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Für mehr Effizienz im Umgang mit „Doping“

Von Matthias Heitmann

Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) hat am Mittwoch, den 17. Dezember 2008 auf ihrer Jahrespressekonferenz in Frankfurt die Abschaffung der B-Probe bei den Dopingkontrollen vorgeschlagen. In der mit dem Titel “Für Effizienz und gegen Manipulationen” überschriebenen Pressemitteilung heißt es, die B-Probe „verbraucht Geld und Zeit und verschlechtert die Resultate des Anti-Dopingkampfes.“ Stattdessen sei es nach Ansicht der DGSP viel wichtiger, „dem Transport und der Behandlung der A-Proben maximale Aufmerksamkeit zu widmen“, etwa durch „die Einführung von Kühltaschen und Kühlmöglichkeiten für die Proben“.

Das eigentliche Spannende an der Pressemitteilung ist, dass die Gesellschaft bei der Behandlung von A-Proben gewisse Defizite sieht, zu deren Tilgung sie vorschlägt, die durch die Abschaffung der B-Probe frei werdenden Gelder zu nutzen. Dies legt den Schluss nahe, dass man es offensichtlich bislang im Umgang mit den A-Proben nicht allzu genau genommen hat – man hielt es wohl nicht einmal für nötig, sie zu kühlen! Auch die Randbemerkung der DGSP, dass eine zweite Überprüfung von Dopingproben den Antidopingkampf schwächt, ist vor dem Hintergrund des offensichtlich verbesserungsfähigen Umgangs mit den A-Proben und angesichts des formulierten Ziels, “gegen Manipulationen” vorzugehen, atemberaubend.

Scheinbar werden bei der Behandlung von Dopingproben nicht einmal wissenschaftliche Mindeststandards eingehalten. Aber Wissenschaftlichkeit ist in der Dopingdebatte ohnehin nur ein ein Feigenblatt und Mittel zum Zweck: Nicht einmal die Definition dessen, was die Welt Antidoping Agentur WADA als „Doping“ definiert und warum, ist wissenschaftlich basiert.

Es ist schon seltsam: Einerseits werden Leistungssportler verpflichtet, sich einem Kontrollsystem zu unterwerfen, vor dem die Stasi den Hut gezogen hätte. Andererseits wird aber bei der Behandlung von Dopingproben offensichtlich weit weniger genau hin geschaut. Am Effizientesten wäre es da wohl, nicht nur die B-Probe, sondern auch die A-Probe abzuschaffen, um mehr Gelder in eine sinnvolle Aufklärungsarbeit über die Vor- und Nachteile leistungssteigernder Substanzen und Methoden zu stecken und somit der unsäglichen Dopingdebatte endlich ein Ende zu bereiten.

Weitere Artikel zum Thema finden sich in unserem Web-Dossier “Doping” unter http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_dossiers/doping/

17.12.2008 | Permanenter Link |

Kategorie(n): Kultur und Gesellschaft

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Sportmedizin und Sportrecht standen sich noch nie besonders nah. Die Forderung der Sportärzte, dia B-Probe anzuschaffen ist aus juristischer Sicht Quatsch. Es gibt gar Juristen, die eine C-Probe für notwendig halten.
Klar gibt es Dopingproben, die bisweilen viel zu lange unterwegs sind, und dadurch möglicherweise unbrauchbar werden. Doch was hat das mit der B-Probe zu tun.
Herrn Heitmanns Forderung, gar nicht mehr nach leistungssteigernden Substanzen in Sportlerkörpern zu fahnden, würde die Idee des Sports zerstören.
Es wird gegen Regeln, die den Sport zum Sport machen, verstoßen. Diese Regeln lassen sich anpassen - möglicherweise auch dahingehend, leistungssteigernden Mitteln gegenüber freundlicher gestimmt zu sein. Das funktioniert aber nur mit einem offenen und ehrlichen Dialog zwischen dopenden und nicht-dopenden Sportlern, ihren Managern, Trainern, den sie vertretenden Verbänden, Sponsoren, Juristen, Medien, Medizinern und den Sportfans zu schaffen.

Steffen Moritz
18.12.2008  16:21

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