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Erziehungsgenehmigung von
„Papa Staat“?
Von Sabine Beppler-Spahl
Die Einführung eines „Elternführerscheins“, die immer wieder gefordert wird, erzeugt keine besseren Eltern, sondern untergräbt nur die letzten Reste elterlichen Selbstvertrauens.
Immer wieder taucht sie auf, die Idee, Eltern benötigten eine offizielle Genehmigung, um ihre Kinder erziehen zu dürfen. Der entsprechende Vorschlag lautet, einen obligatorischen „Elternführerschein“ einzuführen. So wie man nur mit Fahrerlaubnis ein Auto lenken darf, soll man zukünftig nur mit einer „Erziehungserlaubnis“ seine Kinder allein erziehen können. Diese soll man erhalten, wenn man zuvor die dafür nötige „Qualifikation“ gegenüber einem Prüfungsausschuss unter Beweis gestellt hat? Kein Witz!
Vor einigen Jahren organisierte die Zeitschrift Geo Wissen ein Streitgespräch mit dem Titel „Brauchen wir den Elternführerschein?“ (Nr. 37, 4/06). Während sich hier der Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann für einen verbindlichen Elternführerschein aussprach, lehnte die Landesbischöfin der evangelisch-lutherischen Kirche Hannover, Margot Käßmann, (es passiert nicht oft, dass ich mit einer Bischöfin übereinstimme) eine derartige „Erziehungsdiktatur“ ab.
Die eigentliche Frage aber war, ob Eltern verpflichtet werden sollten, Elternkurse zu besuchen. Der Führerschein als solcher hätte dabei nur einen symbolischen Wert. Künftig, so Hurrelmann, könne man z.B. die Höhe der Auszahlung des Kindergeldes von einem Besuch eines solchen Elternkurses abhängig machen. Dies sei nötig, da man das Problem der verwahrlosten Familien mit Freiwilligkeit nicht mehr in den Griff bekäme. Durch den Besuch von Kursen können, so der Grundgedanke, die Problemfamilien aus der Masse der Eltern ausgesondert werden.
Damit ist die Diskussion über den „Führerschein“ Teil eines breiteren Trends, der Elternschaft nicht mehr einfach nur als ein normaler Bestandteil unseres Lebens sieht, sondern als ein quasi professionelles Unterfangen, das mehr Regulierung und Überwachung bedarf. Impliziert wird, dass der „richtige“ Umgang mit Kindern nicht das Natürliche und Normale, sondern die Ausnahme sei. Diese Sichtweise entspricht Hurrelmanns Urteil, dass nur ein Drittel aller Eltern ihre Kinder richtig erzögen. Mit solchen Forderungen und Urteilen werden jedoch nicht „bessere Eltern“ erzeugt, sondern das elterliche Selbstvertrauen nur weiter untergraben.
Schlimmer noch: Wer fordert, dass Elternschaft einer Genehmigung bedarf, untergräbt auch implizit die Autorität der Erwachsenen an und für sich. Erwachsensein wird nicht länger mit Vertrauen und Respekt assoziiert, sondern mit Missbrauch und Überforderung. Es bedarf der Legitimität eines „Check-ups“, bevor elterliche Autorität durchgesetzt werden darf. Die Forderung nach einer institutionalisierten Qualifizierung aller Erwachsener vermittelt wichtige Signale über die Rolle der Erwachsenen. Dabei sind (frei nach George Orwell) alle gleich, nur manche, auserwählte „Experten“, gleicher.
- Sabine Beppler-Spahl: „Erwachsenenkult Kinderrechte“ in: Novo95 (07 – 08 2008)
- „Kindererziehung ist keine hohe Wissenschaft“, Interview mit David Anderegg in: Novo95 (07 – 08 2008)
- Helene Guldberg: „Kindische Angst um Kinder“ in: Novo95 (07 – 08 2008)
- Sabine Beppler-Spahl: „Misstrauen ist verantwortungslos“ in: Novo93 (03 – 04 2008)
10.12.2008 | Permanenter Link | http://bit.ly/cVAi6a
Kategorie(n): Bildung und Erziehung
Die Frage ist: Soll man auch von einer Eidechse verlangen, einen Führerschein zu machen, damit sie ihre Kleinen so aufzieht, wie es die Erziehungsexperten unter den Eidechsen für richtig halten?
Den Eidechse vertrauen wir. Den Menschen solten wir auch vertrauen.
Niemals würde ich eines meiner Kinder einem moralisch verwahrlosten Professor anvertrauen, der tatsächlich verkündet, Elternschaft sei staatlicher Beurteilung zugänglich. Wer tatsächlich Elternführerscheine fordert, der macht den Bock zum Gärtner. Wenn wir uns die gegenwärtige Krise der Finanzmarktregulierung ansehen, ist es doch nur offensichtlich, wer nicht mit Geld und Gut umgehen kann: der Staat. Wieso sollte solch ein unsicherer Kantonist die Aufgaben der Eltern kontrollieren können?




für die haltung von reptilien schreibt das tierschutzgesetz sachkunde und den nachweis der sachkunde vor, die durch entsprechende schulungen erworben werden kann. kinder sind die zukunft einer gesellschaft und leiden in der zukunft, wenn die erziehung (das kümmern, die pflege) nicht ernst genommen wird und bedarf unter anderem einer sachkunde.
sozialarbeiter sollten das feld beobachten und begleiten und das kann durchaus in bestimmten fällen in richtung schulung unterweisung kurs gehen. die motivation kann durchaus auch mit dem kindergeld gefördert werden.
gx henry brames
fachtierarzt für reptilien
dr brames
12.12.2008 01:26