. . Klare Sicht nach vorn  |  RSS  |  Newsletter

AKW-Stresstests: Volksfeste sind keine Atomkraftwerke

Von Thilo Spahl

Die Reaktionen auf die Ergebnisse der „Stresstests“ für Kernkraftwerke in der letzten Woche waren nicht wirklich überraschend. Da Erdbeben und Tsunamis in Deutschland nicht wirklich als Bedrohung der Kernkraftwerke erscheinen, ist man wieder bei den Flugzeugen angekommen. Flugzeuge könnten, was extrem unwahrscheinlich ist, im Falle eines Absturzes ausgerechnet auf ein Kernkraftwerk prallen. Und sie könnten, was angesichts der Anschläge vom 11. September 2001 möglich erscheint, entführt und absichtlich auf eine Atomanlage gestürzt werden.

In der FAZ vom 18. Mai wies Stefan Dietrich darauf hin, dass auch Volksfeste und Fußballstadien nicht gegen Abstürze von Flugzeugen gesichert seien. Das Gleiche gilt bekanntlich für Hochhäuser, Chemiefabriken und überhaupt jedes erdenkliche Ziel. Das Argument zeigt einem die Grenzen der Sicherheit auf. Die Zahl der in Deutschland vor Flugzeugabsturz besonders schützenswerten Orte dürfte leicht in die Tausende gehen. Das Argument ist aber kein resignatives und impliziert auch nicht eine generelle Forderung nach Verzicht auf geeignete Maßnahmen zum Schutz gegen den Aufprall von Verkehrsflugzeugen. Gerade weil Kernkraftwerke freistehend und von überschaubarer Größe sind, könnte man sie im Gegensatz zu vielen anderen möglichen Zielen schützen -  etwa durch Stahlseilpyramiden, die ein anfliegendes Flugzeug in kleine abgebremste Stücke zersägen würden.

Welchen Grund kann es geben, dass der Schutz vor Flugzeugabstürzen einzig in Hinblick auf Kernkraftwerke diskutiert und von manchen als unverzichtbar bezeichnet wird? Es hat offenbar mit einer sehr speziellen Risikowahrnehmung zu tun. Ein in der FAZ vom 20. Mai abgedruckter Leserbrief bringt in bemerkenswerter Klarheit eine Haltung zum Ausdruck, die in der Debatte kein Außenseiterstandpunkt zu sein scheint. Gerlind Schabert aus Bonn erkennt in Dietrichs Argument eine „Wisch-und-weg-Mentalität“. Sie fragt sich ob, „Stefan Dietrich ganz ernsthaft der Meinung“ sei, „ein Flugzeugabsturz auf ein Fußballstadion lasse sich mit dem auf ein Atomkraftwerk vergleichen.“ Sie selbst ist ganz anderer Ansicht. Und zwar folgender: „Es wäre eine Tragödie, wenn Tausende von Zuschauern in einem Stadion Opfer einer solchen Katastrophe würden. Kilometerbreite Evakuierungen und die Verseuchung von Luft und Boden mit Radioaktivität wären aber nicht zu erwarten. Das Gleiche dürfte für Volksfeste gelten.“

Gerlind Schabert hat recht: Tausende von menschlichen Todesopfern sind nicht vergleichbar mit der vorübergehenden Verseuchung von einigen Quadratkilometern Land. Die Selbstverständlichkeit, mit der vielen hierzulande das Zweite als die offenbar weitaus größere Katastrophe erscheint, ist erschreckend.

In ihrem 2002 erschienenen Buch „RISK. A Practical Guide for Deciding What’s Really Safe and What’s Really Dangerous in the World Around You“ stufen die Autoren David Ropeik und George Gray von der Harvard University eine Vielzahl öffentlich diskutierte Risiken, von Brustimplantaten bis Ozonloch, auf einem „Risk Meter“ in zwei Kategorien ein: Wahrscheinlichkeit (der Exposition auf gefährlichem Niveau) und Konsequenzen (Schwere, Opferzahlen). Beim Thema Kernenergie fügen sie bemerkenswerterweise eine dritte Kategorie hinzu: „Einzigartige Konsequenzen (psychologische, wirtschaftliche und soziale Folgen)“. Ihre Einstufung lautet: Wahrscheinlichkeit – sehr gering, Konsequenzen – gering, einzigartige Konsequenzen – sehr hoch).

Die einzigartigen Folgen der spezifischen Risikowahrnehmung der Kernenergie sehen in Deutschland offenbar so aus, dass die psychologische Wirkung in Gestalt der Atomangst zu erheblichen wirtschaftlichen Folgen führt (Stilllegung), wobei die sozialen Folgen einer konsequent an der Pflege grüner Identität ausgerichteten Energiepolitik sich wohl am deutlichsten in sinkendem Lebensstandard bei Geringverdienern sowie einem Anstieg der Arbeitslosigkeit zeigen werden. Die politischen Konsequenzen der Strahlenangst zeigen sich im Einheitsbekenntnis „Atomkraft. Nein danke!“, das uns wenig Hoffnung lässt, dass es mit den Parteien irgendwann wieder bergauf geht.

Thilo Spahl ist Novo-Redakteur.

Cover Novo 110/111 Lesen und diskutieren Sie alle Artikel der neuen Ausgabe. Die komplette Inhaltsangabe finden Sie hier: Inhalt. Ein Jahresabonnement kostet nur 37,80 Euro (Studenten 28,50 Euro). Zögern Sie nicht und bestellen Sie noch heute in unserem Shop. Damit bleiben Sie am Ball und sichern die Herausgabe eines wegweisenden Zeitschriftenprojekts.

Mehr zum Thema im Novo-Dossier "Atomkraft"

23.05.2011 | Permanenter Link |

Kategorie(n): Umwelt und Gesundheit

Artikel twittern Artikel auf Facebook posten

Die Unbedarftheit mancher AKW-Befürworter ist erschreckend, ganz so als würde man ernsthaft einen Chemiebaukasten mit einer ganzen Fabrik vergleichen. Netze zum Zerstückeln von Flugzeugen zu spannen weist wohl auf einige Kreativität hin, aber sonst auf nichts. Die Kreativität von Terroristen wird vernachlässigt mit engen Denkmustern.
Ich habe schon mehrmals auf die immer skuriler werdenden Rückzugsgefechte der AKW-Freunde/Lobby ect. hingewiesen, denen kein noch so dürftiges Vehikel recht ist um nur ja nicht aus ihrem strahlenden Paradies weichen zu müssen. Das geht vom “Strom aus” bis zum “Unbezahlbar”.
Ein Ausspruch dürfte auch hier gelten:
“Die Steinzeit ging nicht aus Mangel an Steinen zu Ende.”

e.moser
24.05.2011  20:50

“Die Steinzeit ging nicht aus Mangel an Steinen zu Ende.”
Ich stimme Ihnen zu, das ist bei Kernkraftwerken ähnlich. Nur, bevor Sie sich über die Zustimmung freuen: Weil einem ein Stein auf den Fuß gefallen ist, greifen wir lieber wieder zum Holzknüppel.
Die Entwicklung der Kernenergie als sichere und zuverlässige Quelle der Stromversorgung ist noch lange nicht zu Ende. Aber hier in Deutschland geben wir in unserer Hysterie und Panik ein weiteres Stück unseres Wissens und möglichen Fortschritts auf. China und andere Schwellenländer freuts. Aber ob wir wirklich mit teuerem Solarstrom überleben können?

r.kohler
26.05.2011  21:41

Weit hinter der Hysterie wird man schließlich in Deutschland den verschenkten Möglichkeiten und den vergeudeten Milliarden hinterher jammern.
Wer sollte denn auch Deutschland auf diesem Wege der künstlichen und unnötigen Verteuerung von Allem folgen? Wird aus dem Export- ein Importweltmeister, weil die überteuerten Produkte nicht mehr weltmarktfähig sind oder gar nicht mehr produziert werden? Wird man deutsche Technologie nachfragen, wenn der Erfolg der Neuen Ineffizienten Energien, wie Wind und Solar, nicht von einem grandiosen Erfolg gekrönt wird? In Nordafrika verabschieden sich gerade viele Voraussetzungen für die tollen Energieträume.
Dies wird man sicher nicht und in Wolkenkuckucksheim wird man das Versäumte schmerz- und mühevoll wieder aufholen müssen, um in 50 Jahren wenigstens mit den Schwellenländern wieder gleichziehen zu können.
Es ist ja leider nicht nur die Kernenergie und die Kernforschung, die man gerne wieder los werden möchte. Andere neue Technologien, wie die Grüne Gentechnik blicken doch auch schon einem ähnlichen Schicksal entgegen.
Sollte Deutschland nur noch der ökoseelige Moral- und Sozialberater der Welt werden? Naja, manche träumen schon davon. Wohlstand für alle wird dies aber nicht bringen.

Beste Grüße B.

Bibliothekar
27.05.2011  04:46

Das Mantra von “Ineffizient und zu teuer” erinnert ein wenig an eine alte Schallplatte mit “Hänger”. Schade wie wenig aus der jüngeren Geschichte mitgenommen wurde. Denn es gab auch vor 150 Jahren Methoden der Energieproduktion, die als zu teuer und ineffizient gesehen wurden, (die heute etablierten). Was dagegen half, war ein möglichst zügiger Ausbau, der aber um es gleich vorweg zu nehmen, auch Jahrzehnte gedauert hat, ganz so wie es z.Zt. auch bei PV und WKW geschieht, weil es damals auch schon beharrende Kräfte gab, die mit der Entwicklung nicht einverstanden waren.
Die “künstlich und unnötig” verteuernden Kräfte sitzen gut verteilt in Regierung und bei den G4 der Energiekonzerne.
Wenn Deutschland konsequent und rasch den Weg vorgibt, dann wird es auch Erfolg geben. Halbherzigkeit, falsch verstandener und angewandter Konservatismus und Zögerlichkeit sind hier nicht förderlich.
“Grüne Gentechnik”, deren Nutzen (für eine Handvoll Gesellschaften) lediglich darin besteht, größere Abhängigkeiten bei Produzenten zu schaffen ist bereits fest in latein/amerikanischer und asiatischer Hand.
Ein Vorteil für Konsumenten konnte bisher noch nicht festgestellt werden, es sei denn, man sieht es als Vorteil an, dass sich eine Verschiebung vom Gemüse-, hin zum Fleischkonsum vollzogen hat.

e.moser
28.05.2011  16:48

@ e.moser

Aha, Sie hoffen also, daß sich das Speicherproblem im Laufe der Jahrzehnte lösen wird? Das Problem, daß die Energie der “Alternativen” unzureichend für eine moderne Gesellschaft sein wird, ist damit aber auch noch nicht gelöst. Da die Energieeffizienssteigerung in den meisten Fällen durch einen höheren Einsatz von Strom erfolgt, bleibt wohl nur noch die Anpassung des Bedarfs an die Erzeugung und eine “Große Transformation” der Gesellschaft. Hierzu bietet ja der WBGU unter Schellenhuber eine wunderschöne Vorlage, der dann nur noch zu folgen ist und alle werden glücklich, bis auf die, die nicht so ganz damit einverstanden sind. Die werden dann konsequent und rasch vom Erfolg der deutschen Vorgabe überzeugt. Die ideologische Benebelungsmaschine läuft ja schon auf Hochtouren und Sie stehen mit am Drücker.
Das, wir probieren jetzt mal was aus, mag ja im Forschungsbereich angebracht sein, auf ganze Gesellschaften angewandt kann es schnell zur Gefahr werden, besonders, wenn es wie jetzt ohne zwingende Notwendigkeiten und voller Hast erfolgt.
Mit der Grünen Gentechnik sollten Sie sich doch bitte erst einmal näher und auf Faktenbasis befassen, ehe Sie hier billige Allgemein(ver)urteile abgeben. Dieser Technik wollen Sie wohl nicht die Jahrzehnte zur Entwicklung gönnen, wie Sie es ja für die EE fordern? Naja, der Unterschied sind die bereits jetzt zu messenden Erfolge. Das können Sie aber nicht wahrnehmen in Ihrer Benebeltheit ob der deutschen Glückseeligkeitspläne, das Gaiaparadis hier und jetzt zu erzwingen, zur Rettung der ganzen Welt. Wie nennt man eigentlich negative Vorbilder? Richtig, abschreckende Beispiele.

Beste Grüße B.

Bibliothekar
30.05.2011  04:53

Vielen Dank für diesen Artikel.

Die Art und Weise wie der Ausstieg aus der Kernenergie in diesem Land dsikutiert wird lässt mich verzweifeln.

Daran, ob in der Schule die grundlegenden Kenntnisse und das physikalische Wissen ausreichend vermittelt wurde (Beispiel Speicherung von elektrischer Energie, Übertragung von Energie, Wirkungsgrad usw.) und, ob wir nicht gerade in eine ganz andere Katastrophe hineinschlittern, die Katastrophe des Halbwissens und der Ideologie.

Wenn es nur der Natur dient, wenn es bloss nachhaltig ist, dann muss es ja irgendwie gehen. Wie aber, darauf hat keiner eine Antwort. D.h. die Forderung des “grünen Verbrauchers” steht, sollen die da oben es mal machen. Also die böse Lobby, die uns eh nur ausnimmt.

Wie Herr Spahl ganz richtig aufzeigt, beherrscht eine diffuse Angst weite Teile der Bevölkerung, die niemals Ratgeber für eine rationale und abgewogene Entscheidung sein sollte. Dort wo die Evakuierung eines Landstrichs als “schlimmer” und risikoreicher angesehen wird als der sofortige Tod Tausender muss etwas Entscheidendes im Argen liegen. Das grenzt an Menschenverachtung.

Nach vielen Diskussionen auch im Freundeskreis bin ich mittlerweile der Überzeugung, das die realitätsfremden Ideologie der wahnhaften Nachhaltigkeit und des Naturschutzes sowie der irrsinnigen Risikobewertung (welcher vernunftbegabte Mensch würde sich sofort ein radioaktiv markiertes Kontrastmittel spritzen lassen, ein CT machen lassen, aber gleichzeitig Panik vor Fukushima haben) nun endlich einmal ausgelebt werden muss.

Erst dann kann “erlebt” werden, dass die Welt in der wir leben (vor allem hier in Deutschland) die sauberste/sicherste ist/war, die es jemals gab. Steigende Strom- und Energipreise führen zu geringern Löhnen, höheren Sozialabgaben usw. Wer soll das bezahlen.

Herr Trittin hat kürzlich in einem DLF-Interview von 30 Mrd Euro Subvention für die Solartechnik gesprochen. Gleichzeitig wird von der gleichen Partei die unendlich hohe Subvention der Kernenergie angeprangert. Hybris! Mit diesem Geld könnte man heute schon Medikamente für HIV-Kranke in Afrika sponsern, den Hunger stillen, d.h. Menschen HEUTE helfen. Aber dies ist gar nicht gewollt, es geht vielmehr um eine gesellschaftliche Neuordnung.

Zu guter Letzt fällt auf, dass die Klientel der Grünen immer eine “böse” Lobby hinter allen Vorgängen vermuten, die dem eigenen Weltbild nicht entsprechen. Ob es nun die Gentechnik ist (deren Risiken vollkommen übertrieben dargestellt werden, die Pharmabranche (die böse, von der ja nun wirklich niemand profitiert), die Atomlobby, die Autoherstellerlobby.

Die Orte, an denen also Werte geschaffen werden, Arbeit entsteht, Wachstum, Gesundheit, werden in das Reich des Bösen verschoben.

Es wird ein Umdenken erforderlich sein. Wir sollten endlich einmal auf das Schauen, was wir haben. Den Reichtum, die Sicherheit, die Chance für unsere Kinder erhalten und nicht Deutschland abschaffen.

Wanninger!

Wanninger
30.05.2011  12:54

Also ich gehöre ausdrücklich nicht zu der Fraktion, welche das Licht in Säcken gefangen ins Rathaus trägt. Denn von Speicherung war nirgends die Rede. Sondern von Netzausbau und Ersatz der AKW durch EE. Ich gehöre auch nicht zu den Hysterikern denen der Ausstieg aus der AE bis 22 zu lang dauert.
Und wenn Effizienzsteigerung schon mit (kurzfristig) erhöhtem Energieeinsatz zu erkaufen ist, dann muss das doch für alle Wachstumsbefürworter erfreulich sein, aber gerade die stehen da auf der Bremse, welch ein Widerspruch. Es muss ein intelligenteres Energiemanagement Einzug halten, dazu ist Effizienzverbesserung unumgänglich.
Wo wären wir aber heute ohne gesellschaftliche Veränderung=Neuordnung in den vergangenen Zeiten?

“Wir sollten endlich einmal auf das Schauen, was wir haben. Den Reichtum, die Sicherheit, die Chance für unsere Kinder erhalten und nicht Deutschland abschaffen”!

Gerade hier ist die Gefahr des Erstarrens in einer konservativen Haltung und dadurch Selbstblockade mit der Konsequenz des “Sich Abschaffens” enthalten.
Denn wer immer nur auf das schaut was er hat, wird auch das verlieren!

Deutschland ist in einem Klima der Erstarrung angekommen, aber dafür einseitige Schuldzuweisungen auszusprechen greift doch zu kurz, ganz so, als hätten Industrie und Schwarz/Gelb in der Politik nichts dagegenzuhalten.

Thema Grüne Gentechnik!
Die Selektion von Saatgut, Kreuzungen, Optimierungen im Flächenertrag usw. wurde seit Jahrhunderten erfolgreich betrieben, bis es durch die Entwicklung von Hybridsorten zu einer de facto Monopolisierung von Saatgut kam, die aber auch bald ausgereizt war (Patente).  Diese Idee wird jetzt durch Gentechnik noch weiter pervertiert, denn (viele) standortoptimierte Sorten sind zu Gunsten einiger weniger verarbeitungsoptimaler Sorten verdrängt worden und der Landwirt ist praktisch nicht mehr Herr über sein eigenes Geschäft, ist in einer Abhängigigkeit gelandet, welche ihm eben durch enorm viel EU-Geld als Schmerzpflaster erträglich gemacht wird.

Was auch gleich die Frage stellt: Darf es Patente auf Dinge geben die die Natur hervorbringt? Und, ist Leben insgesamt patentierbar?
Nächste Frage: Wie lassen sich Patente überhaupt mit freier Marktwirtschaft in Einklang bringen? Brächten nicht Patente mit freiem Zugang ein Mehr an Entwicklung und Fortschritt und das auch noch schneller?

e.moser
01.06.2011  09:33

Die Angsttrompeter waren erfolgreich mit dem Wort „verstrahlt“, aber die Bedeutung dieses Wortes bleibt im unklaren. Es wurden ganze Landstriche evakuiert, das war in Tschernobyl so, das ist jetzt in Fukushima ebenso. Die Evakuierungen geschahen, weil es die Gesetze erforderten. In Fukushima sind 20mSv pro Jahr die Grenze, das ist sehr sehr weit von einer Gefährdung entfernt (die liegt bei >200mSv in 3 Tagen). Ein passender Vergleich ist die Flasche Schnaps, in kurzer Zeit getrunken kann es extrem schädlich sein, nicht aber bei Verteilung über ein Jahr Alkohol hat ebenso wie ionisierende Strahlung eine deterministische Wirkung (Strahlenkrankheit bzw. Alkoholvergiftung) und als zufällige Wirkung ein Krebsrisiko. Lesen Sie meinen Bericht „Was ist eine Risikotechnologie“ in NOVO 108/109, das kann ich an dieser Stelle nicht wiederholen.
Inzwischen haben wir es offiziell von den Fachleuten der IAEA in Wien, dass durch die Zerstörungen der Kraftwerke in Fukushima kein Mensch durch Radioaktivität – das ist das besondere Risiko der Kernkraft – einen Schaden erlitten hat. Es heißt in dem vorläufigen IAEA-Bericht vom 1.6.2011: To date no health effects have been reported in any person as a result of radiation exposure from the nuclear accident. So wird es voraussichtlich auch bleiben.
Die Kerntechnik ist keine Risikotechnologie, auch wenn bei uns in Deutschland in unzähligen Broschüren, Verlautbarungen, Studien ein Gegenteiliges behauptet wird.
Aber was dem Volk über Jahrzehnte hinweg durch alle Medien immer wieder eingebläut worden ist, das wird zur Wahrheit, weil es alle G L A U B E N.

Lutz Niemann
08.06.2011  14:26

Persönliche Daten speichern?

Über neue Kommentare per E-Mail informieren?