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Bill Gates will Energie ohne Ende
Von Thilo Spahl
Im letzten Jahr sprach er über Malaria. In diesem Jahr war Bill Gates Thema bei den TED Talks Energie. Zuerst hörte es sich nach dem üblichen Beschwören der Katastrophe an. Gates malt den Klimawandel als größte Herausforderung der Menschheit an die Wand. Doch dann erläutert er, was zu tun sei. Und hier unterscheidet er sich doch deutlich von den Verzichts- und Kontrolltheoretikern.
Um den CO2 Ausstoß auf Null zu bringen, kann man an vier Faktoren drehen: Anzahl der Menschen, Produkte und Dienstleistungen, Effizienz und CO2-Ausstoß pro erzeugter Energie.
Bei den ersten beiden ist laut Gates nichts zu holen. Sowohl Bevölkerungskontrolle als auch Konsumverzicht erteilt er klare Absagen. Bei der Effizienz sei einiges zu machen und werde ja auch getan. Der entscheidende Faktor sei die CO2-freie Energieerzeugung. Bei dieser fordert er „machbare Wunder“ von unglaublichem Ausmaß und unglaublicher Verlässlichkeit. Einbeziehen möge man Carbon Capture Technologien, Windkraft, Photovoltaik und Solarthermie. Die entscheidende Innovation seine aber Atomkraftwerke der vierten Generation.
Gates stellt kurz die Technologie der Firma TerraPower vor, in die er sein eigenes Geld steckt. Das Unternehmen arbeitet an der Entwicklung eines Laufwellenreaktors. Und was diese Technik bieten soll, ist wirklich atemberaubend. Verbrannt wird Atommüll bzw. das praktisch unbegrenzt vorhandene Uran 238. Allein die heute vorhandenen Bestände an Atommüll würden genügen um 80 Prozent der Weltbevölkerung für die nächsten Tausend Jahre mit einer Strommenge zu versorgen, wie sie heute der Durchschnittsamerikaner verbraucht. Die weiteren natürlichen Uranvorräte würden für viele Millionen Jahre reichen.
Gates fordert, bei diesen und ähnlichen Innovationen mit „full speed“ zu fahren. Wenn er einen Wunsch für die nächsten 50 Jahre hätte, dann sei es der, dass diese Technologie umgesetzt wird.
Fazit: Man solle nicht über CO2 sprechen, sondern über Innovation. Das Schöne an Gates Vorstoß: Massive Innovationen zur Energieerzeugung ohne Ende sind - ganz egal, ob man sich wegen eines eventuellen Klimawandels sorgt oder nicht - ein Schlüssel zu globalem Fortschritt.
Thilo Spahl ist Novo-Ressortleiter Wissenschaft und Technik. Zuletzt erschien von ihm, Detlev Ganten und Thomas Deichmann das Buch „Die
Steinzeit steckt uns in den Knochen. Gesundheit als Erbe der Evolution“ (Piper 2009).
Diskutieren Sie online über das "Alternative Kopenhagen-Manifest"
.
Mehr zum Thema finden Sie im Dossier Atomkraft.
14.04.2010 | Permanenter Link | http://bit.ly/ddc9ML
Kategorie(n): Wissenschaft und Technik | Atomkraft | Klimawandel
Das Konzept der Nachhaltigkeit in Deutschland:
Machen wir mal eine Zeitreise von 100 Jahren, als die Menschen noch mit Dampflok und den Anfängen der Autos fuhren. Wie sehe dort Nachhaltigkeit mit heutigen Maßstäben aus? Richtig Filter in die Dampflok und Fahrgemeinschaften bilden.
Auf Innovationen setzen bloß nicht, würde ja Probleme lösen…
Bill Gates bleibt mit seiner Aussage sehr im Ungefähren…
Ein Kernreaktor der die minoren Aktinide als Brennstoff nutzen kann ist in der Regel ein Schneller Reaktor. Schnelle Neutronen können Isotope wie Np237 spalten die in den heutigen Reaktoren als Müll anfallen. U238 kann mit den extrem harten Neutronen einer Kernfuson gespalten werden. Nur wenige bei der Kernspaltung entstehende Neutronen erreichen eine ausreichende Energie um U238 zu spalten. Deshalb erbrütet man aus dem U238 Plutonium welches sich spalten läßt.
Insgesamt dürfte ein Schneller Brüter den Gedanken Bill Gates am Nächsten kommen. Ich gehe davon aus, dass der Schnelle Brüter in den kommenden Jahrzehnten den kommerziellen Durchbruch erreichen wird. Einen Artikel zu den Reaktoren der Zukunft findet man unter http://www.oekoreligion.npage.de Artikel “Zukunftsperspektiven der Kernenergie”.
Vandale




Danke für das Hervorheben dieses wirklich wichtigen Beitrags von Gates hier bei NOVO - in den deutschen Medien ist mit seiner vernünftigen Energie-Initiative leider kaum wahrgenommen worden…
Moritz
14.04.2010 09:59