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Bevölkerungsdiskussion: Wie viele Menschen kann die Erde ernähren?
Von Thilo Spahl
2011 ist das Jahr, in dem die Weltbevölkerung die 7 Milliarden-Marke überschreiten wird. Wie im Jahr 1999, als wir die 6 Milliarden, im Jahr 1986, als wir die 5 Milliarden, und im Jahr 1974, als wir die 4 Milliarden überschritten, werden wir gewiss auch in diesem Jahr fragen: Wie lange kann das Wachstum weitergehen? Für die meisten Menschen ist das eine bange Frage. Sie können sie nicht beantworten. Aber sie sind besorgt. Zu Unrecht. Denn wenn wir die Entwicklung der letzten Jahrzehnte betrachten, haben wir allen Grund zum Optimismus. Der noch zu erwartende Anstieg auf rund 10 Milliarden Menschen bis zur Mitte des Jahrhunderts ist eine Herausforderung, die durchaus zu meistern ist.
Während sich die Weltbevölkerung seit 1950 mehr als verdoppelt hat, konnte die Getreideproduktion im gleichen Zeitraum verdreifacht werden. Pro Kopf produzieren wir heute 40% mehr Nahrungsmittel als in den 1950er Jahren. Und nicht nur bei der Ernährung geht es bergauf. Der Wissenschaftsautor Matt Ridley resümiert in seinem im Herbst auch in Deutsch erscheinenden Buch The Rational Optimist: „Vergleicht man das Jahr 2005 mit dem Jahr 1955, so verdiente der Durchschnittsmensch auf diesem Planeten (inflationsbereinigt) fast dreimal so viel Geld, nahm ein Drittel mehr Kalorien zu sich, die Kindersterblichkeit war auf ein Drittel gesunken und die Lebenserwartung um ein Drittel gestiegen.“
Trotz dieser Fakten ist das Denken noch immer von der Vorstellung einer „Bevölkerungsexplosion“, einer schon vorhandenen „Überbevölkerung“ und dem Versiegen von Ressourcen geprägt. Dabei ist die Idee, dass es auf der Erde zu eng werde, nicht gerade plausibel. Platz ist genug da.
Der am dichtesten besiedelte Stadtteil in Deutschland ist das Westend in Wiesbaden. Dort stehen keineswegs gigantische Bettenburgen, sondern ganz nette Gründerzeithäuser. Würde man das Wiesbadener Westend auf ganz Deutschland ausweiten, so könnten hierzulande 8,7 Milliarden Menschen angenehm leben. Frankreich könnte bei einer Bevölkerungsdichte wie in Paris über 16 Milliarden Menschen aufnehmen. Und die Fläche von Frankreich umfasst weniger als 0,5% der globalen Landfläche. 16 Milliarden werden wir freilich nicht werden. Voraussichtlich wird der Höchststand zwischen neun und zehn Milliarden liegen. Denn die Geburtenrate fällt global rasant. Mitte des letzten Jahrhunderts lag sie bei 4,9 Kindern pro Frau. Heute ist der Mittelwert aller erfassten Länder 2,3. Wenn die Geburtenrate die Marke von 2,1 unterschreitet, fängt die Bevölkerung wieder an zu schrumpfen.
Der Kern der Überbevölkerungsidee ist die Frage, ob die Natur genug hergibt, um all die vielen Menschen zu ernähren. Im Jahr 1798, als die Weltbevölkerung etwa eine Milliarde betrug, hat der britische Ökonom Thomas Robert Malthus die Behauptung aufgestellt, „dass die Vermehrungskraft der Bevölkerung unbegrenzt größer ist als die Kraft der Erde, Unterhaltsmittel für den Mensch hervorzubringen.“ Er begründete damit eine Sichtweise, wonach „Seuchen und Krieg“ letztlich etwas Positives seien, da sie dazu beitrügen, das wahre Übel, nämlich die Vermehrung der Massen, zu bremsen.
Natürlich konnte Malthus den Gang der Welt nicht ändern und die Menschheit nicht daran hindern, seine Vorstellung zu widerlegen. Kaum hatte der Mann dessen Ende verkündet, ging das Bevölkerungswachstum erst richtig los, und die Menschen bewiesen, dass nicht nur eine, sondern sieben Milliarden ernährt werden können und sich ein beträchtlicher Teil davon dabei eines Wohlstands erfreut, den Malthus sich nie hätte träumen lassen. Wer meint, die Überbevölkerungsidee sei damit heute vom Tisch, täuscht sich allerdings. Sie lebt wie kaum zuvor. Der britische Journalist Brendan O’Neill schrieb im Januar 2011 im Novo-Partnermagazin Spiked treffend: „Die Malthusianer vermehren sich wie die Karnickel.“
Mitverantwortlich für das bis heute anhaltende Revival des Malthusianismus ist der amerikanische Schmetterlingsforscher Paul Ehrlich, der 1968 mit dem Buch Die Bevölkerungsbombe das Denken einer ganzen Generation prägte. „Die Schlacht, die gesamte Menschheit zu ernähren, ist vorüber.“, behauptete Ehrlich. „In den 70er- und 80er-Jahren werden Hunderte von Millionen Menschen verhungern, egal welche Krisenmaßnahmen jetzt ergriffen werden.“ Seine Forderung: Durch strikte Kontrolle der Reproduktion müsse die Weltbevölkerung auf ein Niveau von rund zwei Milliarden Menschen gesenkt und dort stabilisiert werden.
Heute scheint der Malthusianismus, insbesondere in der mit Konsumkritik und Planetenrettung aufgepeppten Variante, in Deutschland Common Sense: „Die Erhöhung der schieren Zahl der Menschen, multipliziert mit dem erhöhten Anspruchsdenken des Einzelnen, das produziert die ungesicherte Bombe der Überbevölkerung.“, so der Physiker und Fernsehmoderator Prof. Harald Lesch in der ZDF-Sendung Abenteuer Forschung. Gemeint ist hier natürlich nicht die schiere Zahl der Deutschen, sondern die der Chinesen, Inder und Afrikaner.
Wer die Angst vor „Überbevölkerung“ teilt, akzeptiert für gewöhnlich auch die These, dass wir Menschen irgendwann zweifellos an natürliche Grenzen bei der Nutzung der auf der Erde vorhandenen Ressourcen stoßen müssen - wenn nicht bei 2 Milliarden, dann eben bei 7 oder 8 Milliarden Menschen. Irgendwann, so die verbreitete Intuition, müssen die Ressourcen ja zur Neige gehen. Ein Blick auf die Landwirtschaft zeigt, warum wir so nicht denken müssen.
Nahrungspflanzen sind letztlich biologische Miniaturfabriken, die Kohlendioxid (CO2), Stickstoff, Wasser und einige Spurenelemente in Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett und Vitamine verwandeln. Dafür nutzt die Pflanze Energie der Sonne, und diese Energie gewinnen wir hinterher aus unseren Lebensmitteln wieder zurück. Von den Wasserstoff-, Kohlenstoff-, Sauerstoff- und sonstigen Atomen, die in diesem Prozess von einer chemischen Verbindung in eine andere verwandelt werden, geht kein einziges verloren. Sie befinden sich in einem immer währenden Kreislauf. Betrachten wir das Leben auf der untersten Ebene, kann von einem „Verbrauch“ von Ressourcen keine Rede“ sein. Wenn wir also etwa von drohender Wasserknappheit sprechen, dann müssen wir im Hinterkopf behalten, dass die Wassermenge auf dem Planeten konstant ist. Von der Erde tropft kein Wasser ins Weltall. Das Problem besteht darin, dass unser Aufwand dafür wächst, das Wasser an den Ort zu bekommen, wo wir es brauchen, und es wieder zu reinigen, wenn wir es verschmutzen. Oder es zu entsalzen, wenn wir die offensichtlich grenzenlose Quelle Meerwasser nutzen wollen. Mit anderen Worten: Wir haben es nicht mit natürlichen Grenzen, sondern mit Herausforderungen für die menschliche Gestaltungsfähigkeit zu tun. Und diese wächst, als kollektive Kompetenz, mit der Zahl der Menschen auf dem Planeten und der zunehmenden Kommunikation und Kooperation seit Jahrtausenden stetig. Der letztlich verbleibende natürliche Faktor ist Energie. Und obwohl bekanntlich auch „Energieknappheit“ ein großes Thema ist, bestreitet niemand wirklich, dass die auf der Erde prinzipiell zur Nutzung zur Verfügung stehende Energie je wirklich knapp werden könnte. Wenn man allerdings Energie künstlich verteuert, dann verteuert man auch Nahrungsmittel. Wer nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt ineffiziente Energieerzeugung und ineffiziente Landwirtschaft einführen will, der fordert eine Welt, in der wieder mehr Hunger herrscht.
Die Welternährung ist eine Herausforderung, die zu meistern ist. Wir müssen sie allerdings auch annehmen. Nach wie vor gibt es eine Vielzahl von Organisationen und Menschen, die der Malthus’schen Vorstellung von der Gegenüberstellung von Mensch und Natur verhaftet geblieben und der Überzeugung sind, es sei der Mensch, der hier zurückweichen müsse. Die intensive Landwirtschaft mit Hochleistungssorten, Kunstdünger, Mechanisierung, Pflanzenschutzmittel, Infrastruktur, globaler Vermarktung – allem, was in den vergangenen Jahrzehnten zur enormen Verbesserung der Welternährung beigetragen und den Anteil der Hungernden drastisch verringert hat – gilt z.B. den Fürsprechern der „ökologischen“ Landwirtschaft als problematisch. Gerade diese machen immer wieder „natürliche“ Grenzen für den Hunger verantwortlich, ohne selbst sinnvolle Lösungen für die Ernährung der Menschheit im globalen Maßstab anbieten zu können.
Die globale landwirtschaftliche Produktion kann bereits mit heute verfügbaren Mitteln noch erheblich gesteigert werden. Dafür muss noch nicht einmal die Anbaufläche ausgeweitet werden, die nach Angaben einer aktuellen Studie von heute 1,5 grundsätzlich auf bis zu 4 Milliarden Hektar erhöht werden könnte. Es müssen nur auf dem bereits genutzten Ackerland durch moderne Bewirtschaftung höhere Erträge erzielt werden. Die bleiben in vielen Regionen weit unter den Möglichkeiten zurück. Nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) werden in den USA pro Kopf jährlich 1230 kg Getreide produziert, während es in China 325 und in Simbabwe gerade einmal 90 kg sind. Dabei ist die Bevölkerungsdichte in Simbabwe mit 30 Einwohnern pro Quadratkilometer nicht höher als in den USA mit 32.
Auch die Verluste nach der Ernte sind enorm. So erreichen in armen Ländern wohl 15-25% der erzeugten Nahrungsmittel nicht den Konsumenten, sondern verderben. Der Agrarökonom Vaclav Smil schätzt, dass so mindestens 150 Millionen Tonnen verloren gehen. Das ist fünfmal so viel wie nötig wäre, um der einen Milliarde Menschen, die heute Hunger leidet, die Ernährung zu sichern.
Dass es heute noch Hunger gibt, liegt nicht daran, dass wir an vermeintlich natürliche Grenzen stießen. Es liegt ausschließlich an Armut, die wiederum durch wirtschaftliche Unterentwicklung bedingt ist. In Hinblick auf die Welternährung haben wir kein Angebotsproblem, wir haben ein Kaufkraftproblem. 800 Millionen Menschen sind zu arm, um sich genug zu essen zu kaufen. Die Hungernden sind kein Beweis für knappe Ressourcen, sie sind die Folge mangelnder Entwicklung. Der britische Umweltjournalist Fred Pearce bringt es auf den Punkt: „Afrikas Problem ist schlechte Landwirtschaft, nicht zu viele Menschen.“ Die Propagandisten rückständiger Landwirtschaftsmethoden setzen sich dafür ein, dass das so bleibt. Und glauben dabei allen Ernstes, den Planeten vor der Ausplünderung durch den Menschen zu schützen.
Erschreckenderweise sind die meisten der Hungernden der Welt Kleinbauern, die aufgrund von Armut so ineffizient wirtschaften, dass sie noch nicht einmal sich selbst ausreichend ernähren können. Um ihnen die Chance zu geben, aus der Armut herauszukommen, muss man zumindest damit anfangen, ihnen die technischen Hilfsmittel zu geben, die es etwa in den USA erlauben, dass nur 0,32% der arbeitenden Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig sind, diese aber so viel produzieren, dass das Land der weltweit größte Nettoexporteur ist. Was die Landwirtschaft überall auf der Welt braucht, sind neue Pflanzensorten, die z.B. Salz und Trockenheit vertragen, effiziente Bewässerungssysteme, bedarfsgerechte Düngung, Pflanzenschutz, taugliche Anlagen für Lagerung, Verpackung und Transport, und so weiter. Der Begriff „industrielle Landwirtschaft“ wird heute von vielen als Schimpfwort gebraucht. Das ist fatal. Wir müssen Landwirtschaft als Industrie betrachten und global als solche entwickeln. Die so genannte „bäuerliche Landwirtschaft“ ist ebenso unzeitgemäß wie eine Kugelschreibermanufaktur. Keine Industrie außer der Landwirtschaft kann von sich behaupten, dass sie so viele Kunden hat, wie Menschen auf der Erde leben. Keiner Industrie stellt sich die Herausforderung der effizienten Massenproduktion klarer als der Landwirtschaft.
Wie viele Menschen kann der Planet ernähren? Die Frage ist falsch gestellt. Der Planet tut nichts für uns. Vor rund 10.000 Jahren haben die Menschen damit begonnen, ihre Nahrungsmittel mit Hilfe von Ackerbau und Viehzucht selbst zu produzieren. Damals betrug die Weltbevölkerung zwischen fünf und zehn Millionen Menschen. Die konnten sich als Jäger und Sammler von dem ernähren, was die Natur hergab. Heute ernährt uns nicht die Natur, sondern wir ernähren uns selbst!
Thilo Spahl ist Novo-Ressortleiter Wissenschaft und Technik. Zuletzt erschien von ihm gemeinsam mit Detlev Ganten und Thomas Deichmann das Buch Die Steinzeit steckt uns in den Knochen: Gesundheit als Erbe der Evolution (Piper 2009, 320 S., EUR 19,95), das zum Wissenschaftsbuch des Jahres 2010 in der Rubrik „Überblick: das informativste Buch“ ausgezeichnet wurde.
In Novo110/111 (1–4 2011) schreibt er in “Wer hat Angst vorm fremden Mann?” über über die biologischen Grundlagen des Universalismus.
Lesen und diskutieren Sie alle Artikel der neuen Ausgabe. Die komplette Inhaltsangabe finden Sie hier: Inhalt. Ein Jahresabonnement kostet nur 37,80 Euro (Studenten 28,50 Euro). Zögern Sie nicht und bestellen Sie noch heute in unserem Shop. Damit bleiben Sie am Ball und sichern die Herausgabe eines wegweisenden Zeitschriftenprojekts.
Mehr zum Thema im Novo-Dossier Bevölkerungswachstum
11.04.2011 | Permanenter Link |
Kategorie(n): Umwelt und Gesundheit
Wir produzieren dazu auch noch einen rechnerisch etwa 25%igen Nahrungsmittelüberschuss weltweit, und hier beginnt die Debatte um die Verteilungsgerechtigkeit, welche aber missgedeutet von konservativen Diskussionsteilnehmern immer nur dahin gedreht wird:
“Das sei ein Transportproblem usw.”
Da ist eben der völlig falsche Ansatz. Denn in Wahrheit ist es eben diese bei uns vorhandene Übermenge an Nahrungsmittel, welche z.B. darin gipfelt, dass in Wien ca. 2 Mio. Einw., täglich die Menge des in Graz ca. 800T EW verkauften Gebäckes vernichtet wird, welche die Ungleichverteilung mitverschuldet.
Mit wenig Respekt gesagt, aber wer 5 Min. vor Ladenschluss noch unbedingt sein “tägliches” frisches Brot kaufen “muss”, der sollte täglich mit den stärksten Blähungen bestraft werden.
Dazu noch ein passender (sicher auch bekannter) Witz:
Gleichzeitig aber ein Spiegel unserer Gesellschaft.
Ein Bettler klopft an eine Türe und bitte um ein Stück altes Brot!
Antwort: “Da musst du morgen wieder kommen”!
Unter Verteilungsgerechtigkeit ist für mich folgende Aussage zu verstehen.
Wir sollen der “Dritten” Welt nicht so viel spenden, wir sollen ihnen nur nicht so viel wegnehmen!
Das Problem ist nicht Verteilungsgerechtigkeit! Genau daran ist doch der „real existierende Sozialismus“ gescheitert. Im Bemühen jedem ein erkleckliches und möglichst gleiches Auskommen zu sichern, ist vergessen worden, den notwendigen Überfluß zu produzieren, damit auch genügend zum Verteilen da ist. In den Worten von Karl Marx ist die Wirtschaft als ganzes von der Stufe der Wertproduktion auf die Stufe der Gebrauchswertproduktion zurückgefallen. Es ist doch das immer wieder erstaunliche am Kapitalismus, das er nur funktioniert, wenn mit stetig sinkendem Aufwand immer mehr produziert wird, und das auch noch bei sinkenden Preisen. Was zählt ist nicht so sehr das Geld, auch wenn der wirtschaftliche Erfolg in Geld gemessen wird – was zählt ist die Produktion von Reichtum. Und Reichtum ist das, was über die notwendige Subsistenz, den Lebenserhalt , hinaus, produziert wird. Das dieser Lebenserhalt heute ganz anders bewertet wird als zu Marx´ Zeiten ist dabei vorausgesetzt.
Die Frage ist eher die, wie die reichen Länder den armen helfen können. In Äthiopien versammeln sich jedes Jahr aufs neue die Nahrungsmittel-Verteiler der UN, um anderswo gekauftes Getreide dort zu verteilen. Es wäre besser, mehr Geld (das ist der anderswo produzierte Reichtum) in die Entwicklung der Infrastruktur, Straßen, evtl. Eisenbahn, zu stecken und die Getreideproduktion durch Aufkaufprogramme im eigenen Land zu stimulieren.
Armut, also das bloße Leben am Existenz-Minimum produziert immer nur weitere Armut.
(Siehe auch meine ausführlichen Kommentare zu „Gutes Buch, schlechtes Fleisch…“)
@ J.Volz
Sie schrieben:
“...Es wäre besser, mehr Geld (das ist der anderswo produzierte Reichtum) in die Entwicklung der Infrastruktur, Straßen, evtl. Eisenbahn, zu stecken und die Getreideproduktion durch Aufkaufprogramme im eigenen Land zu stimulieren….”
Dem stimme ich voll zu. Das Interesse vieler geht aber in Richtung Abhängikeit, von der man meint besser profitieren zu können, als von Unabhängikeit, was ihr Vorschlag bedeuten würde. Das bewährte System der Sbventionen, Förderungen und Geschenke klappt nicht nur national sondern auch global ganz gut. Wer gibt darf auch bestimmen.
Beste Grüße B.
““Um ihnen die Chance zu geben, aus der Armut herauszukommen, muss man zumindest damit anfangen, ihnen die technischen Hilfsmittel zu geben, die es etwa in den USA erlauben, dass nur 0,32% der arbeitenden Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig sind, diese aber so viel produzieren, dass das Land der weltweit größte Nettoexporteur ist.”“
Welcher afrikanische, indische oder chinesische Kleinbauer könnte mit einem derartigen, radikalen “Innovationsschub” tatsächlich etwas anfangen. Das ist ein Denkansatz der mit der Realität niemals zusammenpassen kann.
Die technischen Hilfsmittel die ihnen zur Verfügung zu stellen sind, bedürfen einer plausiblen Anweisung in der Anwendung und ganz besonders noch, bevor sie so weit kommen, müssen sie die wohlwollende Unterstützung der Clanchefs, Feudalherrn und Bezirksgouverneure erlangen. Denen ja ganz besonders an der Abhängigkeit der Kleinbauern liegt. Dazu wünsche ich viel Vergnügen. Bodenreformen nicht zu vergessen.
Schon eine geringfügige Änderung in diesen Teilbereichen, kann die Produktivität um 100% bei gleicher Fläche erhöhen, was aber auf einen Schlag die Abhängigkeit verringern oder sogar beseitigen würde, der Leistung entsprechende Produktpreise vorausgesetzt.
Da muss ich noch gar nicht von industrialisierter Landwirtschaft reden, es ist höchsten ein Schritt in die Richtung.
Weiters muss ein parallel dazu verlaufendes Entwicklungsprogramm in eigener Weiterverarbeitung mit einer längeren Wertschöpfungskette im eigenen Land einhergehen, (was vielfach durch int. ABkommen verhindert wird = Protektionismus pur.) - damit die auf Sicht gesehen in der Ldwtschft. frei werdenden Arbeitsplätze anderweitig zu besetzen sind.
Die Höhe des Produktionsfaktors pro ha ist langsam aber kontiunierlich steigerbar und zu steigern, sonst kann es nicht gelingen.
Wie dürfen wir uns eigentlich diesen Weltzensus praktisch vorstellen? In welchem Land wurde und wird gezählt? Das Faszinierende an allen großen Statistiken ist, daß der kleine Mann sie keinesfalls verifizieren kann. Der Begriff “Überbevölkerung” ist verzeichnet im Lexikon der Herrschaft. Die Anzahl der Hungernden in dieser Welt wird auch von irgend welchen UN-Organisationen ermittelt, die das Klima oder die Verletzung der Menschenrechte ebenso verwalten.
Die allgemeine Not und Armut in vielen Teilen der Welt ist Erbe der Kolonialherrschat des weißen Mannes und Ergebnis des Neokolonialismus.
Mit unseren Nahrungsmittel"hilfen” zerstören wir die einheimische Lebensmittelproduktion und liefern unsere Volkskrankheiten. Bestes/schlechtestes Beispiel ist Äthiopien: Großes Land, reich an Menschen, reich an fruchtbaren Böden und gesegnet mit günstigem Klima, reich an agrarischer Vielfalt. Aber: Die besten Böden in europäischer Hand, hochwertige Gemüseproduktion tagfrisch für Saudis und Emirate. Kleinbauern von fruchtbaren Böden auf die schlechtesten Äcker vertrieben. Armut und Hunger auf dem Lande.
Übrigens: Langjährige eigene Erfahrungen belegen die Möglickkeit einer hochwertigen und gesunden Ernährung auf 500 bis 750 Quadratmeter Gartenland unter mitteleuropäischen Bedingungen…
Wie es scheint, ist sich manch eine/r noch nicht über einige Wahrheiten im Klaren, die inzwischen wohl doch Allgemeingut sein sollten.
1. Die heutige “industrielle” Agrarproduktion beruht auf dem Einsatz von Kunstdünger. Für die Herstellung desselben wird MEHR Energie aufgewendet als diese dann an Mehrertrag pro Hektar erbringt.
Abgesehen von der völlig willkürlichen Anreicherung der Böden mit den einen oder anderen Stoffen, die die Pflanzen angeblich benötigen - der natürliche Boden benötigt nicht 5 oder 6, sondern alle über 80 (stabilen) Elemente… (natürlich in den entsprechenden “Mischungsverhältnissen”)
2. Ohne die über 30 “Energiesklaven”, die in Form von dem Verbrauch der sog. “fossilen” Brennstoffe ständig für einen jeden von uns arbeiten, wäre unser heutiger westlicher Lebensstandard gar nicht denkbar. (die Unterschiede zwischen USA und Europa sind zwar gross, aber letzendlich nur graduell)
3. Durch die Beseitigung des Hochwaldes haben wir dem natürlichen vollständigen Kreislauf des Wassers (siehe Viktor Schauberger) die Grundlage entzogen. Resultat ist die ständig zunehmende Verarmung unseres Bodens, und zwar nicht nur an Nährstoffen und Wasser, sondern vor allem an Lebensenergie.
4. Solange wir nicht verstehen, was Leben überhaupt ist (wer kennt schon Wilhelm Reich?), hat auch die Frage nach dem Sinn des Lebens keinen wirklichen Sinn.
5. Wer immernoch glaubt, dass wir von der Stoffumwandlung der vertilgten “Nahrungsmittel” unseren Energiehaushalt bestreiten, der nimmt jahrhundertealte Erkenntnisse nicht wahr - hier sei Prof. Schatalowa als erste Lektüre empfohlen.
6. ALLES was in den Mainstreammedien (dazu gehört auch der grösste Teil des Internets, wie Lügipedia und andere) propagiert wird, sollte mehr mit Vorsicht genossen und stets hinterfragt werden - man lese Edward Bernays “Propaganda” von 1928 und addiere über 80 Jahre Weiterentwicklung der Lügenindustrie dazu.
Das ist nicht einfach, kann aber dem denkenden Menschen nicht erspart werden - ein Tipp: sieh weniger fern, dann siehst Du mehr durch (und hast auch die Zeit für die Recherchen).
7. Auch die Beschäftigung mit der Quantenphysik kann uns nicht erspart werden, da seit über 50 Jahren Erkenntnisse vorliegen, die BIS HEUTE keinen Eingang in die “üblichen” Allgemeinbildungswege gefunden haben - aber zum Verständnis dessen, was MATERIE überhaupt ist, unerlässlich ist - empfehle Heisenberg oder Hans-Peter Dürr.
So gibt es noch vieles, was wir alle noch lernen und uns begreiflich machen müssen - auch wenn es manchmal weh tun wird, sich von überkommenen, liebgewordenen Vorstellungen lösen zu müssen - denn diese Informationen dann weiterzudenken - DAS ist die grosse Herausforderung, vor der ein/e jede/r heute steht…
Lieber Herr Speck,
Es erstaunt mich schon etwas, daß Sie zur Lösung des Ernährungsproblems der Menschheit nicht die Förderung der Erforschung der Lichtnahrung mit ins Spiel gebracht haben.
http://esowatch.com/ge/index.php?title=Lichtnahrung
In ihren 7 Punkten der Geiselung des industriellen Nahrungs-Supergaus kann ich leider nur esoterische Realitätsfremdheit erkennen, die dankbar das illustrieren, was eigentlich hier im Blog kritisch hinterfragt wird. Das Sie Rudolf Steiner nicht mit erwähnen schmerzt dabei ein wenig.
Beste Grüße B.




“Heute ernährt uns nicht die Natur, sondern wir ernähren uns selbst! ”
- Genau. Aber Veganer sehen das anders. :-)
“Pro Kopf produzieren wir heute 40% mehr Nahrungsmittel als in den 1950er Jahren.”
- Beeindruckend und Biosprit produzieren wir auch noch. :-)
Harry Hain
12.04.2011 18:30