Zuletzt kommentiert
- Pummel-Mobbing: Null-Toleranz-Diät für Dicke
- Dreizehn und zwei Energiewende-Märchen
- Energiewende: Eine vergiftete Warnung
- Energiedebatte: Thorium – Der Brennstoff der…
- Thorium – Der Brennstoff der Zukunft
- Rauchverbote in Autos: Die Wissenschaft hat festgestellt…
- Theaterdebatte: Open Arts – für ein offenes…
- Agrarwissenschaftlicher Blindflug: Erich Grantzau…
- Öko oder Nicht-Öko? Erich Grantzau rezensiert…
- Fußball: Celtic-Fans, ihr singt nicht mehr
Am meisten kommentiert
- Klimakonferenz Kopenhagen: Der Weltuntergang fällt aus!
- Das sonnige Imperium des Hermann Scheer
- WHO: Welt-Heils-Ordnung
- BASF und Gentechnik: Nix wie weg!
- Gutes Buch, schlechtes Fleisch – oder eher umgekehrt?
- Der alte Mann und das Klima
- Verbietet nicht die Burka!
Archiv
Dossiers
- Arabischer Aufbruch
- Atomkraft
- Bevölkerungswachstum
- Bildung
- Doping
- Energiewende
- Ernährung
- Eurokrise
- Europa
- Fukushima
- Grüne Gentechnik &
Landwirtschaft - Grüne NGOs
- Klimawandel
- Multi-Kulti &
Islam - Nahost-Konflikt
- Wahlen &
Parteienkrise - Rauchverbot
- Mensch & Tier
- Waldorfschule & Anthroposophie
- Wirtschafts- & Finanzkrise
Wachstum ohne Grenzen
Editorial NovoArgumente106 (5-6 2010)
Von Thomas Deichmann
Mit dem „Alternativen Kopenhagen-Manifest“ in der letzten Ausgabe NovoArgumente105 (3-4 2010) haben wir einen wunden Punkt getroffen. Die Deutsche Umweltstiftung hatte eine Replik zugesagt. Geliefert wurde sie nicht. Andere grün orientierte Institutionen sagten von vornherein eine Diskussionsteilnahme ab. Offenbar interessieren Fragen der Zukunftsgestaltung jenseits ökologistisch-nachhaltiger Phrasen nicht nur in der offiziellen Politik wenig, sondern auch in weiten Teilen der „Zivilgesellschaft“, die in den vergangenen Jahren eine Industrie von Beratern, Gutachtern und anderen Nutznießern populärer Angstfantasien und begleitender Verzichtsdogmen errichtet hat. Deren Öko-Konservatismus boomt. Über seinen morbiden Charakter kann auch nicht hinwegtäuschen, dass er ein grünes Fortschrittsmäntelchen trägt. Zum gesellschaftlichen Konsens konnte das Bild des destruktiven und naturzerstörenden Menschen nur werden, weil traditionell linke wie rechte Kräfte ihre alten Orientierungen verloren haben und lähmende Machbarkeitsskepsis das entstandene geistige Vakuum gefüllt hat. So trommelt in Berlin ein „Progressives Zentrum“ für eine „ökologische Politik der linken Mitte“, während in Frankfurt das „Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt“ mit ganz anderen Wurzeln die reale Wirtschaftsleistung als Maßstab des gesellschaftlichen Erfolgs für obsolet erklärt.
Ein auf Konsumverzicht und wirtschaftlichen Stillstand ausgerichtetes Lebensmodell hat inzwischen fast alle Gesellschaftsbereiche infiziert. Selbst in Industriekreisen finden sich heute nur wenige, die resolut für Wachstum und entsprechende politische Weichenstellungen werben. Die Wertschätzung wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns und technischen Fortschritts ist in der Vergangenheit bereits nachhaltig untergraben worden. Nun geht es unserer Erwartungshaltung gegenüber wirtschaftlicher Aktivität als Unternehmer oder Werktätiger an den Kragen. Darum dreht sich die neue Ausgabe unseres Debattenmagazins.
Alexander Horn beschreibt in seinem Beitrag „Der schleichende Tod des Wirtschaftswachstums“ (S. 58), wie die offizielle Wirtschaftspolitik den schleichenden Niedergang unseres Wirtschaftsstandorts vorantreibt – im Debattenforum „Aufbruch nach vorn!“ ist der Text zur Diskussion freigegeben. Dass es auch andere Ansätze gibt, verdeutlicht Brendan O’Neill mit seinem Artikel „China: Kohle fördern, Kreide fressen?“ (S. 52). Daniel Ben-Ami relativiert mit „Es gibt kein Wohlstands-Paradoxon“ die banale These, wirtschaftliches Wachstum allein mache Menschen nicht glücklich (S. 63). Und Thilo Spahl räumt mit dem gebetsmühlenartig vorgetragenen Märchen auf, wir müssten angesichts begrenzter natürlicher Ressourcen unser materielles Anspruchsdenken ad acta legen – der Titel seines Beitrags lautet „Natürliche Ressourcen gibt’s endlos!“ (S. 26).
Mit „Missbrauch als Epidemie“ von Sabine Beppler-Spahl, „Widerrechtliche Jagd auf Steuerhinterzieher“ von Kai Rogusch, „Südafrika 2010: optimistische Ernüchterung“ von Barbara Off, „Scheinmoral gegen den freien Kapitalverkehr“ von Radu Golban und zahlreichen weiteren Artikeln widmen wir uns in der neuen Ausgabe mit gewohnt scharfsinnigen Beiträgen jenseits des Mainstreams dem aktuellen Zeitgeschehen.
Lesen und diskutieren Sie alle Artikel der neuen Ausgabe. Die komplette Inhaltsangabe finden Sie hier: Inhalt. Ein Jahresabonnement kostet nur 37,80 Euro (Studenten 28,50 Euro). Zögern Sie nicht und bestellen Sie noch heute in unserem Shop. Damit bleiben Sie am Ball und sichern die Herausgabe eines wegweisenden Zeitschriftenprojekts.
06.05.2010 | Permanenter Link |
Kategorie(n):



