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Kartoffeln, Gene und die taz
Tilman Kluge wundert sich über die Berichterstattung anlässlich der Zulassung der gentechnisch veränderten Stärkekartoffel “Amflora“.
In der gebotenen Ausführlichkeit verbreitet sich Die Tageszeitung (taz) zur gentechnisch bearbeiteten Kartoffelsorte “Amflora”. Dabei wird erwartungsgemäß das gesamte Spektrum dessen abgearbeitet, was es zeitgeistkonform zu diskutieren gibt, so auch die Frage nach verhinderbaren oder nicht verhinderbaren Kreuzungen mit anderen Kartoffelsorten. Bei alledem wird aber landwirtschaftliches Grundwissen systematisch vernachlässigt.
Man liest (taz 03.3.2010, „Es ist angerichtet“): “Im Folgejahr dürfen keine genfreien Kartoffeln auf einem Amflorafeld angebaut werden.” Das wäre eine leicht einhaltbare Bestimmung. Denn genfreie Kartoffeln, also Kartoffeln ohne Gene, gibt es nicht und hat es nie gegeben. Aber mit oder ohne Gene, wer baut denn ohne größte Not in der Fruchtfolge Kartoffeln auf Kartoffeln an?
Statt dieser Frage des Praktikers vorzubeugen, hieß es schon am Tag zuvor in einem anderen Beitrag (taz 02.3.2010 “Gefahr aus der Knolle”, Kommentar): “Statt häufig die Frucht auf einem Feld zu wechseln, um das Aufkommen von Unkräutern zu dämpfen, wird immer die gleiche Genpflanze angebaut. Auch das steigert langfristig den Verbrauch von Pestiziden und gefährdet die Artenvielfalt.” Fruchtwechsel wegen des Unkrautes ist ein interessanter Aspekt, der hier jedoch hintenan stehe möge. Von Interesse ist hier, und auch das lernt jeder Landwirt, der Fruchtwechsel wegen der ansonsten auch gerade bei Kartoffeln zu erwartenden Etablierung von Schaderregern (Nematoden u.a.).
Und warum sollte denn ein Anbauer einer “Gen-Kartoffel” im Folgejahr kein Getreide anbauen? Grund dafür wird doch nicht der sein, dass es sich gerüchteweise mit der antibiotakaresistenten Vorfrucht, also dem Aufwuchs hinterlassener Kartoffeln, kreuzen könnte. Grund wird doch auch nicht die Tatsache sein, dass diese Kreuzung zwar biologisch ohnehin nicht funktioniert, das aber umso mehr gegen Political Correctness (PC) verstößt. Und Grund dafür wird doch erst recht nicht sein, dass aufgrund dieses Verstoßes gegen PC naturwissenschaftliche oder agrarpraktische Überlegungen für die Prophezeiungen der taz im vorliegenden Falle unerheblich sind. Ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt!
Einfachste Fruchtfolgeregeln wie beschrieben und vieles mehr kennen alle Landwirte, sei es mit Studium oder mit Hauptschulabschluss. Kritik seitens der taz war solange ein Markenzeichen dieser Zeitung, solange dabei wenigstens einfachstes Schulwissen nicht abgrundtief in die Tonne gekloppt wurde.
Tilman Kluge, diplomierter Agraringenieur, ist Fachbereichsleiter Umwelt im Hochtaunuskreis (http://www.hochtaunuskreis.de)
Zuletzt erschien in Novo102 (9-10 2009) sein Artikel “Mit Ernst, oh Menschenskinder…?”, in dem er das Umwelt-Lexikon für Kids, herausgegeben vom Bundesumweltministerium, kritisierte.
05.03.2010 | Permanenter Link | http://bit.ly/dctDU1
Kategorie(n): Wissenschaft und Technik
Deutschland war eigentlich in den 70/80 er Jahren für 2 Zukunftstechniken prädestiniert.
Deutschland ist aufgrund seiner Stellung im Maschinen- und Anlagenbau für die Nukleartechnik prädestiniert. Man hatte eine führende Rolle bei der Kernenergie eingenommen. Die KWU DWR waren die ersten Kernkraftwerke gebaut die über 80% Zuverlässigkeit erreichten. Währenddessen kam der Ausbau der Kernenergie in den USA nicht nur aufgrund des Unfalls in Harrisburg zum Stillstand, sondern auch aufgrund der mangelnden Betriebszuverlässigkeit (ca. 65%). Ich bin so arrogant zu behaupten, daß der Schnelle Brüter in Kalkar einen Weg in die Zukunft aufgezeigt hätte und behaupte in im gleichen Atemzug das ein DPR (Deutscher Druckwasserreaktor) wesentlich erfolgreicher auf dem Markt wäre als der vom Quasi Staatsunternehmen AREVA gebaute EPR.
Aufgrund der damaligen starken Stellung Deutschlands in der Chemie BASF, Bayer, Hoechst.. hätte Deutschland eine führende Rolle in der Gentechnik einnehmen können. Die Gentechnik könnte weiter sein.
Mit der Ökoreligion wird Deutschland aufgrund überhöhter Energiekosten in den kommenden Jahren die letzten energieintensiven Betriebe verlieren. Die Automobilindustrie droht spätestens mit einer Umstellung auf Elektromobile ihre Stellung zu verlieren. Der Maschinenbau steht bei einfacheren Maschinen unter dem Druck asiatischer Wettbewerber.
Es droht eine ökoreligiöse Verarmung!!!
Vandale




Da darf in dem taz-Bericht natürlich ein Grüner als letzte uind oberste Instanz nicht fehlen:
“Der grüne EU-Abgeordnete Martin Häusling meint: “Damit stellt der europäische Gesundheitskommissar die Interessen eines Unternehmens an einer Kartoffel für industrielle Verwertung höher als das Menschenrecht auf Gesundheit.”
Da kann man, menschnefreundlich trotz allem, dem Herrn Häusling nur wünschen, das ihm nicht Albträume den Schlaf rauben..
Im übrigen wundert mich bei der taz in Puncto Gnetechnik schon lange nichts mehr. Oft sind deren Artikel produziert von “Save our Seeds”, und da bleibt die Vernunft auf der Strecke.
Schlimmer finde ich Berichte im Spiegel und im Stern zum Thema Amflora-Zulassungj
Peter Langelüddeke
05.03.2010 15:17