arbeitet schon lang eine viel substantiellere Zivilisationskritik, gespeist vom Unbehagen am sich immer realer erweisenden Sinn und Nutzen freier, industrieller, demokratischer Gesellschaften. Deren Komplexität ist es, die Unbehagen erzeugt und zur Kritik aufruft: Dynamik und steter Wandel überfordern den einfachen Denker und Weltbetrachter à la Jäger, laden ein zu antikapitalisitischen Glücksbotschaften und quasireligiösen Erlösungsvisionen wie die Weltenrettung durch Klimaschutz - und erfordern inquisitorische Strenge gegen jene, die sich der bequemen Reduktion auf einfachste Formeln widersetzen. Wir erleben zurzeit die Rückkehr dogmatischer Unvernunft auf die Bühne der westlichen Gesellschaften im Gewande der Wissenschaft. Und wie in allen dogmatischen Kontexten ist die reine Lehre erhaben über jeden Zweifel - wer dennoch Zweifel hat und sie auch noch äußert, wird zunächst ausgegrenzt, dann verfemt und zuletzt verboten. Novo wird also noch unqualifiziertere Angriffe erleben, wenn sich die Dinge so weiterentwickeln. Tun wir argumentativ alles dagegen, dass es so kommt.
Alexander Hans Gusovius
14.12.2009 12:29