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Sollten wir Angst haben vor Außerirdischen?

Von Matthias Heitmann

Der britische Astrophysiker Stephen Hawking warnt vor dem „Columbus-Effekt“ und „technisch überlegenen Zivilisationen“ im All:„Fortschrittlichen Aliens wären vielleicht Nomaden, die darauf aus sein könnten, was immer sie erreichen können, zu erobern und zu kolonisieren“, sagte Hawking nach Informationen der AFP in seiner neuen TV-Serie, die am Sonntag erstmals in den USA ausgestrahlt wurde. Kurz zuvor hatte er bei seinem Festvortrag zum 50. Jahrestag der Gründung der US-Weltraumbehörde Nasa, bei der es um „Visionen für die Zukunft der Raumfahrt“ ging, die Ansicht vertreten, wir seien wohl nicht allein im All: „Primitives Leben ist sehr weit verbreitet, intelligentes Leben eher selten.“ Den Spiegel veranlassten Hawkings Aussagen dazu, sie in einem Artikel mit der Überschrift „Es gibt Aliens, aber sie sind dumm!“  zu zitieren.

Das Nachdenken über Aliens ist nach Meinung von Hawkings „völlig rational“. Weniger rational ist wohl eher die Art, wie wir darüber nachdenken. Ob Außerirdische nun existieren oder nicht, ob sie dumm sind oder clever, gefräßig oder freundlich, gelb oder grün, ist hier nicht das Interessante. Viel spannender ist die Sichtweise auf die Menschheit, die hier zum Tragen kommt. Manche, so wird Hawkins zum Thema „intelligentes Leben“ im Spiegel-Artikel zitiert, „meinten gar, dass auch auf der Erde erst noch welches gefunden werden müsse“. Was tun mit solcherlei Aussagen? Sollte es intelligentes Leben im All geben, so wird es sich wahrscheinlich nicht von einer derart ängstlichen, sich selbst geißelnden und risikoaversen Spezies, die zudem gerade dabei ist, die bemannte Raumfahrt endgültig in die Geschichtsbücher zu verfrachten, positiv beeindrucken oder gar davon abbringen lassen, den Planeten zu übernehmen.

Von außen betrachtet gibt die Erde höchstwahrscheinlich ein seltsames Bild ab: Ihre Bewohner versuchen, das Klima zu verstehen und „zu retten“ und blenden dabei den entscheidenden Faktor – die Sonne – bei ihren Modellen und Hochrechnungen geflissentlich aus. Sie halten ihre Welt, die zu mehr als 70 Prozent mit Wasser bedeckt ist, für „überbevölkert“ und glauben gleichzeitig, sie leide unter Wassermangel – und dies alles nur, da sie Angst davor haben, ihre Fähigkeiten und Potenziale, was Intelligenz und deren konkrete technologische Umsetzung anbelangt, für sich zu nutzen.

Immerhin geht Hawking davon aus, dass die Menschheit in rund 30 Jahren eine Basis auf dem Mond errichten und in 200 bis 500 Jahren auf die Suche nach einem bewohnbaren Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gehen werde. Die Reise ins All werde die „jetzigen Probleme auf der Erde nicht lösen, aber neue Perspektiven geben“, so der Astrophysiker. Da bleibt nur zu hoffen, dass wir nicht bis dahin auf „neue Perspektiven“ warten müssen, sondern die Menschen schon früher zu der Einsicht gelangen, dass ein Großteil der Probleme, mit dem sie sich im Jahr 2010 konfrontiert sahen, durch die eigene Geringschätzung verursacht wurden.

Matthias Heitmann ist Chefredakteur Online von NovoArgumente.

    In Novo84 (9–10 2006 stellte Joe Kaplinsky in seinem Artikel „Hawking, wir haben ein Problem!“ die Frage, ob der Astrophysiker nicht bessere Gründe für Weltraumreisen hätte liefern können als den sicheren Untergang menschlichen Lebens auf der Erde.

26.04.2010 | Permanenter Link |

Kategorie(n): Wissenschaft und Technik | Kultur und Gesellschaft

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Man muss Hawking ( der so viel “gescheiter” ist als wir alle, dass wir uns kaum getrauen, irgendeine Äußerung von ihm zu bezweifeln)  wohl fragen: In welcher Funktion sprechen Sie? In der Geschichte der Religionen waren Propheten keine Physiker. Hier scheint ein Physiker als Prophet aufzutreten.  Was soll man dazu sagen? Kann ebenso stimmen wie falsch sein. Fifty-fifty. Insofern eigentlich uninteressant, auch wenn’s von Hawking kommt. 
Weitaus wichtiger scheint mir die Zivilisationsanalyse von Heitmann: Wir leben in einer gefährlich lange andauernden Phase der Geringschätzung der Potentiale der Menschheit. Ergänze: durch eine vor-aufklärerische Romantisierung einer scheinheilen Vergangenheit, in der es noch nicht die naiven Ingenieure gab, die glaubten, man könne Probleme lösen, wo doch tatsächlich in jedem Lösungsansatz eine versteckte Problembombe versteckt ist!
Hoffentlich sind die Außerirdischen Hawkingsmännchen intelligent. Dann haben sie gar kein Interesse daran, uns Dummköpfe zu erobern.

Josef Hueber
28.04.2010  00:44

Stephen Hawking gibt sich allmählich als das zu erkennen, was er schon immer war: ein Prophet, auch Wissenschafts-Esoteriker, dem nicht zuletzt wegen seiner tragischen Krankheit niemand zu widersprechen wagte.
Setzt man einmal aufgrund der enormen Vielzahl von Sternen und Sternsystemen voraus, dass es außerirdisches Leben gibt, muss man davon ausgehen, dass im Falle eines Besuchs der Erde die Intelligenz dieser interstellaren Raumfahrer wesentlich höher ist als die der „Erdlinge“.
Ich persönlich verbinde in diesem Szenario damit die Hoffnung, dass Intelligenzvorsprung auch Reifevorsprung bedeutet, das heißt Lebensfreundlichkeit und Friedfertigkeit, nach unserem Verständnis „Humanität“. Denn Krieg meint immer Primitivität, letztlich begründet in Denkunfähigkeit.

Raymond Walden
06.05.2010  19:55

@Walden

Klingt alles so friedlich, was Sie da schreiben. Wie so oft im Vorraum des kritischen Denkens.

Wieso eigentlich…

1. kann man davon ausgehen, das die ” interstellaren Raumfahrer”  intelligenter sind als wir? ( Ach ja, weil sie galaktisch travellen können !)

2.  sollen diese Intelligenzbestien so friedfertig sein?

3. ist Krieg immer auf ” Denkunfähigkeit” zurückzuführen?

Alles bloße Behauptungen mit Realitätsdefizit. 

Achtung, Novo, wir begeben uns in die Nähe von Astrologie.
Passt irgendwie nicht ganz zum Selbstverständnis deines Magazins.

Josef Hueber
07.05.2010  00:30

@Walden

Klingt alles so friedlich, was Sie da schreiben. Wie so oft im Vorraum des kritischen Denkens.

Wieso eigentlich…

1. kann man davon ausgehen, das die ” interstellaren Raumfahrer”  intelligenter sind als wir? ( Ach ja, weil sie galaktisch travellen können !)

2.  sollen diese Intelligenzbestien so friedfertig sein?

3. ist Krieg immer auf ” Denkunfähigkeit” zurückzuführen?

Alles bloße Behauptungen mit Realitätsdefizit. 

Achtung, Novo, wir begeben uns in die Nähe von Astrologie.
Passt irgendwie nicht ganz zu deinem Selbstverständnis.

Josef Hueber
07.05.2010  00:33

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