Zuletzt kommentiert
- Eine große grüne Abzocke
- Kundus: Demokratie-Aushöhlung statt Demokratie-Export
- „Beyond Petroleum“: Ökomoral schadet der…
- Love Parade: nicht abschaffen, besser machen!
- Nicht noch eine Öko-Doku-Soap!
- Klimakonferenz Kopenhagen: Der Weltuntergang…
- Wir schulden der Natur nichts
- Widerrechtliche Jagd auf Steuerhinterzieher
- Lächerlich ernsthaft: Sportbekleidungs-Werbespot…
- BIG POTATOES
Am meisten kommentiert
- Klimakonferenz Kopenhagen: Der Weltuntergang fällt aus!
- Widerrechtliche Jagd auf Steuerhinterzieher
- Piratenpartei: ändern oder kentern?
- Die Blicke süßer Äffchen
- Der letzte kalte Krieger
- Erfolgreicher mit dem Bruttoglücksprodukt?
- Mehr Energie bitte – und zwar massig!
Archiv
Dossiers
Wahlkampf – nicht mal mehr Meinungsmache!
Von Matthias Heitmann
Ja, es ist ekelhaft, wenn sich Wahlkämpfe darin erschöpfen, über die Kosten von Abendessen im Kanzleramt zu spekulieren und darüber, ob eine Kanzlerin sich überhaupt mit Vertretern der Wirtschaft an einen Tisch setzen dürfe.
Und ja, es ist auch ekelhaft, wenn das Automobilitätsverhalten der Gesundheitsministerin über Wochen zum Hauptthema aufgeblasen wird. Sicherlich ist es auch richtig, dass solcherlei vor allen Dingen der Überlappung von inhaltslosen Wahlkämpfen und dem Sommerloch zuzurechnen ist.
Kommentatoren nahezu aller Medien sind sich darüber einig, dass, wenn dies die einzigen Probleme wären, die unser Land habe, es eigentlich gar nicht so düster um uns bestellt sei. Und das genau ist das Problem: Denn was ist von dieser scheinbar einsichtigen Einmütigkeit zu halten, wenn zugleich diese Themen dennoch in den Schlagzeilen bleiben? Ist es die Hoffnung, aus der fortgesetzten Präsenz solcher „Skandale“ ableiten zu können, dass es tatsächlich nicht so schlecht um die Zukunft Deutschlands steht?
Es ist interessant zu beobachten, dass mittlerweile selbst medialen Meinungsmachern das bewusste und gezielte Machen von Meinungen ganz offensichtlich entglitten oder die Lust daran abhanden gekommen ist. Keiner will es gewesen sein, keiner will den Schmidtschen Dienstwagen und die Merkelschen Häppchen tatsächlich als ernst zu nehmende Themen in die Schlagzeilen gehievt haben. Aber wer war es dann? War es überhaupt jemand, oder geschicht sowas mittlerweile automatisch?
Der anscheinend nicht mehr von Personen mit bestimmten Motiven und Interessen gesteuerte Prozess der medialen Themenaufbereitung steht sinnbildlich für eine Politik, die dasselbe Schicksal der Kopf- und Orientierungslosigkeit erleidet. Schlimmer als Niveaulosigkeit ist nur, wenn sie von allen gleichermaßen beklagt wird. Dann ist sie bereits zur Ausweglosigkeit mutiert.
Matthias Heitmann ist Chefredakteur Online von NovoArgumente.
27.08.2009 | Permanenter Link | http://bit.ly/9WfE3n
Kategorie(n): Politik und Demokratie




Nähme ich einen Schneeball und würfe diesen leidenschaftlich gegen eine Wand, so ist die Annahme, die Mehrzahl der „Schau-Lustigen“ schaue auf diesen so eben entstandenen und lautstark an die Wand „watschenden“ Fleck, doch sehr wahrscheinlich. Wie viele achteten wohl auf dieses Gestöber, welches sich dann scheinbar ungeordnet nach allen Seiten hin zu verteilen scheint? Viele umherwehende kleine Momente, Abkömmlinge dieses herrlich geformten Balles, der nun für einen Augenblick der ihm zugewandten Aufmerksamkeit, schon wieder im Begriff ist zu zerfließen. Der gerade zur rechten Zeit aufkommende und aufgeblasene Wind lässt diese noch so kleinen und jungfräulichen, vielfachen und reinen, weil (noch) nicht beachteten Abkömmlinge in Vorbereitung auf die Erstellung des nächsten Balles einen Moment lang genüsslich und unbeobachtet weitertanzen. Kann nun nicht auch gesagt werden, dass wiederum die Medien selbst nur den Schau-Lustigen zuzurechnen sind, um gleichfalls diese in der ihr jeweiligen und eigenen Art zu „bedienen“? Das wäre, so meine Ansicht, linear und entspräche der zum großen Teil (noch) „vorherrschenden (und warum auch immer noch so öffentlich, erfolgreich verbreiteten) Logik“: Die Bildzeitung ist die beste Zeitung Deutschlands, weil sie die höchste Auflage hat… Sind auch sie nun Schau-Lustige, die ihrem Auftrag nachgehen, den Schau-Lustigen zu „bedienen“, so kann doch davon ausgegangen werden, dass auch sie, die Medien, sich vorrangig dem Fleck widmen und weitgehend versuchen, diesen einen herausgepickten, durch das Werfen weiterer Schneebälle zu treffen, sich redlich abmühen, in der für das entsprechende mediale Erzeugnis erfolgreichen und damit dieses Erzeugnis bestätigten Art und Weise, somit doch auch für den „Macher“ persönlich, oder nicht? Wie charakteristisch ist es nun für einen Schau-Lustigen denn auch wirklich einzugreifen?
Obgleich auch ich diese aufgeblasene Art und Weise anhand ihrer Beispiele nicht sehr schätze, so stört mich doch weniger die Thematisierung dieser. Störend ist eher dieser immerwährende Versuch, in dieser eher linearen Vorstellung damit umgehen zu müssen. Im Fall des aufgebauschten Dienstwagens fand ich die an falscher Überheblichkeit erinnernde Reaktion darauf aus dem Hause Schmidt viel interessanter. Denn, selbst wenn dieses Verhalten „miss-(ge-)bräuchlich war, so scheint das Wissen darum naheliegend, es zöge keine (selbst wenn) ernsthaften Konsequenzen nach sich. Nun bin ich kein Verfechter permanenter und unmittelbarer Sanktionen für jeden erdenklichen Fehler. Aber, meinem Eindruck nach lässt sich eine seit längerem und zunehmende Tendenz daraus ersehen, dass „nach oben“ belohnt, während „nach unten“ im stärker werdend „sanktioniert (deutlicher: bestraft)“ wird, selbst dann, wenn jemand rückwärts und diesen nicht sehend einen Hund überfährt. Für mich lässt sich daraus ableiten, dass zunehmend in Vergessenheit gerät, dass jemand, der mehr Rechte hat, sich auch mehr Pflichten gegenübersieht. Gepocht wird auf „mein“ Recht, so auch sie. Nun zähle ich auch sie (Frau Schmidt) zu denjenigen, die gerne den moralischen Zeigefinger etwas zu hoch heben. Das wiederum erinnert mich diverse angewandte Therapiekonzepte und diejenigen, die aus solchen mit einem Zettel in der Hand herauskommen, auf dem vorrangig von dem die Rede ist, was ihr Recht sei. Und ganz weit unten, klitzeklein und schnell zu übersehen, taucht auch das Wort der Pflicht auf. Im Gebrauch ist dann jedoch oftmals irrelevant, denn mein „Recht“ kann ich nun für diesen Fall per psychologischer Legitimation begründen. Von der Einseitigkeit in die Therapie, entlassen in eine scheinbar begründete und dennoch „nur“ Einseitigkeit.
Welche Folgen zieht so etwas nach sich und bis wohin? Ich meine sehr weit. Denn mir scheint das Ganze einem Virus gleichzukommen.
So stellt sich mir die Frage, ob das „Machen“ von Meinungen tatsächlich entglitten ist oder nicht aber eher in eine, wenn auch für mich seltsame, Richtung entglitten scheint? Denn, was meiner Meinung nach dahinter steht, ist nicht verkehrt. Jedoch in keiner Weise besteht die Notwendigkeit eines derartigen oberflächlichen Aufblasens in der Art eines balzlustigen Fregattvogels.
(Wir sollten es vielmehr ganz oben auf die Agenda setzen. Die Möglichkeit dazu haben wir.) So endet der hier bereitgestellte Artikel Medien. Markt. Moral. Und:. So apart dieser formuliert ist, und ich diesem soweit zustimme, stellen für mich diese letzten Sätze die Schwäche des „Machens“ und der „Macher“ dar. Es scheint keine wirkliche Notwendigkeit (Und ganz sicher haben wir die Möglichkeit dazu.) dahinter zu stehen, wenn es nur beim „sollten“ bleibt und u. a. beim „armen“ und zu oft miss-gebrauchten Väterchen Zeit endet.
Roman Filz
01.09.2009 13:20