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Alkoholprohibition: schleichende Trockenlegung?
Von Christoph Lövenich
Bei der Fußball-WM 2006 konnte sich manch ausländischer Gast nicht nur an deutschen Autobahnen, der Raucherlaubnis in Gaststätten und legaler Prostitution freuen, er durfte sogar noch einfach so auf der Straße sein Bierchen trinken. Nicht nur beim Tabak hat sich zwischenzeitlich etwas verändert, nein, auch Alkoholtrinkverbote auf öffentlichen Plätzen werden in immer mehr Städten erlassen. Und in Nahverkehrsmitteln, etwa in Hamburg und München. An baden-württembergischen Tankstellen dürfen nach 22 Uhr keine alkoholischen Getränke mehr erworben werden. [1] In Gaststätten wird die freie Preisgestaltung der Gastronomen (Flatrate-Trinken) unterminiert. Forderungen nach Maßnahmen gegen „Koma-Saufen“ werden erhoben, Null-Promille-Grenzen für Autofahrer debattiert, neue Gesetze verlangt und nichtsahnend im Kinosessel wird man vom Zeigefinger der neuesten Regierungswerbekampagne gegen Alkoholkonsum erfasst. [2] Neben Rauchern und sogenannten „Übergewichtigen“ steht längst auch das dem Alkoholischen nicht abgeneigte Individuum – eine besonders große Zielgruppe – im Fokus.
Prohibition hat immer eine Geschichte
„Die Alkoholprohibition“ bleibt in unserem Sprachgebrauch zwar untrennbar verbunden mit jener Phase in den USA von 1920 bis 1933, als das Handelsverbot für alkoholische Getränke Verfassungsrang genoss, diese Sichtweise greift jedoch zu kurz. Nicht nur lassen sich weitere ähnliche Beispiele in Raum und Zeit finden, auch liefen wir Gefahr, die Mechanismen der Anti-Alkohol-Politik misszuverstehen. Die völlige Illegalisierung des Verkaufs bildet nur einen fortgeschrittenen Punkt der Alkoholprohibition, der Prozess beginnt immer viel früher. „Kleine Gesetze werden zu großen Tyranneien zusammengesetzt“ [3] lautete schon damals in den USA ein Protestmotiv, das die Prohibition zu Recht als Puzzle zeigt, welches aus vielen Teilen besteht, die nach und nach ein großes Bild ergeben. Über Jahrzehnte entstand langsam, Schritt für Schritt, eine Stimmung, die immer weiter reichende Regulierungen des Alkoholkonsums befürwortete oder zumindest duldete.
Während bei der in vielem ähnlichen Tabakbekämpfung zwar auch grundlegende Argumentationslinien über Jahrhunderte gleich geblieben sind, zeichnet sich die Alkoholbekämpfung zudem durch eine bemerkenswerte organisatorische Kontinuität aus. Eine der Bruderschaften der angelsächsischen Abstinenzbewegung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, der (als „Ritter von Jericho“ gegründete) Internationale Orden der Guttempler (IOGT) besteht fort und betreibt als heute weltweit größte Abstinenz-NGO ohne Regierungseinfluss unverändert intensiv Lobbyarbeit für eine „‚trockene“‘ Menschheit. [4] Die Guttemplerzentrale residiert in Schweden – einer traditionellen Hochburg der Alkoholbekämpfer. In Dutzenden Ländern arbeiten Mitgliedsorganisationen [5]. Der hiesige Ableger der Guttempler gehörte zu der sich ab Ende des 19. Jahrhunderts entwickelnden Alkoholabstinenzbewegung und wollte aus „ethischen, rassenhygienischen und wirtschaftlichen Gründen“ [6] den Teufel Alkohol austreiben. Die Stunde dieser Gruppierung war mit der Machtergreifung der Nazis gekommen, denen sich die einschlägigen Organisationen unterschiedlicher Provenienz schnell an den Hals warfen. Denn Figuren wie Hitler und Himmler profilierten sich nicht nur als Antiraucher (und Ernährungspolitiker), sondern nahmen sich auch der „Getränkefrage“ [7] an. Selbst der als „Reichstrunkenbold“ verschriene Arbeitsfrontführer Robert Ley startete eine Kampagne zum Teetrinken. Wer als „Alkoholiker“ galt, konnte der Zwangssterilisierung zum Opfer fallen. Reichsgesundheitsführer Leonardo Conti fasste 1939 die Strukturen der Bewegung administrativ in der Reichsstelle gegen Alkohol- und Tabakgefahren zusammen. Als deren Nachfolgeorganisation nach Kriegsende entstand die nach mehreren Umbenennungen heute so bezeichnete Deutsche Hauptstelle für Suchfragen (DHS) in Hamm. [8] An einer kritischen Aufarbeitung der eigenen Geschichte fehlt es bei diesem wichtigen Lobbyakteur der deutschen Alkoholpolitik bis heute.
Als einer der Mitgliedsverbände der DHS [9] gehören ihr die Guttempler an, nach wie vor in Deutschland präsent [10], übrigens von der Krankenkasse DAK gesponsert. Die Aktivisten, beide Geschlechter sind zugelassen, sprechen sich als Ordensgeschwister an. Die Organisation betreibt Kindergruppen, eigene Jugendverbände veranstalten Ferienlager. [11] In ihrem inhaltlichen Programm für Deutschland fordern die Guttempler u.a. ein umfassendes Werbeverbot und eingeschränkte Verfügbarkeit für alkoholische Getränke, höhere Alkoholsteuern proportional zum Alkoholgehalt, eine Null-Promille-Alkoholgrenze für alle Autofahrer und die sogenannte „Punktnüchternheit“, also die personen- und anlassbezogene Abstinenz. [12]
Der Drogen- und Suchtrat
Die Positionen der DHS, deren ehemaliger Geschäftsführer Rolf Hüllinghorst selbst auch Guttempler-Funktionär gewesen war, gehen in die gleiche Richtung. Sie fanden starken Widerhall in einem Papier des Drogen- und Suchtrats der Bundesregierung von 2008 [13]. Diesem Gremium, unter Vorsitz der Drogenbeauftragten, gehören neben diversen Behördenvertretern auch die DHS und die Guttempler an. [14] Kritische drogenpolitische Stimmen werden jedoch nicht als Mitglieder zugelassen. [15] Auch wenn sich die Bundesregierung den Forderungskatalog des Drogenrates nach Erscheinen nicht zu eigen gemacht hatte, lohnt sich doch der genaue Blick in diese Pläne der Abstinenzlobby. Denn alle ihre Projekte werden auf unterschiedlichen Ebenen kontinuierlich weiterverfolgt. Man spricht sich nicht für das Ziel der Totalabstinenz aus, die Begründung dafür wirkt jedoch etwas taktisch. Vielmehr stehen die schon angesprochene Punktnüchternheit und die „Beschränkung auf gelegentlichen Konsum in moderater Dosierung“ im Mittelpunkt. Dieser wird nach deren Definition allerdings bereits verlassen, wenn man einmal im Monat „über den Durst“ trinkt. Auf die willkürlich festgesetzte Menge hierfür braucht gar nicht näher eingegangen werden, offiziöse Empfehlungen über solche „Grenzwerte“ unterliegen sowieso einer ständigen Dynamik – immer weiter nach unten.
Langfristig wird das totale Alkoholverbot für Autofahrer angestrebt (mit dem taktischen Etappenziel einer 0,2-Promille-Grenze), ohne übrigens den starken Alkoholkonsum von Beifahrern dulden zu wollen. Die geforderte Ausweitung – auch verdachtsunabhängiger – Verkehrskontrollen, ebenso wie die Kontrollen in Gaststätten und Einzelhandel, was den Verkauf an Minderjährige angeht, offenbart die polizeistaatlichen Denkansätze der Alkoholfeinde, zudem soll eine rigide Sozialkontrolle durch eine „Kultur des Hinschauens‘“ erzielt werden. 16- und 17-jährigen soll der Erwerb von Wein und Bier verunmöglicht werden, nachdem man ihnen schon den Tabakkauf und die Sonnenstudiobenutzung untersagt hat. Jugendliche – hier konkret ältere – werden somit zunehmend wie Kinder behandelt. Dies dient auch als Einfallstor in den ebenfalls nicht erwünschten selbstbestimmten Konsum Erwachsener, wo dann beispielsweise mit einer „Vorbildfunktion“ argumentiert wird. Das totale Werbe- und Sponsoring-Verbot [16] für alkoholische Getränke, ein Verbot des Automatenverkaufs, Warnhinweise auf Getränkebehältnissen und deutlich höhere – nach Alkoholgehalt ansteigende – „Spritpreise“ (s.o.) stehen ebenfalls auf der Wunschliste. All dies erinnert an die Bekämpfung des Tabaks, dessen Erfolge Vorbildcharakter für die Trockenheitsapostel haben. Dementsprechend ähnelt das behandelte Alkoholpapier in vielem einem im gleichen Jahr vom Drogen- und Suchtrat erstellten Tabakpapier [17]; – das Kopieren ging sogar so weit, dass man einmal versehentlich vom „Tabakkonsum“ statt über Alkohol schrieb.
Passivtrinken
Auch die Mär vom gefährlichen Passivrauchen [18] wird übernommen. „Im Bereich der Tabakprävention hat sich gezeigt, dass Hinweise auf die für Dritte schädlichen Konsequenzen des Substanzkonsums eine erhebliche Überzeugungskraft besitzen“. Peter Anderson, beruflich vom professionellen Anti-Tabak-Krieger bei der WHO zum Alkoholbekämpfer gewechselt, formulierte es so: „Ohne Schaden für andere wird das Argument etwas schwächer.“ [19] Passivtrinken meint nicht die chemischen Substanzen, die man über einem Glas Wein messen kann oder die biergeschwängerte Luft in einer Eckkneipe, obwohl sich daraus genau wie beim Umgebungsrauch ein vermeintlicher Schrecken konstruieren ließe. [20] Vielmehr handelt es sich um eine Argumentationsschiene, die schon seit Jahrhunderten gefahren wird: Gewalt, Kriminalität, Familienelend und eben auch Verkehrsunfälle werden pauschal auf den Alkohol geschoben. In den USA der vorletzten Jahrhundertwende engagierten sich Frauenverbände für die Alkoholprohibition, weil sie sich die häusliche Gewalt selbst nicht zu thematisieren trauten. Doch der behauptete kausale Zusammenhang von Suff und Verbrechen lässt sich nach wie vor nicht belegen. [21]
Abstinenzpolitik global
Derartige Entwicklungen vollziehen sich keineswegs spezifisch in Deutschland oder seinen Nachbarländern. Nicht der „Prohibitionismus in einem Land“ ist Ansatz der Wahl (schon religiöse Prohibitionisten in den USA der 20er Jahre wollten ihren Kampf global ausweiten), sondern die internationale und europäische Kooperation – genau wie beim Tabak. Die WHO konsultiert und vernetzt diverse einschlägige Organisationen, wie die Guttempler, EUROCARE (mit Beteiligung der DHS und Subventionen der EU), Verbände des medizinisch-industriellen Komplexes und weitere Lobbyorganisationen. Dabei wird die Taktik fürs globale Vorgehen und in den einzelnen WHO-Mitgliedsstaaten beraten. Es werden Resolutionen gefasst, die politischen Druck auf die Nationalstaaten ausüben sollen. Manche Beteiligte fordern bereits eine völkerrechtliche Rahmenvereinbarung, ähnlich wie der FCTC [22] beim Tabak. [23]
In der europäischen WHO-Region existieren seit einigen Jahren bereits eine „Europäische Charta Alkohol“, die Unterstützung von Abstinenz als ethisches Recht formuliert, sowie u.a. ein „Handlungsrahmen“ [24], der die üblichen Verbots- und Erziehungsforderungen beinhaltet. Dazu gehört, wie auch im erwähnten Papier des Drogen- und Suchtrats, der Ruf nach Alkohol-Totalabstinenz während der Schwangerschaft, der nicht auf soliden wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht, sondern vielmehr im Trend der zunehmenden Moralisierung der Schwangerschaft mitschwimmt. [25] Im Vereinigten Königreich wie auch in Deutschland finden jährlich Mahnwachen oder Aufrufe zum Kirchenläuten anlässlich des „Tages des alkoholgeschädigten Kindes“ statt. Die britische Regierung subventioniert sogar eine fundamentalistische, aus Nordamerika stammende Organisation, die sich auf diesem Gebiet besonders profiliert. [26]
Sogar außerhalb der Schwangerschaft soll der Alkohol eine Bedrohung für Kinder darstellen. So findet sich auch in Deutschland die in Skandinavien entwickelte Kampagne „Weiße Weihnacht“ [27], bei der sich Eltern verpflichten sollen, über die Feiertage keine alkoholischen Getränke in Gegenwart von Kindern einzunehmen. Schlagendes Argument: „Kinder spüren, dass die Erwachsenen seltsam riechen, wenn sie trinken“. 2008 unterzeichnete die damalige Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing (heute Bätzing-Lichtenthäler, SPD) die Erklärung auf einer DHS-Veranstaltung. [28] Zu den Unterstützern der Kampagne zählen u.a. Guttempler-Organisationen und der Bund für drogenfreie Erziehung (BdE) [29], Nachfolger des 1896 gegründeten Vereins enthaltsamer Lehrer. Hier zeigt sich wiederum die organisatorische Kontinuität innerhalb der Alkoholprohibitionsbewegung vom 19. Jahrhundert bis heute. Bis heute dürften bei den Abstinenzpropagandisten die ‚trockenen Trinker‘ stark vertreten sein, die mit dem Eifer des Konvertiten anderen versagen wollen, was sie sich selbst nicht mehr gönnen. Die Maßlosigkeit des Trinkens geht in eine Maßlosigkeit der politischen Forderungen über; aus der mangelnden Selbstbeherrschung bei beidem erwächst der Wille zur Beherrschung der Mitmenschen, welche ihrerseits ganz überwiegend mit Alkohol und ohne Regulierungswut sehr gut auskommen können.
Diese Bewegung erzielt heutzutage allerdings nur Erfolge, da sie den Schulterschluss mit den üblichen verdächtigen Public-Health-Kreisen (bekannt aus Tabakkontrolle und Ernährungspolitik) bzw. dem medizinisch-industriellen Komplex mit seinen Vereinigungen, Behörden usw. übt (s.o. zur WHO). [30] Dazu gehört auch die Pharmaindustrie, die die lästigen Konkurrenten zu den „Seelentröstern“ aus ihren eigenen Labors seit Jahren intensiv bekämpfen lässt und Medikamente gegen Alkoholismus platziert. In diesem Geflecht entsteht eine moralisch-medizinische Unternehmerschaft, die ihre Vorstellungen dem Rest der Welt aufzwingen will. [31]
Denormalisieren, regulieren, manipulieren
Wie beim Tabak wird eine „Denormalisierungs“-Strategie gefahren, die zumindest bestimmte Konsumformen und Verstöße gegen die Punktnüchternheit, letztlich aber auch den Genuss alkoholischer Getränke insgesamt zum abweichenden, minderwertigen Verhalten deklassieren will. [32] So mancher, der die Ausgrenzung des Rauchens bisher gleichgültig oder gar wohlwollend verfolgt hat, wird sich noch wundern, wie man ihn künftig wegen seiner Trinkgewohnheiten behandelt.
Die Alkoholwirtschaft, einst als „Alkoholkapital“ (deutsche Großloge der Guttempler) [33] und „Schnapsjuden“ (Drittes Reich) [34] verschrien, wird als Buhmann und Feindbild „Alkohollobby“ aufgebaut, als ob sie individuelle Trinkgewohnheiten bestimme. Wie auch bei der Tabakindustrie begründet man damit jedoch Verbotsorgien, unter denen neben dem Kleingewerbe vor allem und zuallererst die konsumierenden Menschen zu leiden haben.
Einen kleinen Vorgeschmack, zusätzlich zu den bereits erwähnten Regulierungen, bietet ein Rundblick auf in unterschiedlichen Ländern beschlossene und diskutierte Maßnahmen: Das Alkoholschloss für Autofahrer (Zündung erst nach „Blasen“) in den Niederlanden, die in Großbritannien (auch von staatlich finanzierten Kreisen) geforderten eigenen, abgegrenzten Alkoholverkaufszonen in Supermärkten oder gar die Verbannung in lizenzierte bzw. staatsmonopolistische Spezialgeschäfte, die vom Bayerischen Städtetag verlangte Gaststättensperrzeiten ab 2 Uhr morgens sowie Trinkverbote in Fußballstadien. Jeder solche Schritt fügt dem großen Puzzle der Alkoholprohibition wieder ein Teil hinzu.
Das Klima für solche Bevormundung wird (wie von der WHO ausdrücklich gewünscht) durch die Berichterstattung der Mainstream-Medien geschaffen. Fragliche Gesundheitsbehauptungen über Alkoholkonsum werden unreflektiert nachgeplappert und die Wahrnehmung eines vermeintlichen Problems konstruiert. Hier kann leider nicht ausführlich auf die propagandistische Unwahrheiten in der Alkoholdebatte und ihre Widerlegung eingegangen werden. Nur so viel: Der Alkoholkonsum in Deutschland geht seit Jahrzehnten zurück, auch bei Jugendlichen. „Koma-Säufer“ liegen gar nicht im Koma, vielmehr werden betrunkene Jugendliche heutzutage viel eher bei Sanitätern und im Krankenhaus abgeliefert, statt wie früher zu Hause oder anderswo friedlich ihren Rausch ausschlafen zu können. Die Zahl der Verkehrstoten im mutmaßlichen Zusammenhang mit Alkoholkonsum sinkt seit Jahren. Die gesundheitsfördernden Wirkungen des Alkohols werden nach Möglichkeit verschwiegen oder kleingeredet und die Werbung für alkoholische Produkte steigert nicht den Konsum derselben, sondern intensiviert sich im Kampf um den schrumpfenden Markt. [35] Nüchtern betrachtet stellt nicht der Alkohol ein Problem dar, sondern die drohende „Vertrocknung“ durch die Prohibition.
Christoph Lövenich ist Politologe und freiberuflicher Sozialwissenschaftler in Bonn. Zuletzt erschien von ihm bei NovoArgumente Online „Feinstaub über alles: Der Fall Enstrom”.
Verwandte Artikel
Gunnar Sohn: “Liebwerteste Gichtlinge: Vom Kreuzzug gegen Raucher”
Tim Black: “Wie man Alkoholfreunde in Aussätzige verwandelt”
Johannes Richardt: „Enthaltsam für die Volksgesundheit“
Anmerkungen
[1]Näheres in einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts: BVerfG, 1 BvR 1789/10 v. 29.09.2010, bverfg.de
[2]Über eine dieser Kampagnen Johannes Richardt: „Enthaltsam für die Volksgesundheit“, in: Novo online, 10.12.08
[3]Motiv zit. n. Netzwerk Rauchen/Forces Germany e.V. (Hg.): „Auferstanden aus Ruinen. Wie sich die historische Alkohol-Prohibition und der Kreuzzug gegen den Tabak gleichen“, März 2008, S. 48, netzwerk-rauchen.de
[4]Zur Historie siehe z.B. „Independent Order of Good Templars“, 1.4.10, blog.templarhistory.com.
[5]Website der Organisation: iogt.org
[6]W+D Wissenschaft & Dokumentation GmbH (Hg.): Politisch/Religiös motivierte Abstinenzbewegung (Quellensammlung), n.d., Datei 07, wissdok.com
[7]Proctor, Robert N.: The Nazi War on Cancer, Princeton, 3. Aufl. 2000 (dt.: Blitzkrieg gegen den Krebs: Gesundheit und Propaganda im Dritten Reich, Stuttgart 2002), S. 147 (i.O. kursiv)
[8]Proctor, a.a.O., S. 141ff. und W+D Wissenschaft & Dokumentation GmbH, a.a.O.
[9]Website der Organisation: dhs.de
[10]Website der Organisation: guttempler.de
[11]Website der deutschen Jugendorganisation Juvente: juvente.de
[12]Deutscher Guttempler-Orden (I.O.G.T.) e.V. (Hg.): Dringend nötig. Wirksamere Alkoholpolitik, Hamburg 1999, guttempler.de
[13]Facharbeitsgruppe Suchtprävention des Drogen- und Suchtrates: „Strategiepapier für ein Nationales Aktionsprogramm zur Alkoholprävention“, 08.02.2008, ihk-schleswig-holstein.de
[14]Mitgliederliste auf der Website der Drogenbeauftragten der Bundesregierung: drogenbeauftragte.de
[15]Siehe z.B. „Grüne Hilfe Netzwerk e.V.: Grüne Hilfe bewirbt sich für den Drogen- und Suchtrat der Bundesregierung“, 28.03.2010, gruene-hilfe.de und „Die drei ??? oder die Suche nach dem Drogen- und Suchtrat der Bundesregierung“, in: Drogenkurier 85 (März 2011), S. 13, alternative-drogenpolitik.de
[16]Ziel solcher Werbeverbote ist nicht zuletzt die weitgehende mediale Lufthoheit prohibitionistischer Kräfte
[17]Facharbeitsgruppe Suchtprävention des Drogen- und Suchtrates: „Strategiepapier für ein ‚Aktionsprogramm zur Tabakprävention‘“, n. d. [2008], rauchen-bayern.de
[18]Siehe zu ihrer Entkräftung zahlreiche Artikel im NovoArgumente-Dossier „Rauchverbot“
[19]zit. n. Bruno Waterfield : „Europe to crack down on ‘passive drinking’, says leaked report”, in: Spiked, 26.05.2006, spiked-online.com
[20]Im Rahmen der amerikanischen Kampagne vor einhundert Jahren verstieg man sich durchaus zu Behauptungen über genetische Schäden durch das Einatmen von Alkoholdämpfen, s. Netzwerk Rauchen/Forces Germany e.V., a.a.O, S. 7
[21]Waterfield, a.a.O., Netzwerk Rauchen/Forces Germany e.V, a.a.O., S. 10f.
[22]Näheres über dieses wissenschaftlich und politisch mehr als zweifelhafte Vertragswerk bei Günter Ropohl: „WHO: Welt-Heils-Ordnung. Die Anti-Raucher-Initiative der WHO setzt auf totalitären Zwang“, in: Novo107 (7–8 2010), S. 30–34
[23]WHO (Hg.): Report from a roundtable meeting with nongovernmental organizations and health professionals on harmful use of alcohol (Genf, 24./25.11.2008), 2009, who.int, und WHO (Hg.): Strategies to reduce the harmful use of alcohol. Draft global strategy. Report by the Secretariat, 03.12.2009, Anhang 1, who.int
[24]WHO (Hg.): Handlungsrahmen für eine Alkoholpolitik in der Europäischen Region der WHO, 2006, euro.who.int
[25]Frank Furedi: „A Rumsfeldian attack on mothers-to-be“, in: Spiked, 26.3.08, spiked-online.com.
[26]Ellie Lee: „FAS: the gestation of a dubious idea”, in: Spiked, 16.06.2011, spiked-online.com. NACOA Deutschland –- Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V. (Hg.): Presseerklärung zum Internationalen Tag des alkoholgeschädigten Kindes am 9. September 2008, 3.9.08, nacoa.de.
[27]Website der Kampagne: weisse-weihnacht.info.
[28]„Vom Gläschen am Abend zur Sucht. Alkohol macht glücklich -– und Millionen Menschen krank“, ZDF online, 8.12.08, zdf.de.
[29]Website der Organisation: drogenfreie-erziehung.de
[30]Auch in Großbritannien zeigen sich solche Kooperationen, s. Waterfield, a.a.O.
[31]Lee, a.a.O.
[32]Tim Black: „Wie man Alkoholfreunde in Aussätzige verwandelt“, in: Novo online, 6.4.11.
[33]zit. n. W+D Wissenschaft & Dokumentation GmbH, a.a.O., Dateien 07, 12
[34]zit. n. Proctor, a.a.O., S. 150
[35]Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e.V. (Hg.): Alkohol und Werbung. Fakten gegen Desinformation (ZAW-DOSSIER), 2008, zaw.de.
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Mehr zum Thema im Novo-Dossier „Rauchverbot“
12.09.2011 | Permanenter Link |
Kategorie(n): Politik und Demokratie | Umwelt und Gesundheit
Die Hemmschwelle für das staatliche Diktat von Verhaltensnormen sinkt kontinuierlich weiter.
Sarkozys Frankreich erwägt ernsthaft die Einführung einer Steuer auf Süssgetränke. Der Staat will anscheinend damit dem Hang zur Fettleibigkeit Einhalt gebieten. Diese Einkunftsquelle soll in die Sozialversicherung fliessen.
Das klingt doch sehr vernünftig, nicht wahr: man nimmt den Dicken Geld ab und lässt es der Allgemeinheit zukommen. Die Dicken habe sich das selbst zuzuschreiben und wir anderen, wir Normalen, sind ja davon nicht wirklich betroffen. Die Methode ist die selbe wie bei der Alkoholprävention und der Tabak: man spielt die Guten gegen die Bösen aus, man setzt auf die soziale Hebelwirkung.
Allerdings dürfte die gesundheitliche Begründung nur ein Vorwand sein, um ganz einfach mehr Steuern einzutreiben. Dass dieses Gesetz tatsächlich die Fettleibigkeit bekämpfen kann, glaubt wohl niemand.
Auf den “Lebenshaltungskosten” hat die zusätzliche Steuer wohl kaum Einfluss, es sei denn man konsumiert diese Getränke in Unmassen. Was aber ihr Grundpreis eigentlich schon verbietet, ausser man sei dick UND reich.
Übrigens: bei gleichen Mengen enthalten Bier, Orangensaft, Traubensaft und Cola etwa gleichviel Kalorien. Aber wir lassen uns gerne von unseren Politikern und Massenmedien den Bären aufbinden, dass Cola des Teufels ist.
Ich trinke gerne Alkohol, jedoch frage ich mich, wieso es eigentlich überall Alkohol zu kaufen geben muß? Tankstellen, Gastronomie, Aldi und alle anderen Supermärkte? Eigentlich ist es doch so, dass Alkohol unsere “Einkaufserlebniswelt” schon sehr stark dominiert, bzw es ganze Abteilungen mit (meist gräßlichen) Wein und anderen Sachen gibt. Jetzt soll Alkohol aber schädlicher für den Menschen sein als Hasch und warum sollte man dann nicht versuchen den Erwerb zu erschweren? Ich denke da an extra Geschäfte, die nur für Erwachsene zugänglich sind oder abgeschlossene Abteilungen in Supermärkten. Das würde das Bewußtsein stärken, dass Alkohol eben eine Droge ist, die Menschen schaden kann. Ich denke um das Bewußtsein geht es, nicht um imaginäre Feindbilder aus dem Hut zu zaubern. In Holland sind die Coffeeshops ja auch gesellschaftlich akzeptiert aber niemand käme auf den Gedanken das Zeugs im Supermarkt neben den Kinderriegeln anzubieten.
Sie trinken gerne Alkohol? Sind Sie etwa Alkoholiker? Und wenn nicht, was hält Sie eigentlich davon ab, einer zu werden, wo doch Alkohol an jeder Ecke verkauft wird?
Ist Ihnen bewusst, dass Alkohol eine Droge ist? Warum konsumieren Sie ihn dennoch?
Die Frage ist nicht: “Warum sollte man nicht versuchen, den Erwerb zu erschweren?”, sondern “Warum sollte man den Erwerb erschweren?”.
Abgeschlossene Abteilungen in Supermärkten? Alterskontrolle an der Kasse?
Wollen Sie Ladeninhaber und Verkaufspersonal zu Erfüllungsgehilfen für gesetzliche Massnahmen machen und sie dann anstelle der unberechtigten (sprich unterjährigen) Käufer bestrafen, wenn sie einmal vergessen, nach dem Alter zu fragen?
Wollen Sie Ladeninhabern und Verkaufspersonal einen Teil der elterlichen Erziehungsgewalt überbürden, wenn die Eltern nicht in der Lage sind, diese Verantwortung für ihren Nachwuchs selbst zu tragen?
Sie sind, ob Sie es wahrhaben wollen oder nicht, bereits auf dem Weg zur Prohibition.
Als ich noch ein Teen war, musste ich ab und zu im Auftrag meiner Eltern in der Kneipe nebenan mal eine Flasche Bier, mal Zigaretten holen.
Das ist heute nicht mehr möglich, selbst wenn Eltern das, im gegenseitigen Vertrauen zwischen Eltern und Kindern, erlauben würden. Es wäre unwahrscheinlich, dass das Auge des Gesetzes in Gestalt eines Polizeibeamten davon erführe, aber der Gastwirt würde mir, unter dem erpresserischen Druck des Gesetzes und aus Angst vor einer Strafe, den Verkauf verweigern. Obwohl es ihn gar nichts angeht, weshalb ich Alkohol oder Zigaretten will. Der Staat macht damit eine ganze Gesellschaftsgruppe zu Hilfsbeamten.
Ich bin übrigens trotz meiner Einkäufe weder Trinker noch Raucher geworden, obwohl ich jetzt, im reiferen Alter, bei Gelegenheit gerne Alkohol geniesse und regelmässig rauche.
Ich zitiere mal aus der Rezension “Thomas Welskopp: Amerikas große Ernüchterung” zur Prohibition im 19. Jahrhundert:
“Es begann, wie immer, harmlos mit Vorschlägen zur Alkohol-Mäßigung und steigerte sich allmählich zu politischen Forderungen nach einem gesetzlichem Totalverbot von Alkohol (T-Totaler).”
Wer sich diese Rezension einmal durchlesen möchte: http://www.socialnet.de/rezensionen/10269.php
@Ben Palmer: Ja was ist eigentlich so schlimm daran Alkohol nicht an jeder Straßenecke kaufen zu können? Mit verlaub, aber ihr Beitrag hört sich schon ein wenig schaurig danach an, dass Sie flatterig werden, wenn mal kein Alkohol im Haus sein sollte? Da könnte ich mich natürlich täuschen, aber schon mal daran gedacht wie viele ihr Leben durch Alkohol kaputt gemacht haben? Wenn sie jetzt mit “Recht auf Rausch” kommen, dann warum nicht gleich Heroin legalisieren und breit unter das Volk mischen? Ich fände es aber folgerichtiger eben auch Alkohol unter das Betäubungsmittelgesetz zu stellen und den Handel zu reglementieren ... Für Leute die gerne trinken, könnte man spezielle Trinkerheime einrichten, mit geschultem Fachpersonal. Das würde auch den Gastwirt oder Kioskverkäufer entlasten, vielleicht an die falschen Alkohol zu verkaufen, weil er es dann eben gar nicht mehr machen müßte und der Alkoholkonsument würde alleine nicht zuhause vereinsamen! Die Welt würde so nicht untergehen, sogar ein Stück weit aufgeklärter und freier! Man sollte mal drauf achten beim Lidl und Real, wie viele sich in der Schlange Bier, Wein und anderes Zeugs in größeren Mengen in den Einkaufskorb gelegt haben! Die kann man sich anschauen, die armen Schweine, aber erstrebenswert ist deren Schicksal sicherlich nicht!
Das Potential des Themas ist gleich hoch wie das beim Thema Rauchen, aber eines sollte unumstritten sein.
Alkoholbegrenzung im Straßenverkehr!
Und weil der Handel einen Teil der Verantwortung übernehmen soll, sehe ich ihn noch lange nicht als Erfüllungsgehilfen für gesetzliche Maßnahmen. Der Handel verdient daran nicht schlecht und hat daher auch gegenüber Kindern und Minderjährigen eine besondere Sorgfaltspflicht wahrzunehmen.
Wenn auch Eltern/Erziehungsberechtigte versagen, so hat meiner Meinung nach die Gesellschaft die Aufgabe hier einzugreifen, auch im Interesse für die Gesellschaft selbst.
Die allerwenigsten Minderjährigen sind nachweislich davon angetan, alleine, den Einkauf für die Familie zu erledigen, dies geschieht in sehr geringem Umfang als Normaltätigkeit, weil “mega-uncool”!
Ist eine familäre Notwendigkeit (Krankheit o.Ä.) gegeben, dann steht mit ziemlicher Sicherheit der Einkauf von einzelnen oder auch mehreren Flaschen Alkohol (und sonst nichts, ev. noch Nascherei und Chips) wohl kaum auf der Einkaufsliste. So viel an Geistesleistung darf den Handelsangestellten wohl noch abverlangt werden.
@ e.moser
“Wenn auch Eltern/Erziehungsberechtigte versagen, so hat meiner Meinung nach die Gesellschaft die Aufgabe hier einzugreifen, auch im Interesse für die Gesellschaft selbst.”
Mit diesem Gedanken haben seit eh und je Diktaturen die Erziehungshoheit über die nachwachsenden Generationen übernommen.
@ e.moser
“Wenn auch Eltern/Erziehungsberechtigte versagen, so hat meiner Meinung nach die Gesellschaft die Aufgabe hier einzugreifen, auch im Interesse für die Gesellschaft selbst.”
Mit diesem Konzept argumentieren Diktaturen, um die Erziehungshoheit über die Kinder zu rechtfertigen und zu sichern.
@Wolfgang S: Erkennen Sie den Unterschied zwischen Wasser trinken und im Wasser ertrinken? Zwischen essen und (voll-)fressen. Zwischen Wein trinken und sich besaufen?
Die grundlegendere Frage ist aber, ob der Mensch bei seiner Geburt sozusagen stillschweigend die Sorgepflicht für seine Mitmenschen aufgebürdet bekommt. Und damit das Recht und die Pflicht erwirbt, den Lebensstil und das Verhalten seiner Mitmenschen zu beurteillen und zu kontrollieren.
Wenn Sie sich wirklich soviel Sorgen machen um das Wohl Ihrer Mitmenschen, fangen Sie doch dort an, wo Menschen gegen ihren Willen leiden, wie z.B. unter Hunger, Naturkatastrophen, Krankheiten, nicht dort wo sich Menschen selbst - vermeintliches - Leid zufügen.
Ihre Argumente sind genau die selben, die Missionare benutzen, um andere Menschen zu bekehren, mit dem Unterschied, dass Sie bereit sind, dazu auch (staatliche) Gewalt anzuwenden. “Bist du nicht willig ...”
Es ist pure Arroganz zu glauben, dass die eigenen Massstäbe auch für alle Mitmenschen Gültigkeit haben.
@Ben Palmer: Nein keine Arroganz, sondern gesunder Menschenverstand Stoffe, die sich nachteilig auf die Gesundheit von Menschen auswirken können, im Alltag zu beschränken. Wenn sie jetzt das Bild des kontrollierten Genußtrinkers anführen, dann spräche doch nichts dagegen, dass dieser Genußtrinker auch tiefer in die Tasche greifen müßte? Es kann dann egal sein, ob er für eine Flasche Whisky 30 oder 60 Euro auf den Tisch legen müßte oder für ein Bier 1,5 oder 3 Euro? Für mich würde das dazu führen, dass jugendliche Probiertrinker eben eine größere Distanz zum Alkohol bekommen können. Heute Abend beim Real, ich wette, wieder Schlangen von Jugendlichen und “jung gebliebenen” im Geiste, die sich nur Alkohol für wenig Geld in den Korb legen. Warum sollte das eigentlich billiger sein als mal ins Kino zu gehen?
Sicher befürworte ich staatliche Gewalt in dieser Frage, frage mich auch, woher ihre liberale Attitüde kommen mag? Deutschland ist keine liberale Gesellschaft und alles ist gesetzlich geregelt. Ist wirklich eine interessante Frage, warum gerade Alkohol so frei und billig zu bekommen ist? Ist wirklich interessant!! Ich erkläre es mir so, dass der autoritäre deutsche Charakter in seiner Funktion dekompensieren würde, würde er nicht abends mit seinem Bierchen ein wenig herunter gefahren werden. Jedoch hindert der Cooldown wohl auch leider seine Emanzipation von tradierten Verhaltensmustern.
Also wer Liberalismus will, setzt sich für Marktwirtschaft und die Abschaffung des Sozialismus in Deutschland ein. Frei Saufen gab es vornehmlich in Diktaturen, um diese erträglicher zu machen. Ohne Alkohol hätte der Sozialismus nie funktioniert für eine Zeit.
Also wenn die Schwächsten unserer Gesellschaft zu schützen sind, z.B. vor nur am Geschäft interessierten Alkoholverkäufern, dann davon gleich ein diktatorisches System abzuleiten, kann nur bedeuten den Beitrag nicht vollständig zur Kenntnis genommen zu haben.
Die Prohibitions- und Bevormundungssucht zeigt gerade wieder ihr hässliches Gesicht im Bericht über eine WHO-Konferenz zum Kampf gegen den Alkohol (es ist anzunehmen, dass alle Konferenzteilnehmer aus den 53 Ländern nur Wasser und Tee getrunken haben).
“- European Region has heaviest drinking in the world -
There is convincing evidence on the efficacy of:
alcohol taxes;
restrictions on outlet density and on days and hours of sale;
a minimum purchase age;
lower legal blood alcohol levels for driving and random breath-testing; and
brief counselling programmes and treatment for alcohol use disorders.”
Auch die Nennung der Gefahren des Passiv-Alkohols darf nicht fehlen, hat sich doch dieses Argument schon im Kampf gegen die Raucher bewährt. Mobilisierung der breiten Bevölkerung, indem Raucher und Trinker als Volksschädlinge gebrandmarkt werden.
“Alcohol harms people other than the drinker, whether through violence on the street or in the family, or simply by using up government resources.”
@hueber
Wenn man die Schwächsten in der Gesellschaft - die Kinder und unmündige Menschen vor uninteressierten - weil daran verdienenden Alkoholverkäufern schützt, so ist man noch lange nicht auf dem Weg in eine Diktatur. Wenn man es nicht macht, ebnet man dann einer Diktatur des freien Marktes den Weg?
@e.moser
Der Einstieg in Verbote und Zwangsbeglückungen findet fast immer über Kinder und Jugendliche statt. Auch wenn man Probleme bei Jugendlichen bei Alkohol, Tabak und Ernährung gar nicht abstreiten kann und will, Organisationen wie die WHO sehen das nur als glaubwürdigen Einstieg in die Reglementierung des Lebens aller Menschen an. Denn wer wollte schon etwas gegen Gesundheits"fürsorge” für Kinder und Jugendliche sagen? Sie, Herr Moser, vergessen dabei leider, sich einmal das Gesamtprogramm dieser Gesundheitsapostel anzusehen. Da geht es dann überwiegend um den Schritt zur Alkohol- und Tabakfreiheit der ganzen Welt. Beim Tabakkonsum wird das ja inzwischen ohne Umstände von der WHO gefordert. Beim Alkohol geht man noch etwas vorsichtiger zu Werke.
Interessanterweise hat sich gerade eine neue Webseite im Internet mit dem Namen “alkoholpolitik.de” etabliert, die vom Abstinenzlerverein Guttemplerorden in Deutschland “betreut” wird.
Die Forderungen decken sich in weiten Teilen mit den “Ideen” der WHO:
Umsetzung der Beschlüsse der Weltgesundheitsorganisation WHO in Europa, Einheitliche Gesetzgebung für alle Suchtmittel, Politische Maßnahmen zur Reduzierung des Alkoholverbrauchs, Werbeverbot für Alkohol, Punkt-Nüchternheit, Null Promille im Straßenverkehr und kontinuierliche Forschung zur Ermittlung der alkoholbedingten Folgekosten (Passivtrinken). Siehe: http://alkoholpolitik.de/
Wie Sie sehen, geht es hier nicht um Kinder und Jugendliche, sondern um uns alle!
@ Wolfgang S: Schon mal darüber nachgedacht, dass vielleicht nicht der Marktpreis irgendwelcher Waren oder die Kunden von Supermärkten das Problem darstellen, sondern Ihre Intoleranz gegenüber der Sie umgebenden Welt? Der “autoritäre [...] Charakter”, um Ihre eigene Formulierung zu verwenden, kommt in Ihren Vorstellungen deutlich zum Tragen. Es kann der Bravste leider nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.
@e.moser: Durch Wiederholung gewinnen leere Phrasen nicht an Substanz. Woher kommt eigentlich Ihre Hybris, sich zum Retter “unmündiger” Seelen aufspielen zu wollen? Wer hat darum gebeten, von Ihnen geschützt zu werden und wie kommen Sie auf die Idee, besser wissen zu können, was für andere Menschen gut sein soll? Offenbar eine Charakterproblematik.
Abwandlung einer Aussage von Wolfgang S: “Stoffe, die sich nachteilig auf die Gesundheit von Menschen auswirken können, im Alltag zu beschränken. Wenn sie jetzt das Bild des kontrollierten GenußESSERS anführen, dann spräche doch nichts dagegen, dass dieser GenußESSER auch tiefer in die Tasche greifen müßte?”
Ihre Logik wird in Dänemark bereits in einer Beta-Version realisiert. Die Leuten, die Butter aufs Brot streichen, die Schweinefleich oder gar Speck essen, die ihre Salatsosse mit Öl zubereiten, wissen doch gar nicht, dass ihr Fettkonsum ihre Lebenserwartung ruiniert. Da muss der Staat sofort eingreifen um “die Schwächsten in der Gesellschaft - die Kinder und unmündige Menschen vor uninteressierten - weil daran verdienenden Speisefettverkäufern schützen [siehe e.mosers Kommentar]”
Der Staat kann damit das Notwendige mit dem Nützlichen verbinden. Menschen die Länger leben, zahlen länger Steuern. Menschen, die Fett konsumieren müsen dafür bestraft werden, dass sie nicht länger leben wollen; die Fettsteuer kompensiert dann eben den Verlust für die Staatskassen.
“Wir haben die Mittel, dich zum länger leben zu zwingen. Bist du nicht willig so brauchen wir Staatsgewalt.” Wenn das nicht Diktatur ist, was ist es dann?
http://news.yahoo.com/denmark-levies-worlds-first-fat-tax-001455147.html




Die schlimmste Vision einer zukünftigen unfreien Gesellschaft liefern offensichtlich nicht mehr politische Diktaturen àla DDR.
Was uns blüht, ist die Diktatur von Verhaltensnormen, mitten in Demokratien aus dem Boden gewachsen, unerbittlich in der Aufoktroyierung lebensverneinender Genussverweigerung, rigide und verbohrt, aber durchsetzungswütig, fanatisch und hasserfüllt gegen Anderslebende. Nach dem Rauchen also jetzt der Alkohol.
Udo Pollmer sieht in einem jüngst veröffentlichten Artikel dieselbe Bedrohung für den Fleischgenuss. Ja, wir leben in einer zunehmend FREIEN TOLERANTEN Gesellschaft.
Bei Orwell heißt dies “Neusprech”.
Josef Hueber
12.09.2011 00:48