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Mixa-Rücktritt: ein Sieg für die „Schmuddelkinder“?

Von Sabine Beppler-Spahl

Kann eine Ohrfeige ein Liebesbeweis sein? Norbert Walter, der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, hat am Wochenende im Deutschlandradio Bischof Mixa verteidigt. Er sprach von einer Öffentlichkeit, die die Referenzmaßstäbe durcheinander bringe, weil die körperliche Züchtigung früher zu einer normalen gesellschaftlichen Wirklichkeit gehört habe. Seine Mutter, so Walter, habe ihn auch geschlagen, weil sie ihn liebte.

Herr Walter hat recht, wenn er denen widerspricht, die elterliche Schläge stets als Ausdruck von Misshandlung werten. Auch ich erinnere mich an Schläge, weil ich zum wiederholten Mal trotz Verbot eine befahrene Landstraße entlang gelaufen war. Schon im zarten Alter von fünf Jahren konnte ich verstehen, dass es die Angst um mich war, die meine Eltern damals antrieb und nicht die Lust an „Gewalt“.

Aber Mixa war nicht der Vater derer, die in den Heimen lebten. Der Vergleich Walters hinkt, weil er nicht berücksichtigt, dass die Ungleichheit der Herkunft auch in der Missbrauchsdebatte eine entscheidende Rolle spielt: Kaum würden Fälle sexuellen Missbrauchs aus Eliteschulen bekannt, da setze eine monatelange öffentliche Debatte ein. Wie schwer sei es dagegen gewesen, für die „Schmuddelkinder“ aus den kirchlichen und staatlichen Erziehungsheimen einen Runden Tisch des Bundestages zu erreichen, klagt Monika Tschapek-Günter, die Vorsitzende des Vereins ehemaliger Heimkinder in einem Artikel in der Berliner Zeitung. Tatsächlich müssten die ehemaligen Heimkinder sehr viel stärker berücksichtigt werden, ginge es darum, wie so oft gefordert, den Opfern eine Stimme zu geben.

Es ist ein Dilemma, das die Missbrauchsdebatte nun begleitet. Wer möchte sich schon auf einen unwürdigen Streit darüber einlassen, ob Eliteschüler oder Heimkinder die größeren Misshandlungsopfer waren? Eine Solidarisierung zwischen den Gruppen aber findet nicht statt, und so demonstrierten die Heimkinder letzte Woche alleine in Berlin. Haben es die Heimkinder nur deshalb schwerer, weil sie stigmatisiert werden? Ich glaube, sie haben es auch schwer, weil sie uns an eine unliebsame Wahrheit erinnern: Die Norm der beschützten Kindheit ist eine Erfindung der bürgerlichen Mittelschicht, die dann an ihre Grenzen stößt, wenn die materiellen und persönlichen Voraussetzungen fehlen, diese Norm zu erfüllen – und daran können auch runde Tische nichts ändern.

Sabine Beppler-Spahl ist Novo-Redakteurin und lebt in Berlin.

 

22.04.2010 | Permanenter Link |

Kategorie(n): Kultur und Gesellschaft

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Kommentare

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Normen können nur dann besonders einfach gebrochen werden, wenn dies im Verborgenen, abseits der Öffentlichkeit, geschieht. Die Berichterstattung über die Missbrauchsfälle – und auch über, heute, fragwürdige Erziehungsmethoden – werden aber mit Sicherheit dafür sorgen, dass auch an bisher von der Öffentlichkeit abgeschirmten Orten wie Kinderheimen, Internaten etc. vermehrt auf die Einhaltung der Norm der körperlichen und seelischen Unversehrtheit geachtet wird – auf Druck der Öffentlichkeit und der Berichterstattung.

Das zeigt einmal mehr, dass die Gesellschaft mittels der Medien und medienwirksamer Ereignisse (runder Tisch) sehr wohl eine Möglichkeit hat, ihre Werte öffentlich zu artikulieren und dadurch durchzusetzen. Es geht nicht darum, dass die Wirklichkeit bis in den letzten Winkel umgekrempelt und dem Ideal angepasst wird. Aber es geht darum, nicht müde zu werden, auf die Normeinhaltung zu bestehen und Normbrüche zu sanktionieren.

Lena Wilde
22.04.2010  11:06

Missbrauch wird sich nie völlig verhindern lassen. Leider.

Aber wenn jetzt von der Politik der Anschein erweckt wird, man werde seiner Verantwortung gerecht, erstaunt das schon. Erst durch den Missbrauchsskandal wurde öffentlich, dass die Schulbehörden untätig blieben - und immer noch bleiben? - siehe:

“Wie werden die “Ersatz-Schulen” kontrolliert? Hinter privaten Schultüren

WDR.de, von Nina Magoley

Die bisher bekannt gewordenen Fälle sexuellen Missbrauchs ereigneten sich größtenteils an Privatschulen. Rund 340 gibt es davon in NRW, darunter viele kirchliche, die sich weitgehend selbst organisieren. Für die Aufsicht ist allerdings der Staat verantwortlich.

Von sexuellem Missbrauch ist das, was Jan Schrecker erlebt hat, weit entfernt. Dennoch berichtet der heute 30-Jährige von Demütigungen und Misshandlungen während seiner Schulzeit, die ihm noch immer zu schaffen machen. Schrecker war bis 1996 Schüler an der Waldorfschule Schloss Hamborn in der Nähe von Paderborn. Seine damalige Lehrerin, so berichtet er, habe ihn und andere Schüler jahrelang geschlagen und massiv eingeschüchtert. Er sei Zeuge gewesen, wie die Lehrerin Mitschüler ohrfeigte oder schmerzhaft an den Haaren zog, nur weil sie Haargel benutzt hatten. Einmal habe sie den Kopf eines Jungen, der ein bedrucktes T-Shirt trug, “mit voller Wucht” auf den Tisch gehauen, so dass dessen Nase blutete.

Schulaufsicht muss Privatschulen überwachen

Eine Strafanzeige gegen die Lehrerin, die Schrecker im Jahr 2002 bei der Staatsanwaltschaft Dortmund stellte, wurde wegen Verjährung abgewiesen. Als er sich daraufhin an die Bezirksregierung Detmold wandte, habe man ihm dort erklärt, dass die Behörde für private Schulen, wie Waldorf- oder auch kirchliche Schulen, nicht zuständig sei. Auch auf eine Petition beim Landtag NRW hin bekam der ehemalige Schüler dieselbe Auskunft. Das “Verhalten der Lehrkraft”, heißt es in einem Antwortschreiben, das WDR.de vorliegt, “konnte keine schulaufsichtliche Maßnahme auslösen”, da die Lehrkraft nicht Bedienstete des Landes Nordrhein-Westfalen war, sondern in einem privatrechtlichen Vertragsverhältnis zum Schulträger stand”. (…)”

weiter hier: http://www.wdr.de/themen/panorama/kriminalitaet11/missbrauch_kirche/100311.jhtml?rubrikenstyle=panorama

Andreas Lichte
22.04.2010  11:48

Natürlich ist die wahre Ursache für die Rücktrittforderungen NICHT “der Sieg der Kinder aus ärmeren Verhältnissen” (wen kümmern sie in den hohen Sphären?), sondern der schon lange anhaltende Zank zwischen ihm und den Mächtigen in der Politik und Medienwelt. Trotzdem halte ich diese Forderungen für berechtigt, völlig egal welche Motive die Anklager von Mixa tatsächlich bewegen. Seine Probleme sind leider nicht nur die “eine oder andere Ohrfeige”, sondern ein etwas fragwürdiger Umgang mit fremdem Geld. Die Fakten reichen natürlich für einen Prozess wegen Untreue nicht aus, aber in der Vergangenheit sind öffentliche Personen schon mehrmals aus geringeren Verdachten zurückgetreten. Es muss daran erinnert werden, dass ein Rücktritt von einem hohen Amt KEINE STRAFE im strafrechtlichen Sinne ist! Deswegen gilt dafür das strafrechtliche Prinzip der Unschuldvermutung auf keinen Fall.

Boris Kotchoubey
22.04.2010  12:06

@ Lena Wilde

” … die Gesellschaft mittels der Medien (…)  eine Möglichkeit hat, ihre Werte öffentlich zu artikulieren und dadurch durchzusetzen. “
Ein honoriges Bild von den Medien, wonach sie “Vermittler” - im eigentlichen Sinne des Wortes - der Werte der Gesellschaft sind. In Wirklichkeit jedoch ist es umgekehrt. Die Medien - und damit wenige Vertreter in punkto Werte weitgehend gleich Ausgerichteter -  bestimmen, welche Werte in der Gesellschaft gelten sollen. Nur so ist es zu erklären, dass Ohrfeigen und schlampige Abrechnungen eines Bischofs wesentlich heftigere Kritik seitens der Medien hervorrufen als etwa die andauernde Welle von Abtreibungen im 5-stelligen Bereich, und das jedes Jahr. Davon nämlich spricht niemand mehr, und dafür sorgen die Medien.

Josef Hueber
22.04.2010  18:50

@ Josef Hueber

Hm, das ist jetzt ein komplett anderes Thema, aber interessant allemal. Ich behaupte im Gegenteil, dass die Medien es sich aufgrund ihrer Abhängigkeit von Lesern/Zuhörern/Zuschauern gar nicht erlauben können (oder es sich nicht trauen), Werte zu vertreten, die nicht mit der Mehrheit übereinstimmen. Sie vermitteln der Gesellschaft quasi ihre eigenen Werte im Sinne eines vorgehaltenen Spiegels, das ist natürlich nicht besonders innovativ, zugegeben.

Aber tatsächlich zeigt die Praxis des Medienmachens: Wenn man den Leuten nicht die Werte, Haltungen, Meinungen vorsetzt, die sie ohnehin schon verinnerlicht haben, dann reagieren sie schnell mit Beschwerde, Boykott, Abbestellungen etc. Es ist leider nicht fester Bestandteil unserer Medienkultur, dass man andere Meinungen „aushält“, oder sich durch ihre Artikulation zum Gespräch angeregt fühlt. Andersartige Meinungen werden landläufig als Belästigung empfunden.

Und wenn abweichende Meinungen mehrheitsfähig werden, so ist das ein schleichender Prozess – siehe die Debatte über den Klimawandel etc. Das ist in der Tat sehr bedauerlich, ich wünschte mir selber eine etwas florierendere und vielfältigere Meinungswelt, wo Standpunkte offen aufeinandertreffen können.

Dass man mit Abtreibungen keinen empörten Aufschrei mehr erzeugen kann, liegt schlichtweg am Wertewandel der Mehrheit im Lande, was natürlich nicht heißt, dass es für den ein oder anderen immer noch ein Skandal ist. Übrigens: Ohne Abtreibungen bräuchten wir mit Sicherheit viel, viel mehr Kinderheime, in denen ungewollte Kinder dann ihr Dasein fristen – keine schöne Alternative.

Lena Wilde
23.04.2010  11:03

@ Runde Tische als normbildend

Die Frage, inwiefern der Runde Tisch gesellschaftliche Normen beeinflussen kann ist interessant, wird in meinem Beitrag aber nicht thematisiert. 

Die Aussage, dass die behütete Kindheit eine Erfindung der bürgerlichen Mittelschicht ist, bezieht sich auf etwas ganz anderes. Dies ist ein Problem, das die öffentliche Fürsorge und den Kinderschutz von Anfang an begleitet: Der Trugschluss, zu glauben, jedes Kinderelend könne mit den Methoden und Mitteln der avancierten Sozialarbeit behoben werden. (Katharina Rutschki weist in ihrem Buch “Erregte Aufklärung” auf dieses Dilemma hin). Es ist bestimmt gut, dass Kinderheime heute anders geführt werden als früher. Trotzdem dürften auch die heutigen Heimkinder im Vergleich zu ihren Altersgenossen aus wohlbehüteten, bürgerlichen Familien den Kürzeren ziehen. So sehr wir uns auch bemühen, produziert die Gesellschaft schon früh weiterhin Gewinner und Verlierer. Wir sollten also nicht so tun, als könnten soziale Probleme mit einigen Dosen therapeutischer Konversation geheilt werden.

Ich habe nichts gegen Runde Tische, solange wir uns über deren Grenzen bewusst sind. Eine verkorkste Kindheit können sie, glaube ich, nicht wieder gut machen. Auch sollten sie bestimmt nicht dazu führen, dass die Betroffenen im Status des ewigen Opfers verharren.

Sabine Beppler-Spahl
23.04.2010  14:05

@ Sabine

vielen Dank für den sehr guten Blogbeitrag und den erhellenden Kommentar.

Absolut richtig, prinzipiell ist gegen Runde Tische nichts einzuwenden. Wenn man nicht aus leidiger Erfahrung mit ihnen allzu genau ahnen könnte, was uns als Ergebnis drohen wird. Medienwirksam werden die dort versammelte politische Eliten und die geladenen Vertreter von Kirchen und Verbänden versuchen dem Publikum möglichst rasch und entschieden moralische Authorität und Handlungsfähigkeit zu suggieren. Die Akteure werden versuchen hierdurch im Höchstmaß ihr mediales Profil als moralisch Betroffene und als Kümmerer zu schärfen, bevor dann die nächste Sau durchs Dorf der öffentlich inszenierten Aufgeregtheit getrieben wird. Und was heißt das dann konkret: Es wird fröhlich weiter an den Menschen herumtherapiert und in vorher staatsferne bereiche der Gesellschaft hinein reguliert werden. Das altbekannte Medikament zur kurzfristigen Aufpäppelung von ungünstig verlaufenden Meinungsumfragen… Und die eigentlichen Ursachen des Problems - Du sagtest es bereits - werden nicht angegangen; nein, wahrscheinlich noch nicht einmal thematisiert. Es würde mich wundern, wenn es anders kommen würde…

Johannes Richardt (NovoArgumente)
23.04.2010  15:35

Ich finde die Antwort etwas unbefriedigend, das Wirken der Sozialarbeit herunterzuspielen. Die dort Tätigen werden schon aus eigener Erfahrung wissen, dass ihre Arbeit nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Auch in diesem Fall geht es ja nicht darum, Probleme komplett aus der Welt zu schaffen, sondern diese Arbeit als Zeichen zu sehen, welche Zustände – in dem Fall in der Kindheit - wünschenswert und erstrebenswert sind, unabhängig davon, wie effektiv sie ist.

Sozialarbeit sollte undbedingt fortgesetzt – am besten noch ausgebaut - werden, auch und gerade medienwirksam, am besten selbst dann, wenn es kein skandalöses Ereignis gibt. Es wäre durchaus interessant gewesen, vor all den Skandalen mal eine Reportage über ein durchschnittliches deutsches Kinderheim zu lesen, beispielsweise. Die Kinder selber können in ihrem Alter schließlich noch nicht auf sich und ihre Lage aufmerksam machen.

Die Grenzen der Sozialarbeit sollten natürlich aufgezeigt werden - ich weiß allerdings nicht recht, wie du darauf kommst, dass gemeinhin so getan werde, als könnten solche Arbeiten oder Ereignisse wie runde Tische Probleme heilen. Wer geht davon aus?

Derartige Ereignisse wie dieser runde Tisch zeigen nur auf, was anständiger Weise von den Menschen erwartet werden soll, denen Kinder zur Betreuung anvertraut werden und welche Zustände von der Gemeinschaft nicht toleriert werden. Das kann man gar nicht oft genug betonen, denn schließlich sollte es ja auch in allen Bereichen der Gesellschaft ankommen.

Man sollte auch dann fortfahren über Dinge zu sprechen, auch wenn einem bewusst ist, dass man damit nicht die Lage der Nation umkrempeln kann. Ansonsten können wir das mit dem Journalismus allgemein eintüten.

Lena Wilde
23.04.2010  15:53

Zu Sozialarbeitern:

Die Zahl der Sozialarbeiter hat sich in den vergangenen 20 Jahren vervielfacht. Sozialarbeit kommt immer dann zum Zuge, wenn davon auszugehen ist, dass Menschen ihr Leben nicht ohne Hilfe von (zumeist staatlicher) Unterstützung meistern können. Deswegen hat Sozialarbeit auch etwas mit Bevormundung und Kontrolle zu tun: Familien öffnen sich nicht nur der Hilfe, sondern auch der Kontrolle Dritter. Insofern schließe ich mich der Forderung, es solle mehr Sozialarbeiter geben, keinesfalls an.  Hinzu kommt: Der Vertrauensverlust in die Fähigkeiten anderer birgt die Gefahr einer selbsterfüllenden Prophezeiung - Menschen werden zur Passivität ermuntert. 

Wir brauchen einen Realitätscheck, was die Sozialarbeit betrifft. Beispiele für fragwürdige Sozialarbeit gibt es zuhauf. Was ist z.B. von dem “Traumapädagogen” zu halten, über den die Berliner Zeitung1 kürzlich berichtete: “Pädosexuelle tun gegenüber den Kindern so, als seien sie die Guten”, wird er zitiert. Jungen, die keinen Vater hätten, seien besonders gefährdet. Gleichzeitig wird aber betont, dass dieser Pädagoge für diese Jungen “zu einem besten Freund” würde. Oft würden sie ihn fragen, ob er nicht ihr Vater sein wolle. Darauf, so erfahren wir, antworte er mit einem Standardsatz (einer Art unehrlichem “Psychogebabbel”): “Ich wäre stolz auf Dich, wenn ich es wäre”. Wie kann sich ein Therapeut, der einem Jungen immer überlegen ist und für seine Tätigkeit bezahlt wird, als beseter Freund ausgeben? In welche falsche väterliche Abhängigkeit will er sie stürzen?

Es gibt bestimmt liebevolle, gute Sozialarbeiter, die Kindern in Not beistehen. Die hat es aber übrigens auch früher schon gegeben. Damals wie heute gilt: Sozialarbeit muss die Ausnahme bleiben.


1 Berliner Zeitung, 21.4.2010: Vatersuche, Anne Lena Mösken

Sabine Beppler-Spahl
27.04.2010  17:07

Ein weitere Aspekt, der mich ein wenig beschäftigt ist: Eigentlich interessiert sich doch keiner für die ”Schmuddelkinder”, die in Heimen leben und deren Zukunft in den meisten Fällen chancenlos ist.
In der Berichterstattung geht es nicht um die Opfer, es geht darum den Bonzen fallen zu sehen. Herr Mixa ist bigott, wir sind es aber auch:Wir schlagen die Kinder nicht, wir lassen sie nur verkommen.

Wir sollten uns selber ohrfeigen.

carsten
06.05.2010  16:48

Naja, Carsten, nu ha’m wer uns mal nich so. Gutmensch-Selbst-Attacken sind wohl nicht nötig. Möchte nicht (eigentlich schon) wissen, wieviel Geld in Heime fließt. Ich jedenfalls geb mir zunächst mal keine Watsch’n.

Opa aus Bayern
06.05.2010  17:13

Geb ich zu, klingt ein wenig zu theatralisch. Ich hau mich auch nicht.

carsten
06.05.2010  18:31

Sehr geehrte Frau Lena Wilde,
entschuldigen Sie mir, aber ich vermute, ihre Sicht der Medien ist etwas vereinfacht. Tatsächlich sagen die Medienmenschen öfters, sie “reflektieren” bloß die Meinungen (bzw. Werte), die sowieso in dr Gesellschaft mehrheitig sind. Aber sie lügen dabei, um ihre Verantwortung zu drücken und ihre Manipulationstricks zu verstecken. Sie sollen diese Worte nicht für bare Münze halten. Dies ist sehr deutlich, wenn man die Werte der Mainstreammedien mit denen in Blogs und Internetforen vergleicht. Sie gehören zu verschiedenen Welten. Ein paar Beispiele für professionelle Medien (PM) und Laien, die ihre Meinungen im Internet veröffentlichen (INT):
Bewertung der letzten Bundestagswahl wenige Tage danach:
PM 29% positiv, INT 52% positiv.
Bewertung des Minarettenverbots in der Schweiz:
PM 10% positiv, INT 59% positiv.
Bewertung der Wahl von Frau Käßmann als Oberhaupt der EKD (Daten VOR dem Vorfall mit Alkohol!):
PM 100% positiv (so was!), INT 22% positiv.
Natürlich kann man einwenden, (a) dass die Daten ungenau sind (das stimmt), (b) dass die Blogger usw. auch das gesamte Volk nicht repräsentieren. Wohl richtig, aber sie sind doch repräsentativer als Jourtnalisten. Und die Ungenauigkeit in ein paar % ändert im Ergebnis nicht viel.
Fazit: Die Medien vertreten NICHT die mehrheitige Meinung, sondern versuchen GEGEN die Mehrheit eine “richtige” Meinung durchzusetzen.
MfG
B.Kotchoubey

Boris Kotchoubey
07.05.2010  11:46

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